Forum: Wirtschaft
Forderung des DIW-Präsidenten: Zeit für eine Brexit-Kehrtwende
ANDY RAIN/EPA-EFE/REX

Die EU hat um den Brexit hart verhandelt. Nun aber sollte sie nachgeben und einem großzügigen Aufschub zustimmen - unter klaren Bedingungen. Es ist im eigenen Interesse der Union.

Seite 3 von 10
isi-dor 19.03.2019, 15:42
20.

Die Nordiren haben mit riesiger Mehrheit gegen den Brexit gestimmt, das könnte man auch mal berücksichtigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Weddinger 19.03.2019, 15:42
21. Vernunft

ist ein wundervoller Wunsch und frommes Hoffen im Falle des Unterhauses, das mit der PM May deutlich destruktiv, bockiges Agieren zeigt. Herr Fratzscher hat ja recht, wenn er auf die langfristigen Verletzungen der bitischen Seele hinweist, die eine klare Entscheidung gegen eine lange Verlängerung nun hervorrufen könnte. Nur gilt dies auch für eine politsche Klasse, die sich samt veröffentlichter Meinung in UK so ins Abseits gestellt hat und die EU mit unpraktischeen oder unklaren Forderungen behelligt? Es mag ja sein, dass der Backstop eine heftige Einschränkung der wirtschaftlichen Souveränität für UK beinhaltet. Aber ist diese Situation der EU anzulasten, die damit nur ihr Mitglied Irland und die Menschen in Nordirland vor neuem Bürgerkrieg schützen will. Diesses heere Ansinnen scheint der polischen Klasse in London ziemlich egal zu sein, wenn es wirtschaftlicher Handlungsfreiheit außerhalb der EU entgegensteht. Und wie wird eigentlich die Frage beantwortet: Cui bono? Wem nützt eigentlich dieses Verhalten der britischen Politik? Vor diesem Hintergrund des unentwegten Pokerns in London nach dem Erfahrungssatz: "Kindisches Treiben, wenn es lang genug anhält, gewinnt immer, weil entnervtes Nachgeben hervorruft.", sollte die EU konstruktive, also nicht bestrafenden Strenge walten lassen. Die vollkommen vernünftigen Gedanken von Herrn Fratzscher helfen da nicht weiter, weil auch niemand aus der politischen Klasse in UK eine Verlängerung bis 2020 will. Die EU soll sie vom jetzigen Stress erlösen. So soll es kommen und die Folgen werden die Unfähigen in der politischen Klasse des UK hinwegspülen. Möglich ist aber auch, dass die Mitverursacherin des Chaos, PM May am 28.03.2019 in ein Flugzeug steigt und eine Diplomatische Note in Brüssel persönlich übergibt: Kein Austritt. Wir schaffen das gerade nicht. Wäre übrigens vernünftig und würde von den Bürgern in UK wohl letztlich honoriert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
frenchie3 19.03.2019, 15:47
22. Also, kurz gesagt

alles Schuld der EU? Na, dann muß man ja auch endlich mal was gegen die Eltern unternehmen die die Kinder vor der Kasse rollen lassen weil sie keine Bonbons kaufen wollen. Leute, langsam wirds lächerlich

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hisch88 19.03.2019, 15:50
23.

Einen so unreflektierten Artikel vom Leiter des DIW erschüttert mich.

Wenn ein Land wie GB soviel Fehlleistungen innerhalb von 2 Jahren vollbringt und immer noch zu keinem Resultat kommt, sollte nach Jahren der Rosinenpickerei in der EU, jetzt am Ende des Monats aussteigen. Keine Verlängerung.

Ich wünschte mir (ich weiß, das hier ist kein Wunschkonzert) GB in der EU, vielleicht wieder in ein paar Jahren, als gleichgestelltes Mitglied ohne Sonderrechte.

Mit seinem Ph. D. im Bereich Ökonomie, als DIW S-Professor, jedoch ohne Dissertation und Habilitation, so eine Unfug darzulegen ist schon grenzwertig. Das muss man erstmal hinbekommen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
derhey 19.03.2019, 15:51
24. Genau

dann bekommen die hardliner doch noch Recht: Haben auf ein Nachgeben der EU spekuliert und das erfolgreich wie es schient, je näher der harten Brexit käme. Die Rechnung dieser Johnson & Co geht auf, haben die EU-Politiker durchschaut und voll im Griff - wenn jetzt nachgegeben wird. Könnt oder wollt ihr dieses Spiel nicht durchschauen, bloß nichts entscheiden, und das vor einer wichtigen Wahl? Geht´s noch?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
TheK79 19.03.2019, 15:52
25.

