Forum: Wirtschaft
Gehaltsexzesse in Vorständen: Abkassieren zu Machtpreisen

Deutschlands Top-Managern kennen bei ihren Gehältern kein Halten: Der Abstand zum Einkommen gewöhnlicher Arbeitnehmer wird immer größer. Mit Marktwirtschaft hat das nichts zu tun. Grund für die Bonusexzesse sind äußerst fragwürdige Machtverhältnisse.

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Koana 04.04.2011, 19:04
100. Bitte...

mit 25.000 Brutto im Jahr kann man doch anständig leben!
Wer sich einfach mal ein klein wenig Gedanken über die wichtigen Dinge im Leben macht und nicht zum Konsumzuchttier wird, der hat damit genügend Einkommen für eine kleine Familie.

Solange wir immer nur nach oben starren, sind wir selbst doch nicht besser als die Einkommensmillionäre.

Wir können wirklich nicht erwarten selbst noch mehr Kaufkraft erhalten zu dürfen, wir sollten vielmehr endlich versuchen den Globus von Hunger und Elend zu befreien.

Ich finde Öl und Sprit könnten ruhig nochmals mit 100% Steuern belegt werden, sofern das Geld in nachhaltige Projekte zu Gunsten von unterpriviligierten Menschen in der dritten Welt investiert wird - und dort nicht sofort in den Taschen irgendwelcher lokaler Marionettenregierungen versickert.

Stom darf gerne das Doppelte kosten - wenn er dafür aus erneuerbaren Energiewandlungssystemen kommt.

Luxusgüter sollten keinesfalls mehr als Betriebsausgaben durchgehen und mit 100% Luxussteuer belegt werden.

Hemmungslosigkeit und Gier müssen endlich geächtet und letztenendes für Normalbürger unbezahlbar werden.

Es kann nicht angehen, dass wir weiter als Massenraubaffen die Millionäre kritisierten, aber nur deswegen, weil wir selber statt der S-Klasse die E - Klasse fahren müssen.

Leute Ihr solltest endlich verstehen, das die fast 2 Milliarden wirklich armer und ärmster Menschen das Problem sind - klar - die 0,15 % Superraubaffen sind der andere Teil des Problems - aber wenn wir nur immer nach oben schauen, in dem Sinne, das möcht ich auch haben, dann sind wir wohl der allergrößte Teil des Problems - und somit hauptverandwortlich für die ganze Misere.

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dave3000 04.04.2011, 19:11
101. "Für die [Gewerkschaften] ist die Bezahlung des Vorstands Sache des Kapitals"

Auf solche Gewerkschaften kann man gerne verzichten. Das reale Einkommen der Arbeitnehmer stagniert bestenfalls, oft sinkt es sogar. Und was fällt dem DGB dazu ein? Er prostituiert sich für die BDA (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände) und möchte den kleinen Gewerkschaften, die sich für ihre Mitglieder wirklich einsetzen das Streikrecht verfassungswidrig verbieten...

Zu solchen verfassungsfeindlichen Aktivitäten kann man sich aufraffen, Betriebsratsgründungen in Firmen der New Economy zu unterstützen, das ist wieder zu viel Aufwand.

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marypastor 04.04.2011, 19:13
102. Also, sooo viele

Zitat von sysop
Deutschlands Top-Managern kennen bei ihren Gehältern kein Halten: Der Abstand zum Einkommen gewöhnlicher Arbeitnehmer wird immer größer. Mit Marktwirtschaft hat das nichts zu tun. Grund für die Bonusexzesse sind äußerst fragwürdige Machtverhältnisse.
sind's ja nun auch wieder nicht. Ausserdem, Top-Manager zu werden und zu bleiben ist verdammt schwer. Dabei bilden sich nun mnal exklusive Clubs. Aber es ist jedem freigestellt, es ihnen nachzumachen. Nur los.

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Michael Giertz 04.04.2011, 19:18
103. Heutige Eliten = wie der Adel von damals

Zitat von sysop
Deutschlands Top-Managern kennen bei ihren Gehältern kein Halten: Der Abstand zum Einkommen gewöhnlicher Arbeitnehmer wird immer größer. Mit Marktwirtschaft hat das nichts zu tun. Grund für die Bonusexzesse sind äußerst fragwürdige Machtverhältnisse.
Offenbar kann man da aber nix dran machen. Solange sich die Herren "Top-Manager" (Gleichberechtigung: auch die Frauen natürlich) für die eigentlichen Wertschöpfer halten, wird sich nichts ändern.

