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Flugzeugabsturz in Äthiopien: TUI prüft Einsatz der Boeings 737 Max 8
AFP

Nach dem zweiten Absturz einer Boeing 737 Max 8 innerhalb weniger Monate lassen Airlines aus China und anderen Ländern Maschinen dieses Typs nicht mehr starten. Boeings Aktien brechen vorbörslich ein.

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Flari 11.03.2019, 20:47
60.

Zitat von rrv.vogt
an anderer Stelle erfahren: Erste Aufzeichnungen in Äthiopien zeigen, dass die verunglückte Maschine mehrmals unmittelbar stieg und dann wieder sank. Und im Fall von Flug JT610 versuchte ein ``Maneuvering Characteristics Augmentation System´´, die Nase des Flugzeuges aufgrund von falschen Inputsignalen nach unten zu drücken und die Piloten wussten nicht, wie sie dieses spinnerte MCAS hätten abstellen können.
Warum schreiben Sie von "anderen Stellen" und benennen diese nicht?

Bisher steht fest, dass Flug-Trackingdiensten wie flightradar24 die ADS-B Daten der ersten gut 2 Minuten des Fluges vorliegen, die Gesamtflugzeit bis zum Absturz betrug unter 6 Minuten.
In den ersten zwei Minuten stieg die Geschwindigkeit kontinuierlich, ein Triebwerksproblem ist damit absolut unwahrscheinlich.

Extrem auffällig sind dagegen rechnerischen Steigwinkel, bzw. die übertragenen Steig-/Sinkgeschwindigkeiten in den ersten zwei Minuten, sowie die resultierenden/übertragenen Flughöhen.
Augenscheinlich traten die ersten Probleme bereits ~20 Sekunden nach Start (Abheben!) auf.
Selbst in den ersten zwei Minuten haben es die Piloten (scheinbar?) mehrmals geschafft, gegen den (System?) Fehler vorerst erfolgreich anzukämpfen, insb. als die 737 max nach einer Minute Flugzeit begann, dem Erdboden wieder förmlich entgegen zu rasen.
Rechnerisch(!) fingen sie den Flieger in 150m über Boden (ohne die regionalen Erhebungen zu berücksichtigen) wieder ab, stabilisierten die Fluglage und stiegen danach wieder auf rechnerische 400m mit zuletzt gleichmässiger Steigrate, wobei diese sehr plötzlich eintrat.

Ohne die Topographie zu kennen, kann man nicht einmal beurteilen, ob die Piloten da ggf. überzogen haben, aber bisher sehe ich anhand der anderen Daten keinen Hinweis darauf, eher den Kampf gegen die "Technik".
Und dieser Kampf war dann auch noch weiterer knapp 4 Minuten erfolgreich, bis sich der Flieger scheinbar steil in den Boden geboht hat.

Ich stimme mit Ihnen und vielen anderen darin überein, dass die bisherigen Ähnlichkeiten zu JT610 zumindest ein vorläufiges Grounding dieses Flugzeugtyps absolut rechfertigen.

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agreatwaytofly 11.03.2019, 21:58
61. Wer nicht mehr von Hand fliegt...

...ist letztlich mit der kleinsten Unregelmäßigkeit überfordert. Wer immer nur die ersten und letzten 2-3 Minuten von Hand fliegt, macht sich komplett vom Computer abhängig und verliert die Fähigkeit, Probleme zu lösen.

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thomas_linz 12.03.2019, 03:51
62. Ich glaube in der heutigen Zeit nennt man das Fake News

