Forum: Wirtschaft
Für 90 Prozent der Steuerzahler: GroKo einigt sich auf Teil-Abschaffung des Soli
DPA Jens Büttner

Niederlage für die Union: Die Große Koalition hat sich darauf geeinigt, dass der Solidaritätszuschlag zwar für weite Teile der Bevölkerung abgeschafft wird - aber nicht für die Bestverdiener.

Seite 8 von 10
Strickware 14.06.2019, 19:00
70. Sozialabgaben werden jedes Jahr angepasst. Nicht der Steuertarif.

Mit schöner Regelmäßigkeit werden jedes Jahr die Bemessungsgrundlagen für die Sozialabgaben inflationsbedingt angehoben.
Genauso einfach könnte man den Steuertarif jedes Jahr automatisch an die Inflation anpassen, statt alle Jubeljahre dem Bürger ein kleines Stücke der erschlichenen Mehreinnahmen gnädig zurückzugeben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dagmar1308 14.06.2019, 19:05
71. Die sogenannten besser Verdienenden

in abhängiger Beschäftigung, sagen wir mal als Alleinstehender mit 3500 Netto, zahlt i.d.R. Extrem hohe Miete, da er dieses Gehalt nur erzielt, wenn er sich davor jahrelang, ohne Anrechnung bei der Rente, dafür durch Büffeln an der Uni qualifiziert hat und natürlich nur wenn er regional flexibel ist. D.h. genau ihn trifft die ach so bejammerte hohe Miete bei Neuverträgen in Ballungszentren, wenn er mit kostenlos erwarteten
Überstunden nicht 14-16 Stunden täglich außer Haus sein will.
Also bitte mal nachrechnen, was der über längere Zeiträume gerechnet noch hat von seiner Maloche. Solche Jobs sind mittlerweile stressiger als der eines LKW Fahrers.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Ludwigsburger 14.06.2019, 19:11
72. Was tun? Ganz einfach:

Zitat von malcom1
Liebe Mitforisten, kann die Regierung irgend jemanden etwas recht machen? Egal was die GroKo macht . Es wird nur geschimpft und gemotzt. Erst wird eine Entlastung vom Wähler gefordert, wird sie dann gemacht ist es auch wieder nicht recht. Liebe Wähler was wollt ihr eigentlich?
Soli abschaffen (1) SOFORT und (2) FÜR ALLE. Ich vermute, eine ganze Menge Mitforisten hier befürchten, dass sie zu Gutverdienern deklariert werden. Und/oder dass im Jahr 2021 schlagartig die Vergesslichkeit in der GroKo um sich greift. Außerdem regiert die GroKo seit 2 Jahren. Die Abschaffung des Soli steht im Koaltisionsvertrag. Wieso brauchen die 2 Jahre? Und dann kommt sowas wie diese Entscheidung heraus. Ich wiederhole mich: der Wahlabend der BTW 2021 wird für CDU/CSU und SPD grausam werden. Und nein: ich würde mich dann überhaupt nicht darüber freuen. Ich fände es aber wohlverdient.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dagmar1308 14.06.2019, 19:18
73. Zu Nr. 55, kalte Progression

Üblicherweise gibt es mehr Lohn wegen steigender Preise, damit man nicht schlechter gestellt ist als vorher. Dann, damit man ein größeres Stück vom Überschußkuchen als abhängig Beschäftigter gegenüber dem Kapitaleigner erhält. Drittens wegen gesteigerter Produktivität.
Am einfachsten ist dies wegen der
Preise. Durch die progressive
Einkommenssteuer, die nach dem Leistungsfähigkeitsprinzip o.k. ist, man kann allerdings über den
Verlauf streiten. Wird von dem Mehr an Lohn wegen der erhöhten Preise etwas mehr als vorher von dem zusätzlichen
Lohn an den Staat zwangsweise abgeführt.Das muss alle paar Jahre korrigiert werden, was die letzten Jahre meist still und heimlich wegfällt. Lediglich wegen einer Verfassungsgerichtsklage wird das steuerfreie Existenzminimum jährlich entsprechend der Inflationsrate erhöht.
Fast niemand bemerkt dies also. Politikern ist das rech, denn so können sie mit den zusätzlichen Scheinen uns zu den Wahlurnen lenken...... Die lassen sich durch den „Betrug“ auch noch fürstlich belohnen und,es werden auch immer mehr, wie das zweitgrößte Parlament der Welt mit dem Apparat dahinter immer Träger wird, wenn man verschiedene Felder wie Umwelt, Tierschutz, Digitales, usw. laufend hört.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
curiosus_ 14.06.2019, 19:24
74. Falsch, es werden ja nicht..

