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Fusionspläne: ThyssenKrupp schmiedet neuen Stahlkonzern mit Tata
DPA

Nach langen Verhandlungen haben ThyssenKrupp und der indische Konzern Tata zusammengefunden: In Europa wollen sie ihre Kräfte zum dann zweitgrößten Stahlhersteller bündeln. Die Pläne bedrohen Tausende Jobs.

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hugotheKing 20.09.2017, 08:15
1. Der Krieg, der nie gewonnen werden konnte...

Genauso wie in vielen anderen Branchen konnte ThyssenKrupp diesen Krieg nie gewinnen. Einst verkaufte Thyssen sein Stahlwerk nach China. Die Chinesen montierten die Teile in Deutschland ab und bauten 1:1 in China wieder auf. Dort konnten sie zu einem Bruchteil des Preises hier produzieren. Das Überangebot und die Standortvorteile in China (Subvention, niedrigere Produktionskosten) gaben dann den Rest auf der Preisseite.

Auf der Innovationsseite hat ThyssenKrupp nicht viel gemacht. Zwar hört man viel aus dem Fahrstuhlgeschäft, aber im Stahlgeschäft kommen die Innovationen z.B. aus Südkorea. Der südkoreanische Stahlhersteller Posco meldete vor Jahren neue Stahlherstellungsverfahren FINEX, das nicht nur Kostenvorteile, sondern auch Vorteile hinsichtlich Umweltbelastung verspricht. Dem Unternehmen gelang die Herstellung von sog. Gigastahl - damit ist eine neuartige Stahlsorte gemeint, die hohe Zugfestigkeit besitzt und trotzdem sehr leicht ist. Posco stieg parallel auch in Herstellung von Elektrodenrohmaterial für die Batterieherstellung ein. Kein Wunder, dass das Unternehmen zu dem innovativsten Stahlhersteller der Welt zählt.

Deutschland als Hochlohnland hat eigentlich nur einen Ausweg aus dieser Sandwichlage herauszukommen. Er heißt Innovation. Innovation gibt es nicht zum Nullpreis. Dazu gehört viel Mut und Investition in die Zukunft. Das hat bei ThyssenKrupp leider gefehlt. Die Fusion mit Tata wird das generelle Problem nicht beheben.

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Lutrina 20.09.2017, 08:24
2. Aus für Duisburg?

Ich prognostiziere mal das Ende der Hochöfen 1 und 9 in Duisburg unmittelbar nach Auslaufen der Arbeitsplatzgarantien Anfang der 20er Jahre. nach dem Ende der Groblechproduktion wird man ohnehin Überkapazitäten haben.
Zumindest die Grünen werden jubeln, wird ja böses CO2 eingespart. Chinesen werden das wohl auch mit Wohlwollen betrachten.

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kjeldahl 20.09.2017, 08:26
3. Vor der Wahl - und keiner merkt die Bedeutung...

... Dieser Nachricht.
Nachempfunden das Management von Thyssen Krupp Unsummen vernichtet hat und dafür - wie immer - nicht wirklich zur Rechenschaft gezogen wurde, dürfen die Stahlarbeiter einmal mehr die Zeche zahlen.
Technologie wird wieder in Ausland verhökert, Duisburg darf noch ein paar mehr Arbeitslose durchfüttern... Aber Hauptsache unseren "Eliten" geht es gut.

Wenn ich da an die aktuelle CDU Merkel Reklame denke. .. Wird mir schlecht. Von ihr wird sicher nichts kommen um das zu verhindern.

Unsere Zukunft in D ist mies. Aber "Deutschland geht es gut..." ja klar.

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Lutrina 20.09.2017, 08:35
4.

