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Frauen in Führungspositionen: Siemens-Chef Kaeser offen für gesetzliche Quote
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Siemens reduziert den Frauenanteil im Vorstand von 20 Prozent auf null - nun bringt ausgerechnet Joe Kaeser nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen eine gesetzliche Frauenquote ins Spiel. Wenn die Unternehmen es nicht freiwillig schaffen, muss man in diese Richtung denken, sagt der Konzernchef.

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papperlapapa 25.10.2013, 06:49
1. Aha?

Jeder wird doch dann davon ausgehen, dass die Dame nur im Vorstand aufgrund der Frauenquote ist - und nicht, weil sie die Richtige für den Job ist. Wenn die Unternehmen es nicht freiwillig tun, dann zwingen wir sie? Das halte ich für kontraproduktiv.

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scxy 25.10.2013, 07:22
2.

Dazu gehöre auch, dass deutsche Unternehmen Angebote entwickeln, die es Frauen ermöglichen, Familie und Beruf zu vereinbaren.

"..., die es bspw. Eltern junger Kinder oder Angehörigen von Pflegebedürftigen ermöglichen, Familie und Beruf zu vereibaren." Dieser Formulierung würde ich womöglich glauben. Dem originalen Text sieht man an, dass er zum Scheitern verurteilt ist. Er zementierte ungleiches gesellschaftliches Denken und schafft bestenfalls neues Unrecht.

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genlok 25.10.2013, 07:33
3.

Aha, eine Frau auf 8 Ingenieure.
In meinem Studienfach (Informatik) waren es 1 auf 30.

Das ist doch das Problem, und nach all dem Gefördere und Gementors kriegt man diieses Verhältniss trotzdem nicht gekippt, weil es schon Gymnasium anfängt.

Ingieursfrauen haben es einfach, sie müssen nur die schlauste von den Frauen sein um nach vorne zu kommen. Als Mann muss man schlauer sein als die anderen 90% der Belegschaft. Scheinbar reicht es trotzdem nicht das Interesse der Frauen zu wecken.

Nun vielleicht sollte man dann mal realisieren, dass Geschlechterquoten nicht überall angebracht sind. Wenn die Damen sich schon nicht für MINT interessieren, sollte man ihnen auch nicht die Chefposten hinterherwerfen

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großwolke 25.10.2013, 08:04
4. optional

Diese ganze Diskussion wird viel zu hektisch geführt. Maßnahmen wie die Förderung bestimmter Zielgruppen brauchen vor allem eines: Zeit! Wenn schon Quote, dann doch bitte so, dass die geförderte Klientel auch die Zeit bekommt, in die zugedachten Rollen reinzuwachsen. DAX-Konzerne haben in der Akademikerlaufbahn sicher im Mittel so an die 6 bis 7 Führungsebenen zwischen der Einstiegsposition und dem CEO. Wenn eine Riesenbude wie Siemens da 2011 angefangen hätte, ernsthaft was zu tun, hätten selbst solche Kandidatinnen, die schon die Hälfte des Weges hinter sich gebracht haben, noch ein gutes Stück Weg vor sich. Von den Anfängerinnen, die 2001, mit dem Abschluss der freiwilligen Selbstverpflichtung der Industrie, in die Spur gegangen sind, braucht man da noch mindestens zehn Jahre lang nicht zu reden. Man braucht sich noch nicht einmal fragen, woher die idiotische Fixierung auf die Top30 Unternehmensriesen in der deutschen Wirtschaft kommt, um die es in dieser Diskussion immer wieder geht. Man muss sich einfach nur mal mit gesundem Menschenverstand den Ablauf einer Karriere auf der Überholspur ansehen, um zu begreifen, dass bis dato einfach noch nicht viel Messbares herausgekommen sein KANN. Wenn unbedingt eine Quote kommen muss, dann vielleicht eher sowas wie 5 % alle 5 Jahre bis zum Errechen der angestrebten Zielquote in 30 Jahren. Je nach Anzahl der Vorstände eines Unternehmens müsste da rein rechnerisch in den ersten ein bis zwei Runden ja noch nichtmal was Zählbares rauskommen. Das nur um die Zahl der betroffenen Jobs nochmal so ein bisschen zu illustrieren...

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kettbach 25.10.2013, 08:10
5. Jetzt wird es ernst.

Das waren bisher nur Kleinigkeiten: Dass man seit Jahren nicht in der Lage ist, bestellte Hochtechnologie ICE's zu liefern, dass mit der Nukleartechnik ein Kernbereich der Kompetenz verlorengehangen ist, dass die innovationspipeline seit Jahren leer ist, dass man Aufträge nur durch Bestechung bekommen konnte, dass die Führungsmannschaft seit vielen Jahren chaotisch wirkt und dass der Aktienkurs für Investoren zum Jammern ist. Jetzt hat der Mitverantwortliche für diesen Zustand, der Herr Käser, das Thema Quote gefunden, das auf den Nägeln brennt. Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass hier einer sich noch ein paar Jahre durchwursteln will bevor er sich als leitender Angestellter mit Abfindung in ein Niedrigsteuerland zurückziehen möchte, dann haben wir ihn hier. Ernstfall: Aktien so schnell wie möglich verkaufen!