Zitat von Strickware
Mit schöner Regelmäßigkeit werden jedes Jahr die Bemessungsgrundlagen für die Sozialabgaben inflationsbedingt angehoben. Genauso einfach könnte man den Steuertarif jedes Jahr automatisch an die Inflation anpassen, statt alle Jubeljahre dem Bürger ein kleines Stücke der erschlichenen Mehreinnahmen gnädig zurückzugeben.
..breits bezahlte "erschlichenen Mehreinnahmen gnädig zurückgegeben", durch eine Anpassung wird nur dafür gesorgt, dass der Satus quo unmittelbar nach der letzten Anpassung wieder hergestellt wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
geschwafelablehner 14.06.2019, 19:49
75.

Zitat von kumi-ori
Was die große Koalition nicht bedenkt: immer mehr "Höchstverdiener" gehen in den vorzeitigen Ruhestand, weil es sich für sie steuerlich nicht mehr rechnet, zu arbeiten. In meiner Firma versuchen immer mehr Kollegen, wenn sie sich ein wenig zurücklegen konnten, ab dem 60. Lebensjahr aufzuhören zu arbeiten, weil sie an einem Tag Arbeiten gerade mal 10 Euro netto mehr verdienen, als wenn sie gleich nichts tun. Diese Tendenz wird sich durch solche Maßnahmen weiter fortsetzen.
Was sind das für seltsame Menschen?
Das gegenwärtige Rentenniveau liegt bei 48,1 % vom durchschnittlichen Bruttolohn - bei 45 Arbeitsjahren; wenn man mit 60 in Rente geht, hat man wohl maximal 40 Jahre gearbeitet, also ein Neuntel weniger, also ca. 43%; dazu kommen die Abschläge für vorzeitige Rente - mit 60 statt im Augennblick 66 bedeutet 6 Jahre a 12 Monate a 0,3% Rente weniger, macht also nochmal 21,6% weniger Rente, also weniger als 35% vom durchschnittlichen Brutto;
Wenn ich dicht an der Beitragsbemessungsgrenze bin, hab ich maximale Abzüge - 46% Abzüge, knapp 54% bleibt; alles darüber erhöht zwar das Netto, aber nicht die Rente; der Unterschied von mindestens 54% und 35% vom Netto macht also bei ihren Mitmenschen 10 Euro am Tag aus, das hieße, die kriegen maximal 100%/19% * 10 Euro * 30 Tage, also ca. 1500 Euro Brutto ... aber bei 1500 Euro Brutto hat man nur 25% Abzüge, also 75% Netto Arbeiten gegen 35% Rente, also machen die 10 Euro jetzt 40% vom Netto aus, also 25 Euro pro Tag mal 30 Tage - macht also 750 Euro im Monat Brutto, das wären dann maximal 4 Stunden am Tag zum Mindestlohn ...
Also entweder ihre Kollegen haben einen wirklich schlechten Job, oder einen wirklich schlechten Rentenberater ...
Prinzipiell könnte es natürlich sein, dass nicht der Verdienst mit vorgezogener Rente verglichen wird, sondern der Verdienst mit Grundsicherung/Hartz4 - allerdings nützt dann das zurückgelegte Geld nix, weil die das erst ausgeben müssen, bevor die H4 kriegen ...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
suchenwi 14.06.2019, 19:51
76. Grundfreibetrag

Zitat von curiosus_
..breits bezahlte "erschlichenen Mehreinnahmen gnädig zurückgegeben", durch eine Anpassung wird nur dafür gesorgt, dass der Satus quo unmittelbar nach der letzten Anpassung wieder hergestellt wird.
Der Grundfreibetrag sorgt für eine Sockel-Anpassung der Einkommensteuer an die Inflation, und wird jährlich erhöht.
2018: 9000€
2019: 9168€ (+1.87%)
2020: 9408€ (+2.62%)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
liberaleroekonom 14.06.2019, 21:48
77. Es geht hier nicht um Arm gegen Reich

Zitat von burlei
... wird der Soli abgeschafft. Das heißt also, wie in der Koalitionsvereinbarung festgelegt wird greift der Soli demnächst erst ab einem Jahreseinkommen von 62.000 Euro und beträgt da grade mal 84 Euro im Jahr. Siehe dazu auch einen Artikel der "Zeit" vom 18.Dez. 2018: https://www.zeit.de/2018/53/solidaritaetszuschlag-abschaffung-union-steuern-entlastung . Und jetzt bitte nicht mit dem arg strapazierten "Facharbeiter" kommen, ein Maschinenbauingenieur mit Masterabschluss verdienst 49.000 Brutto im Jahr!, ein Mechatroniker 36.000/Jahr, eine Kinderbetreuerin 19.00/Jahr. Das sind die, die von dieser Abschaffung tatsächlich profitieren.
Es geht hier nicht um irgendeine Summe X an Soli für irgendwelche Besserverdiener.

