Forum: Wirtschaft
Frauen in Europa: Deutschland ist bei Lohn-Diskriminierung spitze
Corbis

Weniger Gehalt, geringere Karrierechancen und kaum familienfreundliche Strukturen: Frauen in Deutschland haben im Beruf weitaus weniger Chancen als Männer, kritisiert die OECD. In keinem anderen europäischen Land ist der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern demnach größer.

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Roque Spiegel 05.03.2012, 15:51
60. ...

Zitat von sysop
Weniger Gehalt, geringere Karrierechancen und kaum familienfreundliche Strukturen: Frauen in Deutschland haben im Beruf weitaus weniger Chancen als Männer, kritisiert die OECD. In keinem anderen europäischen Land ist der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern demnach größer.
Hier mal ein Beitrag, den ich schon vor fast 2 Jahren gepostet habe:

Zitat von
Lieber SysOp, worum soll es denn hier gehen? Ich bin ja nun schon einige Zeit hier und Fäden mit diesem Thema (speziell diesem Thema) laufen IMMER gleich ab: Erst wird diese Behauptung aufgestellt, dass Frauen weniger verdienen als Männer. Dann kommen threaderfahrene User und weisen auf den IMMER gleichen Fehler in der Meldung hin: Ja, Frauen verdienen im Schnitt weniger als Männer, aber NICHT bei gleicher Qualifikation/Arbeit/Arbeitszeit. Der nächste Schritt ist, dass eine handvoll Userinnen ankommen und erst mal drauf hinweisen, dass es Quatsch ist, was die threaderfahrenen User geschrieben haben. Dann geht es kurz um die Statistik, auf die sich das ganze Brimborium bezieht und es wird angeführt, dass es genauso ist, wie von den threaderfahrenen Usern behauptet. Die handvoll Userinnen fangen dann an, ihre eigene Lebensgeschichte reinzubringen. Also was sie in ihrem Beruf schon erlebt haben, wie sie zufällig entdeckten dass ihr männlicher Kollege (der natürlich sogar eher noch viel weniger arbeitet als sie, da seine Arbeit wesentlich unproduktiver ist) mehr verdient als sie und dass das ein Beweis für die Frauendiskriminierung in diesem Land wäre. Die threaderfahrenen User fragen die jeweiligen User fragen dann nach, ob es nicht merkwürdig wäre, wenn viele Chefs die Männer bezahlen würden obwohl diese keine produktivere Arbeit leisten, ob das nicht eher Geschäftsschädigend wäre. Und wie es denn mit anderen Männern in der Abteilung wäre, ob ALLE Männer mehr verdienen würden als die jeweiligen Userinnen oder ob es nicht auch solche gäbe, die weniger verdienen, wordurch die systematische Gehälterdiskriminierung ja vom Tisch wäre. Nein, sie ist nicht vom Tisch, antworten die handvoll Userinnen, denn der Mann würde deswegen besser bezahlt werden, weil er ja immer noch als Familienernährer angesehen wird. Und überhaupt, erklären die handvoll Userinnen, würden Frauen ja nur deswegen öfter Teilzeit arbeiten, weil SIE für denn Mann kürzer treten müssten, wenn ein Kind die Familie erweitert. Dass das die persönliche Entscheidung dieser Familie wäre, lehnen die handvoll Frauen ab, es wäre der gesellschaftliche Druck und damit wieder eine Diskriminierung von Frauen. Und dann dreht sich die Diskussion noch ungefähr 7 Seiten im Kreis, bis sie still und heimlich vom SysOp geschlossen wird. Und ein paar Wochen später wird dann ein neuer Thread wie dieser geöffnet - und ich frage mich was das soll? Worum soll es hier gehen?

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TylerD. 05.03.2012, 15:56
61. Ja ja is klar

Zitat von Julia
Ja, Stanilsaus 2 so ist es: Obwohl die Männer in meiner Umgebung "vielfach nicht das nötige geistige Niveau" haben werden sie für die gleiche Arbeit besser bezahlt als ich ...
Mal davon abgesehen das ich ihnen das nicht glaube und auch nicht weiß inwiefern Sie das geistige Niveau anderer objektiv beurteilen können, hätte ich mal ein paar Fragen an Sie.

1.
Wenn das stimmt und Sie ihr Gehalt selbst ausgehandelt haben, wen können Sie dann dafür verantwortlich machen außer sich selbst ?
Die Schuld liegt dann bei ihnen und sonst niemandem.
2.
Mal angenommen es sollte sich entgegen der Fakten doch noch bestätigen das Frauen bei gleicher Leistung weniger verdienen und dies daraus resultieren, dass sich Frauen häufiger mit weniger Gehalt abspeisen lassen, warum stellen Unternehmen dann nicht bevorzugt "billige" Frauen an ?
Die könnten doch die gleiche Leistung für wenig Geld haben, wozu also mehr ausgeben ?
3.
Wenn Sie nach Tarif bezahlt werden und trotzdem bei gleicher Leistung weniger verdienen als die Männer, wieso klagen Sie dann nicht gegen diese rechtswiedrige Regelung und arbeiten noch in diesem Umfeld ?
Den Rechtsstreit würden sie zu 99% gewinnen, es gibt in Deutschland nämlich keinen Tarifvertrag der einen geschlechtsspezifischen Lohnunterschied vorsieht und falls doch, dann ist er illegal.

