Forum: Wirtschaft
Folgen der Digitalisierung: Gewerkschaften lehnen bedingungsloses Grundeinkommen ab
DPA

Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist nach Ansicht der Gewerkschaften keine Lösung zur Abfederung der Digitalisierung. DGB-Chef Reiner Hoffmann warnte davor, "Menschen mit einer Stillhalteprämie aufs Abstellgleis zu stellen".

Seite 8 von 15
Sommersonne 30.04.2018, 10:17
70. Bevor die Menschen sich überlegen,

was sie wirklich wollen, sorgen wir doch lieber dafür, dass sie weiter fremdbestimmt arbeiten. Das sichert die bestehenden Machtverhältnisse, u. a. die in den Gewerschaften ...
Das Grundeinkommen ist keine Stillhalteprämie. Es gibt den Menschen die Möglichkeit, ohne Angst vor Existenzverlust zu leben, und die Muße, herauszufinden, was sie beruflich wirklich erfüllt.
Qualifizieren können sich die Menschen auch mit Grundeinkommen und die Angst, alle würden dann dumm und faul, hat sich in keinem Experiment mit GE bestätigt. Im Gegenteil, es hatte immer entspannende und aktivierende Wirkung.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Johannes62 30.04.2018, 10:21
71. Unsolidarisch

Also, dass ausgerechnet die Gewerkschaften gegen das "bedingungslose Grundeinkommen" (BGE) mobil machen, grenzt schon an Aufkündigung der Solidarität mit den Arbeitslosen und prekär Beschäftigten. Ein hanebüchenes Argument ist, dass es sich um eine "Stillhalteprämie" handele. Nirgendwo steht geschrieben, dass man mit einem BGE sich nicht weiter qualifizieren könne, um auch eine besser entlohnte Arbeit zu bekommen. Das Gegenteil ist der Fall! Und was den (gesellschaftlichen,sozialen und persönlichen) Wert der Arbeit angeht, so wird Arbeit eher dadurch entwertet, dass man sie auf reine Erwerbsarbeit reduziert, wie es der DGB und Teile der SPD und Linken tun (die damit auch gleichzeitig noch das Geschäft der Ultraliberalen betreiben). - Das Argument der mangelnden Finanzierbarkeit zieht auch nicht, wie immer wieder Berechnungen der bereits heute ausgezahlten Leistungen (und Subventionen und Steuervergünstigungen usw.) zeigen. Empfehlenswerte Lektüre hierzu: Eva Douma: "Sicheres Grundeinkommen für alle. Wunschtraum oder realistische Perspektive?" Die frühere Referentin beim Paritätischen Wohlfahrtsverband ist wohl unverdächtig, für das BGE lediglich als eine "Stillhalteprämie" für gesellschaftlich Abgehängte zu plädieren. Ein BGE ermöglicht diese Teilhabe an der Gesellschaft gerade! - Was im Vergleich zu Hartz IV wegfiele, ist gerade die Demütigung, sich bis aufs Hemd ausziehen zu müssen, um ein Recht auf diese Teilnahme zugesprochen zu bekommen (die dann durch das gegenwärtige System ohnehin nicht geleistet wird). Anders gesagt: Jede andere Form der Sozialreformen als das BGE verhindert gerade, was ermöglicht werden soll. - Vielleicht sollte sich der DGB-Chef doch mal intensiver mit dem Thema befassen als nur mit pauschalen - und längst widerlegten - Vorurteilen zu hantieren und damit seinen Mitgliedern bzw. denen, die der DGB zu vertreten vorgibt, in den Rücken zu fallen. Das wäre ein wirklich solidarischer Beitrag zur Debatte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
jar.koz. 30.04.2018, 10:23
72.

"Arbeit sei mehr als Broterwerb, sagte Hoffmann. Sie strukturiere den Alltag, sorge für Teilhabe und sozialen Zusammenhalt. "
So ein Unsinn. Die Gewerkschaften sagen das doch nur aus Angst um ihre Einnahmen (MItgliedsbeiträge). Ich brauche für Alltagsstrukturierung, Teilhabe und mein Sozialleben keinen, der meine Produktivkraft ausbeutet. Das Grundeinkommen könnte eine hervorragende Grundlage für ein wirklich gesundes und produktives Leben sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
alsterherr 30.04.2018, 10:27
73.

