Forum: Wirtschaft
Folgen eines Währungskriegs mit den USA: Das riskante Yuan-Manöver
Paul Yeung/Bloomberg via Getty Images

Bislang wurde der Streit zwischen den USA und China mit Zöllen ausgetragen, nun greift China mit der Abwertung seiner Währung zu einer anderen Waffe: Weitet Peking die Kampfzone aus? Und was sind die Folgen?

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Freidenker10 06.08.2019, 16:09
1.

"Ende der Globalisierung"? Wären ja schöne Aussichten! Einen Aspekt im Handelskrieg übersieht man scheinbar: Sollten die Einfuhrzölle in die USA steigen, wäre die Produktion mancher Güter vielleicht auch für amerikanische Unternehmen wieder interessant, dies würde Jobs in den USA schaffen und China schwächen, da man nichts mehr exportieren könnte. Apple weicht ja schon schrittweise nach Vietnam aus, wobei man bei den Riesengewinnen auch in den USA produzieren könnte. Bei uns hätte es zur Folge endlich den Binnenmarkt zu stärken und Schritt für Schritt vom Exportdogma abzurücken! Für mich wäre eine Abschwächung der Globalisierung kein Horrorszenario, da ich von der Globalisierung auch noch nie den allerkleinsten Vorteil hatte!

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Neandiausdemtal 06.08.2019, 16:13
2. Besser wäre....

.....die EU, China, Russland Venezuela und andere verständigen sich darauf Öl und Energie überhaupt in Zukunft in Yuan, Euro oder Rubel zu bezahlen. Ist der Petrodollar erst tot, erledigt die US-Verschuldung den Rest. Einziges Risiko, die Amis drehen durch und fangen einen Weltkrieg an. Wäre mir persönlich aber auch egal, denn anschließend sähe die Welt mittelfristig besser aus.

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pmk123 06.08.2019, 16:18
3.

Für welche Waren und Dienstleistungen aus Deutschland hätte so ein 'Krieg' denn Konsequenzen? Unsere Maschinen und Autos sind Luxusgüter oder nicht woanders zu kaufen, es wird nur etwas teurer und das stört die Kunden nicht so sehr, da sie es sich leisten können. Auf der andere Seite hat ein starker Euro auch viele Vorteile: billigere Energie, Reisen, Waren aus China, vor allem Elektronik, Kleidung etc...

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dirkcoe 06.08.2019, 16:26
4. Trump ist einfach naiv

Er droht, er verhängt Strafzölle in der ganzen Welt, er hat keine echten Verbündeten mehr - spielt sich aber trotzdem auf wie der Weltdiktator. Warum sollte sich das jeder bieten lassen? Ich habe hier schon öffters dafür plädiert, das die EU endlich Rückgrat zeigt und klare Grenzen für Trump zieht. OK, die EU hatte bisher nicht den Mut. Aber China macht deutlich - die Geduld mit Trump ist vorbei. Ich halte das für gut und richtig.

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zzipfel 06.08.2019, 16:33
5. Die Folge könnte auch sein, dass Trump mit gleichen Argumenten

der EZB eine Währungsmanipulation vorwirft (bei 0% Zinsen oder Negativzinsen, Aufkaufprogrammen von faulen Anleihen u.ä. gar nicht mal so aus der Luft gegriffen) und die EZB gewzungen wird, Zinsen zu erhöhen oder erhöhte Zölle zu bezahlen - die Folgen kann man sich ausmalen: Schrumpeln von Aktien- und Immobilienblase mit Auswirkungen auf die Realwirtschaft und die Haushalte der EUR-Staaten. Es sind spannende Zeiten, schaun wir mal.

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troka 06.08.2019, 16:33
6. Göttlich...

einfach herrlich: da zupft ein kommunistisches Land eine kleine Melodie auf dem faulenden Instrument des Kapitalismus und "die Märkte" zittern. Besser kann man die Absurdität dieses unseres Wirtschaftssystems nicht demonstrieren. Und wenn es das "Ende der Globalisierung" bedeutet - Prima, dann ist es auch das Ende des globalisierten Kapitalismus und die Welt wird gezwungen sein, auf anderer (vernünftigerer) Ebene miteinander zu agieren...

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Palmstroem 06.08.2019, 16:38
7.

Zitat von Freidenker10
"Ende der Globalisierung"? Wären ja schöne Aussichten! ............. Für mich wäre eine Abschwächung der Globalisierung kein Horrorszenario, da ich von der Globalisierung auch noch nie den allerkleinsten Vorteil hatte!
So kann man sich täuschen. Ohne die Globalisierung könnte sich Deutschland seinen Sozialstaat nicht leisten. Und ein billigerer Yuan
ist für Europa gefährlicher als für die USA, weil die Staaten weit weniger auf den Außenhandel angewiesen sind

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truth hits 06.08.2019, 16:39
8. Einen Aspekt übersehen Sie allerdings...

auch. Sollte die Produktion wieder in die USA zurückkehren, benötigte man hierfür Arbeitskräfte in großen Mengen. Der US-Arbeitsmarkt gilt momentan aber als leergefegt, da quasi Vollbeschäftigung herrscht. Die Grenzen schließen sich allerdings, auch für Arbeitsimigration. Das ist schon ein gegenläufiges Dilemma. Finden Sie nicht? Also Ihre Freude teile ich gerade so gar nicht...

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s.l.bln 06.08.2019, 16:42
9. Eher nicht

Zitat von Freidenker10
"Ende der Globalisierung"? Wären ja schöne Aussichten! Einen Aspekt im Handelskrieg übersieht man scheinbar: Sollten die Einfuhrzölle in die USA steigen, wäre die Produktion mancher Güter vielleicht auch für amerikanische Unternehmen wieder interessant, dies würde Jobs in den USA schaffen und China schwächen, da man nichts mehr exportieren könnte. Apple weicht ja schon schrittweise nach Vietnam aus, wobei man bei den Riesengewinnen auch in den USA produzieren könnte. Bei uns hätte es zur Folge endlich den Binnenmarkt zu stärken und Schritt für Schritt vom Exportdogma abzurücken! Für mich wäre eine Abschwächung der Globalisierung kein Horrorszenario, da ich von der Globalisierung auch noch nie den allerkleinsten Vorteil hatte!
Der Ihrer Meinung nach übersehene Aspekt des Handelskrieges ist Trumps zentrales Argument, was nicht bedeutet, daß es ein stichhaltiges wäre.
Um die Produktion wesentlicher Konsumgüter in die USA zurückzuführen, müßte man hunterte Prozent an Einfuhrzöllen erheben, und zwar unabhängig vom Produktionsort. Es gibt weitere Schwellenländer die günstigst produzieren, wie z.B. Indien, wo einige Motorradhersteller produzieren lassen (Harley, KTM).
Was Trump in seiner grenzenlosen Naivität von Anfang an nicht verstanden hat, ist, daß die Chinesen nicht anbieten können und wollen, was er sich so vorstellt, egal was es sie kostet.
Die sind als Werkbank der Welt vom Schwellenland zur Supermacht aufgestiegen und geben das freiwillig nicht wieder auf.
Im Gegensatz zu Trump muß sich die chinesische Führung nicht nächstes Jahr zur Wahl stellen und hat ganz andere Möglichkeiten, harte Bandagen auszupacken als er.
Evtl. ahnt er bereits, daß er sich den falschen Gegner ausgesucht hat und versucht, den aktuellen Status irgendwie über die Wahl zu retten, bevor er wie üblich zurückrudert. Falls er dann noch in der Position dazu ist.

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