Forum: Wirtschaft
Geförderte Jobs für Langzeitarbeitslose: Süchtig, überschuldet, depressiv sucht...
imago

Auch im Boom haben Hunderttausende keine Chance auf einen Arbeitsplatz, weil sie "multiple Vermittlungshemmnisse" haben. Für sie will die Regierung Jobs bezahlen - ohne bestehende zu gefährden. Eine knifflige Aufgabe.

Seite 1 von 14
cdbee 20.03.2018, 16:16
1. Hieß es nicht mal...

...wir haben Vollbeschäftigung?

Beitrag melden
soerenschein 20.03.2018, 16:28
2. Bezahlung

Die Frage, die sich mir stellt ist die Frage nach der Bezahlung. Diese sozialen Arbeitsplätze müssen deutlich über dem Hartz-IV-Niveau entlohnt sein, um den Menschen Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Mit einem minimalen Zubrot ist niemandem geholfen, ebensowenig mit unentgeltlicher Arbeit als Therapiemittel. Auf solch eine Idee kann man auch nur im Raubtierkapitalismus kommen. Warum glauben wir, eine Arbeit wäre notwendig, um uns vollkommen zu fühlen? Es gibt so viele Dinge auf der Welt, die wichtiger sind als Lohnarbeit. Wenn wir einen Weg finden würden, uns durch Automatisierung von jeglicher im Zwang ausgeführten Arbeit zu befreien, hätten wir umso mehr Potential freigeschaltet, um in einer Welle der Kreativität die Welt zu verbessern.
Auf jeden Fall sollten wir psychisch und körperlich Kranke nicht um der Arbeit Willen mit mies bezahlten Jobs zu therapieren versuchen.

Beitrag melden
derlabbecker 20.03.2018, 16:30
3. Arbeitslosenrate....

Zitat von cdbee
...wir haben Vollbeschäftigung?
... unter einem bestimmten Prozentsatz wird als Vollbeschäftigung gewertet. Das war selbst während der 60er Jahre so, als wir sogar Gastarbeiter geholt haben. Auch da waren Leute arbeitslos, nämlich die die nicht wollen oder nicht können, letzteres wegen Krankheit, Sucht, Behinderung usw....

Beitrag melden
beckerher 20.03.2018, 16:32
4. Wie war das damals möglich?

Heutzutage finden Unternehmen, Handwerksbetriebe und sogar Behörden keine Arbeitskräfte mehr. Insoweit ist der Arbeitsmarkt leergefegt. Wie war denn das in den fünfziger, sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts als es auch Vollbeschäftigung gab. Gab es da auch eine Million Menschen mit multiplem Beschäftigungshindernissen?

Beitrag melden
Emderfriese 20.03.2018, 16:34
5. Kurzfristig

"...Der Erfolg eines sozialen Arbeitsmarkts wird sich nicht daran messen lassen, wie viele Teilnehmer danach in einen regulären Job wechseln. ..."

Gut, dass den Interessenten das gleich vorher gesagt wird. Im Grunde geht es also nur um eine kurzfristige Beschäftigungsmaßnahme, die letztlich nur das Feigenblatt für eine völlig verfehlte Arbeits- und Sozialpolitik ist. Denn um eines wird mit allerlei Geschwafel von "multiplen Vermittlungshemmnissen" herum geredet: Dass es für viele der Langzeitarbeitslosen einfach keine "regulären" Arbeitsplätze gibt!

Beitrag melden
omanolika 20.03.2018, 16:40
6. Was man wohl fürs Gelingen braucht

Die Idee ist grundsätzlich richtig gut,
für die Umsetzung braucht man Mut,
und ein Wunder damit man`s fertig bringt,
dass das Ganze auch noch gelingt...

Die ganze Sache ist in der Tat,
ein gar spektakulärer Spagat,
zwischen Arbeitsmarkt und Sozialstaat...

Beitrag melden
macb 20.03.2018, 16:41
7. Für meine Begriffe gibt es da nur eine Lösung

alle staatlichen Zuwendungen streichen und schon werden sich die Herrschaften aus der sozialen Hängematte schälen und sich einen Job suchen.Nur was man sich selbst erwirtschaftet weiß man auch zu schätzen!Kann mir doch keiner erzählen, dass in der dritten Generation Arbeitslosigkeit noch „Schicksal“ ist!

Beitrag melden
schreckgespenst 20.03.2018, 16:44
8.

Zitat von cdbee
...wir haben Vollbeschäftigung?
Vollbeschäftigung bedeutet i.d.R., dass die effektiv zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte (fast) vollständig nachgefragt und in Beschäftigung sind. In dem Beitrag geht es insbesondere um Personen mit multiplen Vermittlungshemnissen. Das können Alleinerziehende ohne Berufsausbildung, Suchtmittelabhängige mit psychischen Leiden etc. sein.

Beitrag melden
oldman2016 20.03.2018, 16:44
9. Konkurrenz für Handwerker?

Es mag ja richtig sein, dass durch öffentlich geförderte Jobs keine Konkurrenz für ausgebildete Handwerker entstehen soll. Dazu eine Frage: Die Stundenlöhne für Handwerker bewegen sich jenseits der 50 Euro die Stunde zuzüglich Anfahrtkosten. Wieviele Stunden Handwerkskosten für Maler, Fliesenleger, Elektriker, oder Maler werden den vom Jobcenter übernommen? Wer schließt den günstig erstandenen und gebrauchten E-Herd an? Die Vorschriften besagen, dass dies nur ein ausgebildeter Elektriker machen darf. Aber noch besser, wer transportiert den gebrauchten Herd in die Küche des Langzeitarbeitslosen? Und wer bezahlt den Transport? Auch das Jobcenter? Meine Erfahrung ist: Das Jobcenter zahlt nichts! Ich muss mir auf einem Schwarzarbeitermarkt den Transport und den Anschluss des E-Herdes selber suchen und treffe - oh Wunder - auf Hilfs- und Leistungsangebote von ausgebildeten Fachkräften, die aus welchen Gründen auch immer Hartz IV - Bezieher sind. Weitere Beispiele? Friseure, Akku-Wechsel oder Reparaturen des Touchscreens von Smartphones. Reparaturen von IT-Geräten, usw. usw.
Was den Politikern vorschwebt und was im Artikel beschrieben ist, geht in weiten Teilen an der Realität vorbei.

Beitrag melden
Seite 1 von 14
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!