Forum: Wirtschaft
Garantielast durch Altverträge: Lage für deutsche Lebensversicherer wird brenzliger
DPA

Hohe Garantien für Altverträge: Rund ein Drittel der deutschen Lebensversicherer schafft die Erträge nicht mehr, um garantierte Zinsen und nötige Reserven zu decken. Neue Erlösquellen müssen her.

Seite 2 von 5
FranzGeorgA5 20.11.2017, 09:46
10. Gier, Gier und noch mehr Gier

Wenn man jahrelang alle Gewinne abgreift bleibt natürlich nichts für die Kunden über... Wenn der Gesetzgeber nicht einen Mindest-Zins vorschreiben würde, würden die Kunden gar nichts sehen, weil alles an die Anteilseigner gehen würde.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rolli 20.11.2017, 09:49
11.

Im Jahr 2003 waren nahezu alle Lebensversicherer, auch die grossen, von einer Pleite bedroht. In derselben Bundestagssitzung als Eichel den Rentnern 1.5 Mrd. Euro abknöpfte, beschloss dann der Bundestag eine Steuersubvention für die Lebensversicherer in Höhe von 6 Mrd. Euro. Wetten, dass das ebenso wieder kommt?!


rolli

Beitrag melden Antworten / Zitieren
neowave 20.11.2017, 09:51
12. Nachtigall, ick hör dir trapsen...

Nachtigall, ick hör dir trapsen... Liest sich wie der Auftakt zu einem weiteren, Politiker gestützen millionenfachen Rechtsbruch zu Lasten von Bürgerinnen und Bürgern. Und das nur, damit es einigen wenigen nicht etwa besser geht (die haben schon längst alles, was man so haben kann), sondern nur, damitse noch reicher werden. Hinzu kommt, dass die Versicherungen (= Schattenbanken) allesamt unterm Strich goldgeränderte Bilanzen produziert haben und weiter produzieren. Nur mal so zum Vergleich: Jeder, der unverschuldet arbeitslos wird und, weil er z.B. Ü50 ist, keinen neuen Job findet, bekommt erst dann Hartz 4, wenn er alles, gnadenlos restlos alles was er in seinem Berufsleben aufgebaut hat, verfrühstückt hat und inner Unterhose dasteht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Svenner80 20.11.2017, 10:01
13. Das Leben kann schon hart sein

Tja, dass Leben kann schon hart sein. Da lebt man jahrzehntelang gut mit einem "Lizenz-für's-Geld-Drucken" Modell in einer relativen Hochzinsphase
... die Leute haben fleißig eingezahlt und am Ende eine Leistung bekommen, die mit viel Glück vielleicht die Inflation ausgeglichen hatte, mit etwas Pech gerade einmal dem eingezahlten Betrag entsprach und mit noch mehr Pech sogar weniger als diesem

... die Versicherungen haben teure Apparate unterhalten
... hätten die Leute ihre "private" AV gemacht (Aktien / Fonds) oder hätte man ganz einfach ein Solidarmodell wie bei der Rente angewendet, wären die Einzahler wesentlich besser gefahren
... nun können durch die Niedrigzinsphase und die laufenden Kosten nicht mal die vertraglich zugesicherten Leistungen erbracht werden
... das ist nicht überraschend, denn Versicherungen sind teure Riesentanker.
FAZIT: Das Problem liegt im System und das System heißt Privatwirtschaft! Abschaffen, diesen Unsinn! Oder fair gestalten. Ein weiteres Beispiel dafür, dass ein staatliches Konstrukt (eben die Rente) ohne Gewinnerzielungsabsicht WESENTLICH besser und im übrigen auch transparenter funktioniert als das private Modell!

Denn wer hatte bei einer kapitalbildenden LV jemals verstanden, wohin das eingezahlte Geld geht, wieviel "Vertriebsprovision" etc. ist und was wirklich zum Nutzen des Kunden angelegt wird?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
auf_dem_Holzweg? 20.11.2017, 10:02
14. wären nicht die Riesengewinne

aus den 60 bis 90ern in den privaten Managementkonten versackt so wären auch noch Reserven vorhanden. Aber wir dürfen uns sicher sein: solange Merkel noch herumdoktort, wird es nicht nur Banken- sondern auch Versicheungsrettungen aus Steuergeldern geben. Oder noch schlimmer: Merkel veranlasst Gesetze, die die alten Versicherungverträge nachträglich für ungültig erklären. Das ist durchaus zu befürchten, und der Dumme ist nach wie vor der Sparer, der um sein bereits versteuertes Geld und ohnehin um seine Rente gebracht wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Teigkonaut 20.11.2017, 10:14
15. Folge der EZB-POLITIK

