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Flugzeugbau: China schmiedet neuen Triebwerk-Hersteller
AP/dpa

Peking spricht von einem "strategischen Schritt": China verschmilzt mehrere Staatsfirmen der Luftfahrtbranche zu einem neuen Triebwerkhersteller. Der 100.000-Mitarbeiter-Konzern soll dem Westen und Russland Konkurrenz machen.

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ihawk 29.08.2016, 12:17
10. Ist das die ganze Wahrheit

Entweder haben chinesische Firmen wieder einmal hemmungslos geklaut - sprich, erprobte vorhandene Technologie kopiert oder die Branche lässt jetzt in China bauen.
In so einem Verkehrsflugzeug stecken Jahrzehnte von Detailentwicklung und Erprobung. In China kann das nicht in sieben Jahren "entwickelt" worden sein ohne zehntausende Patente zu verletzen.
Die FAA Zulassung würde bei Patentverletzungen schlichtweg nicht erteilt und damit internationale Flüge unmöglich.
Erstaunlich ist schon, dass Boeing undo Airbus Kernkompetenzen nach China abgeben ... Oder ist das die fatale Folge von Outsourcing?

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svizzero 29.08.2016, 12:46
11. Erstaunlich

Es ist immer wieder erstaunlich, wie Schreiber hier den grossen Holzhammer herausholen. Natürlich haben Chinesen westliches Know How eingekauft. Das selbe taten Länder wie Deutschland als es um die Dampfmaschine ging. Oder um Computertechnologie, oder um viele andere Innovationen. Was ist daran schlimm? China ist auf dem besten Weg eine echte Wirtschaftsmacht zu werden. Denn China will, die Regierungen wie die Einwohner. Das ist der Unterschied zum Westen, wo nur noch über kürzere Arbeitszeiten, Sozialleistungen, aber nicht mehr über Forschung und Entwicklung gesprochen wird. Der schnellste Computer steht seit kurzem in China. Von Chinesen entwickelt. Also, nicht meckern, schauen, dass auch wir in Europa an der Spitze bleiben.

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Justitia 29.08.2016, 12:49
12.

Zitat von ihawk
Entweder haben chinesische Firmen wieder einmal hemmungslos geklaut - sprich, erprobte vorhandene Technologie kopiert oder die Branche lässt jetzt in China bauen. In so einem Verkehrsflugzeug stecken Jahrzehnte von Detailentwicklung und Erprobung. In China kann das nicht in sieben Jahren "entwickelt" worden sein ohne zehntausende Patente zu verletzen. Die FAA Zulassung würde bei Patentverletzungen schlichtweg nicht erteilt und damit internationale Flüge unmöglich. Erstaunlich ist schon, dass Boeing undo Airbus Kernkompetenzen nach China abgeben ... Oder ist das die fatale Folge von Outsourcing?
Airbus und Boeing haben schon lange Kooperationen mit chinesischen Firmen und montieren zumindest teilweise die für den chinesischen Markt vorgesehenen Flugzeuge in China. Chinesische Unternehmen haben damit nahezu vollen Einblick in die Technologie von Airbus und Boeing. Die FAA ist gar nicht in der Lage, bei einer Zulassung ein Flugzeug auf eine Verletzung sämtlicher Patente zu überprüfen. Sie wird dies vermutlich nur auf Hinweis eines Patentinhabers auf eine mögliche Verletzung bestimmter Patente vornehmen. Boeing und Airbus werden jedoch einen Teufel tun, China bei der FAA anzuschwärzen, andernfalls wird man sich das milliardenschwere China-Geschäft komplett abschminken können.

Schlesslich scheinen die Chinesen tatsächlich ziemlich fix bei der Entwicklung neuer Grossraumflugzeuge zu sein. Ein chinesisches Unternehmen hat in wenigen Jahren einen Militärtransporter zum Fliegen gebracht, was Airbus in mehr als der doppelten Zeit mit seinem A400M immer noch nicht geschafft hat.
http://www.ingenieur.de/Themen/Flugzeug/Chinas-Riesenflugzeug-Y-20-bringt-Airbus-in-Bedraengnis

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kmgeo 29.08.2016, 12:53
13. Mit vollen Hosen ist gut stinken

Noch sind die Taschen der Chinesen prall gefüllt - auch dank des Exports in den Westen. Aber wohl nicht mehr lange, da zum einen der Protektionismus wieder salonfähig wird (Trump und die meisten europäischen Nationalisten) und zum anderen das Rentnerproblem in China nach der 1-Kind-Politik wohl massive Staatsausgaben notwendig machen (außer man macht wieder eine Großen-Sprung-nach-vorn mit ein paar Mio Verhungerten).

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brux 29.08.2016, 13:03
14. Nun ja

Im Schiffbau sind die Chinesen ziemlich auf die Nase gefallen. Die Qualität stimmte nicht und als der Markt einbrach, hatte man keine Polster. In den hightech Bereich konnten sie bis heute nicht eindringen.

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nico.v 29.08.2016, 13:04
15.

