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Flüchtlingskrise: Wie der Staat mehr Wohnungen schaffen will
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Sozialwohnungen, geringere Standards bei Neubauten, Steuervorteile für Investoren: In Folge der Flüchtlingskrise will die Politik mehr Wohnraum schaffen. Was ist sinnvoll? Die Vor- und Nachteile.

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dansyd 30.01.2016, 07:37
1. wohnraum effizienter nutzen!

das problem der fehlenden wohnungen könnte man zu einem grossen teil dadurch lösen indem man die mobilität von senioren fördert und unterstützt. hubderttausende deutsche rentner wohnen in ihren riesigen efh's in oder nahe den staedten. oft 5 zimmer, 200qm und grösser, weitgehend ungenutzt. während die generation ihrer kinder entweder in zu kleinen wohnungen weit ausserhalb lebt oder sich über beide ohren verschulden muss um den lebensstil ihrer eltern auch nur annähernd zu erreichen einbisschen unsozial ist das schon.

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steuerbelasteter 30.01.2016, 07:38
2. Sinnvoll und nötig

Ohne eine Förderung auf der Angebotsseite des Wohnungsmarkts mit privatem Wohnungsbau und oeffentlichem Sozialwohnungsbau kann die Mieteninflation nicht bekämpft werden. Kurzfristige Effekte sind aber nicht möglich, weil zwischen Gesetzgebung, Planung und Bau mindestens ca. drei Jahre vergehen, bis die ersten Wohnungen bezugsfertig sind. Angesichts der wegen niedriger Zinsen schlechten Anlagemöglichkeiten am Kapitalmarkt, duerfte die Förderung mit Steuerabschreibungen bei privaten Anlegern auf großen Erfolg treffen. Allerdings darf man den positiven Foerdereffekt nicht durch anderweitige Verschlechterungen - Erhöhung der Grunderwerbsteuer, Verschlechterungen des Mietrecht für private Vermieter - wieder kaputt machen. Es wäre sicher ein riesiger Fortschritt, wenn man Vereinfachungen im Bau- und Planungsrecht erreichen könnte, die industrielles Bauen in großem Stil ermöglichen würden. Das muss keineswegs mit Eintönigkeit verbunden sein, wie der Automobilbau zeigt.

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stuhlsen 30.01.2016, 07:45
3. Wo sind die Kräne ?

Danke für diesen hoch informativen und betont sachlichen Artikel zu einem der wichtigsten Probleme der nächsten Jahre. Alle reden davon, aber nirgendwo sehe ich Baukräne, die solche Wohnungen endlich bauen.

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bluebill 30.01.2016, 09:01
4. Nicht nur die Flüchtlinge...

In den sog. Ballungsgebieten herrscht schon lange Wohnungsnot. Darunter leiden eigentlich alle, die nicht ein fettes Bankkonto haben oder früher angekauftes "Betongold". Das kommt aber aus dem System heraus. Wohnraum ist in D nun mal eine Ware wie andere auch, wird auf dem freien Markt gehandelt und unterliegt dessen Gesetzen. Was knapp ist, wird eben teuer. Das kommt all den Gewinnmachern entgegen, die eine noch so verwahrloste Butze vermieten oder verkaufen - wenn die in Stadtnähe liegt, geht sie trotzdem weg. Und ganz clevere Spekulanten lassen Wohnungen auch mal eine Weile leerstehen, bevor sie sie zum X-Fachen losschlagen oder zu superteuren Luxuswohnungen umbauen. Besser gar nicht vermietet als zu billig... außerdem wirkt der Mangel sich ja positiv auf das Preisgefüge aus. Das betrifft sehr oft Wohnungen, die mal mit Fördergeld als Sozialwohnungen entstanden sind und dann aus der Preisbindung fallen. - Und gemeindeeigener Wohnraum wurde schon längst an Invest-Heuschrecken verramscht.- Das alles ist schon seit langer Zeit bekannt, aber gegensteuern hieße ja den Heiligen Kapitalismus angreifen. Und das geht natürlich nicht. Eigentum geht immer noch vor Gemeinwohl. Wo kämen wir sonst hin.

