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Frachttransporte: Verkehrsminister Dobrindt will Güterzüge fördern
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Nach den Riesenlastern will Verkehrsminister Dobrindt nun auch was für Güterzüge tun. Der Politiker kündigte an, die Nutzungsgebühren zu halbieren - und ein Forschungsprogramm zur Bahn-Modernisierung aufzulegen.

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smokyfields 23.06.2017, 15:55
1. Man reibt sich verwundert die Augen...

liest man diesen Artikel. Allein, erst wenn wirklich wieder mehr Güter auf der Schiene unterwegs seien sollten, kann man diesem Herrn auch Glauben schenken.Forschungsprogramme: Schön und gut, doch es würde schon erst einmal reichen, die Vorteile der Bahn entsprechend zu unterstützen. Das würde z.B. mehr kostengünstige Gleisanschlüsse, moderne Verladetechnologien (Cargobeamer), Flexibilisierung des Streckennetzes, mehr Überholgleise und einiges andere mehr bedeuten. Das sind übrigens so einige dinge, die erst mit der sog. Bahnreform eingerührt wurden. Häufig wiederkehrenden Transporten über längere Entfernungen ist es doch völlig egal, ob sie nun ein oder zwei Tage unterwegs sind, Hauptsache sie kommen zweitgerecht an. Und so etwas geht nun mal ökologischer und unter vernünftigen Rahmenbedingunen auch kostengünstiger. zudem würden die Probleme mit endlosen LKW- Schlangen, überfüllten Rastplätze, Unfällen durch übermüdete oder verantwortungslose Fahrer zurück gehen.
Warten wir`s ab...
Hm, vielleicht war der Herr Dobrindt mal persönlich auf deutschen Autobahnen unterwegs und es ging nicht mehr wie gewünscht vorwärts?

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akkarin 23.06.2017, 16:06
2. Zugang

Immer noch werden Zugangsmöglichkeiten zu eben dem Schienensystem abgebaut, und wenn diese entfernt sind, dann ist in den allermeisten Fällen kein Zurück mehr möglich. Und ohne Zugänge wird sich der Güterverkehr bei allen Vorteilen auch nicht mehr verbessern, von den inzwischen auch fehlenden Trassen / Nebenstrecken ganz zu schweigen. Wie auch im Personenverkehr verringert sich die Neigung zum Umladen mit steigender Entfernung zwischen Lade-/Abladeort und Bahnanschluss. Und da sind die zahlreichen "Neuverwendungen" von Güterbahnanlagen ein beredtes Beispiel. Zwar war Milchkannen-Mehdorn nicht der erste mit dem Abbau, aber mit Sicherheit der schlimmste Vertreter. Es fehlt aber auch eine klare Orientierung hin zu einem besseren Güterverkehr, und nicht nur eine einseitige Ausrichtung auf den LKW. Mir fallen hier zum Beispiel die Post ein, die (zumindest ist das mein Kenntnisstand, den Hauptteil des Versandes über den LKW abwickelt. Es hört sich vielleicht etwas merkwürdig an, aber ich habe mich oft gewundert, weshalb die Industrie die Vorteile der Bahnlogistik nicht besser genutzt hat, denn eine Waggon kann man bedenkenlos in die betriebsintere Abwicklung integrieren, den LKW nur bedingt und deutlich aufwändiger. Sicher, eine Bahn ist halt nicht so aufregend wie ein LKW Fuhrpark. Es wäre daher mal gut zu wissen, weshalb Dobrindt sich jetzt dem Thema zuwendet.

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fred_m 23.06.2017, 16:38
3. Vielleicht kann Österreich helfen ?

Vor einiger Zeit wude gemeldet, dass seit der ÖBB in diesem Jahr die Nachtzüge der DB übernommen hat, das Angebot nicht mehr mit Nachfrage mithalten kann.

Vieleicht könnte die ÖBB mal austesten, ob es mit auch dem Deutschen Güterverkehr etwas zu verdienen gibt.

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wo_st 23.06.2017, 17:58
4. Wie schwachsinnige ist das?