Tatsächlich hat sich eine Art "Kult" entwickelt: wer solch eine hohe Position innehat, kann keine "Knallcharge" sein - und ganz gewiss nicht ersetzbar. Selbst wenn so ein Manager irgendwo versagt, dann fällt das selten auf ihn persönlich zurück, sondern bestenfalls auf das Umfeld, in dem er sich befand: es hat halt nicht gepasst, die Synergien haben sich nicht gebildet, es war nicht sein Metier usw usf. Kurzum: ein Bahnchef kann problemlos auch im Vorstand bei der Deutschen Post landen, selbst dann, wenn er seine letzte Unternehmung gegen den Baum gesetzt hat; denn er ist ja gewiss kein "Idiot", immerhin hatte er ja eine Spitzenposition inne.

Letztendlich kann dieses Problem, dieser Kult, nur aufgelöst werden, indem man diese Menschen vorführt. Ja, es sind nur Menschen, keine Götter. Und ja, jeder mit einem gewissen (Aus)Bildungsstand kann ein Unternehmen leiten; ein besonderes Geburts- und Hausrecht existiert nicht. Allein die durch den Kult entstandenen Netzwerke verhindern, dass jemand von "außen" in den "inneren Zirkel" einsteigen kann, und wenn, dann hat er oder sie Gönner.

Ich will's mal so ausdrücken: die meisten unserer gesellschaftlichen Probleme entstehen auch, weil wir uns so einen "Kult", solch eine "wirtschaftliche Elite" leisten und auch alles Erdenkliche unternehmen, damit uns dieser "Kult", diese "Elite" erhalten bleibt. Das fängt damit an, dass unsere Eliten sich von den sozialen Verpflichtungen befreien können und endet irgendwo auch in einem "Personenkult".

Müssen wir nicht haben. Das Schlimmste ist aber sowieso, dass jene, die wirklich etwas leisten und irgendwo auf halbem Wege zur Spitze hängenbleiben, diese Spitze am härtesten verteidigen. Die schärfsten Kritiker sind finanziell und sozial viel weiter unten in der Gesellschaft zu finden und werden ohnehin nur schwer Zugang zur Spitze haben, selbst dann, wenn die "alte Elite" fallen würde.
Um aber die "alte Elite", welche sich nicht durch Leistung sondern allein Kungelei und Günstlingswirtschaft selbst erhält abschaffen zu können müssten die wirklichen Leistungsträger in der Gesellschaft davon überzeugt werden, dass keine Leistung der Welt zur Spitze führen kann, sondern allein Geburts- und Hausrecht.

Also eigentlich wie vor 100 Jahren, als es noch den Adel gab.

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Dumme Fragen 04.04.2011, 19:20
104. Da hilft nur eins:

Die Gewerkschaften müssen Lohnforderungen von 25% stellen und ausserdem Boni von 150% des Grundgehalts fordern!

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Michael Giertz 04.04.2011, 19:38
105. Kleine Kritik

Zitat von Koana
mit 25.000 Brutto im Jahr kann man doch anständig leben! Wer sich einfach mal ein klein wenig Gedanken über die wichtigen Dinge im Leben macht und nicht zum Konsumzuchttier wird, der hat damit genügend Einkommen für eine kleine Familie.
Mein Einkommen liegt leicht drüber und ich bin, zumindest finanziell, Single.

Ein nicht unerheblicher Teil meines Bruttos landet ja schon beim Staat. Machen wir mal grob 45% fest, haben wir realistische Zahlen: mir blieben bei Ihrem Einkommen noch 1150,- Euro im Monat als Netto. Davon gehen, da ich in einer Stadt lebe, nochmal 550 Euro für die Warmmiete ab. Vom Rest soll ich dann mein Auto betanken, mir was zum Anziehen kaufen, was zum Essen und Trinken beschaffen und noch am sozialen Leben teilnehmen - das geht, ist auch "anständig" bzw "angemessen" - aber eben nur für einen Single!

Wie davon ZWEI Personen leben sollen, geschweige denn eine Familie, kann ich mir schlichtweg nicht vorstellen. Existieren? Ja, möglich. Verzicht auf ALLES was über den Grundbedarf hinausgeht ist kein Leben.

Zitat von
Solange wir immer nur nach oben starren, sind wir selbst doch nicht besser als die Einkommensmillionäre.
Zustimmung.

Zitat von
Wir können wirklich nicht erwarten selbst noch mehr Kaufkraft erhalten zu dürfen, wir sollten vielmehr endlich versuchen den Globus von Hunger und Elend zu befreien.
Ist leider Idealismus. Man kann vielleicht den Welthunger bekämpfen, aber niemals der gesamten Welt Wohlstand bringen. Wir leben nunmal privilegierter als andere Menschen und ich, nennen Sie es Egoismus, bin nicht bereit für die Utopie "Wohlstand für alle" meinen eigenen aufzugeben.

