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Flugticket-Irrsinn: Der Preis ist Glückssache

150 Euro? Oder doch 600? Wieviel eine Flugreise kostet, berechnen komplexe Computer-Algorithmen ständig neu.*Angebote der Airlines miteinander zu vergleichen, wird*so fast unmöglich. Die Fluglinien sagen, anders gehe es leider nicht. Wirklich?

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stauchert 25.12.2011, 18:03
1. Txl<->muc ...

Zitat von sysop
150 Euro? Oder doch 600? Wieviel eine Flugreise kostet, berechnen komplexe Computer-Algorithmen ständig neu.*Angebote der Airlines miteinander zu vergleichen, wird*so fast unmöglich. Die Fluglinien sagen, anders gehe es leider nicht. Wirklich?
mit San Franciso <-> Boston (mit bis zu 2 Zwischenstopps) zu vergleichen, macht nun wirklich keinen Sinn.

Im Grund ist bei Flügen zwischen deutschen Großstädten doch ganz einfach, da es normalerweise nur 1-3 Anbieter gibt (in der Urlaubszeit etwas mehr, wenn man bereit ist in einem Ferienflieger mitzufliegen).
Flüge mit Zwischenlandungen wird innerhalb Deutschlands kein vernünftiger Mensch buchen.

Je später (zum Reisetermin hin nicht zur Tageszeit) man bucht, desto teurer wird es. Und Flüge im Berufsverkehr (8.00-10.00, und 18.00-20.00) sind teurer als zu anderen Tageszeiten. Zu Messezeiten kann es auch höheren Preisen kommen, wenn auch längst nicht so unverschämt, wie es bei Hotels oftmals der Fall ist.

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DMenakker 25.12.2011, 18:03
2.

Entschuldigt bitte, wenn ich so nassforsch bin. Aber der Artikel ist das dümmste, was ich jemals zum Thema Flugpreise gelesen habe.

Jede Airline teilt ihre Sitze in Sogenannte Buchungsklassen auf ( nicht zu verwechseln mit Serviceklassen, Also Eco, Business und First ). Jede dieser Buchungsklassen haben bestimmte Nettopreise und ggf. sogar unterschiedliche Steuern. Denn oft genug kann ein bestimmter Sonderpreis erst dann erreicht werden, wenn der Flugpreis nicht nur extrem niedrig ist, sondern auch die sonstigen Kosten ( Abflugsteuer, Kerosinzuschläge ) noch einmal heruntersubventioniert werden.

Auch ist es nunmal so, dass jede dieser einzelnen Buchungsklassen unterschiedliche Tarifbestimmungen hat. So verlangt der eine Tarif eben eine Vorausbuchungsfrist von 1 Woche, der andere erlaubt am selben Tag zu buchen.

Es ist durchaus unübersichtlich. Aber ein großes Geheimnis dahinter gibt es nicht. Wann welche Buchungsklassen von den Airlines freigegeben werden, oder auch nicht - und HIER kommen die vom Autor vollkommen aus dem Zusammenhang gerissenen Algorithmen vor, nämlich in der sogenannten Yield Steuerung - das ist eine Wissenschaft für sich. Aber jeder, der mit dem System ein bisschen Erfahrung hat, wird dennoch in der Lage sein, dem Autor bei seiner Planung zu helfen. Man darf halt nur nicht so dumm sein und meinen das Internet wisse alles, sondern man vergesse "Geiz ist geil", zahle eine angemessene Gebühr und buche beim Fachmann ( Reisebüro des Vertrauens ).

Viel komplizierter wird es doch erst auf Langstrecken. Wer mit Lufthansa von Frankfurt nach Los Angeles fliegt, vielleich sogar in den teureren Klassen und dabei noch den billigst möglichen Flugpreis ab Frankfurt ergattert hat, darf sich nicht wundern, wenn in der gleichen Kabine Menschen mitfliegen, die bereits einen 5 Stunden Zubringerflug hinter sich haben und dennoch deutlich weniger zahlen, als man selbst.

