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Geflügelfleisch: Antibiotikaresistente Keime auf jedem zweiten Discounter-Hähnchen
DPA

Die Zahl antibiotikaresistenter Keime wächst, auch bei Lebensmitteln. Ein Test von Germanwatch zeigt: Auf jeder zweiten Probe von Hähnchenfleisch aus dem Discounter sind resistente Erreger zu finden.

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g_bec 16.04.2019, 14:04
70. Wayne

Wo ist die Nachricht? Geflügel war und ist schon immer mit besonderer Vorsicht zu verarbeiten, gerade in der heimischen Küche sollte man dabei eher einmal zu viel als zu wenig auf Hygiene achten.
Und Geflügel isst man sowieso nur gut durch, beim Verzehr spielen diese Keime also keine Rolle.
Was also ist hier die Nachricht? Zumal es Discounter-Geflügel betrifft, was man sowieso lieber nicht verzehren sollte. Dann lieber 'ne Kartoffel mehr essen....

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garfieƖd 16.04.2019, 14:06
71. Kein Unterschied zum Menschen

Über die Hälfte der getesteten Geflügelfleischproben enthielten resistente Keime? Na, da gibt es dann ja keinen Unterschied zum Menschen. Bei Studien an uns, z.B. bei der Suche nach MRSA, wurde festgestellt, dass diese Keime bei über der Hälfte der Bevölkerung vorliegen. Die grosse Frage ist nun, wer da wen infiziert hat. Die Tatsache, dass Carbapenem-resistente Keime in den Fleischproben gefunden wurden, weist ziemlich eindeutig daraufhin, dass der Transfer vom Menschen auf die Tiere erfolgt sein muss. Denn Carbapeneme werden nicht in der Tierzucht verwendet. Dementsprechend ist es auch nicht möglich, dass resistenten Keime in dieser Häufigkeit selektioniert werden können.

Nach wie vor sind die größten Vervielfältiger und Verteiler von resistenten Keimen unsere Krankenhäuser und Pflegestätten. Das ist der eigentliche Skandal!

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vormaerz 16.04.2019, 14:08
72.

Analog zum Durschwimmen des Rheins sollte Frau Klöckner nun vielleicht ein paar Hühnerschenkel lutschen, um das Thema zu erledigen. Die job description beinhaltet seit Jahrzehnten ja wenig mehr als shitstorms abperlen lassen und PR-Stunts.

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g_bec 16.04.2019, 14:11
73. 'tschuldigung

Zitat von felisconcolor
glauben, ausser vielleicht beim Bauern nebenan, läuft es in anderen Produktionsbetrieben anders ab? Schimpfen sie nicht auf die Züchter sondern beschweren sie sich bei den Politikern die jahrzehnte lang schon nichts unternehmen oder nur halbherzige Gesetze machen. Bei VW wird so einen wahnsinnigen Bohei drum gemacht. In der Nahrungsmittelindustrie ist es viel schlimmer und wen intressierts?
Vielleicht habe ich Sie missverstanden, aber wer zur Hölle zwingt die Fleischproduzenten, die widerliche und gefährliche Massenproduktion von Geflügel (oder Schnitzel oder Steak) so durchzuführen? Wieso muss erst die Politik etwas unternehmen, bevor die Herren und Damen Geflügelbauern (Schweine-, Milch- egal) sich bewegen? Die verhindern doch die schärferen Gesetze. Das ist doch das gleiche Spiel wie mit dem Nitrat im Grundwasser. Da können die Bauern ja auch nix dafür, nicht wahr?

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M. Michaelis 16.04.2019, 14:28
74.

Zitat von g_bec
Vielleicht habe ich Sie missverstanden, aber wer zur Hölle zwingt die Fleischproduzenten, die widerliche und gefährliche Massenproduktion von Geflügel (oder Schnitzel oder Steak) so durchzuführen?
Massenersorgung braucht Massentierhaltung. Deutschland hat 80 Mio Einwohner.

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permissiveactionlink 16.04.2019, 14:35
75. #62, Simmentaler