Wenn man irgendeine tolle Lösung kennt, wie man die Zollunion ohne Grenze verlassen kann, bitte – her damit! Aber bitte daran denken, diese Lösung muss in 10 Tagen IN BETRIEB SEIN. Nicht "geplant" oder "im Bau", sondern vollständig umgesetzt und geprüft.
Jede Art von "Grenze" würde jedenfalls den Nordirland-Konflikt neu eröffnen. Und zwar nicht den der 1970er "die Katholiken wollen die gleichen Rechte". Sondern den der 1920er ("wo isn hier die Grenze?"). 1921 gab es zwischen dem Vereinigten Königreich und dem Irischen Freistaat eine Grenzkommission, die das herausfinden sollte – schon damals kam man zu dem Ergebnis "wir lassen das Ding einfach offen".
Und dabei ist es eben bis heute geblieben: Die Grenze existierte auf dem Papier, aber praktisch umgesetzt wurde sie nie – weil es nicht geht. Da gehen Straßen und Bahnlinien im Zickzack rüber, zum Teil stehen Häuser mitten auf der Grenze. Muss man dann eigentlich zweimal Zoll zahlen, wenn man die Schlafzimmermöbel nicht durch's Fenster bekommt?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
burlei 19.03.2019, 15:53
26. Sehr geehrter Herr Fratzscher,

als Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung ist es natürlich Ihre Aufgabe, alles für die Wirtschaft zu tun, was machbar ist. Nur vergessen Sie dabei, dass GB aus der EU raus will und nicht die EU aus GB. Wie wollen Sie GB dazu bringen, entgegen dem "Volkswillen" und großer Teile der Konservativen in GB, in der EU zu bleiben, sogar längere Zeit? Wenn den Brexiteers das Schicksal ihres eigenen Staates piepegal ist (es ist schließlich noch unbekannt, ob der Austritt ein Segen oder ein Fiasko wird), so wird ihnen das Schicksal der EU, besonders aber die Interessen der von Ihnen vertretenen deutschen Wirtschaft völlig egal sein. Sie wollen raus, also sollen sie gehen. Natürlich wird es auch die deutsche Wirtschaft treffen, hart sogar. Trotzdem steht dieser noch die ganze Welt offen, für GB sind es bisher nur wirtschaftlich so bedeutende Gebiete wie die Faroer-Inseln oder Palästina. Also lassen Sie sie gehen, sie kommen schon früh genug zurück. Spätestens, wenn alle Briten feststellen, dass sie belogen wurden und ihre Austrittsbefürworter für diesen Irrsinn haftbar machen. Bis dahin sollten wir, also auch die deutsche Wirtschaft, sich aus den inneren Angelegenheiten GB raus halten. Der Austrittsvertrag liegt auf dem Tisch, das Austrittsdatum steht fest, ein Halten GB in der EU wäre für die EU ein riesiger Fehler. Die Regierung des Vereinigten Königreiches hat sich in eine ausweglose Lage manövriert, eine Verlängerung selbst von nur 2 Monaten wäre sinnlos. Weder jetzt, in 2 Monaten noch in einem Jahr wäre an eine Lösung, die alle befürworten nicht zu denken.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
GungaDin 19.03.2019, 15:53
27. Tja, der Herr Fratzscher....

Völlig daneben, unzeitgemäß, und Hauptsache Neoliberal.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
willibaldus 19.03.2019, 15:57
28.

Der backstop in der gegenwärtigen Form ist ein britischer Vorschlag, der Vorschlag der EU sah anders aus.
Ein Verhandlungsergebnis bis 2020 zu erwarten, ist mehr als blauäugig. Mit Kanada oder Japan waren das 7 bis 10 Jahre und die wollten keine Rosinen. Naja, die wollten auch ihre Dinge. Ich erwarte ähnliche Zeiträume für den Freihandelsvertrag mit den Briten. Da halten sich noch immer zu viele auch im Establishment noch immer für das Maß der Dinge dem alle anderen nacheifern sollten und die maximal günstige Konditionen verdienen. Darunter wird es nicht gehen. Und dann dauert das.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
curiosus_ 19.03.2019, 15:58
29. Wenn dem so ist, dann..

Zitat von isi-dor
Die Nordiren haben mit riesiger Mehrheit gegen den Brexit gestimmt, das könnte man auch mal berücksichtigen.
..sollen die Nordiren doch einfach für eine Abspaltung vom UK und den Anschluss an Irland stimmen. Die ganze Backstop-Diskussion wäre hinfällig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 10