Also Julia wie kommts ?

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Xircusmaximus 05.03.2012, 15:56
62. Typische Frauenberufe ?

Was soll das sein ? Verschiedenen berufliche Anforderungen ein gleiches Einkommen zu garantieren, wäre im Übrigen nicht nur eine hanebüchene Ungerechtigkeit sondern auch realitätsfern und unökonomisch. Alle würden nur noch den leichten und einfachen Tätigkeiten nachgehen.
Und für alles was schwierig, kräftezehrend, kompliziert und Gesundheitszerstörend wäre, würde sich Niemand mehr finden.
Es ist im Übrigen eine Tatsache dass Männer im Schnitt eine um Jahre niedrigere Lebenserwartung haben. Was die Vermutung zulässt, dass Männer im Schnitt die härteren Belastungen tragen.
Zitat von lila48
Es ist umgekehrt. Typische Frauenberufe werden schlechter bezahlt als Berufe, in denen überwiegend Männer arbeiten. Warum eigentlich?? Fehlende Kinderbetreuung führt dann auch dazu, dass Mütter weniger Überstunden machen (können) als die Väter. Ja, es wäre interessant zu wissen, warum es ausgerechnet in Deutschland so wenig Frauen in den Ingenieursberufen gibt. Vielleicht sollte man die Frauen mal fragen?

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Maynemeinung 05.03.2012, 15:57
63. Ziemlich neue Wehklage

Zitat von Vex
Haben sie den Artikel eigentlich gelesen ? Da steht doch das Frauen praktisch in die Teilzeitarbeit gezwungen werden ... (...)
"Praktisch gezwungen". Na ja, sind ja im Zweifel Verträge, die mindestesn zwei Unterschriften tragen (Arbeitnehmer und Arbeitgeber).

Wobei ich in meinem Bekanntenkreis in der Mehrzahl eher den umgekehrten Fall erlebe. Freundinnen würden gerne nur halbtags wiedereinsteigen; der Arbeitgeber will sie aber nur ganztags (wie vor dem Kind) haben.

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Egberth 05.03.2012, 15:59
64. Na wenn ...

... wir trotz der weiblichen Unterrepräsentanz in Spitzenfunktionen im vergleich zu anderen europäischen Staaten trotzdem die brummenste Wirtschaft in Europa haben ... dann ist es vielleicht keine so gute Idee das zu ändern ....

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kaeptn_blau 05.03.2012, 16:00
65. Mutter oder Gebährmaschine?

Zitat von sysop
Weniger Gehalt, geringere Karrierechancen und kaum familienfreundliche Strukturen: Frauen in Deutschland haben im Beruf weitaus weniger Chancen als Männer, kritisiert die OECD. In keinem anderen europäischen Land ist der Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern demnach größer.
Aus den letzten Jahren wissen wir doch, dass die Forderung an die Frauen, sowohl Mutter zu sein, als auch Karriere zu machen, nicht erfüllbar ist.
Echte hochdotierte Führungsjobs sind weder Halbtags- noch 40-Stunden-Stellen.
U3-Betreuung (am besten von 6-20:00) reduziert die Frau doch nur auf die Gebährmaschine. Kinder brauchen Eltern, keine unterbezahlten dauergestressten Betreuerinnen einer KITA.

Welches Problem ist eigentlich gelöst, wenn die paar Vorstands/Aussichtsratspöstchen mit Männern und Frauen gleich besetzt sind? Na, ganz einfach: Kinderlose Politikerrinnen haben eine schöne Perspektive. Der Masse nützt das doch garnichts. (Womit klar wäre, wer die Diskussion anheizt)

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frauZ. 05.03.2012, 16:00
66. .

