Forum: Wirtschaft
Freihandelsabkommen: Merkel wirbt bei Gewerkschaften für TTIP
AFP

Immerhin keine Pfiffe für Angela Merkel - aber auch kein Beifall: Die Kanzlerin startete bei der IG Metall eine Charmeoffensive in Sachen TTIP. Schließlich könne man mit dem Freihandelsabkommen die Globalisierung "vernünftig" gestalten.

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Gebr.Engels 22.10.2015, 18:27
60. Die großen Rückschritte

Seit mindestens 15 Jahren wird in diesem Lande schon Politik für die Konzerne und gegen die Menschen gemacht -und immer wird dies mit dem Begriff "Globalisierung" begründet ob nun die sog. Europäische Einigung der Euro, die Deregulierung des Arbeitsmarktes (also die Einführung von billig teilzeit, Befristung und Leiharbeit zur Verdrängung von fair bezahlter Festanstellung), die großen Bankenrettungen in 2010 oder jetzt TTIP/Ceta- immer wird uns dies mit der Globalisierung die ja angeblich ein Fortschritt für die Menschen darstellen soll, aber in Wirklichkeit immer ein Rückschritt ist, begründet.
Im Falle Ceta (Abkommen mit Kanada) hat es ja mit Vattenfall in Hamburg schon einen Prezedenzfall gegeben, hier wurden Umweltauflagen zurückgenommen weil Vattenfall in Übersee geklagt hat. Wie wird es dann erst mit TTIP aussehen? Wir werden schon sehen was wir -und sie Frau Merkel- davon haben, denn kommen wird es ganz sicher, denn die Konzerne setzen sich immer durch, Demokratie hin oder her.

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egmc2 22.10.2015, 21:07
61.

Zitat von kurt1205
Weil andere Länder diese Dinge gut finden ist die logische Konsequenz, dass auch Deutschland dies tun muss. Unreflektiertes individuelles Denken ist eines der großen Probleme unserer Zeit. "Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen" ist Ihnen mit Sicherheit unbekannt. In Ihrer Aussage, dass die Mehrheit der EU Bürger TTIP für richtig hält, ist nicht ganz korrekt. Es ist immer abhängig davon, wer eine Umfrage gemacht hat. So gibt es zum Beispiel Umfragen, in denen ca. 60% der Befragten nicht wüssten ob TTIP gut oder schlecht ist und somit keine Meinung hätten. Also bleiben 40% übrige die sich dann in die zwei Lager pro und contra teilen...Dann von der Mehrheit zu sprechen ist schon etwas gewagt. Was aber alle Bürger in den Mitgliedstaaten unisolo kritisieren, ist die Intransparenz...und schon aus diesem Grund "NO TTIP"
Es ist nicht die logische Konsequenz. Ich schrieb lediglich, dass es auffallend ist und zu denken geben sollte.
Die ganze Anti-TTIP Kampagne wird zumeist ideologisch geführt. Da wird z.B. allen Ernstes behauptet, der Verbraucherschutz in den USA sei niedriger als der deutsche. Wenn Kant´s Ausspruch in D Ernst genommen würde, dann würde diese Debatte sachlicher und konstruktiver ablaufen.

Meine Aussage, dass die Mehrheit der EU-Bürger TTIP positiv sieht, ist korrekt. Im Herbst 2014 waren 58 % der EU-Bürger TTIP gegenüber positiv eingestellt.

Zitat: "41% der Deutschen sind gegen ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA. 39% sind
dafür und 20% haben zu dieser Frage keine Meinung. Europaweit ist eine klare Mehrheit für ein solches
Abkommen (58%). Dagegen sind 25% und unentschieden sind 17% der Befragten. Befürworter eines
solchen Abkommens sind vor allem Litauer (79%), Malteser (75%), Rumänen (75%), Niederländer
(74%), Polen (73%), Esten (72%), Dänen (71%) und Iren (71%). Ähnlich skeptisch wie die Deutschen
sind nur noch die Österreicher (53%) und Luxemburger (43%). In allen anderen Ländern der EU finden
sich derzeit Mehrheiten für ein Handelsabkommen mit den USA."
Quelle: http://ec.europa.eu/public_opinion/archives/eb/eb82/eb82_de_de_nat.pdf

Die Tendenz ist auf jeden Fall klar.

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13wahlstratege 23.10.2015, 12:31
62. Na ja, wenn es halt nicht anders geht,

Zitat von windpillow
Die Gewerkschaften sollten sich mal erinnern, welche Macht sie -vereint- haben. Sie könnten dieses TTIP locker verhindern -wenn sie wollten.
Ihr Opa, der hatte schon immer "Bimbes" im Sack, wenn es um die "Vereinnahmung" unentschiedener "Gegner" in konservative Gefilde zu überführen. Was Fru Merkel (meine norwegische Tastatur erinnert mich ständig an Willy Brandt, dem einzigen Friedensnobelpreisträger aus deutschen Landen) anbelangt tourt sie bereits seit einiger Zeit mit den Vorstellungen der Obama Administration durch Deutschland und Europa und redet die Dinge schöner, als sie verpackt daherkommen.

TTiP bleibt für mich der Totengräber demokratischer Ideen, die schon seit längerer Zeit in den Vereinigten Nord-amerikanischen Staaten ausgedient haben. Wer über den Horizont denken darf, sofern ihm Zeitung mit den dicken, fetten roten und schwarzen Balken das genehmigt, der sollte das "schnöde" Volk nicht für dümmer verkaufen wollen, als angenommen werden kann. Den Spielregeln einer Demokratie widerspricht die Vorstellung, wenn auf der einen Seite die soziale Komponente um die Gewerkschaften herum entsorgt werden, andererseits um die Mitwirkung bei angesagtem Volkeswillen die Gewerkschaften der "Aufklärung" bedürfen, was rechtens für ihr Klientel bleibt.

Um es auf den Punkt zu bringen, Fru Merkel. Jeden Freitag und Samstag hat es Brot und Spiele in Stadien von 50-80 Tsd Zuschauern, versuchen Sie doch einfach dort ihr Glück. Ich bin fast sicher, es werden Ihnen wahrscheinlich mehr Menschen die Hand zum Gruße reichen, als Ihnen lieb sein kann. Gesten bedürfen manchmal reiner Aufklärung, bevor diese dann unmißvertändlich als "Protestanten" oder gar als "Revolutionäre" sich verstanden wissen wollen. Sozusagen Ihr Heimspiel.

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