Forum: Wirtschaft
Geflügelfleisch: Antibiotikaresistente Keime auf jedem zweiten Discounter-Hähnchen
DPA

Die Zahl antibiotikaresistenter Keime wächst, auch bei Lebensmitteln. Ein Test von Germanwatch zeigt: Auf jeder zweiten Probe von Hähnchenfleisch aus dem Discounter sind resistente Erreger zu finden.

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mima84_84 16.04.2019, 15:51
90.

Zitat von klarafall
Als Wissenschaftler klopft man solche Meldungen immer sofort auf Plausibilität und Vollständigkeit ab. Und da sieht man: die allerwichtigste Kontrolle fehlt, nämlich der Vergleich mit Hähnchen vom "normalen" Metzger statt vom "Discounter". Das Problem ist: ohne diese Kontrolle ist die Aussage des Artikels vollkommen wertlos.
Ihre Aussage ist ungefähr so, als würde ein betrunkener Autofahrer sagen, dass eine Bewertung seiner Fahrtüchtigkeit vollkommen wertlos ist, solang nicht alle anderen Autofahrer getestet wurden und bei denen nachweislich kein Alkohol im Blut war.

Und Sie wollen Wissenschaftler sein? Oh Mann...

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g_bec 16.04.2019, 15:51
91. Nu ja,

Zitat von Actionscript
Aber gegen Chlorhähnchen...in den USA wettern, wo die Keime durch die Behandlung abgetötet werden. Scheint mir, dass da Deutschland noch ziemlich rückständig ist. Na ja so viel Jahre CDU Regierung, die nur die Unternehmen aber nicht die Verbraucher schützt, macht sich eben auch bei den Hähnchen bemerkbar.
Nu ja, bei hinreichender Hygiene ist man als Verbraucher ja gegen diese Keime geschützt, rohes oder medium Huhn wird ja keiner essen. Aber auch das Chlorhuhn schützt ja die Mitarbeiter in den Farmen vor den Keimen nicht. So viel besser scheint Chlorhuhn denn auch nicht zu sein.

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emil7685 16.04.2019, 16:06
92.

Zitat von 7eggert
Dumme Beiträge erkenne ich unter Anderem schon daran, daß derjenige Überschrift und Beitragsfeld nicht auseinanderhalten kann. Inhaltlich ist auch keine Schlauheit erkennbar, oder werden etwa Bio-Gemüse und Tofu(teurer als gutes Fleisch) eingerechnet?
Wie kommen Sie denn bitte auf die Idee, dass Tofu "teuerer als gutes Fleisch" wäre? Ein Kilo bester Nigari-Tofu in Bio-Qualität kostet sechs bis sieben Euro. "Normaler" Tofu kostet um die vier Euro.
Wie wollen Sie denn bitte für dieses Geld ein kilo "gutes Fleisch" bekommen?
Aber hauptsache mit markigen Worten von "dummen Beiträgen" reden.

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jogola 16.04.2019, 16:07
93. Die Gefahr liegt in der Zukunft

Zitat von Bernd.Brincken
Wer bisher keine Antibiotika nehmen musste, wird durch diese Keime also keinen Deut mehr gefährdet als durch die alten.
Die Wirkungslosigkeit der Antibiotika kann sich erst bei zukünftigen Anwendungen zeigen.

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littletruth 16.04.2019, 16:08
94.

Zitat von enforca
Die Verantwortung liegt bei den Politikern. Sie müssen endlich dafür Sorge tragen, dass Tiere vernünftig und gehalten und gefüttert werden. Die Menschen raffen mal wieder gar nicht, was für einen giftigen Dreck man ihnen verkauft und solange es billig ist, ist´s ihnen auch egal.
Leider lach ich mich kaputt! Ausgerechnet die Politik (unsere Politiker) sollen Sorge tragen? Wofür? Die einzige Sorge die der Großtell von Ihnen hat ist die Sorge ums eigene Wohlergehen. Ich weiß, das klingt populistisch und genau so ist es gemeint. Dieses Problem wird schändlich seit ewigen Zeiten ausgesessen. Und die ignorante Verblödung vieler Konsumenten ist der Garant, dass sich so schnell nicht ändern wird. Traurig genug.

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cindy2009 16.04.2019, 16:34
95. Die USA sind uns voraus

In den USA wird kein Antibiotika für Mastzwecke verwendet? Aber es wird alles mit Chlor - Lösung geduscht. Bei uns geht ein Bio-Huhn auch noch als Bio durch, wenn es einmal Antibiotika bekommen hat. In den USA nicht.

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BerndBecker 16.04.2019, 16:42
96. Handel und Verbraucher

Uns Verbrauchern gegenüber ist zunächst der Handel in der Verantwortung.
Die Politik muss dafür sorgen, dass die Zertifizierung hält, was sie vorgeblich verspricht!
Eine ineteressante Information hält uns der Bericht aber vor: wie sieht der Vergleich der getesteten Discounter zu den diversen Frischfleischtheken im Lande aus? Welche Quelle für Geflügel ist wirklich unbedenklich?