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FocusTurnier 25.10.2013, 08:10
6. Ein Opfer der Ideologie

Herr Kaeser ist zum Opfer einer ideologie geworden. Ganz schön peinlich für einen Menschen, der sich angeblich mit naturwissenschaftlichen Zusammenhängen beruflich befasst. Also sollte man als technisch-interessierter Mann dieses Unternehmen in Zukunft verstärkt meiden. Auf den unteren Arbeitsebenen gibt es sowieso nur noch Werkverträge und Arbeitnehmerüberlassung.

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mgolen 25.10.2013, 09:40
7.

Zitat von großwolke
. Wenn eine Riesenbude wie Siemens da 2011 angefangen hätte, ernsthaft was zu tun, hätten selbst solche Kandidatinnen, die schon die Hälfte des Weges hinter sich gebracht haben, noch ein gutes Stück Weg vor sich. Von den Anfängerinnen, die 2001, mit dem Abschluss der freiwilligen Selbstverpflichtung der Industrie, in die Spur gegangen sind, braucht man da noch mindestens zehn Jahre lang nicht zu reden. [...] Wenn unbedingt eine Quote kommen muss, dann vielleicht eher sowas wie 5 % alle 5 Jahre bis zum Errechen der angestrebten Zielquote in 30 Jahren. Je nach Anzahl der Vorstände eines Unternehmens müsste da rein rechnerisch in den ersten ein bis zwei Runden ja noch nichtmal was Zählbares rauskommen. Das nur um die Zahl der betroffenen Jobs nochmal so ein bisschen zu illustrieren...
Sie scheinen in Ihrem Kommentar zu vergessen, dass Frauen in diesen Unternehmen nicht erst seit 10 Jahren existieren, sondern viel länger. Daher könnte bis jetzt schon viel mehr erreicht worden sein. Darüber hinaus bestehen die wirklichen Probleme immer in den höchsten Positionen, nicht unbedingt im unteren Management. Ich stimme zu, dass man keine Ingenieurinnen fördern kann, wenn es keine gibt, aber ich frage mich, wie viele der männlichen Mitglieder des Vorstandes wirklich Ingenieure sind, und wie viele aus der BWL oder anderen Fachgebieten kommen. Aber Sie finden das gleiche Problem auch in Bereichen, die in der Regel von einer weiblichen Mehrheit studiert werden. Dort ist es noch auffälliger. Es ist wirklich schwer, eine rechtliche Lösung zu finden, die gerecht ist und auch berücksichtigt, dass Frauen in einigen Fachgebieten aus eigener Wahl unterrepräsentiert sind, aber mir scheint es, Kaeser hat erkannt, dass die Situation sich nie ändern wird, wenn kein Gesetz eingeführt wird. Ob man das Gesetz dann in 50 Jahren noch benötigt, wird man dann schon sehen.

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somebode 25.10.2013, 09:51
8. So ein Unsinn....

Die im Artikel genannte Erhöhung der Frauenquote ist Augenwischerei. Die Siemens-interne Quote ist reine Makulatur, denn sie umfasst nicht etwa Frauen in einer "echten" Führungsposition (d.h. mit Personalverantwortung und sowie Entscheidungsbefugnis bei Management-Entscheidungen), sondern Frauen, die übertariflich bezahlt werden (sog. "ÜT-Quote"). Es werden in den klassichen, übertariflich bezahlten Bereichen (z.B. Rechtsabteilung) einfach vermehrt Frauen eingestellt und - hoppla - die vermeintliche Quote erhöht sich. Weder die Gesellschaft noch das Unternehmen Siemens ist so weit, uneingeschränkt Frauen in Führungspositionen zu bringen, denn das würde bedeuten, dass dies für alle qualifizierten und geeigneten Frauen gleichermaßen möglich ist und nicht nur für die, die kinderlos und am Besten auch noch unverheiratet (geblieben) sind. So ist es aber nicht.

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Diskutierender 25.10.2013, 10:16
9. Zeitverzögerung

Zitat von mgolen
Sie scheinen in Ihrem Kommentar zu vergessen, dass Frauen in diesen Unternehmen nicht erst seit 10 Jahren existieren, sondern viel länger. Daher könnte bis jetzt schon viel mehr erreicht worden sein. Darüber hinaus bestehen die wirklichen Probleme immer in den höchsten Positionen, nicht unbedingt im unteren Management. Ich stimme zu, dass man keine Ingenieurinnen fördern kann, wenn es keine gibt, aber ich frage mich, wie viele der männlichen Mitglieder des Vorstandes wirklich Ingenieure sind, und wie viele aus der BWL oder anderen Fachgebieten kommen. Aber Sie finden das gleiche Problem auch in Bereichen, die in der Regel von einer weiblichen Mehrheit studiert werden. Dort ist es noch auffälliger. Es ist wirklich schwer, eine rechtliche Lösung zu finden, die gerecht ist und auch berücksichtigt, dass Frauen in einigen Fachgebieten aus eigener Wahl unterrepräsentiert sind, aber mir scheint es, Kaeser hat erkannt, dass die Situation sich nie ändern wird, wenn kein Gesetz eingeführt wird. Ob man das Gesetz dann in 50 Jahren noch benötigt, wird man dann schon sehen.
Überlegen Sie einmal, wie lange es dauert, bis ein Absolvent eines Studiums ganz oben in einem Unternehmen ankommt - ca. 20-30 Jahre nach dem Abschluss bzw. 25-35 Jahre nach Studienbeginn. Entsprechend spiegelt das heutige Bild des Personenkreises, der für Chefposten infrage kommt, die Zusammensetzung der Studienanfänger von 1980-1990 wider und nicht die heutige Zeit.

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