Es geht hier einerseits darum, dass ein bereits jetzt verfassungsrechtlich umstrittener Soli, durch diese zu späte und willkürlich eingrenzende Abbauvariante (Solidarpakt II endet am 31.12.2019 und ist danach für ALLE Betroffenen verfassungsrechtlich nicht mehr zu rechtfertigen) höchstwahrscheinlich endgültig verfassungswidrig wird.
Und es geht andererseits um die steuerrechtlich absolut dilettantische Umsetzung. Gemäß den Ausführungen im Koalitionsvertrag würde nämlich eine neue Gleitzone geschaffen (zu versteuerndes Einkommen ca. 61 bis 76 Tsd. Euro) in der die Steuerzahler mit einer GRENZBelastung von ca. 70 % zu rechnen hätten (42 % EKSt zzgl. darauf 20 % Soli = 50,4 %; ggf. zzgl. 8 bis 9 % Kirchensteuer ergibt zusätzliche 3,36 bzw. 3,78 Prozentpunkte, und dazu noch knapp 20 % Beiträge zur Sozialversicherung trotz Beitragsbemessungsgrenzen). Oder einfacher ausgedrückt: Von 100 Euro Gehaltserhöhung in diesem Bereich, blieben dem Betroffenen dann lediglich ca. 30 Euro übrig.

Dass die CDU/CSU diesen von der SPD ausgedachten Unsinn mit macht, lässt sich eigentlich nur dadurch erklären, dass sie keine Lust mehr hatte gegen die starrsinnige Meinung der SPD anzukämpfen. Warum auch, wenn das BVerfG sowieso spätestens Anfang 2020 ein Machtwort sprechen wird, der diesem Spuk ein Ende setzt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
liberaleroekonom 14.06.2019, 22:17
78. Der Abbau des Soli wird sowieso durch das BVerfG vorgegeben werden

Zitat von liberaleroekonom
Es geht hier nicht um irgendeine Summe X an Soli für irgendwelche Besserverdiener. Es geht hier einerseits darum, dass ein bereits jetzt verfassungsrechtlich umstrittener Soli, durch diese zu späte und willkürlich eingrenzende Abbauvariante (Solidarpakt II endet am 31.12.2019 und ist danach für ALLE Betroffenen verfassungsrechtlich nicht mehr zu rechtfertigen) höchstwahrscheinlich endgültig verfassungswidrig wird. Und es geht andererseits um die steuerrechtlich absolut dilettantische Umsetzung. Gemäß den Ausführungen im Koalitionsvertrag würde nämlich eine neue Gleitzone geschaffen (zu versteuerndes Einkommen ca. 61 bis 76 Tsd. Euro) in der die Steuerzahler mit einer GRENZBelastung von ca. 70 % zu rechnen hätten (42 % EKSt zzgl. darauf 20 % Soli = 50,4 %; ggf. zzgl. 8 bis 9 % Kirchensteuer ergibt zusätzliche 3,36 bzw. 3,78 Prozentpunkte, und dazu noch knapp 20 % Beiträge zur Sozialversicherung trotz Beitragsbemessungsgrenzen). Oder einfacher ausgedrückt: Von 100 Euro Gehaltserhöhung in diesem Bereich, blieben dem Betroffenen dann lediglich ca. 30 Euro übrig. Dass die CDU/CSU diesen von der SPD ausgedachten Unsinn mit macht, lässt sich eigentlich nur dadurch erklären, dass sie keine Lust mehr hatte gegen die starrsinnige Meinung der SPD anzukämpfen. Warum auch, wenn das BVerfG sowieso spätestens Anfang 2020 ein Machtwort sprechen wird, der diesem Spuk ein Ende setzt.
Ich hatte noch vergessen die Quellen zu meinen Ausführungen anzugeben:

1. Die absolut dilettantischen Abbauvorschläge der SPD und die leistungsfeindlichen Grenzbelastungen in der Gleitzone (ca. 61.000 bis 76.000 Euro zu versteuerndes Einkommen) lassen sich hier sehr gut nachlesen:
https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Gutachten/PDF/2018/IW_Gutachten_Soli_Freigrenze_Sondierungsergebnis.p df

2. Die höchstwahrscheinliche Verfassungswidrigkeit, lässt sich eigentlich in jedem Gutachten dazu nachlesen. Sehr ausführlich beispielsweise hier:
https://www.insm.de/fileadmin/insm-dms/text/steuern-finanzen/Gutachten-Kube-zum-Solidaritaetszuschlag.pdf
Und ganz aktuell in einem von Ex-Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier erstelltem Gutachten.
https://www.fdpbt.de/sites/default/files/2019-05/Papier_Soli-Gutachten.pdf

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Racer2017 14.06.2019, 22:46
79. Statt den Reichen

Sollten die Flüchtlinge den Soli zahlen. Als Geste der Dankbarkeit an die Deutschen Steuerzahler

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 10