Forum: Wirtschaft
Gehaltsexzesse in Vorständen: Abkassieren zu Machtpreisen

Deutschlands Top-Managern kennen bei ihren Gehältern kein Halten: Der Abstand zum Einkommen gewöhnlicher Arbeitnehmer wird immer größer. Mit Marktwirtschaft hat das nichts zu tun. Grund für die Bonusexzesse sind äußerst fragwürdige Machtverhältnisse.

Seite 10 von 21
willibrand 04.04.2011, 18:33
90. AR und Vorstand schieben sich die Gelder zu

Zitat von faguo888
Der Artikel analysiert zutreffend die Misere. Jeder verantwortliche Eigner eines Mittelstandsunternehmens würde sich schämen, derart in die Firmenkasse zu greifen. Es ist ohnehin der Mittelstand, der unsere Wirtschaft betreibt und mit Sachverstand, hoher Qualität und Innovation den Standort Deutschland sichert. Die Leiter der Dax-Unternehmen sind schlicht Parasiten. Sie profitieren von den unternehmerischen Fähigkeiten der Gründergeneration. Wieviel Milliarden haben die Stars wie Sommer, Schrempp etc. verpulvert in dummen M & A wie Daimler-Chrysler, Rolls Royce, Telecom USA? Die deutsche Telekom hatte vor einigen Jahren fast soviel Schulden aufgehäuft wie alle 53 afrikanischen Länder zusammen. Jetzt wurde die amerikanische Tochter mit einem Verlust von 20 Mrd € verhökert. Unterstützt werden die Stars von Wissenschaftsstars aus Harvard etc., die sich immer neue Moden ausdenken. Es könnte allerdings so sein, dass wir eines Tages zusammen mit unseren gierigen angelsächsischen Freunden untergehen werden. In den USA und GB ist das produzierende Gewerbe ohnehin nahezu ausgestorben.
die die Angestellten der Betriebe erwirtschaften.
Schon vor mehr als 20 Jahren war mal ein Artikel im Capital, dass jede halbwegs intelligente Münchner Hausfrau den Siemens Konzern als Vorstand leiten könnte. Man braucht nur die Zentrale am Wittelsbacher Platz anschauen, heerscharen an Zuträgern arbeiten für die Vorstandsetage. Da kann der da oben durchaus blind unterschreiben- ohne Risiko, wenns mal schiefgeht wird wieder umorganisiert oder Wirtschaftsberatern Jobs zugeschanzt. Dann werden halt Betriebsteile verkauft, Mitarbeiter entlassen usw. Das gefällt der Börse !

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kommentator33 04.04.2011, 18:34
91. ja, Marktwirtschaft

Zitat von sponner_hoch2
Genau. Und ebenso wenig wie ihnen jemand verbietet, dem Bäcker 100 EUR für ein Brötchen zu zahlen ist es mit einer Demokratie nicht verinbar den Aktionären zu verbieten, ihren Vorständen hohe Gehälter zu zahlen.
Wenn es denn so einfach wäre. Der Fall des Bäckers interessiert den Staat nicht. Ihr jemand kann die 100 EUR weder von der Steuer absetzen noch hinterher fordern, vor einer Pleite gerettet zu werden. Das ist im Verhältnis Dax-Unternehmen und Staat aber ganz anders. Da würde es durchaus der Marktwirtschaft entsprechen, die Aktionäre vollständig die Vorstandsgehälter zahlen zu lassen (also diese ab einer Grenze nicht von der Steuer absetzbar zu gestalten) und den Vorstand persönlich in Haftung zu nehmen, wenn mal wieder der Staat retten muss.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tächs 04.04.2011, 18:36
92. Keine Feindbilder