Folgende Fragen:
- Welchen Einfluss hat das BGE auf die Volkswirtschaft, das Geldniveau, Teuerungsrate / Inflation, etc?

- Wenn Einheimische aufgrund des BGE nicht mehr arbeiten wollen, das Gehaltsniveau steigt und dadurch EU-Freizügler anzieht, fließt ein nicht unerheblicher Teil des Geldes aus Deutschland ab, das dann zu Refinanzierung fehlt ... wie verhält es sich hier?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frarei 30.04.2018, 10:27
74. Wer braucht dann noch Gewerkschaften?

"IG-Metall-Chef Jörg Hofmann sprach sich gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen aus. Die Menschen seien "nicht glücklich, wenn sie daheim sitzen und alimentiert werden."" Wieso muß man dann daheim sitzen? Es gibt mehr im Leben als nur zu Arbeiten und es gibt mit Sicherheit auch genügend Menschen, die damit sehr glücklich wären.

Könnte es nicht eher sein, die Gewerkschaften sorgen sich um Ihre Mitgliederzahlen? Wer ohne Gegenleistung Geld vom Staat bekommt, der braucht keine Gewerkschaft mehr.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Draw2001 30.04.2018, 10:28
75. Tja, da hat die Gewerkschaft eher Angst...

Sie hat selbst Angst, überflüssig zu werden. Und: Fließen bereits Leistungen, dann hat sie Angst, nicht mehr soviel Druck gegen Arbeitgeber aufbauen zu können. Die von ihnen genannten Argumente sind vorgeschoben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
glise 30.04.2018, 10:29
76.

Ist ja klar, dass die Gewerkschaften ein BGR ablehnen, schließlich würde sie ein solches entmachten.
Das Argument der Gewerkschaften, dass das BGR eine Stilllegungsprämie wäre, offenbart wie die Gewerkschaften Menschen sehen:
Als unfähige, unmündige, faule, Arbeitstiere, denen man natürlich sagen muss was sie zu tun haben.
Dass auch einige von ihnen selbständig werden könnten und Leute einstellen würden, das wäre natürlich zu weit hergeholt und völlig absurd.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
goliat7 30.04.2018, 10:30
77. Sie haben nur Angst um ihre Macht

und ihre Argumente sind armselig.
Die meisten "arbeiten" um zu leben. Sie leben nicht um zu "arbeiten".

Und wenn man keiner bezahlten Tätigkeit nachgeht, bedeutet das nicht, dass man nicht arbeitet. Zudem Roboter und Computer uns immer mehr Arbeit abnehmen. Warum sollten wir nicht alle von dieser Entwicklung profitieren?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
werder11 30.04.2018, 10:31
78. höchste zeit

die gewerkschaften abzuschaffen und durch das BGE zu ersetzen - die soziale marktwirtschaft, von ehrhardt ins leben gerufen, damit alle vom kapitalismus profitieren, ist auch aufgrund der einseitigen politik des DGB nicht mehr existent - das BGE ist alternativlos, weil es jeden bürger nicht mehr erpressbar macht durch wirtschaft und politik, weil er auch leben kann, wenn er sich den job sucht, der ihm spaß macht und trotzdem überleben kann - das BGE macht natürlich auch den DGB, Hartz4 u.a. überflüssig - im übrigen beziehen doch politiker eigentlich auch schon ein einkommen, das unangemessen in der höhe ist in relation zum wert ihrer arbeit - eine langfristige vorbereitung eines BGE und vorstellung beim wähler wäre eine lohnende und passende aufgabe für die SPD unter schröder gewesen, statt H4 von heute auf morgen - fehlt nur noch, daß die AFD auf die idee kommt, dem wähler ein solches konzept vorzustellen!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tomtor 30.04.2018, 10:32
79. ablehnen wegen Machtschwund?

Denn dann würden ja die Gewerkschaften große Teile ihrer Basis verlieren wenn es ein bedingungsloses Grundeinkommen, von dem man gut leben könnte geben würde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 15