Überall wurden die Güterzugladepunkte abgebaut und damit ist die vormalige Infrastruktur zerstört. Und jetzt will man in die verbliebene Miniinfrastruktur Euros pumpen? Wie schwachsinnige ist das?

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brunosacco 23.06.2017, 18:12
5. Amigo

"Forschungsprogramm" klingt nach lukrativen Beratervertraegen für alte und neue Freunde. Ein Minister der nicht in der Lage ist ein Vignetten basiertes Mautsystem einzuführen sonder bei seinen alten Freunden bei Toll Collect ein ueberteuertes System einkauft dürfte auch dem Thema Bahn nicht gewachsen sein. Wir wäre es mal eine Nummer kleiner? Erstmal ueben mit dem Einstiegsset von Märklin....Und dann bei Freund "Seehund" Zetsche endlich die Schadensersatzansprüche für die verspätete Einführung der LKW MAUT einklagen. Aber dann wird es wohl nix mit dem Job "danach". Und dabei sind die Schuhe so teuer....

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rainer_daeschler 23.06.2017, 18:15
6. Genehmigung

Es wird genug Wege geben, diese Mittel erfolglos verpuffen zu lassen. Sonst hätte der Verband der Automobilindustrie (VDA) dem Bundesverkehrsminister niemals eine Maßnahme erlaubt, die den Absatz seiner Nutzfahrzeuge gefährden könnte.

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spon_3511963 24.06.2017, 09:39
7. Reicht nicht die PKW Maut?

Die Maut des Herren wird schon ein Verslustgeschäft!
Was soll denn die Förderung des Güterverkehrs auf der Schiene?
Das haben andere schon Versucht und sind gescheitert.
Sie sollten lieber mal die Rastplätze ausbauen lassen damit LKW-Fahrer ihre Ruhezeiten einhalten können.
Aber wer keine Ahnung hat fördert eben die Bahn.

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jasper366 24.06.2017, 09:48
8.

Zitat von akkarin
Immer noch werden Zugangsmöglichkeiten zu eben dem Schienensystem abgebaut, und wenn diese entfernt sind, dann ist in den allermeisten Fällen kein Zurück mehr möglich. Und ohne Zugänge wird sich der Güterverkehr bei allen Vorteilen auch nicht mehr verbessern, von den inzwischen auch fehlenden Trassen / Nebenstrecken ganz zu schweigen.
Am Montag gibt es im Nachbarkreis (AK) eine Kreistagssitzung in der wohl beschlossen wird eine Güterstrecke die erst vor wenigen Jahren reaktiviert wurde zum 31.07. endgültig still zu legen.
Es müßten rund 11 Mio Euro in die Hand genommen werden, die Strecke der Westerwaldbahn Instand zu setzen. Die Nachbarkreise NR und WW hätten, neben dem Land, Zuschüsse gezahlt, da aber dadurch eine angedrohte Klage eines Konkurrenten des 'Hauptkunden' wegen 'unzulässigerr Subvention' im Raum steht, will der Kreis wohl kein Risiko eingehen.
Also werden die benötigten 1200 t Stahlcoils täglich aus drei verschiedenen Stahlwerken ab 01.08. mit 60 40 Tonnern angeliefert werden (müssen), da eine Lieferung aus der anderen Richtung (über Limburg - Montabaur) logistisch nicht zu bewerkstelligen ist.

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Direwolf 24.06.2017, 16:28
9. Witzig

Zitat von fred_m
Vor einiger Zeit wude gemeldet, dass seit der ÖBB in diesem Jahr die Nachtzüge der DB übernommen hat, das Angebot nicht mehr mit Nachfrage mithalten kann. Vieleicht könnte die ÖBB mal austesten, ob es mit auch dem Deutschen Güterverkehr etwas zu verdienen gibt.
Mal ganz ehrlich, vom Schienengüterverkehrsmarkt haben sie keinen Schimmer oder?
Tatsächlich fahren inzwischen Wettbewerbsbahnen - darunter auch die ÖBB - über 40% des Schienengüterverkehrs. Ganz groß dabei auch die SBB und die SNCF

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