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GDL-Chef Weselsky: Unbeugsam, unkorrumpierbar, unbelehrbar
REUTERS

Fast alle sind gegen ihn: Arbeitgeber, Politiker, Bahnkunden und sogar andere Gewerkschafter. Doch das ficht Claus Weselsky nicht an. Der Chef der Lokführergewerkschaft scheint an der Phalanx seiner Gegner sogar zu wachsen.

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Dr. Elmo 05.11.2014, 20:04
1. Was soll er machen?

Ich habe Claus Weselsky vor ein paar Wochen persönlich kennengelernt. Eigentlich ein netter Mensch, nicht sonderlich auffällig, auch mal für ein Späßchen zu haben. Aber eben - Gewerkschafter. Immer auf Knopfdruck dieses Gewerkschaftssprech drauf. Bla Bla Bla - Tarif. Bla Bla Bla - Forderungen.

Er hat sich vermutlich einfach verrannt. Das ist jetzt riesengroß geworden, sicherlich größer, als er es erwartet hat. Claus Weselsky legt Deutschland an die Kette. Alle wollen ihn bespucken, aber er kann nicht mehr zurück. Wenn er den Mega-Streik abblasen würde, wäre er intern erledigt. Was soll er tun? Ich weiß es auch nicht.

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thunderstorm305 05.11.2014, 20:06
2. Die GDL Chefs sollten sofort zurücktreten!

Es geht hier nicht um das Streikrecht an sich. Früher bevor das Bundesarbeitsgericht plötzlich entschieden hat dass die Tarifeinheit nicht mehr verfassungsgemäß wäre, hat die Streikkultur zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gut funktioniert. Es wurden Abschlüsse für den gesamten Betrieb ausgehandelt. Auch die weniger privilegierten Arbeiter bekamen ihren Anteil. Weshalb kann man nicht zurück zur alten guten Tarifeinheit?Was jetzt abläuft ist der Machtkampf einer Minigewerkschaft die nicht nur den Waren- und den Personenverkehr in ganz Deutschland lahm legt, sondern alle beeinträchtigt. Jeder muss zur Arbeit kommen und in den nächsten Tagen in entsprechenden Staus sitzen. Hier geht es nicht um ein Grundrecht sondern um eine wahnwitzige Forderung von 15% mehr Lohn, um bei anderen Gewerkschaften zu wildern. Die gesamte GDL Gewerkschaft sollte gezwungen werden ihren Hut zu nehmen. Es ist eine Unverschämtheit dass sich deren Chef auch noch als charismatisch bezeichnet.

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BonChauvi 05.11.2014, 20:08
3.

Ich kann Weselsky verstehen. Der Mann kann gar nicht mehr anders. Er hat sich durch die selbst gesteckten hohen Ziehle unter Erfolgsdruck gesetzt. Wenn er zurückrudert hat er verloren. So lange seine eigenen Leute noch hinter ihm stehen - was offensichtlich der Fall ist - und auf Zuruf lustig streiken, kann man ihm nicht viel anhaben. Mal sehen, welche Verluste die Bahn hinzunehmen bereit ist.

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stauner 05.11.2014, 20:10
4.

Mir geht das Gestänkere von euch langsam auf die Nerven. Die Lockführer haben meine volle Unterstützung.
Warum? Bis in die 80er waren Lockführer Beamte und bekamen guten Lohn. Dann kamen die Spezis in Bonn auf die Idee, die Bahn müsse privatisiert werden. Auch Nahles war damals dafür!
Sie nahmen den Bahnern den Beamtenstatus und seither haben die genausowenig Lohnsteigerungen bekommen, wie der Rest von uns. Ein Lockführer mit 20 Jahren Berufserfahrung und zwei Kindern bekommt etwa 1700 Euro Brutto. Ich finde es völlig richtig, dass sie Streiken. Wer jetzt über "Verhältnismäßigkeiten" motzt, ist schlichtweg zu jung sich an die grossen Streiks in den 70er und 80er von den Metallern zu erinnern. Seither haben die Gewerkschaften jeden Mist geschluckt und mitgemacht. Entweder durfte der Aufschwung nicht gefährdet werden oder wegen der Krise abwechselnd mussten wir alle auf jede Reallohnsteigerung in den letzten 20 Jahren verzichten.

Die Privatisierer bekommen jetzt, was sie selber angerichtet haben. Es ist unglaublich, dass jetzt ein Grundrecht eingeschränkt werden soll, weil eine Gewerkschaft sich erfolgreich wehrt.

Wir sollten nicht über die Bahner schimpfen, sondern sie zu einem Vorbild für uns machen, ich denke viele die über Streiks schimpfen, tun das nur aus Neid vor einem erfolgreichen Arbeitskampf, den sie selber nie erleben durften.

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Gottloser 05.11.2014, 20:10
5. unkorrumpierbar

wurde der nicht von den Fernbusbetreibern gekauft, lum die Bahn in Grund und Boden zu fahren. Die Lokführer (Vorschlag 1936: die Ziehführer) werden dann bald zu den Hungerlöhnen der Fernbusunternehmen Busse fahren. Weselsky sei Dank, dass sie wenigstens noch eine Arbeit gefunden haben. Im Bahnbetrieb der Deutschen Bahn arbeiten Leiharbeitskräfte aus allen Ländern Europas, die schon mal einen Zug gefahren sind. Selbst Frauen wurden in den letzten Monaten als S-Bahn-Fahrerinnen entdeckt. Wenigstens hat die GDL einen Ausschlussparagraphen gegen die langhaarige Konkurrenz. (So nannten die Drucker die weiblichen Beschäftigten an den Setzmaschinen). Auch so eine Spartengewerkschaft, die von der technischen Entwicklung überholt wurde.

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sfk15021958 05.11.2014, 20:11
6. Seine Sprache läßt darauf schließen, ...

...dass er bis vor 25 Jahren gekuscht hat und nunmehr dies durch Hybris überzukompensieren versucht. Hybris kommt vor dem Fall. Es fehlt mir das Verständnis, dass diesem Betonkopf so viel "Bühne" zur Verfügung gestellt wird!

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klimawandel2010 05.11.2014, 20:11
7. Einmal mehr Fehlinformationen auf Spon - warum?

Im "Überblick" ist die Rede davon, dass die GDL alle Zugbegleiter vertreten wolle. Richtig ist, dass die GDL die bei ihnen organisierten Zugbegleiter vertreten will.

Dies ist das grundgesetzlich verbriefte Recht der GDL, Stichwort Koalitionsfreiheit.

Die Bahn wiederum verweigert dieses Recht und genau darum wird jetzt gestreikt.

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robert2005ffm 05.11.2014, 20:11
8. Die Maueröffnung...

.... hat auch solche Querulanten Tür und Tor geöffnet. Aussperren sollte die DB ab sofort und so lange, bis deren Streikkasse leer ist!

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adelsexperte 05.11.2014, 20:12
9. Ein Held

Sowas gibt's leider in der Politik nicht.

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