Die meisten scheinen China und dessen Markt zu unterschätzen. Es scheint als sei immer noch das Bild vorhanden zu sein, vom Chinesen der Produkte kopiert und Billigversionen auf den Markt bringt. Jedoch ändert sich die Welt schneller als in der Vergangenheit. Paradebeispiel IT. Vor 10 Jahren kannte noch keiner Huawei, die schnellsten Supercomputer waren in den USA und WeChat (etwas aktueller) war noch eine billige Kopie von Whatsapp. Heute frisst Huawei empfindliche Marktanteile von Samsung und Apple weg, europäische Konkurrenz ist kollabiert (Nokia), die Hälfte aller Supercomputer ist in China und WeChat kann nun soviel dass auch Facebook es kaum schafft hinterherzukommen. Genauso wird es in der Luft-, und Raumfahrtbranche gehen, kopieren brauchen die fast gar nix mehr, dessen Ingenieure werden an den besten Unis weltweit ausgebildet, kommen zurück, transferieren massenweise know-how und in China werden dann soviele heimische Ingenieure ausgebildet, dass die Zahlen einen erblassen lassen. Dann werden statt 10 deutsche Ingenieure halt 100-1000 Chinesische hingesetzt, die vielleicht 80-90% von dem Konw-How des deutschen Ingenieur haben, alles kein Problem.

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localpatriot 29.08.2016, 13:17
16. Wer macht lernt

Zitat von ihawk
Entweder haben chinesische Firmen wieder einmal hemmungslos geklaut - sprich, erprobte vorhandene Technologie kopiert oder die Branche lässt jetzt in China bauen. In so einem Verkehrsflugzeug stecken Jahrzehnte von Detailentwicklung und Erprobung. In China kann das nicht in sieben Jahren "entwickelt" worden sein ohne zehntausende Patente zu verletzen. Die FAA Zulassung würde bei Patentverletzungen schlichtweg nicht erteilt und damit internationale Flüge unmöglich. Erstaunlich ist schon, dass Boeing undo Airbus Kernkompetenzen nach China abgeben ... Oder ist das die fatale Folge von Outsourcing?
In Europa werden ein oder zwei Kraftwerke pro Jahr gebaut, in China 25 alle zwei bis drei Jahre. Die größere gesammelte Erfahrung gehoert zum kollektiven Wissen der chinesischen Industrie.

Airbus Flieger fuer die Chinesischen Fluglinien und Triebwerke werden in China unter Lizenz gebaut. Die Herstellungserfahrung existiert also.

Was dazukommen muss ist das Entwicklungswissen und wenn man das alles schon X mal gebaut hat, die Materialen und wissenschaftlichen Konzepte kennt, dann sollte es einem riesigen erfahrenen Ingenieurteam möglich sein weiter zu entwickeln und de Erkenntnis nach Vorne treiben.

Am Geld fehlt es nicht, am Einsatz auch nicht.
Also ........

Wenn man seine Betriebsgeheimnisse vermietet, dann sind sie leider keine Geheimnisse mehr.

Know How gegen billige Arbeitskräfte. Ein guter oder ein schlechter Deal?

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darmspiegelgabsschon 29.08.2016, 13:30
17.

Die Chinesen übernehmen die Entwicklungsstufe, die wir vor Jahren hinter uns gelassen haben. Danach gab es eine kurze Epoche des dieArbeittotquatschens. Die spätrömische Evolution nun macht uns voraussichtlich zu Dauer-Urlaubern. So schnell holen die uns auf jeden Fall nicht ein.

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Norbert1981 29.08.2016, 13:41
18. ...

Zitat von brux
Im Schiffbau sind die Chinesen ziemlich auf die Nase gefallen. Die Qualität stimmte nicht und als der Markt einbrach, hatte man keine Polster. In den hightech Bereich konnten sie bis heute nicht eindringen.
Was heisst "konnten sie bis heute nicht eindringen"?

Ein Beispiel von Hochgeschwindigkeitszügen:

Die Zahlen der vergangenen Jahre belegen, wie rasant die Chinesen in diesem Geschäft gewachsen sind.

Bis 2007 wurde das Geschäft mit den lukrativen Superschnellzügen ausschließlich von den Europäern, allen voran den Franzosen und Deutschen, sowie den Japanern beherrscht.

Die nun entthronten Hersteller haben dabei nicht nur Marktanteile verloren, sondern mussten auch insgesamt Rückgänge bei den absoluten Auslieferungszahlen hinnehmen.

Zwar ist der Markt für Hochgeschwindigkeitszüge bislang kräftig gewachsen und liegt heute bei 9,9 Milliarden Euro pro Jahr. Doch von der steigenden Nachfrage haben fast ausschließlich die Chinesen profitiert.

Der Marktanteil vom Hochgeschwindigkeitszug von Chinesen beträgt nun ca.40% auf der ganzen Welt:

http://bilder.t-online.de/b/77/76/35/56/id_77763556/tid_da/so-verteilt-sich-der-weltweite-markt-fuer-hochgeschwindigkeitszuege-.jpg

http://www.welt.de/wirtschaft/article157520843/Chinas-Schnellzuege-bedrohen-Zukunft-von-ICE-und-TGV.html

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epicentre 29.08.2016, 13:47
19. Triebwerke aus China?

Da möchte ich dann doch nicht so gerne einsteigen. Genauso wenig wie ich in diesen neuen Jet aus Russland einsteigen will. Aber das ist ein anderes Thema.

Ein Freund aus Hong Kong sagt immer: alles in China konstruierte explodiert irgendwann. Außer Sprengstoff.

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