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GDL-Chef Weselsky: Der Verfassungsrechthaber
DPA

Der Chef der Lokführer-Gewerkschaft lehnt eine Schlichtung ab - und bemüht zur Begründung gleich das Grundgesetz. Geht's nicht eine Nummer kleiner? Nein, denn die GDL muss tatsächlich um ihr Überleben fürchten.

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wolly21 06.05.2015, 12:29
500. Einheitstarif-Betriebsfrieden?

Wie wäre es denn, wenn um des liebenBetribsfrienswillen der Einheitstarif folgendermaßen formuliert würde:

"Alle bei der Bundesbahn Beschäftigten - von der Reinigungskraft bis zum Vorstands- und Aufsichtsratvorsitzenden - erhalten einen Stundenlohn von € 10,--.
Arbeitszeit 40 Std pro Woche. Überstunden werden nicht vergütet.
Urlaub 30 Tage im Jahr."

Dann hätte der Bahnvorstand doch einen wunderbaren Einheitstarif. :-))

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brobüdel 06.05.2015, 12:31
501. Das Tarifeinheitsgesetz

ist ein weiterer Grund an der SPD als "Arbeiterpartei" zu zweifeln. Auch wenn es nervt, wenn die GdL streikt, zumindest wird hier mal versucht, für die Rechte der Bürger zu kämpfen. Das haben viele Gewerkschaften schon lange vermissen lassen.

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apetri1 06.05.2015, 12:31
502. Die teutonischen Prinzipienreiter

Wenn der gute Weselsky so auf den gewerkschaftlichen Grundrechten rumreitet, vergisst er dabei den ebenso gewichtigen Rechtsgrundsatz der Verhältnismäßigkeit der Mittel. Eine Abwägung der beiden Grundsätze könnte durchaus zugunsten des letzteren ausschlagen! Das könnte ja mal ein Vermittler versuchen!

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ohminus 06.05.2015, 12:31
503.

Zitat von rennflosse
Hat die EVG die Bezeichnung "Gewerkschaft" denn wirklich verdient?
Das bestimmen deren Mitglieder und nicht Sie.

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helgeharder 06.05.2015, 12:32
504.

Zitat von parisien
Verstehe ich Sie richtig, dass Sie an Zeitarbeit und Werkverträgen kritisieren, dass durch sie unterschiedliche Löhne für die gleiche Arbeit gezahlt werden , was unfair ist und dem leistungsgerechten Gleichbehandlungsgrundsatz widerspricht und was aus verständlichen Gründen den Betriebsfrieden stört ? Dem stimme ich übrigens zu. Dann müssen Sie doch für die Tarifeinheit sein .
Das ist aber nicht die Tarifeinheit, die Sie meinen. Natürlich gilt das Tarifeinheitsgesetz nur für Arbeitnehmer. Arbeitsgeber dürfen das organisieren, wie sie wollen. Das ist ja das Problem.

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ohminus 06.05.2015, 12:34
505.

Zitat von Werner Holt
Nicht die GDL betreibt die Vernichtung der EVG, sondern das kriegt diese ganz gut alleine hin, indem Sie die Interessen Ihrer Mitglieder verratet und verkauft. Darum treten ja immer mehr dort aus und gehen zur GDL.
Ja, klar, das ist nicht etwa deswegen, weil die GDL die EVG seit ihrem Entstehen massiv bekämpft hat.

Kleiner Tip: Die EVG gibt es erst seit viereinhalb Jahren.

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ohminus 06.05.2015, 12:35
506.

Zitat von rennflosse
Hat die EVG die Bezeichnung "Gewerkschaft" denn wirklich verdient?
Das entscheidet nicht die GDL.

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Arnos_Weltbild 06.05.2015, 12:36
507. Mehrere Gewerkschaften in einem Unternehmen?