Ein Beispiel: Los Angeles mit Swiss, Business Kabine, Buchungsklasse Z ohne Ausnutzung der immer wiederkehrenden Specials:

Ab Frankfurt via Zürich kostet der Flug EUR 2964 plus Steuern und Gebühren. Wer aber nur den kurzen Eco Sprung nach Mailand macht und von dort via Zürch nach Los Angeles fliegt, selbstverständlich im gleichen Sitz und dem gleichen Langstreckenflugzeug, zahlt plötzlich nur noch 2.149 ++. Plus nochmals 100 EUR für den Mailand Zubringer. 3 h Umweg, über 800 EUR gespart.

Aber auch hier gilt: Fragen Sie doch einfach jemanden, der Ahnung hat, am besten das Reisebüro Ihres Vertrauens. Wer glaubt selber schlau sein zu müssen ist meistens der gelackmeierte.

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DMenakker 25.12.2011, 18:05
3.

Zitat von sysop
150 Euro? Oder doch 600? Wieviel eine Flugreise kostet, berechnen komplexe Computer-Algorithmen ständig neu.*Angebote der Airlines miteinander zu vergleichen, wird*so fast unmöglich. Die Fluglinien sagen, anders gehe es leider nicht. Wirklich?
Und zum Vorschlag des Autors, der Preis für ein innerdeutsches Ticket möge doch feststehen. Was macht der Autor denn, wenn sich Lufthansa dran hält und wirklich 300 EUR von jedem verlangt? Na logisch, Air Berlin für 150 fliegen, was denn sonst?

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spontiki 25.12.2011, 18:08
4. Ein Weihnachtswunder!

Zitat von sysop
....Während die Lufthansa für den Flug etwa 350 Euro aufrief, bot die Swissair (eine Lufthansa-Tochter)...
Oh Wunder, die Swissair ist wiederauferstanden! Und das zu Weihnachten :-) Sie meinten wohl die Swiss (So What It' Still Swissair...) Schönes Fest noch!

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Johann Grabner 25.12.2011, 18:26
5.

Zitat von
Ich würde auf diesen Quatsch gerne verzichten und einen höheren Preis akzeptieren - wenn mir die Airlines im Gegenzug garantierten, dass mich ein Flug zwischen zwei deutschen Großstädten stets 300 Euro kostet. Sogar dienstagabends.
bis auf den exakten Preis können sie das sofort haben, denn das sind die jederzeit umbuchbaren Tickets, die man auch noch 10 min vor Boarding kaufen kann.
Die anderen Preise werden ja nur deshalb gemacht, weil viele den höheren Preis eben nicht akzeptieren. Ich würde zB für 300€ in meiner Freizeit innerhalb Europas nicht fliegen, für 100€ aber schon. Dafür nehme ich Flugbindung und lange Vorausbuchungsfristen in Kauf.

Im Geschäftsbereich ist das aber irrelevant. Daher können Sie ihrem Veranstalter natürlich den Flugpreis nennen. Genau solche Geschäftsreisende subventionieren ja die Tickets der Freizeitpassagiere.

Der Vergleich mit den Kinotickets hinkt, da die Grenzkosten für einen Sitzplatz im Kino weit geringer sind. Die Preissensitivität der Kunden ist auch geringer, wenn es darum geht, ob eine Kinokarte 5 oder 8€ kostet. Aber ob ein Flug 100 oder 300€ kostet, das macht einen großen Unterschied in der Nachfrage.

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Musixplosion 25.12.2011, 18:31
6. Glück gehört dazu

Also ich kann die Vorwürfe des Autors nicht so ganz nachvollziehen. Logisch, die Transparenz der Fluglinien ist nicht besonders offensichtlich, schließlich sind es konkurrierende Unternehmen. Andererseits gibt es genügend Preisvergleichsseiten, die Transparenz schaffen und dem Kunden die günstigste Beförderung ermöglichen.