Ich gehe jetzt einfach mal davon aus, dass Sie das richtige meinten, aber dann nicht exakt formuliert haben : Viele Menschen glauben nämlich irrtümlich, durch die Anwendung der Antibiotika entstünden Resistenzen. Das ist aber nicht der Fall, denn Resistenzen sind immer und überall vorhanden, allerdings in verschwindend kleiner Zahl. Der Antibiotikaeinsatz übt lediglich einen Selektionsdruck auf die Bakterien aus : Wer keine Resistenzgene geerbt hat oder durch Gentransfer von anderen Arten erworben, der ist raus aus dem Spiel. Selbstverständlich gilt das auch dort, wo kranke, alte, aber auch arme Menschen eng beisammen sind, alle Formen von Antibiotika gereicht werden u n d auch Hygieneprobleme bestehen. Dass man in den entsprechenden Abwässern dann auch wirklich beängstigende Killer findet, ist nachvollziehbar, erklärt aber (wie Sie für die Carbapeneme selbst feststellen) ein wesentliches Problem nicht : warum amplifizieren sich Resistenzen gegen spezielle Antibiotika in der Massentierhaltung, wenn diese Antibiotika dort keinen Selektionsdruck aufbauen können, eben weil sie dort (hoffentlich) nicht zum Einsatz kommen ? Die Abwässer von Krankenhäusern und Seniorenstiften mögen tatsächlich mikrobiologisch höchst interessant sein, aber sie beantworten nicht die wesentliche Frage. Möglicherweise hat es etwas mit den Hygieneproblemen in dicht belegten Ställlen zu tun, die zu höherer Frequenz von Resistenzen tragenden Bakterien führen, die auch gegen Carbapenem-Antibiotika immer vorhanden sind, allerdings nur bei einem winzigen Bruchteil der Bakterien. Was ersetzt den Selektionsdruck durch Antibiotika, wenn diese gar nicht zum Einsatz kommen ?

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NewYork76 16.04.2019, 14:43
76. Besserer Kundenschutz

Zitat von Simmentaler
Die Zulassung von Arzneimitteln und Impfstoffen läuft in den USA weit einfacher und schneller als bei uns. Generell darf man in den USA erst mal mehr, und wenn dann etwas passiert, ist man dran. Wobei inzwischen ja nicht der nachgewiesene reale Schaden massgeblich ist, sondern die durch eine profitierende Klage- und Medienindustrie erzeugte Stimmung. Das soll Vorbild sein?
In den meisten Faellen fuehrt das zu besserem Verbraucher-Schutz. Wer mit drakonschen Strafen rechnen muss, der geht lieber sicher alles richtig zu machen.

Der Schadensersatz in Deutschland grenzt schon an Menschenverachtung und Taeterschutz. War hier nicht vor ein paar Wochen von einem Zahnarzt zu lesen, der einer Frau ohne medizinische Notwendigkeit in zwei 8 stuendigen Operationen alle Zaehne gezogen hat. Die Frau (um die 50 Jahre alt wenn ich mich recht erinnere) bekam ein paar tausend Euro!!! Schadensersatz.
Von VW will ich garnicht erst anfangen.

Ansonsten hat ja Faktomat im Grunde schon alles zum Thema gesagt.

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mostly_harmless 16.04.2019, 14:45
77.

Zitat von klarafall
Als Wissenschaftler klopft man solche Meldungen immer sofort auf Plausibilität und Vollständigkeit ab. Und da sieht man: die allerwichtigste Kontrolle fehlt, nämlich der Vergleich mit Hähnchen vom "normalen" Metzger statt vom "Discounter". Das Problem ist: ohne diese Kontrolle ist die Aussage des Artikels vollkommen wertlos.
Als Wissenschaftler ist einem völlig klar, dass die Zahl an sich ganz schlicht alarmierend hoch ist. Und es vollkommen irrelevant ist, wie andere Zahlen aussehen.

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Trollflüsterer 16.04.2019, 14:48
78.

Zitat von klarafall
Als Wissenschaftler klopft man solche Meldungen immer sofort auf Plausibilität und Vollständigkeit ab. Und da sieht man: die allerwichtigste Kontrolle fehlt, nämlich der Vergleich mit Hähnchen vom "normalen" Metzger statt vom "Discounter". Das Problem ist: ohne diese Kontrolle ist die Aussage des Artikels vollkommen wertlos.
Da hat aber jemand nicht bis ganz zu Ende gelesen, wenn überhaupt.
Natürlich bezieht der größte Teil normaler Metzger ihre Ware auch aus
Fleischerzeugung der Haltungsziffern 1 und 2.
Große Unterscheide dürften sie da nicht finden.
Und wie es bei Hofschlachtereien und Bio Ware aussieht, steht ja da.

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NewYork76 16.04.2019, 14:52
79. Nicht ganz

Zitat von Andi A.
Meine Antwort auf den ganzen Mist: Veganismus. Es tut nicht weh, vegan zu leben, es schmeckt und es ist gut für Menschen, Tiere und den Planeten.
Sie koennen sich natuerlich ernaehren wie Sie wollen, aber der menschlichen Natur entspricht Veganismus nicht. Der Mensch ist nur einer von vielen Omnivoren auf diesem Planeten.

Ich geben Ihnen allerdings recht, dass den Menschen und dem Planeten schon geholfen waere, wenn jeder WENIGER Fleisch essen wuerde. (besonders rotes Fleisch)

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