Zitat von ollifast
Sowas kommt halt dabei raus, wenn Manager per Kostenkalkulation und Vertriebler, die dem Kunden gerne das Blaue vom Himmel versprechen, technische Entscheidungen treffen oder beeinflussen. Siehe VW Diesel. Bei der 787 gab es bekanntlich ebenfalls ein Grounding der Flotte, weil die leichten - Verkaufsvorteil - LiIon Akkus in Flammen und Rauch aufgehen konnten, die Lösung war am Ende mit einer Blechbüchse und einem Rauchauslass technisch nicht sehr befriedigend. Bei der 737 Max 8 hat man offenbar versucht, harte Probleme der Aerodynamik, die aus einem "wir wollen dieses Triebwerk, das auch Airbus hat" - nur eben da unter anderen Voraussetzungen - resultieren, mit einer halbgaren Softwarelösung in der Flugsteuerung zu kompensieren. Passagierflugzeuge sollten aber eine gewisse inhärente Sicherheit und stabile Aerodynamik aufweisen, die Spiele mit instabiler Aerodynamik kann man bei Militärjets wie dem Eurofighter machen und selbst da sind sie vielfach abgesichert und nicht irgendwo in der Software versteckt. Nach dem zweiten offenbar ähnlichen Absturz liegt nahe, dass dieser Flugzeugtyp "designed by sales manager" bald nicht mehr fliegen wird und Boeing einen Haufen Blech zurück auf den Hof gestellt bekommt. Denn mal eben zu beheben ist so ein Designproblem nicht.
Erstens, wenn es etwas gibt, was sich weder Boeing noch Airbus leisten koennen, dann ist es wissentlicher Pfusch und Biliigheimer. Dafuer hat schonmal ein grosser Konzern mirt der Existenz bezahlt. Der Einsatz der Li-Io Akkus war technisches Neuland, was zwar aufwendig getestet, in der Praxis dann doch schief ging. Den Unfug mit den Leap-Triebwerken lese ich jetzt auch zum zweiten mal. CFM hat nach Vorgaben von Boeing und Airbus ein Triebwerk entwickelt und es den Flugzeugbauern angeboten, die wie ueblich dann die Flugzeuge entsprechend konstruieren. Das schliesst nicht aus, dass dabei Fehler gemacht werden. Hier werden von Hobby-Flugunfalluntersuchern einfach zwei fundamental unterschiedliche Dinge verwurschtelt und neue Theorien kreiiert, die schlicht falsch sind. Im uebrigen, die Leap Triebwerke sind so sensibel, dass auch CFM massive Probleme hat, was niemanden so richtig zu stoeren scheint. Fakt ist derzeit, weder Boeing noch die FAA, NTSB haben bis jetzt den Fehler gefunden, so es einen gibt. Bis dahin ist es OK, den Flieger zu grounden, abstruse Theorien sollte aber jeder fuer sich behalten, bis das Problem geklaert ist.

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thomas_linz 12.03.2019, 09:29
63. Respekt

Zitat von Flari
Warum schreiben Sie von "anderen Stellen" und benennen diese nicht? Bisher steht fest, dass Flug-Trackingdiensten wie flightradar24 die ADS-B Daten der ersten gut 2 Minuten des Fluges vorliegen, die Gesamtflugzeit bis zum Absturz betrug unter 6 Minuten. In den ersten zwei Minuten stieg die Geschwindigkeit kontinuierlich, ein Triebwerksproblem ist damit absolut unwahrscheinlich. Extrem auffällig sind dagegen rechnerischen Steigwinkel, bzw. die übertragenen Steig-/Sinkgeschwindigkeiten in den ersten zwei Minuten, sowie die resultierenden/übertragenen Flughöhen. Augenscheinlich traten die ersten Probleme bereits ~20 Sekunden nach Start (Abheben!) auf. Selbst in den ersten zwei Minuten haben es die Piloten (scheinbar?) mehrmals geschafft, gegen den (System?) Fehler vorerst erfolgreich anzukämpfen, insb. als die 737 max nach einer Minute Flugzeit begann, dem Erdboden wieder förmlich entgegen zu rasen. Rechnerisch(!) fingen sie den Flieger in 150m über Boden (ohne die regionalen Erhebungen zu berücksichtigen) wieder ab, stabilisierten die Fluglage und stiegen danach wieder auf rechnerische 400m mit zuletzt gleichmässiger Steigrate, wobei diese sehr plötzlich eintrat. Ohne die Topographie zu kennen, kann man nicht einmal beurteilen, ob die Piloten da ggf. überzogen haben, aber bisher sehe ich anhand der anderen Daten keinen Hinweis darauf, eher den Kampf gegen die "Technik". Und dieser Kampf war dann auch noch weiterer knapp 4 Minuten erfolgreich, bis sich der Flieger scheinbar steil in den Boden geboht hat. Ich stimme mit Ihnen und vielen anderen darin überein, dass die bisherigen Ähnlichkeiten zu JT610 zumindest ein vorläufiges Grounding dieses Flugzeugtyps absolut rechfertigen.
wer mit Flightradar eine Flugunfalluntersuchung auf die Reihe bekommt, dem zolle ich meinen hoechsten Respekt. Leider gibt es ueber Flighradar absolut keine relevanten Daten, die auf ein UnfallSzenario schliessen lassen. Man kann nur spekulieren.

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zia-zaruba 12.03.2019, 09:32
64. Möglicherweise

habe ich das Thema nicht richtig erfasst, Aber es geht doch um die Toten als erstes und NICHT im irgend ein Image einer Maschine.

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rrv.vogt 12.03.2019, 10:55
65.

Zitat von zia-zaruba
habe ich das Thema nicht richtig erfasst, Aber es geht doch um die Toten als erstes und NICHT im irgend ein Image einer Maschine.
Nein hier geht es um einen spektakulären Fall, in dem versagende künstliche Intelligenz im Kampf mit natürlicher Intelligenz obsiegte.

Solche Fälle werden sich häufen, wenn fahrerlose E- Mobile sich tatsächlich so vermehren würden wie von manchen visionären Technik- Freaks verkündet wird.

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