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Folgen der Digitalisierung: Gewerkschaften lehnen bedingungsloses Grundeinkommen ab
DPA

Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist nach Ansicht der Gewerkschaften keine Lösung zur Abfederung der Digitalisierung. DGB-Chef Reiner Hoffmann warnte davor, "Menschen mit einer Stillhalteprämie aufs Abstellgleis zu stellen".

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m82arcel 30.04.2018, 08:39
10.

Ich stimme zwar zu, dass noch nicht sicher ist, ob durch zunehmende Digitalisierung und KI wirklich viele Jobs wegfallen, aber was - außer einem bedingungslosen Grundeinkommen - wären denn die Ideen der Gegner für den Fall, dass es doch dazu kommt?
Selbst wenn man erwartet, dass oben genannte Faktoren zu neuen, anderen Jobs führen, werden diese sicher nicht für jeden geeignet sein, sondern eher für jene, die heute schon in den Genuss einer guten Bildung gekommen sind. Was ist mit denen, die nicht das Glück oder die (geistigen) Voraussetzungen dafür haben?
Ein Grundeinkommen ermöglicht Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt keine Chance haben, sich abseits von finanziellen Zwängen zu betätigen (Ehrenamt, künstlerisch, handwerklich).

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stefan7777 30.04.2018, 08:40
11. Die Diktatur der Gründe über die Ziele

So ist das leider in Deutschland, es werden tausend Gründe gefunden um Veränderungen zu Verhindern. Die Ablehnung des Bedingungslose Grundeinkommen durch die Gewerkschaften kann ich zwar verstehen, da ihre eigene "Geschäftsgrundlage" bedroht wird. Andererseits springen sie wie die meisten derzeit zu kurz und hoffen darauf, es würde schon nicht so schlimm werden.

Betrachtet man den Verwaltungsaufwand und das "Bestrafungssystem" wie es zB bei Hartz4 Empfängern betrieben wird im Detail, wird klar, dass ist keine Dauerlösung denn es produziert eine ganze Klientel die sich aus diesen Zuständen nicht mehr befreien kann, selbst wenn sie nach den Sanktionen dieses Systems die psychische Kraft noch haben sollte.

Es wird wohl (mal wieder) die historische Chance vertan, dem höheren Ziel näher zu kommen, in einer sozialen Marktwirtschaft möglichst breiten Bevölkerungsschichten ein zufriedenes Leben zu erlauben.

Da hat er schon Recht:
"Wir leben in einer Diktatur der Gründe über die Ziele" (Richard David Precht)

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gottseidank.de 30.04.2018, 08:40
12. Fehleinschätzung

die Gewerkschaften liegen falsch!
Was bedeutet dem Menschen mehr als Arbeit? Die Selbstverwirklichung. Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen wird dies zum ersten Mal möglich. Man muss nicht in einem krankmachenden und unerfüllten Arbeitsverhältnis vegetieren, sondern man kann dem nachgehen was einem wahre Erfüllung gibt. Das ist die sensationelle Verheißung des bedingungslosen Grundeinkommens. Es geht um die Möglichkeit der Selbstverwirklichung. Was interessiert dabei der kleine Prozentsatz, der dann sein Glück auf der Couch beim Nachmittags-Fernsehen findet? Ich bin sehr dafür!

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cptlars 30.04.2018, 08:41
13. Da hat einer den Knall nicht gehört

Was sind denn bitte 20000 Euro für ein ganzes Leben? Das bei 40 Arbeitsjahren pro Jahr 500 Euro. Hat der Mann sich schon mal auf dem Markt umgeguckt? Damit kann keiner seine Weiterbildung bezahlen geschweige denn irgend eine Pflege bezahlen.

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Mike1108 30.04.2018, 08:41
14. Illusion bedingungsloses Grundeinkommen

Wann räumt endlich mal jemand mit dieser Illusion auf? Gibt es ein Grundeinkommen, werden sofort Preise, Mieten und Steuern steigen, weil Geld unter den Leuten ist, was abgeschoepft werden kann und der Staat Geld braucht um das zu finanzieren. Zu arbeiten wird dann in unteren Gehaltsgruppen sinnlos, was zur Notwendigkeit führt, einfache Jobs besser zu bezahlen, was wiederum Preise, Mieten und Steuern steigen lässt.... usw

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max-mustermann 30.04.2018, 08:42
15.

