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Garantielast durch Altverträge: Lage für deutsche Lebensversicherer wird brenzliger
DPA

Hohe Garantien für Altverträge: Rund ein Drittel der deutschen Lebensversicherer schafft die Erträge nicht mehr, um garantierte Zinsen und nötige Reserven zu decken. Neue Erlösquellen müssen her.

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janowitsch 20.11.2017, 08:58
1. Managementversagen

Tja, hätte man in der Vergangenheit nicht so hohe Summen an die Kapitaleigner gezahlt, sondern ausreichende Rücklagen für die vertraglich eingegangenen Verpflichtungen gebildet, würde man auch die Niedrigzinszeit locker überstehen. Lieber hat das verantwortliche Management die Erträge und Beiträge der Versicherten verfrühstückt, Erträge ausgeschüttet, sich Boni gegönnt und nun sehen die Versicherten und die Mitarbeiter der Versicherungsunternehmen in die Röhre.

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torgrun 20.11.2017, 09:01
2. Ach, halb so schlimm...

Die "Politik" wird sich im Interesse der Konzerne schon darum kümmern. Wetten, dass die Versicherten am Ende - wie immer - die Dummen sind? Aber schön weiter Propaganda für die private Riester- und Betriebsrente machen; die helfen ja, die Rentenlücke zu schließen... Ich lach mich tot.

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rainer_daeschler 20.11.2017, 09:06
3. Rettung ist sicher

Die passende Gesetzesänderung zur Rettung der Lebensversicherer wird nicht auf sich warten lassen. Durch das Scheitern von Jamaika wissen sie nur noch nicht, wem sie die jetzt diktieren sollen.

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echobravo 20.11.2017, 09:22
4. Versicherung

Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage und der unsicheren Rahmenbedingungen hatte man große Hoffnungen in die FDP gesetzt, die als wirtschaftsliberale Macht den Versicherungen gestattet hätte, zusätzliche Gebühren für die Aufrechterhaltung von Altverträgen zu erheben. Nun müssen die Anleger, in deren Depot sich die Aktien der Lebensversicherungen befinden, sich auf geschmälerte Gewinne einstellen. Diese sind natürlich steuerlich absetzbar (vgl. Paradise Papers). Die im Artikel zutreffend als "andere Ertragsquellen" bezeichneten Personen können letztlich nur die Versicherten selbst sein, oder diejenigen, die allen Warnungen zum Trotz heute noch Lebensversicherungen abschließen.

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benjamin_grimmer 20.11.2017, 09:27
5. Naja

Bereits eine Minute Suchmaschine zeigt: Die Allianz gibt in der Jahresbilanz für 2016 einen Ertrag nach Steuern von 7,3 Mrd. Euro an. Das ist doch Lobby-Kacke hier so einen auf Tränendrüse zu machen. Wenn mein Vertragspartner Probleme hat, seinen Vertrag zu erfüllen, erwarte ich einen Anruf, ein Schreiben mit entsprechender Info und ausführlicher Begründung, dann kann man sich zusammen setzen und eine Lösung finden. "Ich hab kein Geld" ist halt kein Grund, wenn man siebenstellige Erträge ausweist. Das hier ist Öffentlichkeitsarbeit der Konzerne, damit es jeder schon mindestens zehnmal gehört und wenn Politik entsprechend dereguliert, im Hinterkopf abgespeichert hat. Hören Sie doch bitte auf, sich vor diesen Karren spannen zu lassen!

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verbal_akrobat 20.11.2017, 09:31
6. Ohjehjeh

"...Dank hoher Bewertungsreserven reichen die Kapitalanlagen der Lebensversicherer im Marktschnitt aus, um die Anforderungen an die Garantien fast 3,5-mal zu finanzieren, rechnete die Assekurata vor..."

NA DANN KANN MAN JA NUR HOFFEN, dass die Bewertung der entsprechenden "Reserven" HOCH bleibt!!!
(schönen Tach noch)

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kumi-ori 20.11.2017, 09:32
7.

Wären die Versicherungen seriös, würden Sie die Altverträge in ein neu gegründetes Tochterunternehmen abspalten und dieses dann gezielt in Konkurs gehen lassen. So, wie sie es derzeit machen, werden möglicherweise auch die Kunden mit anderen Versicherungen in Haftung genommen, falls die Versicherung den Ansprüchen der Altverträg enicht gerecht werden kann. Erst neulich hat ein Vertreter offenbar meinem gerade erst volljährigen Sohn eine Kapitallebensversicherung aufgeschwatzt. Wir sind gerade so aus dem Vertrag wieder rausgekommen, er hätte sonst wohl sein Geld nie wieder gesehen.

Man sollte sicher aufpassen, dass man künftig nur noch Anlagen wählt, die auf einem Sonderkonto verwaltet werden, um nicht zur Querfinanzierung herangezogen zu werden.

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der Hans 20.11.2017, 09:38
8. Oh nein das kann doch nicht sein

Erstaunlicherweise sind die Glaspaläste immer gewachsen. Boni wird es auch zukünftig geben.

Also, los Leute, spendet für verarmte Versicherungen. Charity-Galas müssen her und ein Red-Nose-Day für Versicherungen. Jahrelang einen auf dicke Hose machen und den Leuten das Blaue vom Himmel erzählen und dann rumheulen wenn die Party vorbei ist. Geht jedem kleinen Unternehmer so. Kein Mitleid dafür, ich hoffe die Versicherten sind nicht die Leidtragenden am Ende. Man weiß ja nie welcher Klausel auf Seite XX der AGBs dies möglich macht. Frei nach dem Motto der Garantiezins war nicht so gemeint, eher eine Anschauungsbeispiel.

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Flugor 20.11.2017, 09:44
9. Ist das nicht Betrug Seitens der Anbieter?

Jene Anbieter haben doch schließlich langfristige Versicherungsverträge mit kurz laufenden Wertpapieren "finanziert". Korrekt wäre es doch gewesen, wenn jedem Versicherungsvertrag Wertpapiere mit ähnlich langer Restlaufzeit gegenüber gestanden hätten.

Auf mich wirkt diese von den Anbietern vorgenommene Fristentransformation wie Betrug am Kunden:
Man hat mehr Verträge verkauft, als man seriös hat finanzieren können.

Wie nennt man es, wenn jemand ein Produkt verkauft hat, welches er gar nicht liefern kann?

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