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Franken-Freigabe: Schweizer Industrie auf Schrumpfkurs
REUTERS

Der starke Franken macht der Schweizer Industrie schwer zu schaffen. Der sogenannte Einkaufsmanagerindex ist im Januar drastisch eingebrochen. Der aktuelle Wert deutet auf eine schrumpfende Produktion hin.

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Thomas McKean 02.02.2015, 13:47
10. Schwarzgeld und Frankenkurs

Zitat von hevopi
nicht mehr so leicht, Schwarzgelder und Steuerfluchtgelder zu verwalten. Die Schweiz war doch immer ein Geldbunker für Kriminelle, vielleicht ändert sich ja doch ein wenig, was natürlich Auswirkungen auf die wirtschaftliche Situation hat. Das Argument der gestiegenen Urlaubskosten ist sicher richtig, aber die Industrie der Schweiz hatte noch nie eine große Bedeutung.
Tolle Analyse. Ja bestimmt hat der hohe Frankenkurs einen Einfluss auf Schwarzgeld. Wohl weil die Koffer für das Bargeld und das Taxis plötzlich teurer sind.

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exilator_ 02.02.2015, 13:53
11.

Dass der Index schrumpfen würde war klar, und dass Einmaleffekte für bereits getätigte Abschlüsse auftreten würden, war auch klar, dass die Preise für Schweizer Exporte aber steigen würden ist Aberglaube. Kein Schweizer Unternehmen, mit Ausnahme der Käseproduzenten fertigt die Rohstoffe im eigenen Land. Man kauft irgendwo ein, und baut es auf innovativste Weise zusammen und verkauft Spezialprodukte wieder ans Ausland. Ich erwarte, dass im Gegenteil die Exportprodukte nicht steigen, sondern sinken werden um das alte Niveau wieder zu erreichen.

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cobaea 02.02.2015, 13:55
12. nicht schon wieder

Nicht schon wieder die ewig gleiche Mär von der Schweiz als Geldbunker und maximal noch Schokoladenlieferantin. Die Industrie der Schweiz hat für die Schweiz selbst sehr grosse Bedeutung, sie erwirtschaftet 24% des Brutto-Inlandsproduktes (73% im Dienstleistunsggwerebe). In Banken und Versicherungen arbeiten lediglich 5,1% aller Beschäftigten, schon der Tourismus liefert mit 5,7% mehr Arbeitsplätze (wenn auch sicher weniger Geld). Es ist eine Mär, dass die Schweiz von der Verwaltung von kriminell erwirtschaftetem Geld sowie Potentaten- und Schwarzgeldern lebe. Das Land ist hochindustrialisiert - das reicht von Maschinen (von Stromerzeugung bis Bahn), Feinmechanik (z.B. Uhren), Medizinaltechnik über Pharma- bis zur Lebensmittelindustrie. Schwarzgelder werden weniger - vor allem, weil der automatische Datenaustausch kommt. Das aber beeinflusst die Schweizer Wirtschaft wenig - maximal gibt es weniger Stellen im Bankensektor. Viel stärker wirkt sich ein sinkender Export der Industrie aus und auch ein Rückgang im Tourismus. Letzterer vor allem, weil er Gegenden betrifft, in denen wenig andere Einkommensmöglichkeiten vorhanden sind.

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GrinderFX 02.02.2015, 14:01
13.

Zitat von gracie
Aussderm, wer kann der bunkert. Ausnahmslos. Schwingt da nicht irgendwie Neid mit ?
Nicht wenn es sich um eine kriminelle Handlung handelt. Denn nach der Regel könnte ja jeder mit einer Waffe rausgehen und sich das nehmen was er für richtig hält.

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egoneiermann 02.02.2015, 14:02
14.

Zitat von lock_vogell
... die industrie hat einen großen einfluss auf den schweizer wohlstand... fast alle edel uhren kommen aus der schweiz, ebenso gibt es sehr viele pharma und chemiekonzerne in der schweiz, für die wird ein ungünstiger wechselkurs sicher auch nicht von vorteil sein.
Naja, mit Uhren kann man keine Industrienation aufbauen. Aber die Schweizer Großindustrie ist sehr stark mit Deutschland verzahnt und zur Zeit wird eher in die deutschen Werke von Novartis (Sandoz), Roche etc. insverstiert. SO gesehen hat die Euroschwäche auch positive Auswirklung auf die deutsche Beschäftigten.

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tobitobsen 02.02.2015, 14:10
15. Naja

Also die schweizer Wirtschaft ist ja ähnlich wie die deutsche strukturiert: 1.3% Landwirtschaft / 27.7% Industrie / 71% Dienstleistungen. In Deutschland sind es 0.8% L / 28.1% I / 71.1% D (für 2014 aus Wikipedia). Verwaltung von unsauberem Geld würde sich im Dienstleistungssektor abbilden; konkret im Bankensektor welcher im Jahr 2013 5.8% betrug (EFD). In Deutschland soll dieser 4% betragen (statista.com).

Geht man nun davon aus, dass der Unterschied aus der Verwaltung von unsauberem Geld kommt wären also etwa 2% der schweizer Wirtschaft daran beteiligt... Daher ist ein extremer Währungseinbruch für die schweizer Wirtschaft massiv dramatischer (eben genau auch wegen der starken Industrie) als z.B. der automatische Datenaustauch.