Die anhaltende Zinsmisere untergräbt das Geschäft mit Lebensversicherungen und gefährdet die Altersvorsorge von Millionen Kunden. Die Entwicklung zeigt, dass der Preis für die gemeinsame Währung hoch ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
werder11 20.11.2017, 10:32
16. daß kapital lv

Zitat von kumi-ori
Wären die Versicherungen seriös, würden Sie die Altverträge in ein neu gegründetes Tochterunternehmen abspalten und dieses dann gezielt in Konkurs gehen lassen. So, wie sie es derzeit machen, werden möglicherweise auch die Kunden mit anderen Versicherungen in Haftung genommen, falls die Versicherung den Ansprüchen der Altverträg enicht gerecht werden kann. Erst neulich hat ein Vertreter offenbar meinem gerade erst volljährigen Sohn eine Kapitallebensversicherung aufgeschwatzt. Wir sind gerade so aus dem Vertrag wieder rausgekommen, er hätte sonst wohl sein Geld nie wieder gesehen. Man sollte sicher aufpassen, dass man künftig nur noch Anlagen wählt, die auf einem Sonderkonto verwaltet werden, um nicht zur Querfinanzierung herangezogen zu werden.
in der aktuellen zinslage quatsch sind, sollte ein versicherungsagent natürlich wissen und die meisten versicherungen bieten sowas gar micht mehr an, außer es sind kombi verträge für rentenfonds - ihre darstellung ist wieder typische antiversicherungs polemik - welches geld hätte er denn verlieren sollen? erstens muß er erst mal was einzahlen und zweitens sind alle eingezahlten beiträge abgesichert - zumindest bei der ergo steht das in jeder police - also sachlich bleiben - außerdem gibts auch gar keine alternative oder wollen SIE ihren sohn absichern?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
marcaurel1957 20.11.2017, 10:34
17.

Zitat von janowitsch
Tja, hätte man in der Vergangenheit nicht so hohe Summen an die Kapitaleigner gezahlt, sondern ausreichende Rücklagen für die vertraglich eingegangenen Verpflichtungen gebildet, würde man auch die Niedrigzinszeit locker überstehen. Lieber hat das verantwortliche Management die Erträge und Beiträge der Versicherten verfrühstückt, Erträge ausgeschüttet, sich Boni gegönnt und nun sehen die Versicherten und die Mitarbeiter der Versicherungsunternehmen in die Röhre.
Es wurden angemessen Dividenden und Gehälter gezahlt, was ist daran ungewöhnlich?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
uwegrossberndt 20.11.2017, 10:38
18. Nun was soll es?

Solange die Unternehmen der Politik die Regeln diktieren können, sind Banken, Versicherungen und Konzerne doch im sicheren Fahrwasser.

Die Bundesregierung hat doch mehr als einmal bewiesen, dass sie kein Problem damit hat das Versagen der Managementebenen abzudecken.
Pragmatischer Lösungsansatz: Die Versicherten bekommen ihre eingezahlten Beiträge bis maximal Betrag xxx aus der Staatskasse.
Es werden Rettungsfonds gebildet aus denen sich Vatter Staat nach belieben bedient.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
von Hinnen 20.11.2017, 10:50
19. Brenzlig?

Dafür verdienen die aber weiterhin mit den Geldanlagen ihrer Versicherten klotzig Geld. Nur geben sie es denen nicht weiter.

Man soll keine Kapital-Lebensversicherung abschliessen, sondern Versicherungsaktien kaufen. Das ist meine Lehre daraus, als ich aus einer Skandia- (fondsgesicherte) Lebensversicherung nach 20 Jahren noch nicht einmal die eingezahlten Beiträge zurück bekam.

Versicherungswirtschaft, das ist längst in organisierten Betrug umgeschlagen. Siehe die Riester-Rente. Man beachte dazu, was die Versicherer mit ihren Berufsunfähigkeits- und Krankentagegeld-Versicherungen im Schadensfall machen. Fast alle Auszahlungen werden verhindert oder verweigert.

Die gesetzlichen Versicherung sind nur graduell besser, aber nicht von der Ethik der Verantwortlichen. Beispiel: was die SPD mit der Berufsunfähigkeitsversicherung im Jahr 2000 gemacht hat: ersatzlose Streichung. Damals waren die 50-jährigen, die auf dem Schutz dieser Versicherung vertrauten (und auch wacker eingezahlt hatten) plötzlich ohne Versicherungsschutz. In dem Alter, wo es mit den Krankheiten und mit der Berufsunfähigkeit beginnt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 5