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GDL-Chef Weselsky: Der Verfassungsrechthaber
DPA

Der Chef der Lokführer-Gewerkschaft lehnt eine Schlichtung ab - und bemüht zur Begründung gleich das Grundgesetz. Geht's nicht eine Nummer kleiner? Nein, denn die GDL muss tatsächlich um ihr Überleben fürchten.

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absentcrisisx 06.05.2015, 09:51
290. kris82

dann können wir ja auch nur die meistgewählte Partei in den Bundestag lassen. man kann sich ja in dieser Partei engagieren. ..

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max-mustermann 06.05.2015, 09:51
291.

Zitat von experiencedsailor
Lokführer durch qualifiziertes Personal aus Indien, China, den Philippinen ersetzen. Die machen das genauso gut, verdienen die Häfte und kennen keine Gerwerrkschaften. Oder man fährt einfach die DB an die Wand, dann gibt´s halt keine gescheite Eisenbahn mehr. Was als Super-Gau gilt, stört seit Maggie Thatcher in UK kein Mensch mehr - man hat sich arrangiert.
Genau und wenn das durch ist streichen wir den Mindestlohn wieder und ersetzen ihn durch einen flächendeckenden Höchstlohn von maximal 1 Euro pro Stunde für alle Arbeitnehmer. Wäre doch gelacht wenn wir es nicht schaffen den Pöbel wieder zur Leibeigenschafft zu verdonnern, der wird sich schon arrangieren, gelle ?

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z10n 06.05.2015, 09:52
292.

Zitat von quidquidagis1
..die GDL hat sich angeblich "Mitglieder gesucht",um die Basis zu verbreitern? Hat auch jemand die Mitglieder der GDL gezwungen,dieser beizutreten? Ein seltsames Konstrukt,um Ihren persönlichen Mut an Herrn Weselsky zu kühlen...
Im Gegenteil, Sie verstehen die Logik nicht.
Eine Gewerkschaft, die mehr erreicht, zieht mehr Mitglieder an. Je mehr Mitglieder eine Gewerkschaft hat, desto stärker ist sie. Also muss man um Mitglieder werben, man braucht ja auch Einnahmen.
Was glauben Sie, warum Weselsky seine paar Mitglieder aus dem Zugpersonal unbedingt vertreten will?
Sicher nicht nur, um diese überhaupt vertreten zu können, sondern um den anderen Mitgliedern der Konkurrenzgewerkschaft zu zeigen: "Schaut her, wie verhandeln besser als die EVG, also kommt zu uns, wir vertreten euch viel besser".
Es geht hier um Mitgliedergewinnung, Machtstärkung und Vergrößerung der GdL.
Und glauben Sie ernsthaft, dass dies das Ende der Fahnenstange sein wird, wenn Weselsky sein Ziel erreicht hat?
Ich glaub es kaum...

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Icestorm 06.05.2015, 09:52
293.

Zitat von Teigkonaut
Das Tarifeinheitsgesetz schafft Monopole und ist ein Irrweg der GroKo. Auf der anderen Seite habe ich wenig Verständnis für diesen Betonkopf Weselsky der viele Millionen Menschen die täglich pendeln müssen das Leben schwer macht. Der Typ ist ebenfalls auf einem Irrweg weil er Machtkämpfe auf dem Rücken der Kunden austrägt. Warum können die konkurrierenden Gewerkschaften ihre Aktivitäten in Tarifverhandlungen nicht koordinieren? Das setzt Kompromissbereitschaft voraus die Weselsky offenbar nicht hat.
Hat schon jemand mal das Wort "Monopol" im Zusammenhang mit ver.di, NGG, IG Metall, BAU und anderen Großgewerkschaften in den Mund genommen?
Wer plädiert hier für die Zerschlagung und Aufsplittung zurück in Einzelgewerkschaften? Es wurde bejubelt, dass man "jetzt" richtig schlagkräftig wäre. Herr Bsirske dürfte jedenfalls nicht traurig sein über das Monopol seiner Gewerkschaft in vielen Sparten.

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georg69 06.05.2015, 09:52
294. Absurde Situation

Herr Darnstädt beschreibt sehr schön die Absurdität in der aktuellen Gesetzeslage bzgl. Streikrecht und Gewerkschaften.
Anstatt sich um die Belange der Arbeitnehmer zu kümmern, konkurrieren Gewerkschaften untereinander, indem sie sich mit Forderungen gegenseitig überbieten. Das ist ein unhaltbarer Zustand, der in unserer Gesellschaft auf Dauer nicht tragbar ist!

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p.o.t. 06.05.2015, 09:55
295.

Zitat von bristolbay
Der Schutz des Artikels 9 GG ist nur ein vorgeschobenes Argument. Nehmen wir doch geschichtliche Fakten. Diese Gewerkschaft ist doch nur dadurch entstanden, dass man die Verbeamtung der Lokführer aufhob und diese sich dann als "Gewerkschaft der Lokführer" im Deutschen Beamtenbund organisierte.
Ich bin zwar bezüglich der Streikziele der GDL hin- und hergerissen, auch vom Streik betroffen, aber man muß trotzdem zugeben, dass es die GDL schon ein wenig länger gibt.

