Forum: Wirtschaft
Forderung nach höherer Mehrwertsteuer: Wer Fleisch teurer macht, stellt die soziale F
Christophe Gateau/DPA

Eine Fleischsteuer zum Wohl von Nutztieren - die Idee klingt verlockend gut. Doch sie hat einen Fehler: Sie würde am Leid der Tiere wenig ändern, dafür aber arme Menschen grob benachteiligen.

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wenger.weine 08.08.2019, 16:16
330. Steuersätze = Steuerungssätze

Biofleisch innerhalb der EU 7 %, für Biohöfe im Aufbau meinethalben weniger, ebenso daraus weiterverarbeitetes.
Fleisch und weiterverarbeitetes aus "normaler" Tierhaltung innerhalb der EU, mit div. Tierwohllabeln 14%.
Fleisch aus Massentierhaltung und "Flugfleisch" ausserhalb der EU, incl. gentechnisch gefüttert , mind 21%. Mit Entwicklungsländern, die gewissenhaft "herstellen"kann einzeln verhandelt werden.
Nachden ja jedes Viech gechipt ist, müsste dieses ja nachvollziehen sein.
EU-Förderung von Massentierhaltung schnell abbauen, kleine Betriebe, ja, auch durch diese frei gewordenen Subventionen stärken, ggf. auch mit Hinsicht auf Züchtung von "alten " Rassen.
Es gäbe so viel Möglichkeiten.

P.S. Bin 1 überzeugter Carnivore, aber selten und dafür zahle ich Qualiät. Esse zB 5 x Huhn/Hahn im Jahr: 2 x in Portugal, bei Bauern einen Hofgockel schlachten lassen ( 3 kg) und zweimal kaufe ich im Jura/Frankreich auf der Heimfahrt 3 fette Bresse-Hühner im Supermarkt ein (ja, da kann man Qualität im Kleinstadtsupermarkt kaufen, das Viech kostet dann allerdings 25€ - anfangs hat der Metzgerimmer noch nachgefragt, ob ich als dt. Madame wirklich soviel zahlen möchte
Mann müsste die Steuern kreativ einsetzten, nicht nur erhöhen, sondern auch da senken, wo es sinnvoll ist (zB. Erdgas für Autos)

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BBirke 08.08.2019, 16:41
331. Verzicht, Teuerung und Wegnahme ganz hintenan stellen!

Hier sieht man wieder mal das typische Einfordern von Verzicht an erster Stelle. Durchzusetzen mit Teuerung. Und genau das ist die Krankheit bei den meisten Umweltthemen, dass viel zu oft die Forderung nach Verzicht und Askese an erster Stelle steht und mit der Umwelt nur bemäntelt wird. Verzicht mag für die Umwelt irgendwo nötig sein, aber man sollte ihn wirklich an die allerletzte Stelle stellen, wenn wirklich gar nichts anderes, wie technische Lösungen, mehr geht!

Klassiker für dieses Syndrom ist die Dauerforderung nach Tempolimits für Autofahrer. Seit vielen Jahrzehnten, für JEDE mit dem Auto zusammenhängende Problematik, auch, wenn es andere, bessere Lösungen gab und selbst, wenn das Limit der Umwelt schadet (mehr Schadstoffe und Verbrauch bei Tempo 30 als bei 50). Angefangen hat das schon mit Dampfwagen im England des 19. Jahrhunderts und dem "Red Flag Act".

Bei der Fleischproduktion mag es noch keine wirtschaftlich tragfähige Lösung geben, aber künstliche Zucht von Fleischgewebe ohne Tierzucht ist keine reine Science Fiction mehr. Bevor man etwas verteuert, verbietet oder den Leuten verleiden will, soll man immer erst mal nach Alternativen schauen, die nicht oder weniger stark in die Lebensqualität einschneiden!

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zzipfel 08.08.2019, 17:15
332. Weil es nach dem Motto geht:

Zitat von daniel999
Ich verstehe nicht wieso man die Vorschriften für Tierhaltung nicht verschärft? Das würde den Tieren am ehesten helfen und gleichzeitig auch den Preis anheben. Diese Mehrwert Steuer Diskussion geht doch am eigentlichen Problem vorbei.
wasch mich, aber mach mich nicht nass. Viele Investments in Großanlagen könnten nicht mehr so arbeiten. Fleisch würde sich verteuern ... meinen Sie daß ein Fleischpreis wie in den 60ern (also um den Faktor 10 teurer) demokratisch durchzusetzen wäre? Ich glaube nicht: dann würde ein Döner eben schon mal 20EUR kosten. Und das Kilo Schweineschnitzel aben halt 50 EUR. Wäre das gesund? Ja. Würden Gewerkschaften und SPD, die selbst bei den jetzig verfetteten Menschen irgendwas von Hungerlöhnen schwätzen, weil sie der Meinung sind, daß der durchschnittliche Arbeitnehmer zu wenig verzehrt, nicht sofort Sturm laufen wenn es da nicht entsprechende Lohnausgleiche gäbe? Sicher ja. Würde man dann die Jobs halten können? Eher nein. Vernunft ist - wie Demokratie - einfach eine schwierige Sache.