Zitat von AMC
Lernen Sie doch was/studieren Sie/holen Sie die Schule nach/ qualifizieren Sie sich egal wie und geben Sie sich irgendwann einfach mal ZUFRIEDEN, z.B. mit 60k im Jahr, dann klappts nämlich auch ohne Neid und Generalstreik. Wenn das Ihre Antwort auf den Erfolg anderer Menschen ist, hoffe ich schon fast, dass Sie keinen haben. Und um das klarzustellen: Zumwinkel und Ackermann sind auch für mich Feindbilder.
Wenn zwischen Aufsichtsräten und den Managern entsprechende Verträge bestehen, können wir zwar schimpfen, aber davon lassen sich die Empfänger dicker Boni nicht beeindrucken. Verträge müssen eingehalten werden. Dass die Bezüge vieler Manager provozierend und weit überhöht sind, ist eine andere Sache. Hier gebe ich ausnahmsweise den LINKEN Recht, die das Übel mit entsprechend hohen Steuern für das gewöhnliche Volk erträglich machen könnten. Der Staat könnte durchaus eine spezielle Bonussteuer für Manager einführen, dessen prozentuale Höhe nach den effektiven Summen der Boni festgesetzt werden könnte. Ähnlich wie in Schweden, wo der Steuersatz bis weit über 80% klettern kann. Der Neidfaktor beim Volk wäre damit erledigt. Würde sich die FDP zum Vorkämpfer einer solchen Steuer machen, würde sie 2013 mit Sicherheit ihr Wahlergebnis von 2009 wieder erreichen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kommentator33 04.04.2011, 18:37
93. Problem?

Zitat von weißbrot
Dann ist also der mehrheitliche Eigentümer dafür,dass sein erster Angestellter diesen Lohn erhält. Es ist sein Geld, wo ist das Problem? Viele Kleinanleger lassen sich von ihrer Bank vertreten. Den meisten jedoch ist die Jahreshauptversammlung völlig egal und sie gehen nicht hin. Mit einem Wort: Die Gehälter der Vorstände sind den Eigentümern egal oder sie tolerieren sie. Es ist ihr Geld, wo ist das Problem?
Gehen die Geschäfte gut, ist das nur ein Problem soweit nicht die Eigentümer, sondern der Steuerzahler (Vorstandsgehälter sind Betriebsausgaben) die Gehälter zahlt. Das gilt aber nicht in der Krise, wie wir gerade im Bereich der Banken gesehen haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pertronius 04.04.2011, 18:37
94. I´ll be back

Zitat von mela8
Und was ist in Frankreich mit dem König passiert? ...:-)))
Ich weiß sie denken an den einen.

Der andere ist auferstanden aus Ruinen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_XVIII.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
CHANGE-WECHSEL 04.04.2011, 18:38
95. keine Kaste

Zitat von xander65
Und weil man soviel Geld verdient und nicht weiß was damit sinnvolles tun wird damit sicherlich auch noch mit Rohstoffen und Nahrungsmitteln der Armen spekuliert um noch mehr Geld sich in den Sack zu schieben. Einfach nur widerlich diese Kaste.

Die ist doch keine Kaste - sondern die unersetzliche Elite unserer Welt!


Eine Elite der Kriminellen und Habgierigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rotte 04.04.2011, 18:39
96. Gehaltsexesse in Vorständen.

Zitat von AMC
Besuchen Sie eine Realschule, machen Sie eine handwerkliche Ausbildung, arbeiten Sie 10 Jahre erfolgreich im Betrieb/gründen Sie eine kleine Firma und die 60k im jahr kommen wie selbst. Von der fixen Idee zu studieren (vielleicht etwas schwereres als ein Diplom in vergleichender Filmwissenschaft/Afrikanische-Gesichtsmasken-des-19Jhrs., z.B. ein MINT-Fach(!)) und Sie müssten sich schon dumm anstellen, um nach 10 Jahren in einem x-beliebigen Konzern keine 70-80k als popeliger Projektleiter (z.B. bei Siemens) zu verdienen. Ich weiß gar nicht, wie oft ich die Gehaltslüge in Deutschland schon gehört habe (ok, wir sind ja eh das Land der Jammerer und Nörgler, alle haben zu wenig, die anderen haben immer zuviel blabla). Im Spiegel-Forum mag es traditionell stark links-geprägte, eher am unteren Ende der Gehalts-/Beschäftigungsbereiche orientiere Foristen geben, aber ich kenne genug ehemalige Mitschüler, die den Realschulweg gegangen sind, Papas Handwerksbutze übernommen, oder studiert haben und eben genau jene Gehälter kassieren. Wobei, ich weiß doch genau, wie Sie jetzt kontern: Alles Lügner und Geschichten vom Hörensagen... ;)
Kennen Sie die Gehälter der Chefredakteur der Verlage?? Ihnen würden die Tränen in den Augen stehen. Die hohen Honorare in der Spiel,- Spaß-, Lust- und Mediensparte kritisiert keiner. Ist es z.B. richtig, daß die US-Korrespondenzen des ARD keine Einkommensteuer (weder in USA noch BRD) bezahlen. zB. 50.000,-- € für ein dümmliches Interview ist doch was ! Oder 450.000,-- für eine vorgeschriebene Fernsehansage. Beanstandet keine