Ja, warum denn nicht?
Es gibt ja auch unterschiedliche Gesellschaften in einem Unternehmen. Mein momentaner Arbeitgeber hat über 400 (!) Unternehmen und Beteiligungen, jeder kleine Mittelständler schützt seine Unternehmen durch Betriebs- und Eigentumsgesellschaften, in unseren (IT)-Projekten hier sitzen an einem Tisch Mitarbeiter unterschiedlicher Unternehmen (der gleichen Mutter) mit unterschiedlichen Verträgen und Leihkräfte und setzen die Projekte um. Völlig normal und dient natürlich dem Unternehmen, um längere Arebitszeiten oder niedrigere Gehälter oder weniger Urlaub dem jeweils ANderen vorzuhalten.
Warum also Einheits-Gewerkschaften?
Weselsky hilft im Moment allen abhängig Beschäftigten, dass Arbeitnehmer-Rechte auch noch einen Stellenwert haben. Auch wenn man mal eine Woche zu spät kommt; es wird Zeit, dass eine Wettbewerb der Gewerkschaften in der Öffentlichkeit ankommt, bevor wir wieder Einheitsgewerkschaften a la DDR haben - die Nichts gebracht haben, sondern reine Clacqeure waren.

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Conny44 06.05.2015, 12:37
508. Das ist einfach zu erklären!

Zitat von tkedm
Und warum sind die Mitglieder der EVG nicht längst alle zur GDL übergelaufen?
Es ist die Vorstellung von Treue, Loyalität der Mitglieder, die selbst bei Treuebruch der Politiker und Gewerkschaftler oft noch lange Bestand hat. Ich habe 32 Jahre gebraucht bis Schröder es schaffte, dass ich aus der SPD austrat, Jahrzehnte bis ich aus dem DBB austrat, nachdem dieser das verfassungswidrige Besoldungsgesetz der Landesstiefmutter Kraft unterschrieb und bei der Nachbesserung in trauter Gemeinschaft mit allen DGB- Gewerkschaften dieser Frau auch noch schriftlich zusicherte, ihren Mitgliedern bei Prozessen gegen das Willkürgesetz den Rechtsschutz zu entziehen. Ich fühle mich heute befreit, dass ich nicht mehr zu diesen miesen Vereinen stehen muss. Das Geld, dass ich einspare geht an die Blindenmission und Ärzte ohne Grenzen sowie UNICEF. Da weiß ich um den verantwortungsvollen Einsatz. Den Mitgliedern der EVG kann ich nur anraten: Befreit Euch!

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bodo@3t.ie 06.05.2015, 12:38
509. Genau - keine Ahnung

Zitat von philoktes
Die GDL darf nach aktuellem gültigen deutschen Gesetz andere vetreten. Wenn dies nicht momentane Istzustand wäre, warum wird dann am Tarifeinheitsgesetz gebastelt? Wenn die GDL dieses Recht nicht hätte, wäre der Streik illegal und spätestens gestern abgesagt. Die DB versucht aber gar nicht das gerichtlich anzufechten. Die DB hat und kann die Verhandlungen natürlich weiter platzen lassen und das auf diese Weise nicht akzeptieren, es ändert aber nichts an der grundsätzlichen Berechtigung der GDL.
Natürlich kann sie JEDEN verteten - nur braucht die Bahn nicht über einen Tarifvetrag mit der GDL für nicht-Lokführer verhandeln. Es gibt kein Gesetzt das die Bahn dazu verpflictet ist - wenn es so sein würde , würde die GDL die Gerichte anrufen.
Es wird am Tarifeinheitsgestz gearbeitet weil die GDL das Grundrecht auf Organisation und Streik dazu benutzt ein Tarifrecht für nicht-Lokführer zu bekommen.
Die GDL hat vor Gericht im Jahre 2008 gewonnen auch zu streiken für Mitglieder die KEIN Tarifvetrag zwischen GDL und Bahn haben.Darum ging es. Das bedeutet aber nicht das dei Bahn nun diesen nicht-Lokführern der GDL einen Tarifvetrag geben muss , der zwischen der GDL und der Bahn ausgehandelt wird. BASTA

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