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Wolly 06.05.2015, 09:55
296. DAs passiert bei Privat Unternehmen.

Als die Bahn noch beamtet war, konnte das genau nicht passieren. Der Staat hat sich aber dazu entschlossen die Bahn zu Privatisieren, dann muss man auch mit den Konsequenten leben, dazu gehört dann auch ein Streik.
Der Staat als Eigentümer hat hier eine besondere Pfilcht schlichtend ein zu wirken. Tut er nicht, kostet Geld.
Ich sehe es auch so das hier (wieder) einmal ein Recht aufgelöst werden soll.
Wie betroffene und nicht betroffene können doch nicht nur dann unsere Rechte einfordern wenn es uns Bequem erscheint, wenn wir drunter leiden dann muß es weg!!
Ein Streik ist genau dafür da, es muß dem anderen weh tun sonst reagiert er nicht, und zwar so weh das er besser das geforderte umsetzt als das er es nicht tut, denn das kostet noch mehr, durch den Streik.
Denn seien wir doch mal ehrlich wann hatte Deutschland schon mal einen "echten Streik".

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bristolbay 06.05.2015, 09:56
297. Auch eine AG

Zitat von Lexington67
Das letzte mal das ich geschaut habe war die Bahn eine AG, das heisst unsere Volksvertreter haben die Familienerbstücke inzwischen verscherbelt. Den Bahnfahrern und deutschen Bürgern gehört gar nix mehr, die dürfen nur über die Fahrpreise und die mit den Infrastrukturschäden Verspätungen und Ausfällen die Zeche zahlen.
kann Familienerbstück sein.
Die AG gehört zu 100% dem Bund. also auch Ihnen.

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hubertrudnick1 06.05.2015, 09:56
298. Gewerkschaften

Manche sollten sich mal daran erinnern wozu Gewerkschaften da sind, es geht um die Rechte der arbeitenden Bevölkerung und nicht um eine Profilierung einzelner Gewerkschaftsfunktionäre.
Gleicher Lohn und gleiche Bedingungen für gleiche Arbeit und nicht Vorrechte für eine Splittergruppe von einer kleinen Gewerkschaft.

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hockeyversteher 06.05.2015, 09:57
299. Wieso?

Zitat von dankegut
Es ist so ungeheuer kurzsichtig, diesen Streik als asozial oder Geiselnahme zu bezeichnen. Wenn ich nicht möchte, dass an solchen Schlüsselstellen gestreikt wird, darf ich entsprechende Unternehmen nicht privatisieren.
Dieser Streik ist asozial, der erzuerst die Belegschaft der Bahn in Mitleidenschaft zieht, aber für diesen keinen Nutzen generiert.

Ein Gedankenspiel:

Wir gründen (was ja vollkommen legal ist):
Die Gewerkschaft der Stellwerker
Die Gewerkschaft der Eisenbahnstromnetzbediener
Die Gewerkschaft der Zugbegleiter
Die Gewerkschaft der Zuginstandhalter
Die Gewerkschaft der Eisenbahn-Ticketverkäufer
Die Gewerkschaft der Rangierer
Die Gewerkschaft der Eisenbahnlohnbuchhalter
Die Gewerkschaft der Bahnsteigreiniger

All das sind Gewerkschaften, die über kurz oder lang den Eisenbahnbetrieb zum erliegen bringen können.

Dumm aussehen bei der Bahn dann Berufsgruppen wie Köche, Netzinstandhalte, Buchhalter, Entwickler etc. die den Laden nicht gleich still legen können. Für die interessiert sich Herr Weselsky nicht.

Nun nehmen wir an, diese 8 Gewerschaften plus die zwei bekannten, also 10, streicken innert einer 12-monatigen Tarifrunde wie die GDL 8 mal und dann für eine Woche. Dies würde bedeuten, das wir im worst-case in einem Jahr an 80 Wochen auf den den Bahnverkehr verzichten dürfen - dass Jahr hat aber nur 52 Wochen. Damit sich jeder mit seiner ganz soeziellen Forderung durchsetzen kann - wird die Bahn als ca. 1 1/2 Jahre lang bestreikt. Damit können alle anderen Mitarbeiter ihrer Arbeit nicht nachgehen, würden auch keinen Lohn beziehen und das ganze Unternehmen wäre dann relativ zügig pleite und keiner hätte mehr einen Job.

Das nur mal für alle, die den Kleingewerkschaften hier den Rücken stärken und die das Grundgesetz gefährdet sehen, ins Stammbuch geschrieben.

Man streikt nicht um des Streikes Willen. Streik ist eine wirkmächtige Waffe , deren Einsatz sehr wohl abgewogen sein sollte. Einer wie Weselsky schlägt sie derzeit stumpf.

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