Forum: Wirtschaft
Geflügelfleisch: Antibiotikaresistente Keime auf jedem zweiten Discounter-Hähnchen
DPA

Die Zahl antibiotikaresistenter Keime wächst, auch bei Lebensmitteln. Ein Test von Germanwatch zeigt: Auf jeder zweiten Probe von Hähnchenfleisch aus dem Discounter sind resistente Erreger zu finden.

Seite 3 von 12
Tubus 16.04.2019, 11:52
20. Nicht nur eine ekelhafte Schweinerei...

Zitat von hup
Wieviele Menschen wurden durch die antibiotikaresistenten Keime infiziert, und wieviele davon konnten dann nicht mit anderen Antibiotika dennoch behandelt werden?
Das lässt sich nicht so einfach beantworten, da infizierte Menschen auch nicht unbedingt erkranken. Man muss aber davon ausgehen, dass antibiotika-resistente Bakterien die gesamte Bakterienpopulation so verändern, dass geschwächte Personen häufiger an resistenten Keimen erkranken. Wenn man schon nicht auf Antibiotika in der Tiermast verzichten will, sollte wenigstens anständig desinfiziert werden, Beispiel Chlorhähnchen. Aber das wollen die Deutschen auch nicht. So ist das Ganze nicht nur eine ekelhafte Schweinerei, sondern auch gesundheitsgefährdend.

Beitrag melden
joernthein 16.04.2019, 11:54
21. @ klarafall Nr.3

Wenn sie den Artikel bis zum Ende lesen, finden die vermisste Plausibilität.

Beitrag melden
Pierre30 16.04.2019, 11:58
22. Unsere Geflügelanbieterin

auf dem Markt kennt und füttert jeden Vogel persönlich. Ihre Wochenkapazität liegt bei ca zwanzig. ("Mehr geht nicht. Die müssen ja erst mal vernünftig heranwachsen.") Ach übrigens, ich habe das Glück, wie Gott in Frankreich zu leben.

Beitrag melden
permissiveactionlink 16.04.2019, 11:58
23. In der Massentierhaltung

nichts Neues, und schon wie oft bei SPON thematisiert. Erschreckend frech hingegen die Chuzpe der Billigfleischproduzenten, die behaupten, die Antibiotikaresistenzen seien nicht durch hemmungslosen Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung so stark angestiegen, sondern seien vielmehr Menschen-assoziert, und lediglich über Menschen in die Ställe verbracht. Das ist biologisch betrachtet völliger Nonsense, denn Resistenzen sind immer vorhanden, werden aber erst durch Einsatz von Antibiotika auf einen großen Teil der Tiere und ihrer Bakterienfauna vermehrt (Selektionsdruck). Anders wären die niedrigen bis gar nicht vorhandenen Resistenzen bei traditionellen oder Bioerzeugern nicht erklärbar, schließlich arbeiten da auch Menschen. "In drei Proben wiesen die Wissenschaftler zudem ESBL-bildende Bakterien nach ("Extended Spektrum Beta Lactamase"). Sie produzieren Enzyme, die resistent gegen verschiedene Antibiotika werden können." Nein, diese Enzyme vermitteln die Resistenzen, sie werden nicht resistent. Es handelt sich um Beta-Lactamasen, Enzyme, die Beta-Lactam-Antibiotika wie Penicilline und Cephalosporine chemisch spalten und dadurch verhindern, dass diese Antibiotikaklasse die Vernetzung der Zellwand (Mureinschicht) durch Hemmung der Peptidoglykan-Synthese während der Zellteilung bei grampositiven Bakterien verhindert, wodurch letztere nicht mehr platzen und abgetötet werden. Der Konsument sollte immer zwei bekannte Bauernregeln im Hinterkopf behalten : 1. "Soll das Huhn ganz billig sein, schmeckt es auch schon mal nach Keim !" . Und 2. " Niest das Huhn den Bauern an, kommt bald darauf der Sensenmann !" Zumindest dann, wenn man nicht die im Artikel empfohlenen Sicherheitsvorkehrungen peinlich genau einhält. Colistin- und Carbapenem-Resistenzen müssen übrigens keineswegs in für Menschen gefährlichen Erregern auftreten, um extrem gefährlich zu sein : Bakterien können diese Resistenzen recht einfach durch horizontalen Gentransfer auf andere Bakterienarten übertragen, die für Menschen hochgefährlich sind. Und dann kommt eben immer häufiger der Sensenmann. Aber was heißt das schon : Ich bin ja angeblich sowieso nicht vom Fach !

