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Geflügelfleisch: Antibiotikaresistente Keime auf jedem zweiten Discounter-Hähnchen
DPA

Die Zahl antibiotikaresistenter Keime wächst, auch bei Lebensmitteln. Ein Test von Germanwatch zeigt: Auf jeder zweiten Probe von Hähnchenfleisch aus dem Discounter sind resistente Erreger zu finden.

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hup 16.04.2019, 11:12
1. Das ist erst mal nicht schön - aber ist es tatsächlich gefährlich?

Wieviele Menschen wurden durch die antibiotikaresistenten Keime infiziert, und wieviele davon konnten dann nicht mit anderen Antibiotika dennoch behandelt werden? Sprich ist das tatsächlich gesundheitlich relevant, oder nur ein Indikator für schlampige Arbeit in Tierhöfen, welche die Qualität absenkt? Huhn wird bei uns nie roh gegessen, das heisst das nur das Handling wirklich problematisch sein kann, weniger der Verzehr.

Wenn hier echte Risiken exisiteren, dann sollten die erfassbar sein und berichtet werden, so ist das alles etwas theoretisch. Als Gegenbeispiel kann man abgepackte Getreideprodukte anführen, die oft von Bioanbietern stärker belastet sind als konventionell. Warum? Weil sie eben nicht mit Konservierungsstoffen haltbar gemacht werden und die Verweilzeiten (Umsatz) der Produkte im Laden oft wesentlich größer sind und sich Pilze und Keime so erst entwickeln können. Es ist eben nicht immer so, dass etwas wo "Bio" draufsteht tatsächlich insgesamt weniger belastet ist. Aber wir werden von Begriffen wie "Chlorhähnchen" abgeschreckt, obwohl das eine funktionierende Methode ist Geflügelprodukte zu entkeimen - und schmecken tut man das Chlor nicht, weil es natürlich wieder abgespült wird. Auch eine kurze massive Bestrahlung ist eine gute Möglichkeit Tier- und Pflanzenprodukte (ohne Konservierungsstoffe) keimfrei zu machen - auch das wollen wir nicht, obwohl natürlich keine "Strahlen" oder sonstige Radioaktivität zurückbleibt im bestrahlten Produkt. Wenn man das nicht will und das Hänchen weiter bezahlbar bleiben soll, dann wird man mit Keimen (auch wenn man das reduzieren kann) wohl leben müssen...

Ein Verbot von Reserveantibiotika sollte allerdings so schnell wie möglich durchgesetzt werden, es ist absurd etwas "Reserve" zu nennen, wenn es dennoch industriell ständig im großen Maßstab eingesetzt wird.

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bad sind 16.04.2019, 11:21
2. Gier frisst Verstand, die Politik schaut zu.

Gier frisst Verstand, die Politik schaut zu.

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klarafall 16.04.2019, 11:23
3. Kontrolle fehlt

Als Wissenschaftler klopft man solche Meldungen immer sofort auf Plausibilität und Vollständigkeit ab. Und da sieht man: die allerwichtigste Kontrolle fehlt, nämlich der Vergleich mit Hähnchen vom "normalen" Metzger statt vom "Discounter". Das Problem ist: ohne diese Kontrolle ist die Aussage des Artikels vollkommen wertlos.

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enforca 16.04.2019, 11:25
4. Verantwortung

Die Verantwortung liegt bei den Politikern. Sie müssen endlich dafür Sorge tragen, dass Tiere vernünftig und gehalten und gefüttert werden. Die Menschen raffen mal wieder gar nicht, was für einen giftigen Dreck man ihnen verkauft und solange es billig ist, ist´s ihnen auch egal.

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pizzerino 16.04.2019, 11:26
5. Und sowas findet eine "Umweltorganisation" heraus?

Warum nicht die zuständige Behörde? Wie lautet deren Stellungnahme? Ist jetzt hier Katastrophe oder Panikmache?
Sorry wenn ich hier so dumm frage, aber schließlich sterben wir ja auch alle zwei Jahre vor der Zeit an schlechter Luft. Ob wegen oder obwohl weiß ich nicht, so langsam blicke ich nicht mehr durch.