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kommentator33 04.04.2011, 18:42
97. Wo ist die Realität

Zitat von sponner_hoch2
Und bevor jetzt wieder wegen den goldenen Handschlägen geweint wird: Kann ein normaler Angestellter genau so haben, aber komischerweise geht das Geschrei immer los, wenn man keinen unbefristeten Vertrag bekommt, und nicht weil man keinen befristeten bekommt.
Wer bietet dem normalen Angestellten einen befristeten Vertrag an, der ihm bei vorzeitiger Auflösung einen zweistelligen Millionenbetrag bringt?

Tatsächlich sind die Vorstände besser abgesichert als jeder normale Arbeitnehmer. Sie erhalten Fünfjahresverträge. Das entspricht wirtschaftlich einer Unkündbarkeit in dieser Zeit.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sponner_hoch2 04.04.2011, 18:47
98. Titel

Zitat von Kommentator33
Wenn es denn so einfach wäre. Der Fall des Bäckers interessiert den Staat nicht. Ihr jemand kann die 100 EUR weder von der Steuer absetzen
Aber sicher doch, wenn dieser jemand z. B. eine Catering-Firma ist.

Zitat von
noch hinterher fordern, vor einer Pleite gerettet zu werden. Das ist im Verhältnis Dax-Unternehmen und Staat aber ganz anders.
Nö, fordern kann das jeder. Ob man es bekommt (also die Rettung) ist im Prinzip Glückssache

[QUOTE}
Da würde es durchaus der Marktwirtschaft entsprechen, die Aktionäre vollständig die Vorstandsgehälter zahlen zu lassen (also diese ab einer Grenze nicht von der Steuer absetzbar zu gestalten)
[/QUOTE]

Was hat die Frage der Besteuerung mit Marktwirtschaft zu tun? Genau, gar nichts. Und "absetzbar" (ein Wort, das aufgrund der Unkenntnis einer großen Anzahl Leute negativ belegt ist) bedeutet nichts anderes, als das eben nur das besteuert wird, was man Ende hinten rausbekommt. Von daher ist es ganz normal, nur den Gewinn des Unternehmens zu besteuern.

Zitat von
und den Vorstand persönlich in Haftung zu nehmen, wenn mal wieder der Staat retten muss.
Der Staat muß nicht retten, er tut es freiwillig (und sollte es meiner Meinung nach auch überhaupt nicht tun).
Mal abgesehen davon, dass die Schuldfrage bei Entscheidungen unter großer Unsicherheit naturgemäß äußerst schwer zu treffen ist (und vor allem weitaus schwieriger, als wenn jemand gar keine Entscheidungskompetenz hat).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jonny_C 04.04.2011, 18:52
99. Hallo, hallo, hallo....

Zitat von Coroner
Wenn diesen beispiellosen Kleptokraten nicht per Gesetz und mit Hilfe von Gerichten das Handwerk gelegt wird, dann sollte man sich nicht wundern, wenn der Souverän irgendwann die Schnauze voll hat und dieses Pack höchst eigenhändig verprügelt. Das Gewaltmonopol des Staates bedeutet für den Staat die Verpflichtung für Recht und Gerechtigkeit zu sorgen. Tut er dies nicht sondern schlägt sich statt dessen auf die Seite derjenigen, die unsere Gesellschaft plündern, verspielt er sein Gewaltmonopol.
...jetzt mal ganz ruhig !

Was haben die Vorstände verbrochen ? ---> Nichts.
Sie bekommen viel Geld, aber das ist kein Verbrechen.
Was hat der Bürger (Souverän) damit zu tun ? ---> Nichts.
Er profitiert eher davon, durch die Steuern die auch Vorstände bezahlen müssen.
Was hat das Gewaltmonopol des Staates damit zu tun? --> Nichts.
Wieso plündern Vorstände die Gesellschaft ?
---> Das ist nun völliger Schwachsinn !
Wenn sie jemanden plündern und schädigen, dann die Eigentümer, also die Aktionäre.
Wenn die aber bereit sind die "Leistung" der Vorstände so hoch zu dotieren, dann ist es ihre Sache.

Sie sehen, "Schaum vorm Mund" bringt gar nichts.
Ich finde die Gehälter übrigens auch zu hoch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 10 von 21