Forum: Wirtschaft
Freihandel mit Südamerika: Europa-Abgeordnete rebellieren gegen Abkommen mit Bolsonar
AFP

Die EU-Kommission will dieses Jahr einen Freihandelsvertrag mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten abschließen. Eigentlich. Doch es gibt Widerstand - wegen Brasiliens neuem Präsidenten Jair Bolsonaro.

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helmut_tholen 18.01.2019, 09:53
1. Unterschiede

Bolsonaro ist sicherlich nicht optimal. Das waren seinen Wettbewerber auch nicht, die zwar auf dem Papier toll mit Klimaschutz, Amazonas, Voreinwohnern waren, praktisch aber kein Stück besser (z.B. hat FUNAI viele Rechte verloren, der Umweltschutz ist real eine Illusion,...)
Und dann muß man sich realistisch Fragen: wo unterscheidet sich Bolsonaro von Merz?

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schorri 18.01.2019, 09:58
2. Sind die noch bei Trost?

Die EU, Parlament, "Regierung" und Administration, hat ein miserables Image bei den Bürgern.
Im ganzen nicht zu Unrecht.
CDU/CSU (auch der Spitzenkandidat Weber), FDP und SPD kungeln mit nationalistischen Parteien aus ihrem jeweiligen politischen Spektral-Segment, bilden gar Fraktionsgemeinschaften mit denen aus reinen Machtüberlegungen.
Nun fragt man sich aber: Sind die noch bei Trost?
Man kann ein Freihandelsabkommen mit mittel- und südamerikanischen Staaten schließen, keine Frage.
Aber mit Diktatoren, Nationalen Chauvinisten und rechtsradikalen Autokraten wie Bolsonaro?
Heuer sind Europawahlen.
Wenn die EU-Verantwortlichen so weiter machen, wird ihr Ansehen bei den Bürgern unter Null sinken - wenn das überhaupt möglich ist.

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Over_the_Fence 18.01.2019, 10:01
3. Times they are a changin...

Einige, die sich hier so kritisch äußern, werden schon im Mai von der EU-Parlamentsbühne verschwunden sein.
Und Präsident Macron wird schon bald die Jacke so viel näher als die Hose sein, daß er alles unterschreiben wird, was seinem Land Wirtschaftswachstum bringt. Die Konzessionen an die Gelbwesten werden Geld kosten...
Als schau'n wir einfach mal, wie es weitergehen wird.

P.S.: ich frage mich, ob die Gleichen, die sich hier melden, sich auch gegen Handel mit Ländern wie China oder Saudi-Arabien engagieren?

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realist4 18.01.2019, 10:06
4. Der brasilianische Wahlkampf ist vorbei

Jetzt sollte man sich wieder auf die Realitäten fokussieren. Bolsonaro wird ganz sicher nicht die generelle Abholzung des Urwalds autorisieren und eine 100% Kontrolle der illegalen Abholzung war und ist wegen der schieren Größe des zu überwachenden Gebiets und dessen Unzugänglichkeit ohnehin nie realistisch. Glaubhaft ist, dass er den Erzabbau in einigen Regionen erlaubt, sofern sich das wirtschaftlich darstellen lässt, denn die Investitionen, allein um die Güter aus dem Nirgendwo abzutransportieren, gingen in die Milliarden. Die landwirtschaftliche Nutzung des Amazonasgebiets ist eher unwahrscheinlich, keine Städte, keine Strassen, schlechter Boden, schlecht fürs Geschäft.

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quark2@mailinator.com 18.01.2019, 10:10
5.

Das Abkommen bezieht sich, soweit ich es verstehe, auf lange Zeiträume und mehrere Staaten. Nun ist mir dieser Bolsonaro auch nicht sympathisch, aber wenn das Abkommen gestern richtig war und morgen richtig sein wird, dann kann man das ja nun nicht aus symbolpolitischen Gründen einfach verwerfen. Was wäre denn passiert, wenn wir das Abkommen letztes Jahr unterzeichnet hätten und nun Bolsonaro an der Macht wäre ? Hätten wir das dann wieder gekündigt ? Kann man es überhaupt realistisch wieder kündigen ? Und mehr generell gefragt: Wenn dieses Abkommen nur Sinn macht, solange Brasilien seinen Regenwald schützt, warum enthält es dann keine entsprechende Klausel ? Aus meiner Sicht werden hier Dinge verbunden, die nicht zusammengehören und hier wird etwas instrumentalisiert, weil einige Leute sich profilieren wollen. Wenn man Bolsonaro nicht wollte, hätte man Brasiliens linken Regierungen helfen müssen, als sie wirtschaftlich unter Druck gerieten (unter anderem wegen der Ölpreispolitik bestimmter Länder). Man hat es nicht getan und muß nun mit den Konsequenzen leben.

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basileus97 18.01.2019, 10:12
6.

Dann muss es eben die abgespeckte Version mit Uruguay, Argentinien und Paraguay tun. Klr fällt dort das wirtschaftlich wichtigste Land heraus, aber ein Freihandelsabkommen mit Brasilien kann man sich als Demokratie nicht leisten. Ich finde es gut dass viele Parlamentarier unsere Werte nicht für nen Apfel und ein Ei verkaufen wollen.

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Havel Pavel 18.01.2019, 10:13
7. Wie blöd können Politiker denn sein?

Die Naivität und Einfältigkeit so mancher Politclowns ist schier unerträglich. Ganz egal ob man den Präsidenten Bolsonaro mag oder nicht, es geht doch um die Menschen Europas und Südamerikas und deren Situation. Jeder dürfte schon mitbekommen haben, dass die USA und Brasilien engere Kontakte in jeder Hinsicht anstreben. Will die EU sich dann freiwillig zurückziehen und jegliche Einflussnahme aufgeben? Einfach absurd! Man sollte doch eher denken, dass es Sinn macht die Beziehungen zu intensivieren um so auch einen Einfluss ausüben zu können. Rückzug bedeutet Aufgabe und Resignation! Bedenken sollten die Politiker aber auch, dass man nicht jedes Land mit Europa oder gar Deutschland vegleichen kann und hier übereinstimmende Bedingungen einzufordern. Die Ausgangsbedingungen sind halt nun mal überall anders, genauso wie die Lebensweise der dortigen Bevölkerung. Und das git es zu respektieren statt ständig immer nur zu kritisiern und monoton zu fordern die mögen bittschön genauso leben wie wir es tun.

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vox veritas 18.01.2019, 10:13
8. Bäume wichtiger als Menschenrechte?

Ich finde die selektive Wahrnehmung erstaunlich, denn die Verletzung der Menschenrechte in China führt nicht zu Protesten im Parlament, wenn es um wirtschaftliche Kooperationen mit diesem Land geht.
Woran liegt das?

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marc.koch 18.01.2019, 10:13
9. @2 Bericht wirklich gelesen?

... und verstanden? Fraktionen bilden sich aus den jeweiligen Parteien in den Ländern mit den gleichen Zielen. Das ist vollkommen normal. Es ist an der Zeit mal darüber nachzudenken, daß man gerne im Urlaub in Euro bezahlt, aber gerne auch auf die EU draufhaut. Wäre daher auch eine wiederholte Aufgabe der Politik, der Medien und der Ausbildung den Leuten, gerade auch denen mit einfacherem Weltbild, klarzumachen, daß wir in Deutschland am meisten von der EU profitieren.

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