Forum: Wirtschaft
Folgen eines Währungskriegs mit den USA: Das riskante Yuan-Manöver
Paul Yeung/Bloomberg via Getty Images

Bislang wurde der Streit zwischen den USA und China mit Zöllen ausgetragen, nun greift China mit der Abwertung seiner Währung zu einer anderen Waffe: Weitet Peking die Kampfzone aus? Und was sind die Folgen?

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echtermünchner 06.08.2019, 17:02
20. China wird

niemals den westlichen Lebensstandard erreichen. Und sie werden auch nicht die Billionen von Dollar auf den Markt werfen. Dumm für China, wenn man den Amerikanern ihre Schulden finanziert und ihnen den Konsum ermöglicht. Der chinesische Exportüberschuss hat auch seine Schattenseiten. Hinzukommen die staatlichen Währungsreserven. 64% aller weltweiten Währungsreserven sind in Dollar geführt, nur 1,1% in Yuan. Auch ein Grund weshalb China nicht in den Dollar investiert, sondern stattdessen Unternehmen aufkauft. Man hat aus den Fehlern gelernt.

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krypton8310 06.08.2019, 17:05
21. Deutsche Produkte zu jedem Preis?

Zitat von pmk123
Für welche Waren und Dienstleistungen aus Deutschland hätte so ein 'Krieg' denn Konsequenzen? Unsere Maschinen und Autos sind Luxusgüter oder nicht woanders zu kaufen, es wird nur etwas teurer und das stört die Kunden nicht so sehr, da sie es sich leisten können. Auf der andere Seite hat ein starker Euro auch viele Vorteile: billigere Energie, Reisen, Waren aus China, vor allem Elektronik, Kleidung etc...
Diesen Unsinn liest man immer wieder. Natürlich hat jede Preisänderung einen Einfluss auf den Absatz eines Produktes, egal welches. Oder glauben Sie wirklich, unsere Maschinen- und Autohersteller würden nicht einen höheren Preis nehmen, wenn das ohne Absatzeinbußen möglich wäre?

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krypton8310 06.08.2019, 17:06
22. Trump als Umweltengel

Wenn Trump tatsächlich die Globalisierung beenden kann, dann ist er ja wohl ohne Zweifel der größte Umweltengel aller Zeiten! Was die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands bei einer Abwertung des Yuan betrifft: Bezogen auf Deutschland ist der Euro sowieso schon zu schwach. Somit wäre eine relative Aufwertung für uns sicher eher positiv als negativ.

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chicoalemão 06.08.2019, 17:06
23. Zweitrangige Probleme

Solange wir uns ehrlich und intensiv um die Bekaempfung des Klimawandels kuemmern, sind diese wirtschaftlichen Themen unbedeutend und nicht wuerdig, diskutiert zu werden.

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Emderfriese 06.08.2019, 17:08
24. Sozialstaat

Zitat von Palmstroem
So kann man sich täuschen. Ohne die Globalisierung könnte sich Deutschland seinen Sozialstaat nicht leisten. Und ein billigerer Yuan ist für Europa gefährlicher als für die USA, weil die Staaten weit weniger auf den Außenhandel angewiesen sind
Welchen Sozialstaat? Den der schlecht bezahlten Zeitarbeit? Oder überhaupt den der HartzIV-Bezieher? Der flaschensammelnden Rentner? Der alleinerziehenden Mütter am Limit? Welchen Sozialstaat meinen Sie? Vielleicht den, wo die Reichen immer reicher werden...?

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StefanXX 06.08.2019, 17:19
25. Natürlich profitieren auch Sie von der Globalisierung

Zitat von Freidenker10
"Ende der Globalisierung"? Wären ja schöne Aussichten! Einen Aspekt im Handelskrieg übersieht man scheinbar: Sollten die Einfuhrzölle in die USA steigen, wäre die Produktion mancher Güter vielleicht auch für amerikanische Unternehmen wieder interessant, dies würde Jobs in den USA schaffen und China schwächen, da man nichts mehr exportieren könnte. Apple weicht ja schon schrittweise nach Vietnam aus, wobei man bei den Riesengewinnen auch in den USA produzieren könnte. Bei uns hätte es zur Folge endlich den Binnenmarkt zu stärken und Schritt für Schritt vom Exportdogma abzurücken! Für mich wäre eine Abschwächung der Globalisierung kein Horrorszenario, da ich von der Globalisierung auch noch nie den allerkleinsten Vorteil hatte!
Sie und wir alle profitieren ganz sicher von der Globalisierung, Sie merken es nur nicht. Ohne Globalisierung wäre der allgemeine Lebensstandard - und damit auch Ihrer - niedriger. Das ist unter Fachleuten unbestritten.