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Simmentaler 16.04.2019, 17:23
97. @Cindy2009

Zitat von cindy2009
In den USA wird kein Antibiotika für Mastzwecke verwendet? Aber es wird alles mit Chlor - Lösung geduscht. Bei uns geht ein Bio-Huhn auch noch als Bio durch, wenn es einmal Antibiotika bekommen hat. In den USA nicht.
1. Da würde mich doch mal eine Quelle zu den USA interessieren. Bislang war es dort nämlich so, dass zwar die Fluorchinolone in den Ställen nicht erlaubt war, dafür jedoch vieles andere sogar ohne vorherige tierärztliche Untersuchung und Verschreibung angewendet wurde. Vermutlich handelt es sich daher um ein Missverständnis. Dass die USA bei Tierhaltung oder Tierschutz weiter seien als wir, ist ein Märchen. Die "Chlor"-Lösung ist dort notwendig, weil sie eben die Hygiene weit weniger im Griff haben als wir und nicht weil dank Antibiotikafreiheit die Tiere keine Keime haben.
2. Was verstehen sie unter Bio? Was verstehen die USA darunter? Auch bei uns gibt es Label, die eine AB-Anwendung als k.o.-Kriterium haben. Das muss man im Detail betrachten - in meinen Augen sind die Richtlinien von Bioland vorbildlich, und da sind AB prinzipiell erlaubt (natürlich nur mit entsprechenden Einschränkungen).

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Simmentaler 16.04.2019, 17:53
98. @permissiveactionlink

Tut mir leid, da kann ich einiges nicht nachvollziehen. Die Resistenzen werden dort selektiert, wo der Druck am höchsten ist. Das ist er dort, wo die meisten AB angewendet werden. In der Tiermedizin wurden 2017 bei einer Gesamtmenge von ca. 800to AB ca 11 to Fluorchinolone und 3,4 to Cephalosporine der 3. und 4. Generation angewendet. Übrigens dank der 2018 eingeführten Antibiogrammpflicht neuerdings nochmals stark rückläufig. Carbapeneme: Null. (https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/rezepte/article/968669/neue-zahlen-weniger-antibiotika-tiermedizin-verbraucht.html).
Dem gegenüber stehen ca. 150 - 200 to der genannten Wirkstoffe in der Humanmedizin (https://www.wir-sind-tierarzt.de/2017/12/human-oder-tiermedizin-wer-verordnet-mehr-antibiotika/, viele schöne links).
Das ist mal deutlich über dem 10-fachen - und sie meinen, dass der entscheidende Selektionsdruck über die Tierhaltung kommt?!
Im Übrigen - wie ich schon schrieb - ist der Fund der Carbapenemresistenten Keime unplausibel. Das muss erst eindeutig verifiziert und dann ggf. nach Ursachen gesucht werden. Vielleicht handelt es um ein methodisches Problem, denn selbst für die Beurteilung "Resistenz" gibt es keine überall einheitlichen und sicher reproduzierbaren Massstäbe. Dieselbe Probe in verschiedenen Laboren kann völlig verschiedene Ergebnisse produzieren. Das erleben wir häufiger, und ohne Kenntnis der Untersuchungsmethodik und evtl. sogar der durchführenden Personen wären die Auswertungen oft nutzlos.
Die Sache ist komplexer und die medial beliebte Darstellung meist völlig falsch. Die Humanmedizin ist inzwischen weiter, zumal der Ärztekammer-Präsident Montgomery nach den RKI-Veröffentlichungen zu MRSA und ESBL und deren Herkünfte sowie den gefundenen Resitenzen nicht mehr öffentlich die Tiermedizin als Hauptschuldigen anprangern kann. Endlich spricht man dort über die wirklichen Hauptursachen (z.B. hier: https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/medizin-antibiotika-einmal-kurz-innehalten-bitte-1.3777194).

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Simmentaler 16.04.2019, 18:04
99. @g_bec

Zitat von g_bec
Vielleicht habe ich Sie missverstanden, aber wer zur Hölle zwingt die Fleischproduzenten, die widerliche und gefährliche Massenproduktion von Geflügel (oder Schnitzel oder Steak) so durchzuführen? Wieso muss erst die Politik etwas unternehmen, bevor die Herren und Damen Geflügelbauern (Schweine-, Milch- egal) sich bewegen? Die verhindern doch die schärferen Gesetze. Das ist doch das gleiche Spiel wie mit dem Nitrat im Grundwasser. Da können die Bauern ja auch nix dafür, nicht wahr?
Die Bauern müssen sich in den vorgegebenen Rahmenbedingungen bewegen. Was sie anschliessend verkaufen können, bestimmt der Verbraucher. Wenn die Rahmenbedingung sagt, dass der Landwirt bei uns kein Zinkoxid, dafür Colistin beim Auftreten von Durchfällen einsetzen darf, wird er natürlich Colistin einsetzen. In Skandinavien wird Zinkoxid und dafür weniger Antibiotikum eingesetzt. eine politische Entscheidung! Und die an der Ladenkasse ist die des Verbrauchers!
Wenn die EU sagt, Zinkoxid (Schwermetall, Umweltproblematik!) UND Colistin werden verboten, werden sich alle daran halten müssen. Das wird teurer und es werden zumindest anfänglich mehr Tiere sterben, aber mittelfristig wird es sich gut einspielen. Das Fleisch kostet eben dann etwas mehr. Die Bauern und die Tierärzte haben damit kein Problem, denen wäre sowieso lieber, wenn sie mit weniger Tieren und weniger Arbeit und Druck ihre Familien ernähren können.
Ohne Bereitschaft, bewusster zu essen und Lebensmittel mehr wertzuschätzen und für manches mehr bezahlen zu wollen, wird sich nichts ändern können.
Geiz ist Geil bringt keine Verbesserung bei Tier- oder Umweltschutz.

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