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Freihandel: Frankreich will Mercosur-Abkommen nicht ratifizieren
FRANCK ROBICHON/ EPA-EFE/ REX

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und dem Mercosur-Block gilt vielen als Fanal gegen Donald Trumps Egopolitik. Jetzt, nachdem es unterzeichnet ist, stellt sich Frankreich plötzlich quer.

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urbuerger 02.07.2019, 12:40
50. Völliger Blödsinn, einen Handelsvertrag über Agrarprodukte ...

… die um die halbe Welt gekarrt werden müssen, um auf einem anderen Markt zu kommen!
Keiner kann mir Weiß machen, dass es möglich ist, ein Pfund Zucker günstiger auf den Markt zu bringen, das aus Brasilien kommt, gegenüber ein Pfund Zucker aus der Region!
Dazu müssen doch erst wieder Milliarden an Subventionen gezahlt werden, damit es einen Handelsausgleich gibt!
Genauso wird es auch mit anderen Agrarprodukten laufen, z-.b. Rindfleisch!

So wie sich mir dieses Handelsabkommen darstellt, war das in 1. Linie ein Schnellschuss gegen den Protektionismus der USA unter Trump!
Alles wieder nur halbseiden Durchdacht und ohne jeden effektiven Nutzen für die Länder Südamerikas und den europäischen Bürgern!
Den einzigen Vorteil werden die Europäer haben, in dem sie ihre Maschinen und andere Wirtschafts und Industriegüter leichter dort vermarkten können!
Kommen die Süd Amerikaner erst dahinter, dass sie kaum eine Chance haben, mit ihren Agrarprodukten hier Punkten zu können und sie mehr oder weniger unter den Zwang der Umweltauflagen kommen, werden auch sie den Vertrag nochmal hinterfragen, dessen bin ich mir sicher!

Auch ist wieder mal bestens zu erkennen, das die EU nicht richtig kommuniziert und zwar schon in den Mitgliedsländern, denn es ist doch bezeichnend, dass die Landwirtschaftsorganisationen erst nach dem Bekanntgeben des Vertragswerkes reklamieren, wahrscheinlich, weil sie vorher nicht berücksichtigt wurden.

So aber läuft es schon seit geraumer Zeit in der EU es werden Dinge verhandelt und zum Abschluss gebracht, bevor alle Beteiligten sich dazu äußern durften oder konnten!!!

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j.e.r. 02.07.2019, 12:40
51. 20 Jahre Verhandlungen .....

und inzwischen haben sich einige - meines Erachtens entscheidende - Randbedingungen geändert. Der Erhalt der Urwälder überall, vor allem in Südamerika ist wichtiger als jeder Wirtschaftsdeal. Vor allem wenn es zusätzlich darum geht, noch mehr Lebensmittel und Tierfutter zwischen Kontinenten herumzuschieben und neue Marktverschiebungen mit neuen Subventionen korrigieren zu wollen.

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droid84 02.07.2019, 12:45
52.

Vielleicht sind dies vorgeschobene Gründe, aber ich finde Frankreichs Blockade gut. Das Abkommen führt doch zwangsläufig dazu dass die europäische Nahrungsmittelzufuhr mehr und mehr auf Importen aus Südamerika basiert. Ich kenne Brasilien zumindest zum Teil und dort wird so ziemlich alles auf die Felder gespritzt. Auch gehören die meisten landwirtschaftlichen Flächen Großgrundbesitzern. Unter Bosonaro wird dann fröhlich die indigene Bevölkerung samt Regenwald ausgerottet und die Arbeiter auf den landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten zum Hungerslohn. Die Gewinner sind ein paar wenige, sicherlich nicht die brasilianische Gesellschaft. Ist ein bischen wie im Spiel Anno, wir leben in Europa im Luxus und andere 'Inseln' werden ohne Rücksicht auf Verluste ausgebeutet. Beim Brexit hört man dann immer dass Europe doch so wichtig sei für den Weltfrieden etc. blabla.

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HeisseLuft 02.07.2019, 12:48
53. Ohne Kompromisse wird es keine Abkommen geben

Zitat von termi1
Welche europäischen Interessen können Sie denn benennen oder haben Sie den Artikel nicht gelesen und betreiben nur Macron-Bashing? Ich bin gegen noch höhere Subventionen unserer Bauern und weitere Abholzung des Urwalds und dagegen ist nicht nur Macron!
Das europäische Interesse könnte im Handel bestehen, zum Beispiel. Und möglichst wenig Protektionismus. Schließlich will Europa ja auch seine Produkte verkaufen, und nicht nur in Europa, oder?

Die Bedenken landwirtschaftliche Produkte über weite Strecken zu exportieren kann ich zwar verstehen. Die Bedenken kollidieren aber mit einem anderen Ansatz: galt nicht bisher stets die Aussage, die EU würde in Entwicklungs- und Schwellenländer gerne ihre Industrieprodukte exportieren, aber sich gegen deren Agrarexporte in unfairer Weise abschotten?

Nun geschieht es anders, und nun ist es auch wieder nicht recht?

Es ist nun einmal so: die meisten südamerikanischen Staaten sind keine armen Entwicklungsländer. Aber etablierte Industriestaaten, die mit mitteleuropäischen Staaten voll mithalten können sind sie auch nicht; nur ihr Agrarsektor ist bedeutend.

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Mister Stone 02.07.2019, 12:49
54.

