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Folgen der Digitalisierung: Gewerkschaften lehnen bedingungsloses Grundeinkommen ab
DPA

Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist nach Ansicht der Gewerkschaften keine Lösung zur Abfederung der Digitalisierung. DGB-Chef Reiner Hoffmann warnte davor, "Menschen mit einer Stillhalteprämie aufs Abstellgleis zu stellen".

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poppei 30.04.2018, 17:43
140. Einstieg ins BGE

Der Einstieg in das BGE bzw. negative Eingangssteuer könnte auch mit 400 Euro pro Monat für Erwachsene und 300 Euro im Monat für Kinder bis 18 Jahre erfolgen. Dies würde die zu beantragende Leistung für das bedingte Einkommen Harz4 massiv senken.
Es ist wichtig, dass die Spannung zwischen Arbeitsplatzbesitzer und Arbeitslosen verringert wird bzw. ein weicher Übergang geschaffen wird.
Leider zeigt sich, dass Gewerkschaften, sPD und cXU lieber die Kapitaleinkommen weiterhin schonen und die Arbeitseinkommen weiterhin bis an die Schmerzgrenze belasten wollen. Eine steuerliche Belastung des Konsums würde leider nur ein höheres BGE erfordern.

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pit66 30.04.2018, 17:46
141. Sie rechnen falsch.

Zitat von deufin
Ein bedingungsloses Grundeinkommen kann funktionieren, wenn wir es denn nicht als Allmoses ansehen, sondern als Grundrecht auf ein sorgenfreies Leben. 1000 Euro pro Monat pro Mensch, gegenfinanziert durch den Wegfall von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe, sowie einer Reform des Steuerrechts. Wenn wir alleine die Steuer-Abschreibungen entfallen lassen würden dann hätten wir die 80 Milliarden Euro schon gegenfinanziert und sie würden hauptsächlich von denen bezahlt, die das nicht mal merken würden in Ihrem Geldbeutel. Die Aussage, daß dann keiner mehr die niedrigen bezahlten Jobs macht ist zudem auch völliger Blödsinn. Gerade diese Jobs sind es, die von einem BGE profititeren würden, da die Menschen sie dann nämlich auch machen könnten ohne anschließend am Hungertuch nagen zu müssen. Es wären schlichtweg viel mehr Menschen bereit z.B. Halbtags in diesen Jobs zu arbeiten. Was ein bedingungsloses Grundeinkommen nicht sein darf, ist der Ersatz für Hartz 4 oder Sozialhilfe auf einem niedrigen Niveau, denn das funktioniert tatsächlich nicht. Ein bedingungsloses Grundeinkommen muß so hoch sein, daß man davon Leben kann.
Die Steuerabschreibungen fallen nur einmal im Jahr an, Die 80 Milliarden (bei 1000€ BGE für 80.000.000 Einwohner) aber jeden Monat. Das haben Sie also mal eben den Faktor 12 vergessen? Keine Sorge, das machen viele BGE-Befürworter, deshalb aus aus Ihrer Sicht das BGE ja auch finanzierbar. Es werden oftmals behauptungen aufgestellt (so wie ihre, es werden 80 Milliarden steuerlich abgeschrieben) aber nie Quellen angegeben. Wo bitte haben Sie die 80 Milliarden her?
Hier nun mal meine Rechnung, warum es NICHT finanzierbar ist:
(1) Deutschland hat (Stand 2017) 82,8 Millionen EW (Quelle https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-01/einwohnerzahl-steigt-deutschland-statistisches-bundesamt-rekord-einwanderung oder Allgemeinwissen)
(2) Deutschland hat (Stand 2017) 44,7 Millionen Erwerbstätige (https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2018/01/PD18_002_132.html)
(3) Daraus lässt sich eine Quote von 44,7/82,8 = 53,99%, gerundet rund 50% ableiten. Das heisst, würde Deutschland aus 2 Einwohnern bestehen, wäre eine Erwerbstätig, der andere nicht.
Daraus lässt sich weiter ableiten, das jeder Erwerbstätige bei einem BGE von x€ das Doppelte von x alleine an Steuern und/oder Sozialabgaben erwirtschaften müsste, um sein BGE und dass BGE desjenigen zu erwirtschaften, der nicht erwerbstätig ist.
Man kann natürlich auch anders rechnen. 82,8 Millionen EW * 1000€ BGE * 12 Monate = 993,6 Milliarden Euro pro Jahr Aufwand für das BGE. Also rund 1 Billionen Euro. Jetzt schaue man sich mal an, was Bund und Länder un der Summe an Steueraufkommen haben. Und daraus werden ALLE Ausgaben finanziert, also Bildung, Zuschuss zur Rente, Verteidigung, sozialer Wohnungsbau, Polizei, diverse Ämter, usw. usf. Man kann dann auch mal nachrechnen, wie groß die Differenz zwischen der einen Billionen und dem Steueraufkommen pro Jahr ist. Spätestens dann sollte man aufhören zu träumen.

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campus22 30.04.2018, 19:17
142. ... dagegen ... ich auch

In Finnland wurde der Testlauf dazu gerade vorzeitig abgebrochen. Die Schweizer stimmten in einem Volksentscheid mit über 70% gegen ein Grundeinkommen.
Bei uns hat j e d e (r) die Möglichkeit durch Arbeit Einkommen zu erzielen. Wenn dem offensichtliche Hemmnisse entgegenstehen, z.B. durch Krankheit/Behinderung o.Ä. wird alimentiert und auch das ist gut so. Aber auch nur dann!
Ein Grundeinkommen belohnt Faulheit, bestraft Fleiß, ist eine Abzocke der arbeitenden Bevölkerung, der Leistungsträger unserer Gesellschaft. Was soll überhaupt die völlig überflüssige Diskussion über dieses Pseudo-Thema, da gibt es wahrlich Wichtigeres. Sollte bei uns je ein Grundeinkommen in Betracht gezogen werden gibt´s von mir nicht einen müden Steuer-Cent dazu, dann bin ich nämlich ruck-zuck weg … na wohin wohl?! Grüezi mitenand!

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gotmilk 01.05.2018, 09:46
143. Abstellgleis

Es ist interessant zu sehen, dass ein Artikel, der einen derartigen Sturm der Kritik auf Userseite über die frustrierend gestrige Gewerkschaftsposition zum BGE entfacht hat, schon am zweiten Tag der Publikation auf dem Abstellgleis der Wirtschaftsrubrik unter "Ferner liefen" gelandet ist. Und das am Tag der Arbeit, wo die Gewerkschaften traditionell eine gute Figur machen möchten. Honi soit qui mal y pense, liebe Spiegel Redaktion.

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so-long 01.05.2018, 10:56
144. Nein!

Zitat von Lankoron
Ein Grundeinkommen würde ja gerade Zeit zu Qualifizierung und Fortbildung geben, würde es Menschen ermöglichen, sich entsprechend ihren Vorstellungen zu bewegen, anstatt aus Lebenserhaltungsgründen irgendeinen schlecht bezahlten Job zu erledigen. Natürlich wäre so ein Grundeinkommen gefährlich für Gewerkschaften, da ja plötzlich nicht mehr der Verdienst die Hauptanimation zum Arbeiten ist.
Das GE wäre das perfekte Freibier! 1% würden das als Chance sehen, die restlichen 99%... . Eine idealistische Sichtweise, die an das Gute im Menschen glaubt. Die Realität sieht anders aus. Nie vergessen: für so etwas muß jemand arbeiten gehen.

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