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zzipfel 08.08.2019, 17:20
333. Klar ... führen wir den (national-)sozialistischen Eintopfsonntag

Zitat von soerenschein
allerdings sehe ich es auch so, dass hier vor allem diejenigen Personen noch stärker verzichten sollen, die ohnehin schon ein Leben voller Verzicht führen müssen, während diejenigen Personen, die hier nach einer Preiserhöhung lechzen, diese aus der Portokasse bezahlen würden. Da wäre ein allgemeines Fleischverbot sozial gerechter.
wieder ein, diesmal aber bitte richtig: an allen Wochentagen und auch nicht so halbherzig als Empfehlung, sondern wirklich als das VERBOT, etwas anderes zu verzehren, überwacht durch den örtlichen Blockwart. Der Führer als Ur-Veganer würde vor Begeisterung eine Auferstehung wagen ... die ganze Story wäre eigentlich gut im Büchlein "Er ist wieder da" aufgehoben.

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teacher20 08.08.2019, 18:16
334.

Sicher wäre eine Mehrwertsteuererhöhung für Fleisch nicht unbedingt der Weltuntergang - wenn sie sich denn in Grenzen hielte (10% statt 7%). Ansonsten sollte jeder Verbraucher selbst entscheiden, ob er Fleisch konsumiert oder nicht. Ich esse heute (ohne irgendeiner publizistisch aufgeblasenen Ideologie diesbezüglich anzuhängen) weniger Fleisch als früher, aber ganz würde ich z.B. hin und wieder auf ein gutes Steak oder Wurst nicht verzichten und lasse mich auch nicht von Grünfutterfanatikern bevormunden.
Bevormundung wäre zudem einer Demokratie unwürdig.

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karl_krass 08.08.2019, 19:21
335. Jetzt

wollen SPD und Grüne schon die Grundnahrungsmittel mit Steuererhöhung belegen. Wie krank ist das denn? Von Hafermilch hab ich noch nie was gehört, scheint nach deren Meinung aber ein Grundnahrungsmittel zu sein. Sie sollten mal lieber die Fleischexporte verbieten, dann hätten die Tiere den doppelten Platz und die C02 - Belastung würde auf die Hälfte fallen. Aber das bringt ja kein Geld ins Staatssäckel...

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regelaltersrentner 08.08.2019, 19:36
336.

Zitat von karl_krass
wollen SPD und Grüne schon die Grundnahrungsmittel mit Steuererhöhung belegen. Wie krank ist das denn? Von Hafermilch hab ich noch nie was gehört, scheint nach deren Meinung aber ein Grundnahrungsmittel zu sein. Sie sollten mal lieber die Fleischexporte verbieten, dann hätten die Tiere den doppelten Platz und die C02 - Belastung würde auf die Hälfte fallen. Aber das bringt ja kein Geld ins Staatssäckel...
Hafermilch wird im Grunde genommen nur aus Haferflocken und Wasser hergestellt. Dazu werden die Flocken in Wasser eingeweicht und püriert. Nach einer kurzen Fermentationsphase wird der Haferbrei gefiltert – die entstehende Flüssigkeit ist die Hafermilch. Bei der industriellen Verarbeitung werden anschließend noch Zusatzstoffe wie etwa Kalzium oder Stabilisatoren hinzugefügt, und das Produkt durch Ultrahocherhitzen haltbar gemacht.

Wasser wird auch mit 19% Umsatzsteuer belegt.

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regelaltersrentner 08.08.2019, 19:53
337.

Zitat von mgmvip
Weniger Tiere, dafür bessere Haltung. Der Preis erhöht sich automatisch. Aber die Viehbauern möchten gern mehr Steuergeld als Zuschuss dann können sie noch mehr Tiere züchten und dann exportieren. So kommt man mit Steuergeld zu mehr Gewinn. Solange diese Menschen so denken und handeln laufen wir in die Katastrophe.
Nein,
mit weniger Tiere erhöht sich der Preis nicht, weil das Ausland die fehlende Menge liefert.
Deutschland hat 2018 1,2 Millionen Tonnen Schweinefleisch importiert.
Rindfleisch 490.000 Tonnen
Geflügelfleisch 770.000 Tonnen.

Andere Haltung, zb. mehr Platz kostet viel Geld, da trotz aller Beteuerungen, der Verbraucher nicht bereit ist die Mehrkosten zu bezahlen, muss es aus dem Staatssäckel kommen.

Viele kleine Betriebe haben im Südwesten die Viehhaltung aufgegeben, da sich diese nicht mehr lohnt.

Besonders stark war der Rückgang bei den Schweinemastbetrieben: Bis 2016 ging die Zahl gegenüber dem Jahr 2010 um knapp 40 Prozent auf 5250 zurück. Rinder hielten im vergangenen Jahr noch 14 740 Höfe - rund 3200 oder ein Fünftel weniger als noch 2010. Die Hühnerhaltung gaben 2680 Betriebe auf - ein Minus von 27,6 Prozent. 2016 gab es noch rund 7000 Höfe mit Hühnern im Südwesten.

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gedu49 09.08.2019, 08:31
338. Doppelzüngig

So lange in Deutschland so viel Fleisch produziert wird dass wir hundertausende Tonnen davon exportieren können sollte man zunächst die Produktion mittels neueren Haltungsrichtlinien drosseln und nicht dem Verbraucher in Deutschland sein Schnitzel vermiesen.

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karl_krass 09.08.2019, 11:59
339. @regelaltersrentner

Würde mich mal interessieren, wie sie auf diese Zahlen kommen. Lt. Google ist Deutschland nach USA Und Brasilien der drittgrößte Fleischexporteur der Welt. Und das Dumme dabei ist, dass der Staat daran kräftig mitverdient und daher kein Interesse hat, diese Überproduktion zu unterbinden. Da kann man noch und nöcher zum Fleischverzicht aufrufen. Wenn wir weniger Fleisch essen, wird es eben exportiert... Neben der CO² - Belastung vergiften die Exkremente unser Trinkwasser. Aber davon wollen auch die Grünen nicht wissen.

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