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Fressbuden statt Kleinkunst: Wie der Weihnachtsmarkt zum Volksfest verkommt
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Elche statt Christsterne, Glühwein statt Kleinkunst: In Deutschland gibt es so viele Weihnachtsmärkte wie nie, die Umsätze steigen - nur ihr urtümlicher Charakter geht verloren.

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Crom 18.12.2018, 19:54
20.

Leider wird eher Kitsch statt Handwerkskunst angeboten. Ich war letztens auf einem Weihnachtsmarkt und habe nicht einmal mehr ein Schwibbogen mit traditionellen Schneeberger Motiv gefunden. Dafür Kitsch, Kitsch und nochmals Kitsch. Ich habe dann im Internet gekauft, dort findet man mittlerweile mehr traditionelle Handwerkskunst als auf dem Weihnachtsmarkt.

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krusti74 18.12.2018, 19:56
21. Grundsätzlich richtig...

aber wann hat denn der Autor seine letzte Krippe für 300 € auf dem Weihnachtsmarkt gekauft? Nur vom bestaunen können die Kunsthandwerker nicht leben. Meist bleibt´s nun mal bei ner Wurscht und drei klebrigen Glühweinen.

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KayYou 18.12.2018, 19:58
22. Weihnachtsmärkte?

Wenn ich die rechten Empörungsmedien recht in Erinnerung habe, gibt es die doch gar nicht mehr.
Trotzdem. Ich muss mit den Kindern noch hin. Wir brauchen noch ein Geschenk für die Oma, und am Dom gibt es jedes Jahren jemanden, der genau das richtige herstellt.
Anschließend eine Kleinigkeit in einem Lokal in der Stadt essen. Das ist billiger und gemütlicher als am Stand zwischen angeschickerten Frauentrupps.

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graf koks 18.12.2018, 20:00
23. Kleinkunst als Deko

Aussteller, die originelles oder künstlerisches anbieten, werden von den Veranstaltern dringend gebraucht. Sie schaffen das Flair, sozusagen die Deko, damit die Stände mit Speisen und Getränken überhaupt Kundschaft kriegen. Das gleiche Problem gibt es bei Straßenfesten usw. wo sich dann noch diverse Plünnenverkäufer dazugesellen. Vielfach bekommen Anbieter von Kunst und Handwerk gratis Stände, was durchaus Sinn macht.

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nadennmallos 18.12.2018, 20:02
24. Oha, aufgewacht SPON? Das ist doch schon seit Jahren so ...

dass die gelangweilten Bundesbürger immer wieder was Neues brauchen. Und Weihnachten fängt doch schon seit langem im Oktober an, wenn man die ersten Lebkuchen im Laden findet. Wir wollen halt immer mehr, immer alles und zwar sofort. Ach ja, billig darf's auch noch sein (Bitte mal am Glühweinstand drüber nachdenken, was man da runterschüttet! Lol!). Das alles ist eine normale Erscheinung der Überflussgesellschaft.

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zeichenkette 18.12.2018, 20:02
25. Sensation!

Ein Markt funktioniert nach den Gesetzen des Marktes! Wer hätte das gedacht! Ernsthaft, die typischen Fress- und Saufstände sind eine Goldgrube, deshalb gibt es davon so viele und deshalb kosten sie soviel Standmiete und deshalb freuen sich die Städte darüber. Der ganze Rest ist mit wenigen saisonalen Ausnahmen derselbe Kram, den man auf allen Kunsthandwerkermärkten das ganze Jahr über auch findet. Dass man mit selbstgemachten Dingen auf solchen Märkten bestenfalls seine Arbeitszeit wieder reinkriegt, ist nicht neu: Wer Geld verdienen will, muss billig eingekaufte waren teuer verkaufen lassen von Leuten, die selber wenig verdienen, also nicht selber arbeiten, sondern andere für sich arbeiten lassen. Das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Wenn man da gegensteuert, erreicht man nur, dass kaum noch jemand auf diese Märkte geht, denn die Leute wollen halt vor allem atmosphärisch umrahmt Glühwein trinken und fettige oder süße Sachen essen. Soll einem auch völlig egal sein, denn wer das nicht will, der muss ja keinen Glühwein trinken, sondern kann sich die "korrekten" Stände raussuchen. Kurz: Ja, das kann einen schon aufregen, so wie schlechtes Wetter, aber damit muss (und kann) man durchaus leben. Und ganz im Ernst: Ja, auch Glühwein kriegt man zuhause billiger, aber dafür geht man nicht auf den Weihnachtsmarkt Glühwein trinken. Es ist rappelvoll an den richtigen Ständen, man ist unter Leuten, trifft den einen oder die andere und darum geht es letztlich, genau wie in der Kneipe. Man muss daraus wirklich keinen Skandal machen, das ist reine Klickwirtschaft... professionelles Trollen in der Aufmerksamkeitsökonomie halt, letztlich auch nur: Marktwirtschaft.

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holyowly 18.12.2018, 20:07
26. Es is, wie es is...

Mir gefällt der Sauf- und Fressmarkt nicht, aber ich denke, dass jede Generation das geboten bekommt was sie haben will. So geschäftstüchtig sind die Händler schon das sie das bieten was Leute wollen.
Für meine Generation Ü50 ist das nicht mehr verlockend. Ich kauf dann meine Weihnachtsdeko und die Geschenke halt online.

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MarkusW77 18.12.2018, 20:09
27.

immer offener weiß ich nicht. Wir waren jetzt in Goslar auf dem Markt, wir haben nicht einen ( nicht westlichen) Ausländer gesehen. Und das obwohl der echt mehr als überfüllt war. Kleinkunst auch recht wenig. Aber schön isser dennoch. Interessant finde ich, das die weite Verbreitung der Märkte erst wie im Artikel beschrieben erst in den 60ern aufkam. Welch Veränderung. Unsere Konservativen bekommen ja heute schon Schnappatmung, wenn ein Weihnachtsmarkt plötzlich Wintermarkt heißt.

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susybntp11-spiegel 18.12.2018, 20:09
28. Deckt sich doch...

...mit der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung, sobald der Einzelhandel aus den Dörfern, Städten verschwindet macht ne Fressbude auf, kultureller Hintergrund ist dann bei jedem die Herkunft, Grichenland, Italien, Türkei, China, Indien usw. Meiner Meinung nach, wird dort die Kohle gewaschen die es bis dahin nicht auf den offiziellen Markt geschafft hat.

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leserin_45 18.12.2018, 20:15
29. Standgebühren

Wie wäre es, wenn die Städte und Gemeinde diese horrenden Standgebühren einmal auf ein verträgliches Maß herunterschrauben würden, so dass den Budenbetreibern auch bei nicht so üppigen Verkäufen ein Gewinn bleibt? Es ist WAHNSINN, was da teilweise verlangt wird, und ich wundere mich immer wieder, dass es noch Anbieter gibt, die das mitmachen. (Warum eigentlich, wenn das kaum etwas bleibt an Gewinn? Steuerliche Vorteile?) Andererseits - warum sollten Menschen auf dem WM überhöhte Preise bezahlen, wenn sie die gleiche Ware im Kaufhaus oder Internet 30 % günstiger bekommen? Es ist ja nun nicht so, dass die Waren NUR dort auf dem Weihnachtsmarkt angeboten werden. Und ein Großteil der angebotenen Waren sind ja auch Massenware (überall die gleichen Räucherhäuser und -männchen und all der billige Tand aus Asien).
Gegessen und getrunken wird dagegen immer, und das gehörte auch immer zum Weihnachtsmarkt dazu.

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