Die Gründe warum diesen die Schweizer nicht wollen liegt eher daran, dass diese ziemlich stur werden wenn das Gefühl ensteht dass sie diesen nicht aus freim Willen einführen als dass die Wirtschaft diesen nicht verkraften könnte... Nicht auszusprechen wenn der Druck dann auch noch aus der EU oder noch schlimmer aus Deutchland kommt... ;) Verstehen sie mich aber nicht falsch; für mich persönlich ist eine konsequente Weissgeldstrategie schon lange fällig!!

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nichtfritz 02.02.2015, 14:12
16. Okay,

Zitat von Margot 357
Wenn es in der CH rumpelt, dann wird das garantiert dort Auswirkungen haben.
ich geh mich jetzt ganz schrecklich fürchten. Übrigens wandern diejenigen mittelständischen Unternehmen (bei Ihnen KMU genannt), die das können, gerade in Scharen nach D und F ab, der MEI sei dank. Ganze helvetische Produktions-Gemeinden haben sich in BW bereits angesiedelt. Die Auswirkungen sind tatsächlich bereits spürbar: die Steuereinnahmen der betreffenden Gemeinden steigen.
Die, die wegen dieser Politik und dieser massiven Fremdenfeindlichkeit in der CH ihren Job verloren haben, gehen derweil in der CH stempeln. Deswegen rumpelt bei uns aber rein gar nichts.

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Eduschu 02.02.2015, 14:12
17.

Zitat von Margot 357
Seit Marco wird kein Geld von Kriminellen gebunkert. Die Banken und Versicherungen tragen je nach Berechnung max. 10% zum BIP bei. Schauen Sie sich mal die Unternehmen im SMI / SPI an! Von der CH Industrie haben Sie keine Ahnung. Nicht umsonst ist die CH seit Jahren die innovativste Wirtschaft weltweit. Der wirtschaftliche Erfolg von Baden Württemberg hängt direkt davon ab. Wenn es in der CH rumpelt, dann wird das garantiert dort Auswirkungen haben.
Die Ausfuhren aus der Schweiz nach Baden-Württemberg halten sich mit den Einfuhren die Waage. Die innovativste Wirtschaft weltweit beherbergt übrigens Baden-Württemberg.

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MartinS. 02.02.2015, 14:23
18. ...

Zitat von exilator_
Dass der Index schrumpfen würde war klar, und dass Einmaleffekte für bereits getätigte Abschlüsse auftreten würden, war auch klar, dass die Preise für Schweizer Exporte aber steigen würden ist Aberglaube. Kein Schweizer Unternehmen, mit Ausnahme der Käseproduzenten fertigt die Rohstoffe im eigenen Land. Man kauft irgendwo ein, und baut es auf innovativste Weise zusammen und verkauft Spezialprodukte wieder ans Ausland. Ich erwarte, dass im Gegenteil die Exportprodukte nicht steigen, sondern sinken werden um das alte Niveau wieder zu erreichen.
Die Rohstoffpreise haben aber gar keinen Einfluss auf Exportwaren, da sie nur durchgereicht werden.

Wichtig ist nach wie vor nur die Wertschöpfung, die in der Schweiz stattfindet. War vorher so, ist auch jetzt so.
Günstigere Rohstoffkosten bleiben für das Exportgeschäft im Endeffekt neutral und wirken sich lediglich im Binnenmarkt positiv aus.

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nichtfritz 02.02.2015, 14:27
19. Gewaltig...

Zitat von lock_vogell
... die industrie hat einen großen einfluss auf den schweizer wohlstand... fast alle edel uhren kommen aus der schweiz, ebenso gibt es sehr viele pharma und chemiekonzerne in der schweiz, für die wird ein ungünstiger wechselkurs sicher auch nicht von vorteil sein.
Die Abnehmerklientel für Edeluhren ist bekanntlich eng begrenzt. Da werden Sie kaum eine Volkswirtschaft mit durchfüttern können, lieber Eidgenosse.
Und die Industrie ist bei Ihnen ausschließlich wegen der Steuervorteile - die nun wegen des Wechselkurses dahin sind. Warten Sie mal ab, wie lange die wohl noch bei Ihnen bleibt, alle anderen Standortbedingungen sind nämlch lausig (schlecht qualifiziertes Personal, extrem hohe Gehälter bei niedriger Produktivität, miserables Preis/lLeistungsverhältnis allüberall...) - von der Ausländerfeindlichkeit und massiven, tief unter die Gürtellinie gehenden Dauer-Beleidigungen aller Nicht-Schweizer in den CH-Medien - in reinstem, fließendem Julius-Streicher-Sprech! - mal ganz zu schweigen.
Oder glauben Sie, dass das keiner liest? Und ersparen Sie mir jetzt bitte die schweizüblichen Panegyrien in eigener Sache, sie längweilen tödlich; Sie werden es ohnehin in Kürze selbst bemerken, noch dieses Jahr ist für die CH "el día de la verdad". Wäre es auch ohne Währungsfreigabe gewesen (MEI), nun kommt es halt etwas schneller. Und als langjährigen Beobachter der Schweiz und des umngeheuerlichen Verhaltens seiner Bewohner muss ich gestehen, freut mich dies doch recht... :-)

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