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paulaschwarz 30.01.2016, 09:12
5. Schildbürger-Land

Vielleicht denke ich falsch - aber bei der Absenkung der Standards fiel mir sofort TTIP ein. Niedrigere Standards - wieviel Freude müssen da die Investoren verspüren.
Bauboom im sozialen Wohnungsbau in DE - da freuen sich alle.

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hans.lotz 30.01.2016, 09:19
6. Aktionismus

Und wieder wird, diesmal ist es der Wohnungsbau, an einem Einzelthema herumdiskutiert statt endlich ein Gesamtkonzept auf den Tisch zu legen.
Keiner weis wie viele noch kommen dürfen, da es eine Obergrenze nicht gibt. Niemand weis wie viele bleiben dürfen, wie viele ihre Familien nachholen werden und und und.
Kurzum, es fehlt an Entscheidungsgrundlagen, die für eine halbwegs verläßliche Bedarfsermittlung notwendig sind.

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Mister Stone 30.01.2016, 09:22
7. Alternativlos

Steuervorteile für Spekulanten (sorry, die heißen ja Inverstoren), billiger bauen unter Umgehung der Standards... ich denke genau das ist es, was die Spekulanten jubeln lässt. Und das werden die auch kriegen. So wie sie alles kriegen: Das spekulantenfreundliche Mietpreisbremseumgehungsgesetz ist das beste Beisüpiel: Es war von Anfang an ein Blender.

Spekulanten und die milliardenschwere Asylindustrie sind die Profiteure der aktuellen "Notlage". Man hat nicht nur fahrlässig eine solche entstehen lassen (jegliche Schutzmechanismene wurden willkürlich außer Kraft gesetzt), sondern die Notlage auch massiv forciert, um Druck zu erzeugen und allen Notmaßnahmen das Attribut alternativlos zu verpassen.

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spon72 30.01.2016, 09:24
8. Wie jetzt?

Letztens hab ich im ÖR-TV noch einen Bericht gesehen, dass es aktuell in Deutschland viel zu viele leerstehende Wohnungen gibt und diese nur deswegen nicht bezogen sind, um mit den Immobilien an den dortigen Grundstückspreisen mitzuverdienen. Was stimmt denn nun? Welche Lobby hat in diesem Fall recht? Man weiß es nicht, muss jedoch kein Prophet sein, dass die im Artikel beschriebenen Pläne (Steuervorteile für Investoren) noch mehr dazu führen werden, dass auf Teufel komm raus auf Kosten des Steuer-Michels Spekulationsobjekte entstehen werden, die das Großstadtproblem von unbezahlbaren Mieten für Bruchbuden noch steigern werden.

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salkin 30.01.2016, 09:28
9.

Einen wesentlichen Nachteil im Artikel über die Steuervorteile für private Bauherren hat der Autor leider vergessen. Private Bauherren müssen heute z.B. bei 10 jähriger Zinsfestschreibung und erheblichem Eigenkapitalanteil mindestens 1,2% Zinsen zahlen. Bezogen auf Baukosten von 2.000 Euro ergibt das Kosten von 2 Euro monatlich. Bei einer Finanzierung über kommunale Wohnungsbaugesellschaften würde die Kostenmiete bei 0% Zinsen entsprechend sinken. Kommt der Vorschlag von der FDP?

Der größte Treppenwitz ist die Absenkung der Standards z.B. indem keine Fahrstühle eingebaut werden. Gerade bei der Alterung der Bevölkerung sind Fahrstühle ein zwingendes muss. Sollen hier neue Ghettos für Migranten und Obdachlose entstehen? Dann sollte man eine Polizeistation alle 200 Meter gleich mit einplanen. Sinnvoll wäre es auf den Stellplatznachweis zu verzichten. Bei uns werden für jede Wohnung 2 Stellplätze verlangt zur Förderung der Automobilindustrie.

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