Forum: Wirtschaft
Franken-Freigabe: Die Schweiz kapituliert vor dem schwachen Euro
REUTERS

Jahrelang hat die Schweizer Notenbank dafür gesorgt, dass man für einen Euro möglichst viele Franken bekam. Jetzt musste sie aufgeben - zu stark sind die Kräfte, die den Wert des Euro nach unten ziehen. Der Schweiz droht ein Wirtschaftseinbruch.

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derandereblick 15.01.2015, 15:58
1. Der Währungskrieg ist da

Der Währungskrieg geht also los. Die Amerikaner werden nicht auf Dauer zuschauen, wie der Euro immer billiger wird, nur weil Europa sich weigert, endlich seine Nachfrage anzukurbeln. Das Ausland wird nicht auf Dauer mit eigenen Defiziten unseren Wohlstand finanzieren. Das deutsche Modell des Lebens auf Kosten anderer geht zu Ende.

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arkimethans 15.01.2015, 16:05
2.

Sie schreiben: "Mit dem Schritt hatte niemand gerechnet." Und das ist falsch. Bitte recherchieren Sie in Zukunft besser und verfolgen Sie das Marktgeschehen etwas genauer. Dass die SNB nachgeben würde, war schon seit Monaten bekannt. Okay, der genaue Stichtag nicht. Aber damit hat man seit Monaten jeden Tag gerechnet.

Als Beweis lesen Sie Bruce Krastings Kolumne. Krasting ist ein amerikanischer Börsenveteran, der enge Beziehungen zur Schweiz hat und er hat dies mehrfach und sehr genau beschrieben, warum es zu diesem Absturz kommen würde.

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Reziprozität 15.01.2015, 16:08
3. Kluger Artiekle ...

... der das heutige Geschehen, dessen Ursachen und mögliche Implikationen der nahen Zukunft sehr gut beschreibt.

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Ostschweiz 15.01.2015, 16:11
4. alles schon gehabt

Der Franken zum Euro stand mal bei 1.65, dann lange 1.20 – und jetzt halt 1:1. Der Dollar zum Franken war mal 1:4 - also 1 Dollar war 4 Franken wert. Heute ist der Franken mehr wert als der Dollar und wir haben's gut überlebt. Exportweltmeister pro Kopf, vor Deutschland - also nicht über-hyper-ventilieren.

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Alexander Teeee. 15.01.2015, 16:12
5. Fette Ralley

Das wird ein Bullenfest vom Feinsten, noch krasser als uns das Q.E. 2010 geschenkt hat.

Und für alle, die heute noch ihre euroverteuerten CHF-Aktien feiern: Guckt ihr mal auf den Chart vom SMI und handelt lieber direkt am Devisenmarkt, denn dafür ist er da....

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sl2014 15.01.2015, 16:19
6. Etwas reisserisch

Die Schweiz hat noch niemals kapituliert. Die jetzige Entwicklung war hier längst vorher gesehen worden und man hat sich darauf eingestellt.
Gewinner im Moment: Der Schweizer Konsument. Im Rheintal rollen Konvois nach Vorarlberg und Bayern/Baden-Württemberg :-)

Um die Bürger der EUR-Zone muss man sich sorgen. Sobald die Energiepreise normalisieren wirds der "Otto Normalverbraucher" merkeln. Am Geldbeutel.

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Margot 357 15.01.2015, 16:20
7. Und Baden Württemberg?

Ist völlig mit der CH Wirtschaft verzahnt, da gibt es viele Zulieferbetriebe. Wenn der CH Export einbricht hat das massive Auswirkungen auf die BW Wirtschaft. Ausserdem arbeiten derzeit 77'000 deutsche Grenzgänger dort, wieviel könnten ihren Job verlieren!

Heute auf Wallstreet-online.de:
Die Freigabe des CHF könnte Unternehmen und Privatpersonen aus dem Euroraum richtig Geld kosten. Die österreichische Notenbank hat am Donnerstag im Besonderen vor den Auswirkungen auf Kredite gewarnt, die von Landsleuten in CHF aufgenommen worden waren. Deren Volumen habe bei Unternehmen und privaten Haushalten Ende November bei 29,5 Milliarden € gelegen, teilte die Oesterreische Nationalbank (OeNB) in einer Mitteilung mit.

Nachdem die Schweizerische Nationalbank den Mindestkurs des CHF zum € aufgehoben hatte, war der Wert der CH Währung kräftig angestiegen. Die Rückzahlung von CHF-Krediten in € wird damit teuer. Während zuvor für 1 € 1,20 CHF zu bekommen waren, fiel der Kurs nun auf 1,02 CHF.

Der Schritt der SNB sei "von erheblicher Relevanz" für diese Kredite, erklärte die OeNB. Sie habe seit Jahren vor den Risiken von Fremdwährungskrediten gewarnt. Die Aufnahme von Krediten in CHF war lohnend, weil der Zinssatz günstiger war als in anderen Währungsräumen.

Auch in Osteuropa hatten Unternehmen und private Haushalte Kredite in CHF aufgenommen. So könnten laut Schätzungen von Experten knapp 40% aller Immobilienkredite in Polen in CHF aufgenommen worden sein. In Ungarn hatte die Regierung im November die Wechselkurse für €- und CHF-Kredite festgesetzt, um die Risiken aus Währungsschwankungen zu reduzieren

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TS_Alien 15.01.2015, 16:21
8.

Die Nationalbank hat jahrelang dafür gesorgt, dass man für einen Euro möglichst viele Franken erhält. Jetzt erhält man weniger Franken. Dadurch wird der Export schweizerischer Firmen schwieriger, aber sicher nicht so schwierig, dass man einen Kurssturz haben muss. Genauso wird der schwächere Euro nicht so viel bringen, dass der DAX derart steigen muss. Immerhin sind die möglichen Umsatzsteigerungen und Gewinnsteigerungen auch weniger wert. Die Märkte taumeln, es agieren die simplen Gemüter, die sich an banalen Beziehungen klammern. Mit Wirtschaft hat das nichts zu tun. Bei solchen Märkten sollte man sein Geld nicht anlegen. Eigentlich ist nichts passiert und dennoch schwankt alles. Das ist absurd.

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five-oceans-buccaneer 15.01.2015, 16:24
9. Und was soll's...

Lasst den Euro doch niedriger werden lassen, dann koennen wir mehr exportieren. Klar, Ferien im Ausland werden teurer... So ist das nun mal mit den Waehrungen, es gibt bei jeder Verschiebung Gewinner und Verlierer. Das ist der Lauf der Wirtschaft.

Allerdings habe ich meine Bedenken fuer die CH-Industrie. Die kriegen eins auf die Nase... Aber es ist der Arroganz der Schwiezer ja zu goennen, sie haben immer Rosinenpicker gespielt...

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