Zitat von Whitejack
Noch interessanter ist z.B. die Frage, warum in Russland heutzutage etwa ein Drittel aller Physikstudenten weiblich ist, in Deutschland aber gerade mal 5-10%. Ist ja nicht so, dass Physik in Russland jetzt einfacher wäre als in Deutschland. Auch aus Spanien und der Türkei habe ich ähnliche Quoten gehört. Scheint also keineswegs ein Naturgesetz zu sein.
Sie sprechen da etwas sehr interessantes an. Mir ist das auch schon häufiger aufgefallen. Ich kam als fast Jugendliche aus Polen nach Deutschland Ende der 80iger und war (fast) die Einzige in meiner Klasse, die keine Angst vor Mathe und Physik hatte. Die andere Dame (später Mathe - Lk) kam aus der ehemaligen DDR.
Es ist (m)eine Theorie, dass die Vorherrschaft der Hausfrauen in der
Westdeutschen Gesellschaft sich auf die Erziehung der Mädchen
ausgewirkt hat. Wie oft habe ich Klassenkameradinnen gehört, dass sie Mathe nicht können, so als wäre es Ihnen vorgebetet worden, so alsgäbe es andere Dinge die Mädchen können sollen.
Diese ganze Hausfrauen- Sache ist fest verankert in der (West-)Deutschen Mentalität - immer noch, sowohl bei Männern, als auch bei Frauen.
Ich sehe auch, dass viele der heutigen Schwangeren (die es sich leisten können) so etwas zumindest für die ersten 3 Jahre anstreben. Die, die es sich nicht leisten können oder es nicht wollen, haben Nachteile dadurch.
Die Vorurteile gegenüber berufstätigen Frauen können sie übrigens wunderbar auch in diesem Forum nachlesen.

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DonCarlos 05.03.2012, 16:01
67. Das sagt die Studie aber gar nicht.

Zitat von cato.
Denn der Artikel sagt nur, dass Vollzeitbeschäftigte Frauen in Deutschland weniger verdienen als Vollzeitbeschäftigte Männer, ob Männer und Frauen in Deutschland aber gleichwertige Leistungen erbringen wird in diesem Artikel nicht angesprochen.
Selbst an dem Faktor Zeit krankt diese "Studie": Überstunden wurden außer acht gelassen.

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josef79 05.03.2012, 16:06
68.

Zitat von Ben Major
Da fragt man sich doch, welche Lobby- Agentur im Moment dafür bezahlt wird einen Artikel nach dem Anderen zu lancieren. Methode: Chinesische Folter, bis die Birne weich ist und die Entscheider die Stimmungsmache für die Meinung des Volkes halten.
Absolut richtig. Die Leser werden hier wirklich komplett manipuliert. Die OECD vergleicht in ihrer "Studie" extrem aggregiert, d.h. es werden alle Männer und alle Frauen in je einen Topf gesteckt dann die Durchschnittsgehälter über diese beiden nur vermeintlich homogenen Gruppen hinweg errechnet. Und man kommt in der Summe zu dem Ergebnis, dass die Gruppe aller Männer im Durschschnitt mehr verdient als die Gruppe aller Frauen. Und das wird dann als ungerecht gelabelt und für die Legitimierung von Frauenquoten missbraucht. Dass Frauen viel häufiger vergleichsweise niedriger bezahlte Jobs haben - und zwar, weil sie sie sich mit guten Argumenten aussuchen und definitiv nicht in irgendeinen Job hineingezwungen werden - bleibt völlig außen vor oder wird ebenfalls als behebungsbedürftiges Problem deklariert. Es ist doch klar, dass die sprichwörtliche Friseuse (egal ob Mann oder Frau!) weniger verdient als der Ingenieur (egal ob dieser männlich oder weiblich ist!). Und hier werden exakt Friseusen mit Ingenieuren verglichen und dann eine Ungleichheit festgestellt. Das ist doch absurd!

Und: Und: Warum muss denn eigentlich die Summe aller Gehälter von Männern der Summe aller Gehälter von Frauen entsprechen? Was hat das denn mit Gerechtigkeit zu tun?

Ich finde es unbegreiflich, dass SPON sich hier so zum Sprachrohr politischer Partikularinteressen macht und es bei diesem Thema kontinuierlich versäumt, die alte journalistische Regel, auch "die andere(n) Seite(n)" zu hören, missachtet! Dazu gehören z.B. die durchaus differenzierten Angaben des Statistischen Bundesamtes, die eben gerade nicht mehr von einer 23%-Lücke sprechen...

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kein Ideologe 05.03.2012, 16:07
69. 456789

Zitat von dummerjunge
Und blendet man mal die Kleinstbetriebe aus, ist der Anteil sogar noch viel höher. Was hindert eigentlich die bestausgebildeteste Frauengeneration aller Zeiten daran SELBER Unternehmen zu gründen, anstatt sich per Quote hineinzubetteln?
Die Biologie

Selbst bei idealer Familienförderung bleibt das Kinderkriegen und einiges drum herum Frauensache. Es gilt aber selbst und ständig, und das nicht nur in der unmittelbaren Gründungsphase. Gerade wenn man in der persönlichen Lebensplanung Unternehmensgründung und Kinderkriegen auf der Agenda hat, ist es für die Männer halt einfacher. Frauen können eben einige Zeit nicht mit 100% in der Firma arbeiten.

Beim Gründen von Unternehmen gibt es übrigens keine Quote. mich würde mal eine Statistik der Unternehmensgründungen jenseits der 50 interessieren, da haben die Frauen kein Handicap mehr. So nach eigener Beobachtung würde ich da ein ausgeglichenes Verhältnis vermuten.

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