Ich selbst habe durchaus auch den Ehrgeiz, möglichst kostenbewusst und effizient zu reisen. Es macht sogar Spaß, die Preise von Bahn und Auto regelmäßig zu unterbieten, wenn es um Verbindungen geht, die per Flieger definitiv Zeit sparen. Dabei helfen mir die Preisvergleichsseiten und eine frühzeitige Buchung.

Der Vergleich mit dem Kinopreis hinkt auch: In Berlin bekomme ich einen Film für 5,50 Euro, der mich in München mehr als 10 Euro kosten würde. Für meinen Wohnort kann ich aber genauso wenig etwas wie für die Zeiten, zu denen ich reisen muss. Und wenn ich einen fixen Termin wahrnehmen muss und gebucht habe, weiß ich auch den Preis für den Auftraggeber.

Daher empfiehlt sich immer der Preisvergleich und ein wenig Ahnung vom Buchungsmuster und den Buchungsklassen der Airlines.

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ose 25.12.2011, 18:36
7. Bitte recherchieren

Ein selten schwacher Artikel:

1) Wenn alle Airlines nur noch zu Grenzkosten verkaufen, wären zwar Unterschiede in den Kostenstrukturen sichtbar, aber alle Airlines in wenigen Jahren pleite. Die Grenzkosten decken nur die zusätzlichen Kosten für einen Passagier ab; Gehälter für Piloten und Flugbegleiter, Wartung oder gar neue Flugzeuge sind damit nicht zu bezahlen.

2) Ja, das Preissystem kann nervtötend sein. Nur ist die Alternative ein hoher Preis. Aktuell verkaufen Airlines z.T. Sitze nahe an den Grnezkosten, aber eben auch sehr hochpreisige Sitze. Würde nur noch ein Preis verlangt, gäbe es keine Sonderangebote mehr (und damit auch weniger Fluggäste), die Spitzenpreise würden vermutlich etwas sinken. Folge: Geschäftsreisende kämen besser weg, Schnäppchenjäger würden aus dem Markt gedrängt, und durch die insgesamt sinkende Zahl von Passagieren würden in der Konsequenz die Durchschnittspreise vermutlich steigen und die Airlines gleichzeitig auch noch weniger verdienen. Kann man gut finden, dann sollte man die Konsequenzen aber auch so darstellen.

3) Nicht mal die Kinoanalogie stimmt: Viele Kinos ´verlangen am Wochenende mehr, haben Studenten-, Kinder- und Seniorenpreise, bieten teilweise Matineen zu günstigen Tarifen an, verlangen Zuschläge für Überlänge, verramschen Tickets über Groupon oder bündeln Tickets mit Popcorn und Getränk zu Sonderpreisen. Das einzige, was Kinos von noch stärkerer Preisdifferenzierung abhält, ist der Schwarzmarkt. Wären Kinokarten personalisiert, würden Kinos vermutlich wie Airlines handeln.

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matzemayer1007 25.12.2011, 18:36
8. Selber Schuld...

Vielleicht hätte der Autor einfach mal in Erwägung ziehen sollen, sein Reisebüro des Vertrauens zu kontaktieren? Die DERPART-Reisebüros sind beispielsweise an keine Airline gebunden und haben Programme, die in wenigen Sekunden den günstigsten Preis, der günstigsten Airline am günstigsten Termin berechnen.
Aber lieber vier Stunden im Internet auf 85 Homepages surfen, als einen Anruf zu tätigen und 20,- Euro Ticketgebühr zu zahlen. Wahnsinn...

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kaksonen 25.12.2011, 18:59
9. Irrsinn? Stimmt!

Vor drei Wochen musste ich nach Porto Marghera und von dort aus mit dem Schiff weiter. Ich suchte im Internet einen Einfachflug von Helsinki nach Venedig. Der billigste Flug sollte 370 € kosten. Bei einem meiner Versuche vergaß ich, den Rückflug durch Anklicken des entsprechenden Buttons zu löschen. Und siehe da: Hin- und Rückflug mit Lufthansa Helsinki-Frankfurt-Venedig kostete plötzlich nur noch 180 €! Natürlich habe ich genau dieses Ticket gebucht!

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