Wundert mich nicht. Diese zahmen Gewerkschafften sind schon seit Jahren nur noch der willfährige Büttel der Arbeitgeber, ein Blick auf die lächerlichen Tarifbeschlüsse der letzten Jahre genügt. Das sie jetzt auch noch ein bedingungsloses Grundeinkommen, welches die Arbeitnehmer nicht mehr auf gedeih und verderb den Arbeitgebern ausliefern würde, ablehen passt da nur zu perfekt ins Bild.

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bene_lava 30.04.2018, 08:42
16. Verstehe die Position nicht!

Offensichtlich fehlt den Gewerkschaften hier die Weitsicht und der Verstand, um die Gedanken hinter dem bedingungslosen Grundeinkommen zu verstehen. Das bedingungslose Grundeinkommen soll doch nur das absolute Existenzminimum abdecken - jeder soll ja zukünftig dennoch arbeiten - aber das erniedrigende Prozedere beim Jobcenter fällt weg und auch Menschen, die bisher unter dem Existenzminimum gearbeitet haben und aus Scham kein ALG2 beantragt haben, profitieren. Wer gegen das bedingungslose Grundeinkommen ist, muss Alternativen. Wo soll denn all die bezahlte Arbeit herkommen?

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iasi 30.04.2018, 08:43
17. Digitalisierung, Globalisierung = bloß keine Veränderungen

Der DGB ist schlicht reaktionär und verliert allein schon dadurch beständig an Einfluss. Die Idee des bedingungsloses Grundeinkommens ist doch gerade nicht, dass die Menschen zuhause sitzen und nichts tun. Es nimmt den materiellen Druck und gibt ihnen die Möglichkeit sich beruflich weiter zu entwickeln und zu verwirklichen. Leute wie Fratzscher und Hoffmann sollten mal einige Monate ans Band stehen, dann würden sie verstehen, dass nicht die Digitalisierung das große Problem ist. Gerade der Erfolg Deutschlands bei der "schrecklichen" Globalisierung mit unserer daraus resultierenden enormen Exportabhängigkeit stellt die Gefahr dar. Die USA hängen mit 7% des BIP vom globalen Handel ab - Deutschland zu 35% des BIP. Also bitte keine hohlen Schlagwörter wie "Globalisierung" oder nun "Digitalisierung" sondern neue Lösungen und Ansätze.

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agtv 30.04.2018, 08:45
18. grundlegender Denkfehler

So schön die Idee eines bedienungslosen Grundeinkommens auch sein mag, es würde niemals funktionieren. Stellen wir uns ein recht komfortables BGE von 1.200€ vor. Man hat also kaum Druck eine Arbeit anzunehmen. Das Problem: eine große Zahl an Stellen könnte man nicht mehr besetzen, vom einfachen Lagerist, über Gebäudereiniger etc. Na gut, werden viele sagen, dann muss man den Menschen eben endlich "faire Löhne" (wer auch immer sich herausnehmen möchte festzulegen, was denn "fair" bedeutet). Dann müssen Arbeitgeber also auch für recht einfache Arbeiten zukünftig 2.000€ brutto und mehr bezahlen. Das setzt dann leider eine Spirale in Gang, denn die besser ausgebildeten Fachkräfte werden (vollkommen zu Recht) einen höheren Lohn als verlangen. Wir bekommen also eine saftige Inflation und plötzlich kann man sich von den heute noch so verlockend aussehenden 1.200€ nichts mehr leisten, weil alles rasant teurer wird. Zudem würden in Bereichen, in denen sich das derzeit einfach nicht lohnt, weil man derzeit noch Mitarbeiter findet, Jobs durch Roboter automatisiert werden. Das Ende vom Lied wäre eine weiteres Aufgehen der Schere zwischen arm und reich, eine sinkende Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und steigende Arbeitslosigkeit. Wollen das die Befürworter des BGE wirklich?

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sametime 30.04.2018, 08:45
19. Unselbständig

Arbeit strukturiert den Alltag? Na, dann können wir ja auch auf Rente verzichten. Es liegt doch an jedem persönlich, sich den Alltag zu strukturieren. Es wird genug Leute geben, die sich zum Grundeinkommen etwas dazuverdienen wollen, aber man hat dann wenigstens eine Wahl und kann ohne Arbeit leben. Natürlich müssen Arbeitswillige gefördert werden, das hat jedoch nichts mit einem Grundeinkommen zu tun. Der Vorschlag, 20000€ pro Volljährigem für Weiterbildung oder familiäre Pflegezeiten zur Verfügung gestellt werden sollten, bedeutet doch: Wer pflegt, bekommt keine Weiterbildung. Sind die 20000€ weg - Pech. Wer denkt sich nur so seltsame Sachen aus?

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