Zitat von dirkozoid
Grantien gegen Abholzung. Das klingt für mich vernünftig. Hätte man früher drauf kommen können, aber es ist vernünftig.
Es ist ein Ablenkungsmanöver. Niemals wird man "Garantien" gegen Abholzung erhalten. Selbst wenn die Brasilianer ihr gesamtes Militär dafür einsetzen würden. Es wäre vernünftig, ja. Aber die Abholzung des Regenwaldes ist nicht aufzuhalten. Man kann sie verlangsamen bzw. beschränken, aber nicht aufhalten. Macron weiß das, und genau deshalb stellt er diese unerfüllbare Forderung auf. Nicht damit sie erfüllt werden, sondern damit die Franzosen "garantiert" ihre teuren Rindfleischexporte behalten. Darum geht es. Bauern und Viehzüchter haben in Frankreich sehr viel Macht, noch mehr als bei uns. Es ist schon in Deutschland schwierig, Politik gegen die Interessen der Bauern und Viehzüchter zu machen. Aber in Frankreich ist es unmöglich. Man kann Frankreich nicht gegen die Bauern regieren. Das kann weder ein König noch ein Präsident. Auch das weiß Macron. Er rettet nicht den Regenwald, sondern seine politische Zukunft.

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andrehe 02.07.2019, 12:50
55. Die Zerstörerin der CDU

Zitat von soisses007
gibts France. Dieses Abkommen wird für zahlreiche deutsche Bauern (z.B.: Mais, Zuckerrüben) den Todesstoß bedeuten. Leider werden in Südamerika kräftig Unkrautvernichter gespritzt, die hier keiner mehr haben will. Wo ist also der Vorteil für uns Verbraucher? Das ist ein reines Lobby Abkommen für Auto- und Chemieindustrie.
Sie erwarten doch nicht, dass sich die devote und duckmäuserische Bundeskanzlerin für den Schutz des Regenwald, ökologische Landwirtschaft oder Abschaffung der Massentierhaltung einsetzt. Der Auftrag der Wähler lautet: Weiter so mit Umwidmung von Regenwald in landwirtschaftlich genutzte Flächen, Nitrat-Belastung im Grundwasser, Gensoja-Kraftnahrung für Pflanzenfresser, Palmöl in verarbeiteten Lebensmitteln und Seifen und Stickoxiden in der Stadtluft. Ursache: Letzte Bundestagswahl 2017.

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andrehe 02.07.2019, 12:59
56. Freihandelsabkommen braucht Nachhaltigkeit

Zitat von w.diverso
Und jedem steht es frei das Produkt zu kaufen was er für richtig hält. Keiner ist gezwungen argentinisches Fleisch zu kaufen wenn er das aus seiner Region vorzieht. Manchmal hat man den Eindruck die Bürger wollen das Denken unbedingt den Firmen und Politikern überlassen. Ich vermeide wenn es nur irgendwie möglich ist amerikanische Produkte zu kaufen. Das ist doch auch für die Konsumenten bei südamerikanischen Produkten möglich wenn sie denken die sind schlecht für ihr Land.
So überlegt sind die Konsumentscheidungen aber in der Regel nicht. Den Kunden ist oftmals nicht klar, dass der Kauf von Produkten den Regenwald zerstört. Wenn man das verpflichtend mit Symbol und Erklärung auf den Verpackungen aufdrucken würde, dann ja. Aber in dem Fall kann man auch gleich ein Handelsabkommen schließen, das nachhaltig ist bzgl. Schutz des Regenwaldes und Bewahrung der Artenvielfalt und Vermeidung von Müll (Kreislaufwirtschaft), nicht zuletzt Klimaschutz. Wir sehen doch, mit wem wir es zu tun haben: Bolsonaro scheißt auf die Umwelt und damit auf unsere Zukunft für kurzfristigen Profit, so wie Trump. Rezos "Die Zerstörung der CDU" meint glaube ich die Zerstörung der Erde durch die CDU, denn genau das ist Merkels Politik. Danke auch an den Wähler von 2013 und 2017 für diesen Auftrag.

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rrv.vogt 02.07.2019, 13:02
57. Alles wird sich nun ändern

Wenn die sprachgewandte Ska Keller Präsidentin des Europaparlaments geworden ist,
https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-07/eu-ska-keller-parlamentspraesident-gruene-bewerbung-wahl

wird die EU nachhaltig ergrünen und die Franzosen werden endlich auch ihre veralteten Atomkraftwerke durch schöne Windspargelfelder entlang der langen französischen Küsten ersetzen können:
https://www.laenderdaten.de/geographie/kuestenlaenge.aspx
Platz haben die jedenfalls sehr viel mehr als andere EU- Länder.
Und Rindviecher haben wohl , obwohl es dazu noch keine Studien gibt , auch nichts gegen den Anblick oder das Infraschall- Brummen von Windturbinen.

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nesmo 02.07.2019, 13:03
58. 20 Jahre verhandelt

die EU und hat sich nie mit den EU-Ländern abgestimmt, wie das Ergebnis aussehen kann? Das klingt sehr merkwürdig, dass die Interessen der Bauern nicht nur Frankreichs "versehentlch" nicht berücksichtigt wurden, weil die Landwirtschaft doch mit das wichtigste Thema, zumindest beim Subventionieren, der EU ist. Oder dachte die EU, dann kriegen die Bauern eben noch ein par Milliarden Subventionen mehr und gut ist? Kommt ja sowieso nicht mehr darauf an, weil die Landwirtschaft ohnehin vollständig am Tropf der EU-Subventionierung hängt.

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noalk 02.07.2019, 13:14
59. 20 Jahre lang verhandelt

In den vergangenen 20 Jahren hat sich so Vieles verändert, dass man vermuten darf, etliche Teile des Mercosur seien inzwischen veraltet, insbesondere die Art und Weise, wie Umwelt- und Klimachutz berücksichtigt wurde. Insofern hätte Macron mein volles Verständnis. Um es mit Chr. Lindner zu sagen: Lieber kein Freihandel als einen schädlichen.

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