Zitat von hugotheKing
Genauso wie in vielen anderen Branchen konnte ThyssenKrupp diesen Krieg nie gewinnen. Einst verkaufte Thyssen sein Stahlwerk nach China. Die Chinesen montierten die Teile in Deutschland ab und bauten 1:1 in China wieder auf. Dort konnten sie zu einem Bruchteil des Preises hier produzieren. Das Überangebot und die Standortvorteile in China (Subvention, niedrigere Produktionskosten) gaben dann den Rest auf der Preisseite. Auf der Innovationsseite hat ThyssenKrupp nicht viel gemacht. Zwar hört man viel aus dem Fahrstuhlgeschäft, aber im Stahlgeschäft kommen die Innovationen z.B. aus Südkorea. Der südkoreanische Stahlhersteller Posco meldete vor Jahren neue Stahlherstellungsverfahren FINEX, das nicht nur Kostenvorteile, sondern auch Vorteile hinsichtlich Umweltbelastung verspricht. Dem Unternehmen gelang die Herstellung von sog. Gigastahl - damit ist eine neuartige Stahlsorte gemeint, die hohe Zugfestigkeit besitzt und trotzdem sehr leicht ist. Posco stieg parallel auch in Herstellung von Elektrodenrohmaterial für die Batterieherstellung ein. Kein Wunder, dass das Unternehmen zu dem innovativsten Stahlhersteller der Welt zählt. Deutschland als Hochlohnland hat eigentlich nur einen Ausweg aus dieser Sandwichlage herauszukommen. Er heißt Innovation. Innovation gibt es nicht zum Nullpreis. Dazu gehört viel Mut und Investition in die Zukunft. Das hat bei ThyssenKrupp leider gefehlt. Die Fusion mit Tata wird das generelle Problem nicht beheben.
Das verkaufte Stahlwerk war nicht von Thyssen, sondern von Krupp. Die Chinesen haben übrigens etliche Teile nicht nach China verschifft da veraltet. Nur die Kokerei ist komplett nach China gegangen.

Forschung und Innovationen kosten leider Geld, daher bei BWLern nicht beliebt. Wozu soll man auch in Forschung investieren wenn man mit dem Geld lieber bunte Werbebroschüren drucken könnte? In Gelfrisuren,PowerPoint, Anzug und Sonnnebrille ist das Geld ohnehin besser angelegt.

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vomDeich 20.09.2017, 08:46
5. Trauerspiel und Steuerflucht

Interessant, dein Deutscher Stahlhersteller - ein Konzern - bündelt die Stahlsparte und "Der Sitz des neuen Unternehmens soll in den Niederlanden liegen".....nach meiner Kenntnis ergeben sich dadurch erhebliche Steuereinsparungen......wie immer, den Rest übernimmt dann eben hier das/unser Sozialsystem, wir haben aber auch ganz tolle Manager...

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INGXXL 20.09.2017, 09:10
6. #4

Ach irgend wann ist in alten Technologien nicht mehr viel mit Innovation. Da geht es nur darum das Produkt möglichst billig herzustellen und das ist in einem Hochlohnland schwierig. Arbeitskräfte werden in diesem Bereich in Europa so oder so ab
gebaut

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thommy2130 20.09.2017, 09:58
7. Keine Ahnung

Hier schreiben Personen ihre Meinung die keine Ahnung haben. Von wegen Thyssen Krupp hat keine Innovationen geschafft. Litecore, Trippstähle, Dualphasenstähle usw. alles Tyssen Krupp erfindungen. Schaut euch mal das Forschungszentrum in Duisburg an, dort ist alles mit modernster technik ausgestattet.
Bei der Fusion geht es um konsolidierung die mal wieder in Europa stattfindet wie in den 90ér Jahren. Da unsere Politiker nicht den Mut haben den Chinesen die Stirn zu bieten produzieren die mir ihren dreckigen Werken weiter Stahl den sie in Europa verkaufen. Da Lob ich mir Donald Trump. Der hat Strafzölle auf chinesischen Stahl auf über 200% hochgedreht. Überkapazitäten sind dort kein Thema. So schützt man die heimische Stahlindustrie.

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Lutrina 20.09.2017, 10:22
8.

Zitat von thommy2130
Hier schreiben Personen ihre Meinung die keine Ahnung haben. Von wegen Thyssen Krupp hat keine Innovationen geschafft. Litecore, Trippstähle, Dualphasenstähle usw. alles Tyssen Krupp erfindungen. Schaut euch mal das Forschungszentrum in Duisburg an, dort ist alles.....
Wenn ThyssenKrupp so furchtbar innovativ ist wie Sie behaupten, warum sollten die dann chinesichen billig-Massenstahl fürchten? Wozu dann Schutzölle wenn man doch so viel innovativer ist als die Chinesen?

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mundusvultdecipi 20.09.2017, 10:39
9. Nirosta..

Zitat von thommy2130
Hier schreiben Personen ihre Meinung die keine Ahnung haben. Von wegen Thyssen Krupp hat keine Innovationen geschafft. Litecore, Trippstähle, Dualphasenstähle usw. alles Tyssen Krupp erfindungen. Schaut euch mal das Forschungszentrum in Duisburg an, dort ist alles .....
..war auch mal eine innovative Erfindung von TK.Auch die Sparte ist längst an die Finnen verkauft.Woran liegts?

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