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GDL-Chef Weselsky: Der Verfassungsrechthaber
DPA

Der Chef der Lokführer-Gewerkschaft lehnt eine Schlichtung ab - und bemüht zur Begründung gleich das Grundgesetz. Geht's nicht eine Nummer kleiner? Nein, denn die GDL muss tatsächlich um ihr Überleben fürchten.

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moistvonlipwik 06.05.2015, 16:18
590.

Zitat von janjibe
sich bis auf 0,3 % Punkte angenähert!!! Jede gescheite Gewerkschaft hätte schon längst zugestimmt. M. E. geht es dem Herren nur um seinen eigenen Hintern und die Angst, wieder in der Versenkung zu verschwinden....
Das ist falsch: die Bahn bietet die 4,7% nämlich über zwei Jahre verteilt, und auch nur in zwei Schritten. Mit anderen Worten: sie bietet gerade mal die Hälfte.

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kratzdistel 06.05.2015, 16:19
591. bodo aber ?

Zitat von bodo@3t.ie
Tarifrecht hat nichts mit dem GG zu tun - es wird garnicht behandelt. Steht auch nirgends drinne - oder haben Sie einen Link ? Lesen Sie doch erst einmal das GG.....vieleicht hilft das ja....Aber wirklich..nicht immer versuchen die Tatsachen zu verdrehen.....die GDL darf streiken weil Sie Mitglieder vertitt - hat aber rein garnichts mit Tarifrecht zu tun.
lesen sie die entscheidung des BAG 4 AZR 549/08 vom 7.7.10 oder die Entscheidung des BVerfG 1 BVL 779/85
vom 26. 6. 15 oder Kommentar Staatsrecht II von Ipsen. die arbeitskämpfe sind ein mittel zur durchsetzung von tarifverhandlungen, die ausfluss des grundrechtes der Koalitionsfreiheit sind. auch die aussperrung der Arbeitgeber fällt unter den
schutz der koalitionsfreiheit nach art. 9 abs. 3 des GG. das Tarifrecht ist gergelt durch das Tarivertragsgesetz. das wurde so ausgelegt, ein Tarifvertrag eine Gewerkschaft als Verhandlungspartner und ab 2010 eine rechtsänderung zur tarifpluralität.bodo auch die wörter streik, Aussperrung finden sie nicht im GG sondern nur in art. 29 der hess. verfassung.

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moistvonlipwik 06.05.2015, 16:21
592.

Zitat von hockeyversteher
Dieser Streik ist asozial, der erzuerst die Belegschaft der Bahn in Mitleidenschaft zieht, aber für diesen keinen Nutzen generiert. Ein Gedankenspiel: .......
Mag sein. Als aber die Arbeitgeber die Tarifverbände verließen und für jeden Geschäftszweig ein eigenes Unternehmen gründeten, hatte keiner etwas dagegen.
Wenn sich das jetzt rächt, trifft es nicht die Falschen.

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moistvonlipwik 06.05.2015, 16:25
593.

Zitat von georg69
Herr Darnstädt beschreibt sehr schön die Absurdität in der aktuellen Gesetzeslage bzgl. Streikrecht und Gewerkschaften. Anstatt sich um die Belange der Arbeitnehmer zu kümmern, konkurrieren Gewerkschaften untereinander, indem sie sich mit Forderungen gegenseitig überbieten. Das ist ein unhaltbarer Zustand, der in unserer Gesellschaft auf Dauer nicht tragbar ist!
Wieso nicht? Unternehmen machen das andauernd.

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seetaucher 06.05.2015, 16:37
594. Man hat selten Teilnehmer, die wie Sie mit größter Überzeugung Unsinn verbreiten

Zitat von bodo@3t.ie
Tarifrecht hat nichts mit dem GG zu tun - es wird garnicht behandelt. Steht auch nirgends drinne - oder haben Sie einen Link ? Lesen Sie doch erst einmal das GG.....vieleicht hilft das ja....Aber wirklich..nicht immer versuchen die Tatsachen zu verdrehen.....die GDL darf streiken weil Sie Mitglieder vertitt - hat aber rein garnichts mit Tarifrecht zu tun.
Streik hat immer was mit Tarifrecht zu tun. Womit denn sonst? Streiken weil man Mitglieder vertritt? Wobei vertritt man denn die Mitglieder? Könnten es Tarifverhandlungen sein? Ach nein, der Streik hat ja mit Tarifrecht nichts zu tun...

Ich habe übrigens nicht geschrieben, dass das Tarifrecht im GG steht, ich habe Koalitionfreiheit geschrieben. Aber mit solchen Feinheiten sollte man Sie als Experten nicht belästigen.
Das GG schützt die Koalitionsfreiheit um Arbeitnehmer in die Lage zu versetzen auf Augenhöhe Tarife auszuhandeln, indem sie Gewerkschaften gründen.
Das Streikrecht steht im Zusammenhang mit dem Tarifrecht. Ohne Tarifstreit darf nicht gestreikt werden.
Sie behaupten, die GdL dürfte für nicht-Lokführer keine Tarifverhandlungen führen, weil es ja die Gewerkschaft der Lokführer sei.
Das ist falsch. Denn wenn Sie Recht hätten, dürfte die GdL momentan nicht streiken.

Da Sie aber selbst zugestanden haben, dass der Streik rechtmäßig ist, ist auch das Ziel, das mit dem Streik erzwungen werden soll, nämlich Tarifverhandlungen über nicht-Lokführer zu führen, rechtmäßig.
Also darf die GdL für nicht-Lokführer Tarifverhandlungen führen und Tarifverträge abschließen.

Ist doch ganz einfach. Und Ihr "Basta" ändert nichts an diesen simplen Tatsachen.