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Björn L 16.04.2019, 11:27
6. Das war's für uns mit Discounterfleisch

Falls es nicht schon zu spät ist. Multiresistente Keime nehmen weltweit zu. Das war uns bekannt. Das auch die Reserveantibiotika in der Massentierhaltung zum Einsatz kommen ist ein Verbrechen ! Soeben alles entsorgt was wir an Restbeständen hatten. Fortan weniger Fleisch und dann vom Metzger mit Biosiegel. Dann hoffen wir, dass dieses Siegel einen Wert hat und nicht auch Verbrechern zum Opfer fällt/gefallen ist

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Herr Knigge 16.04.2019, 11:28
7. zu Bio verpflichten

verrückte Idee: lasst uns doch einfach verpflichtende Bio Haltung einführen! Das reduziert gezwungenermaßen (wegen Preis und Verfügbarkeit) den Konsum, spart damit Nahrungsmittel und diverse tierische Ausscheidungen/Ausdünstungen -> Tier, Mensch und Umwelt ist geholfen. Oh...Bin grad wieder aufgewacht und mir ist aufgefallen, dass Geld die Welt regiert.

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mhwse 16.04.2019, 11:31
8. da wäre mir gecholertes Huhn jetzt lieber

es wird nichts helfen unsere Vorstellung, dass das Essen im Supermarkt "natürlich" behandelt werden sollte - bringt alle - auch die Vegetarier - noch vorzeitig ins Grab - ist irgendwie der Naivität geschuldet - aber nicht den aktuellen Notwendigkeiten.

Das mit dem Chlor regt die Menschen auf - obwohl es dem eigenen Schutz dient - die Antibiotika werden stillschweigend ignoriert - die Keime gehen aber beim Vorbereiten der Nahrung auf den Menschen über.
Beim Kochen werden die Bakterien zwar abgetötet - die die auf der hand sind gelangen beim nächsten "Jucken" der Nase/Augen - beim instinktiven Wischen mit der Hand - auf die Schleimhäute.
(bei der nächsten Grippe etc. nutzen sie dann die kurzzeitige Immunschwäche und schlagen zu ..)

Ah so ja off Topic - "Blow Jobs" - in einschlägigem Filmmaterial - ohne Kondome - sehr gefährlich.
So können sich die bekannten Bakterien (die seit dem Vietnamkrieg schon resistent sind - es gibt dazu einen "hübschen" Report auf Arte) - monatelang verbreiten - ohne erkannt zu werden.
Dagegen ist HIV ein harmloser Schnupfen.

Warum hier nicht sofort gehandelt wird - ist nicht mehr zu verstehen.

Aufklärung - Aufklärung - Aufklärung - Bitte. (dies ist nicht ironisch - sondern die blanke Angst.)

Das Huhn dient dabei eben der Verbreitung von (tödlich) verlaufenden (Geschlechts-)Krankheiten.
Denn die Information über die Resistenz verbreitet sich auch zu anderen Keimen - die z.B. auf den Mitmenschen wohnen - einmal angehustet in der U-Bahn - und Sie, Sie und Sie haben es dann auch.. z.B. resistente TBC, Tripper, Syphilis, Streptokkoken ..

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7eggert 16.04.2019, 11:33
9.

Zitat von klarafall
Als Wissenschaftler klopft man solche Meldungen immer sofort auf Plausibilität und Vollständigkeit ab. Und da sieht man: die allerwichtigste Kontrolle fehlt, nämlich der Vergleich mit Hähnchen vom "normalen" Metzger statt vom "Discounter". Das Problem ist: ohne diese Kontrolle ist die Aussage des Artikels vollkommen wertlos.
Sie meinen, die antibiotikaresistenten Keime kommen erst im Discounter in die Plastik-Packung? Oder beim Metzger, und man könne eh Nichts dagegen machen?

Nein, anzunehmen ist, daß die aus der Produktion stammen, wo mit Reserveantibiotika die Hähnchen gemästet werden und wovor Minz und Maunz vor lauter warnen schon seit Jahren heiser sind.

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