Beitrag melden
analog-fan 16.04.2019, 12:03
24. Ein krimineller Irrsinn

Reserveantibiotika gehören grundsätzlich für den Einsatz in der Tierzucht verboten! Das ist Wahnsinn, diese Antibiotika, die zunehmend zur letzten Option werden derartig zu verheizen. Das gilt umso mehr als die Pharmaunternehmen kaum noch in neue Antibiotika investieren, da diese nicht lukrativ genug sind (Reserveantibiotika sollen ja eben nicht in großen Mengen verabreicht werden).
Zum Thema Antibiotika in Geflügelfleisch durfte ich beim letzten "Genuß" von konventionellem Geflügel eine "schöne" Erfahrung machen. Dummerweise hatte nämlich der Tierzüchter ausgerechnet das Antibiotikum verabreicht gegen das ich allergisch bin. Ergebnis: Eine Woche krank geschrieben, einmal die komplette Gesichtshaut abgeschält wie nach einem schweren Sonnenbrand ergo zwei Wochen Schmerzen. Passiert mir nie wieder!

Beitrag melden
Katzazi 16.04.2019, 12:08
25. @3

Zitat von klarafall
Als Wissenschaftler klopft man solche Meldungen immer sofort auf Plausibilität und Vollständigkeit ab. Und da sieht man: die allerwichtigste Kontrolle fehlt, nämlich der Vergleich mit Hähnchen vom "normalen" Metzger statt vom "Discounter". Das Problem ist: ohne diese Kontrolle ist die Aussage des Artikels vollkommen wertlos.
Doch gab es. Es gab eine Gegenkontrolle mit Fleisch aus anderen Quellen. Steht am Ende des Artikels.

Beitrag melden
Agiles 16.04.2019, 12:08
26. Die globale Antibiotika Krise

Zitat von mhwse
Ah so ja off Topic - "Blow Jobs" - in einschlägigem Filmmaterial - ohne Kondome - sehr gefährlich. So können sich die bekannten Bakterien (die seit dem Vietnamkrieg schon resistent sind - es gibt dazu einen "hübschen" Report auf Arte) - monatelang verbreiten - ohne erkannt zu werden. Dagegen ist HIV ein harmloser Schnupfen.
Der Beitrag von arte+7 erläutert das Problem weltweit. Es ist bedrückend, wie mit Antibiotika umgegangen wird.
Hier ist der Link:
https://www.arte.tv/de/videos/072494-000-A/resistance-fighters/

Beitrag melden
grabenkaempfer 16.04.2019, 12:09
27.

mal wieder eine Lobbymeldung ohne Sinn und Verstand.
60x Discounter gegen 6xÖko und das bei von einem Verein der sich hochtrabend "Umweltorganisation" nennt. Wenn die Industrie mit halbgaren Studien ihre Interessen belegt ist das ein riesen Drama, bei den "guten" wird nur so lala drübergeschaut

Beitrag melden
felisconcolor 16.04.2019, 12:09
28. Glaubt

auch nur irgendjemand das solche Erreger nicht auch auf Geflügelbeständen andere Anbieter zu finden sind? Hier nur mal wieder die Diskounter unter Generalverdacht zu stellen ist kindisch. Wer die vollkommene Kontrolle über seine Nahrungsmittel haben möchte der möge sie bitte selbst anbauen züchten etc. Wir haben ein Landwirtschaftsminiterium.... das tut nix. Wir haben ein Verbraucherministerium das tut noch weniger und gegeneinander sind sie wie Hund und Katze (ja ich tue Hunden und Katzen jetzt unrecht). Rein wissenschaftlich ist diese Untersuchung also vollkommen ungenügend. Jeder Prof hätte seinen Studenten solch eine Arbeit rechts und links um die Ohren gehauen. Wenn GermanWatch was tun will dann soll sie die entsprechenden Ministerien unter Druck setzen. Aber das bedeutet ja Arbeit. Und liebe Verbraucher achtet nicht nur darauf wo ihr euer Zeug einkauft sondern einfach mal bei der nächsten Wahl auch darauf wem ihr mal wieder eure Stimme gebt.

Beitrag melden
7eggert 16.04.2019, 12:11
29.

Zitat von mhwse
um sich gesund zu ernähren .. So erstaunlich es klingt: (Bio/Vollwert Bauern-)Brot (vom Vortag) Erdnussbutter + Marmelade + ein Apfel tun es auch. Kostet wenig - verlängert das Leben drastisch.
Dumme Beiträge erkenne ich unter Anderem schon daran, daß derjenige Überschrift und Beitragsfeld nicht auseinanderhalten kann. Inhaltlich ist auch keine Schlauheit erkennbar, oder werden etwa Bio-Gemüse und Tofu(teurer als gutes Fleisch) eingerechnet?

Beitrag melden
Seite 3 von 12
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!