Und weil Sie doch so forsch nach einem Link gefragt haben und mir nahe legten, mal das GG zu lesen: Wo ist denn im GG das Streikrecht geregelt? Seien Sie doch so nett und nennen Sie mir den entsprechenden Artikel.

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apetri1 06.05.2015, 16:38
595. an moistvonlipwik

Von wegen Detailfehler: Zwar mag der längste Streik 12 Wochen gedauert haben und üblicherweise ein Streik unbefristet sein. Mit der Frage der Unverhältnismäßigkeit hat das zunächst aber nichts zu tun. Die Unverhältnismäßigkeit ist keine Frage der Dauer eines Streiks, sondern eine der Auswirkungen, etwa derjenigen auf die Gesamtwirtschaft, und ob die noch im Verhältnis zu den Partikularinteressen einer Gewerkschaft, egal ob klein oder groß, stehen. Aber in der heutigen Ich- Gesellschaft fragt ja eh' keiner mehr danach, welche Auswirkungen das eigenen Handeln auf andere hat. Insofern ist auch Herr Weselsky durchaus ganz auf der Höhe der Zeit, so, wie auch diejenigen, die sein Handeln rechtfetigen.

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kerstinines 06.05.2015, 16:45
596. Weselsky und kein Ende

In meinen Augen geht es hier einzig und allein um Macht. Durch ein ständiges Ausnutzen aller gesetzeskonformen Möglichkeiten befinden wir alle uns auf dem besten Weg, tatsächliche Grundrechte nur noch eingeschränkt wahrnehmen zu können. Dies wird Herr Weselsky aber mit seinem Dauerkampf nicht verhindern. Streik bedeutet eben auch kompromissbereit zu sein und bei diesem speziellen Ossi scheint nicht nur jegliche Bodenhaftung verloren gegangen zu sein, sondern auch jegliche Kompromissbereitschaft. Ich jedenfalls habe keine Lust mehr, mir meinen Dienstbeginn und meinen Anfahrt zur Arbeit vorschreiben zu lassen. Dennoch-Hoffentlich hält die Bahn nun auch durch- soll die GDL doch streiken bis zum neuen Gesetz. Dann sind sie wenigstens pleite und Ruhe ist!

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seetaucher 06.05.2015, 16:46
597. Das Thema Unverhältnismäßigkeit wurde schon 2x vom Gericht entschieden

Zitat von apetri1
Die Unverhältnismäßigkeit ist keine Frage der Dauer eines Streiks, sondern eine der Auswirkungen, etwa derjenigen auf die Gesamtwirtschaft, und ob die noch im Verhältnis zu den Partikularinteressen einer Gewerkschaft, egal ob klein oder groß, stehen.
Die Bahn hat sich bereits beim letzten Streik vor Gericht nur zweiter Sieger geworden, als sie wg. angeblicher Unverhältnismäßigkeit gegen den Streik vorging.

Was meinen Sie wohl, warum sie es nicht wieder versucht? Weil der Streik eben nicht unverhältnismäßig ist.

Sie negieren einfach das Streikrecht für gewissen Berufsgruppen: Lokführer, Krankenschwestern, Erzieherinnen, usw. dürfen Ihrer Meinung nach nicht streiken, weil die gesellschaftlichen Auswirkungen aus Ihrer Sicht zu groß sind.

Sie können aber ein durch das GG geschütztes Recht nicht einfach aushöhlen und auf Null reduzieren.

Außerdem ist das ganze Gejammere Quatsch. Es wird gerade so getan, als stünde der gesellschaftliche Zusammenbruch unmittelbar bevor. Der Streik ist lästig. Mehr nicht.

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ohminus 06.05.2015, 16:47
598.

Zitat von Conny44
Die Eisenbahnergewerkschaft ist uralt, Namen können sich änderen, von der Deutschen Bundesbahn zum Privatunternehmen mit vielen Töchtern. Das Tarifverhalten der EVG unter der gesamten Amtszeit Hansen ist eine einzige Karastrophe gewesen. Da können Sie schwurbeln wie Sie wollen. Ich bin nicht gegen die Mitbestimmung der Gewerkschaften in Aufsichtsräten, aber sie dürfen nicht gekauft sein und müssen das Geld, was man ihnen zusteckt an die Gewerkschaften abführen. Und DAS tun viele nicht! Prüfen Sie das mal bei Hansen nach, bevor Sie unrichtige Ding in Umlauf bringen. Die "Nebeneinkünfte" der Gewerkschaftsbosse werden nicht recherchiert. Die Doppelfunktionen sind nicht notwendig. Ein Bsirske braucht nicht in vielen Aufsichtsräten zu sitzen. Es gibt mehr Führungsperonen, auf die Posten verteilt werden können. Über die Gewerkschaften sollte niemand zum Millionär werden. Siehe Lappas (Neue Heimat ehemals) mit Villa in der Schweiz. Solche Gewerkschaftler erzeugen nur Brechreiz. Die Mitbestimmung steht außer Frage. Und damit Sie es richtig verstehen: ich bin nie bei der Bahn gewesen und bin in keiner Gewerkschaft mehr.
Aber ein Weselsky, der darf in so vielen Aufsichtsräten sitzen, wie er will...

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ohminus 06.05.2015, 16:51
599.

Zitat von Humboldt
stimmt, aber er bezieht dies auf Norbert Hansen, und dieser wurde in den DB-Vorstand berufen, und nicht in den aufsichtsrat, so von wegen "Mitbestimmung". Auch Sie müssen schon meine Beiträge genau lesen ;-)
Das wüsste ich aber, wenn ich das auf bestimmte Personen beziehen würde.

Ich fürchte, der einzige, der hier etwas muss, sind Sie - nämlich bei der Wahrheit bleiben.

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