Denn ganz ganz vereinfacht gesprochen fördert die Globalisierung den freien Austausch von Waren und Bedürfnissen. Der eine stellt das was er besser (oder überhaupt) kann dem anderen zur Verfügung und umgekehrt. Davon profitieren letztlich beide.

Vergleiche hinken immer sehr, ich weiß, aber stellen Sie sich ein Sammelkartenspiel vor. Sie und Ihr Gegenüber haben jeweils 20 von insgesamt 30 Karten und 5 Doppelte. Wenn sie sich nun dazu entschließen die Doppelten zu tauschen (also mit dem was sie im Überfluss haben oder leichter/besser herstellen können global zu handeln), ist das eine Win-Win-Situation für beide und jeder hat danach vielleicht 23 oder 24 Karten von den 30.

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Duzend 06.08.2019, 17:21
26. Mit Ostindien ist nicht zu spaßen

Ich möchte zur Vorsicht mahnen, das Glück Europas in der Schadenfreude zu suchen. Könnte gut sein, dass wir das noch bitterlich bereuen.
Sowohl in Europa als auch in den USA stehen Individualität und Ausdruck und Entfaltung der Persönlichkeit in hohem Kurs und in starker geistiger Tradition. Es war in meinen Augen schon falsch, China als unsere "verbilligte Werkbank" zu nutzen. Wenn dieses Land zur bestimmenden Macht auf dem Globus wird, müssen wir aufpassen, dass wir nicht deren Bahnhofsviertel werden. Grund genug, dem Westen die Schmach der Opiumkriege und eben dieser "Sweat-shop-Kultur" durch umgedrehte Erniedrigung heimzuzahlen, hätten die Menschen in Ostasien ja.
Die Vereinigten Staaten von Amerika sind viel generischer unserere kulturell Verbündeten als irgendwer sonst - egal, was sie einem im Yoga-Kurs erzählen. Wenn wir nicht vom Osten her einverleibt werden wollen und uns ansonsten auch nicht aus eigener Kraft in einer multipolaren Welt selbst behaupten können, dann wären wir gut beraten, auf unsere Brüder im Geiste zuzugehen.

Oder eben endlich zu erkennen, wie misslich die Lage wirklich ist, weil der Weg zu einer paritätischen Feundschaft Europa-USA verbaut ist. Verbaut ist er durch die angelsächsische Zwangsvorstellung vom Herrschen-Müssen - und letztlich der Bereitschaft, dafür alles zu riskieren.

Ich frage mich die ganze Zeit, warum es in Kontinentaleuropa nicht ein einziger Politker fertigbringt, öffentlich zu reklamieren, dass die US-Amerikaner dem Ende ihrer Dominanz dem Weltfrieden zuliebe mit Gelassenheit entegegensehen sollen; im festen Vertrauen darauf, dass sie in den Europäern Partner haben, die ihre Interessen über weite Strecken teilen. Außer in dem einen Punkt: Handelsbeziehungen und sonstige friedliche Vertragseinigungen gen Osten ausbauen müssten die Europäer nach eigenem Gutdünken dürfen. Soviel kann der durchschnittliche US-Amerikaner durch das Ende der Weltbeherrschung ja gar nicht auf einmal verlieren. Denn was hat sie ihm in der Vergangeheit genutzt? Wenig. Sie hat vor allem den Megakonzernen und den Kartellen genutzt. Wenn Trump also auf einen versöhnlichen Kurs mit China einschwenkte und die Europäer nach Gutdünken machen ließe, dann entstünde vor allem den letztgenannten großer Schaden. Und wenn man wissen will, wer einen wirklich beherrscht, dann muss man nur ein feines Gehör dafür entwickeln, wen man auf keinen Fall kriitsieren oder brüskieren darf.

