Forum: Wirtschaft
Freihandel: Frankreich will Mercosur-Abkommen nicht ratifizieren
FRANCK ROBICHON/ EPA-EFE/ REX

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur-Block gilt vielen als Fanal gegen Donald Trumps Egopolitik. Jetzt, nachdem es unterzeichnet ist, stellt sich Frankreich plötzlich quer.

Seite 4 von 10
robbie.mcguire 02.07.2019, 12:11
30. Seit gut 20 Jahren wird über das Abkommen ...

gesprochen. Da dürfte man alle einzelstaatlichen Anmerkungen berücksichtigt haben. Insofern ist das Verhalten von Macron nicht zu verstehen. Es sei denn, er hat einen Suffleur, der ihm und Frankreich große Versprechungen macht, falls er die Ratifizierung des Abkommens verhindert. Außerdem: Das die Landwirtschaft der EU noch immer eine derartig großen Einfluss hat, ist ein schlechter Witz.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
aysnvaust 02.07.2019, 12:14
31. Mal abgesehen davon...

...dass ich dieses Freihandelsabkommen aus den hier im Forum schon mehrfach angeführten Gründen sehr skeptisch sehe (und das ist ein Euphemismus) - warum fällt den Franzosen erst jetzt ein, dass sie das so ja eigentlich gar nicht haben wollen?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hardy.stiefel 02.07.2019, 12:15
32. Stumr im Wasserglas

Es war mal das Markenzeichen von Merkel, das Problem vom Ende her zu denken. Für mich ist das Ende der Verbraucher in der EU. Er hat heute schon einen gesättigten, preiswerten Zugang zu dem viel zu billigen Fleisch in Deutschland. Fleisch, welches aus dem EU Raum, auch durch Tiertransporte aus Frankreich, stammt. Dieses Fleisch ist doch kein weiteres Billigfleisch, welches aus Südamerika kommt. Es wird eher der Hochpreismarkt bedient. Aber es ist für einen Politiker viel einfacher sich als Beschützer darzustellen als dass er einfache wirtschaftliche Zusammenhänge erkennt und erklärt. Denn er muss mit unqualifiziert antwortender Presse rechnen. Also unterlässt er es. Das ist keine Politik der dicken Bretter.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
larsmach 02.07.2019, 12:18
33. 20 Jahre verstrichen!

Da sind 20 (zwanzig!) Jahre verstrichen, ohne dass wesentliche Aspekte mit den Interessenverbänden der ratifizierenden EU Mitgliedsstaaten verbindlich vereinbart worden sind!?? Es fehlen offensichtlich Unternehmer in der Politik - was wohl an den elend langen Prozessen liegt, innerhalb des Parteiensystems Funktionen zu erhalten - egal, wie gut vorgebrachte Ideen oder Erfahrung auch sein mögen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
soisses007 02.07.2019, 12:19
34. Zum Glück

gibts France. Dieses Abkommen wird für zahlreiche deutsche Bauern (z.B.: Mais, Zuckerrüben) den Todesstoß bedeuten.
Leider werden in Südamerika kräftig Unkrautvernichter gespritzt, die hier keiner mehr haben will.
Wo ist also der Vorteil für uns Verbraucher?
Das ist ein reines Lobby Abkommen für Auto- und Chemieindustrie.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hallotach2000 02.07.2019, 12:21
35. Absolut richtig

Lokale und gesunde Produkte!!! Es kann nicht sein, dass alles mögliche an zb Lebensmitteln tausende Kilometer hierher geschifft wird. Und dafür geht noch die grüne Lunge der Erde, der Regenwald, drauf. Danke Frankreich! Wo bleibt die kritische Stimme Deutschlands?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
millwallbrick 02.07.2019, 12:21
36. Reality bites

Verdammt! Der Mustereuropäer entdeckt dass er Franzose ist. Und es sein Land gibt; jedenfalls noch und nicht als Teil der VSE (oder so). Europäer sind auch wir nur solange, wie unser eigenes Land profitiert. Wenn man eigene Macht abgeben muss ist’s doof und eigentlich sind „die Deutschen“ (sic!) eh so reich, dass sie schuld sein müssen am Elend der anderen Länder. Hinter der Maske des Reformers steckt doch nichts anderes als ein Mann, der die Interessen der Bürger Frankreichs (oder deren Wirtschaft,aka Lebensgrundlage) zu verteidigen sucht. Normal. Auch wenn’s uns Nicht gefällt: wir werden die Nationalstaaten nicht auflösen können und müssen auch noch in fünfzig Jahren deutsch sein; und französisch...und polnisch, griechisch.... schrecklich, ich wär so gerne Europäer

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hombre55 02.07.2019, 12:24
37. Regenwald

Das mit dem "Regenwald erhalten" ist ein taktisch klug gewähltes Argument, wenn Macron die französische Land- und Viehwirtschaft schützen möchte. Ich frage mich, warum Europa gegenüber Südamerika seinen Agrarprotektionismus aufgeben möchte, nicht aber gegenüber den USA.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
alexreil 02.07.2019, 12:24
38.

Zitat von mmpuck
kämpft eben um sein politisches Überleben. Da sind europäische Interessen doch wohl nicht so wichtig. Oder?
Sind denn durch die Abholzung des Regenwaldes keine europäischen Interessen berührt? Berühren Billigimporte von Rindfleisch und Zuckerrüben keine europäischen Interessen - wenn sie dazu führen, dass in Europa Landwirte deshalb nicht mehr konkurrenzfähig sind? Zumal ja nicht nur Macron, sondern auch Belgien, Irland und Polen Vorbehalte angemeldet haben. Nur will sich die EU einmal mehr einfach nur rauskaufen, indem sie zusätzliche Subventionen bereitstellen will.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gedu49 02.07.2019, 12:25
39. Umweltschutz ?

Zitat von domp
Absolut richtig die sorgen der franzosen. Wie kann man ein freihandelsabkommen zu stande bringen wollen mit einem land, das darauf hofft rindfleisch zu exportieren und bekannt dafür ist, für die viehzüchtung regenwälder abzuholzen? Alle reden über klimaschutz und kohleausstieg und dann soll sowas auch noch gefördert werden. Ich will kein essen vom andern ende der welt. Die sollten sich lieber erstmal um unsere landwirtschaft kümmern. Und auf die anderen waren, die von dort kommen bzw dort hingehen, kann ich auch guten gewissens verzichten.
Zunächst ist richtig, dass das Abholzen der Regenwälder ein Ende haben muss. Das sollte Bedingung bleiben.

Wenn wir in der EU kein Fleisch importieren wollen bedeutet das, dass weiterhin ein ( zu ) hoher Rinderbestand gehalten werden muss. Das bedeutet aber auch Import von Soja als Futtermittel .
Eventuell sollte man berechnen, wie die Umweltbilanz aussieht, wenn die EU kein Soja mehr importiert, weniger Rinder gehalten werden können, damit weniger Gülle und Methan aber leider auch Verbrennung von Schweröl durch den Transport per Schiff.

Zudem möchte ich darauf hinweisen, dass bereits im letzten Jahr Mangel an Futter für die Rindviecher auftrat. Eventuell ist es sogar vorausschauend wenn man für ein zweites Standbein für die Fleischversorgung der EU sorgt.

Denkt Macron nicht weit genug voraus ??

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 10