Das Gejammer mit manipulierter Währung und die Scharmützel mit irgendwelchen Zöllen oder Sanktionen sind reine Charade, um von den wirklichen Problemen abzulenken. Die Staaten und Finanzkartelle des Westens haben sich verzockt, jetzt brauchen sie einen Schuldigen und ein Szenario, das drastische Einschnitte bei den eigenen Bürgern rechtfertigen hilft.

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oldman2016 06.08.2019, 17:22
27. Staatskapitalismus

Der Staatskapitalismus in China scheint dem Kapitalismus nach westlichem Muster überlegen zu sein. In China steht ein Dirigent von Orchester und Chor und sorgt für eine harmonische Vorführung. Wer falsch spielt fliegt raus.
Im Kapitalismus nach westlichem Muster herrscht eher Kakophonie. Viele können gar nicht singen und die meisten treffen den Ton nicht. Ein Dirigent ist auch nirgends zu sehen. Die Chinesen halten an der Bergrenzung der Beteiligung ausländischer Unternehmen an chinesischen Unternehmen und am erzwungenen Technologietransfer fest. Da liegt das Problem.

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ctrader62 06.08.2019, 17:23
28. 2% Wechselkursänderung = Weltkatastrophe ?

Niemand kennt die Motive der Käufer und Verkäufer an der Börse, dort wird nur Angebot und Nachfrage ausgeglichen. Man sollte nicht versuchen, Kaffeesatz zu lesen. Mal "schockiert" eine Meldung, mal wird sie mit Jubel aufgenommen. Z.B. können fantastische Zahlen vom Arbeitsmarkt den Markt nach unten schicken, weil dann keine Zinssenkung erwartet wird. An einem anderen Tag schickt das die Kurse nach oben, weil die Wirtschaft brummt.
Es sollte niemand glauben, dass China das einfach alles schluckt, was der Westen ihm vorsetzt. Bisher war China die billige Werkbank und jetzt, wo sie gut werden, will der Westen sie wieder klein halten. So wird es aber wohl nicht funktionieren. China kann eingebremst werden, es ist jetzt wohl der letzt mögliche Zeitpunkt, hier noch strategische Schläge zu versetzen. Das fordert jedoch auch große Schäden im Westen. Die Chinesen haben wirklich Angst vor den historisch schon oft vorgekommenen schrecklichen Volksaufständen und Bürgerkriegen, vor allen anderen Dingen vermutlich weniger. Ob Trump bis zum Frühjahr die Daumenschrauben anlegen kann um dann bis zum Zeitpunkt der Wahl wieder glänzend dazustehen, weiß niemand. Die Stabilität des westlichen Finanzsystems ist ohnehin sehr schwach, es wird nur mit historisch einmaligen Katastrophenmodus-Maßnahmen der FED und EZB am Leben erhalten. Eine Implosion könnte jederzeit erfolgen. Es ist spannend und niemand in verantwortlichen Positionen sollte dann behaupten, dass man das alles hätte niemals ahnen können. Kleines Beispiel: Im Versicherungsaufsichtsgesetz in § 314
"Zahlungsverbot; Herabsetzung von Leistungen" ist längst für die zu erwartende Pleite der Lebensversicherungen vorgesorgt worden (über 40 von ca. 130 Pensionsfonds stehen schon unter besonderer Aufsicht der Bafin !). Die Finanzaufsicht kann Leistungen herabsetzen (enteignen !), der Kunde muss aber seine Prämien weiter bezahlen. Warum macht man das, wenn alles in perfekter Ordnung ist und alle Rettungsschirme in glänzendem Licht erstrahlen ?

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ThinkTwice2011 06.08.2019, 17:25
29. Nicht vorausgedacht

Das passiert, wenn man beim Schachspielen nur 1 bis 2 Züge vorausdenkt (wenn überhaupt). Die Strategie der Chinesen ist langfristiger, nachhaltiger und durchschlagender als die der westlichen Länder, insbesondere der USA - ein Trauerspiel.

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