Zitat von
Ich finde Öl und Sprit könnten ruhig nochmals mit 100% Steuern belegt werden, [...]
Dann geh' ich aber nicht mehr arbeiten, weil's Auto im Unterhalt zu teuer würde. Ergo: mein Wohlstand sinkt. Oder ich müsste wesentlich mehr verdienen, damit mein Wohlstand nicht drunter leidet.

Zitat von
Stom darf gerne das Doppelte kosten - wenn er dafür aus erneuerbaren Energiewandlungssystemen kommt.
Lehne ich ab. Nicht nur aus Kostengründen sondern auch aus praktischen Gründen: ein Energienetz allein auf regenerativen Energiequellen wäre instabil und wir hätten ausgerechnet im Winter Energieengpässe. Auch hier ist mir mein pers. Wohlstand (und eine warme Wohnung gehört dazu) wichtiger als jede Utopie.

Zitat von
Luxusgüter sollten keinesfalls mehr als Betriebsausgaben durchgehen und mit 100% Luxussteuer belegt werden.
Zustimmung.

Zitat von
Hemmungslosigkeit und Gier müssen endlich geächtet und letztenendes für Normalbürger unbezahlbar werden.
Zustimmung.

Zitat von
Es kann nicht angehen, dass wir weiter als Massenraubaffen die Millionäre kritisierten, aber nur deswegen, weil wir selber statt der S-Klasse die E - Klasse fahren müssen.
Okay. Ich fahr' übrigens einen Kleinwagen.

Zitat von
Leute Ihr solltest endlich verstehen, das die fast 2 Milliarden wirklich armer und ärmster Menschen das Problem sind - klar - die 0,15 % Superraubaffen sind der andere Teil des Problems - [...]
Wie gesagt, ich stimme weitestgehend zu, Sie haben auch Recht. Ich orientiere mich gewiss nicht an Millionären, aber habe nunmal auch Vorstellungen von "Wohlstand": eine warme Wohnung, soziale und finanzielle Sicherheit und ein persönlicher (angemessener) PKW gehören halt dazu. Und das ist mit 25.000 Euro im Jahr nur als Single machbar, nicht als Familie.

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masc672 04.04.2011, 19:56
106. Die Rechnung möchte ich sehen

Zitat von Koana
mit 25.000 Brutto im Jahr kann man doch anständig leben! Wer sich einfach mal ein klein wenig Gedanken über die wichtigen Dinge im Leben macht und nicht zum Konsumzuchttier wird, der hat damit genügend Einkommen für eine kleine Familie. Solange wir immer nur nach oben starren, sind wir selbst doch nicht besser als die Einkommensmillionäre. Wir können wirklich nicht erwarten selbst noch mehr Kaufkraft erhalten zu dürfen, wir sollten vielmehr endlich versuchen den Globus von Hunger und Elend zu befreien. Ich finde Öl und Sprit könnten ruhig nochmals mit 100% Steuern belegt werden, sofern das Geld in nachhaltige Projekte zu Gunsten von unterpriviligierten Menschen in der dritten Welt investiert wird - und dort nicht sofort in den Taschen irgendwelcher lokaler Marionettenregierungen versickert. Stom darf gerne das Doppelte kosten - wenn er dafür aus erneuerbaren Energiewandlungssystemen kommt. Luxusgüter sollten keinesfalls mehr als Betriebsausgaben durchgehen und mit 100% Luxussteuer belegt werden. Hemmungslosigkeit und Gier müssen endlich geächtet und letztenendes für Normalbürger unbezahlbar werden. Es kann nicht angehen, dass wir weiter als Massenraubaffen die Millionäre kritisierten, aber nur deswegen, weil wir selber statt der S-Klasse die E - Klasse fahren müssen. Leute Ihr solltest endlich verstehen, das die fast 2 Milliarden wirklich armer und ärmster Menschen das Problem sind - klar - die 0,15 % Superraubaffen sind der andere Teil des Problems - aber wenn wir nur immer nach oben schauen, in dem Sinne, das möcht ich auch haben, dann sind wir wohl der allergrößte Teil des Problems - und somit hauptverandwortlich für die ganze Misere.
Vorgaben:

Vater (25000 Euro Brutto/Jahr), Frau (kein Einkommen) und 6 jähriges Kind.

Arbeitsplatz liegt ca. (damit es für Sie leichter ist) 10 km weg.

Miete (suchen Sie sich eine Stadt aus).

Und nun rechnen Sie mal los. Und dann verraten Sie mir warum der mann nicht lieber H4 nehmen sollte.

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xzz 04.04.2011, 20:32
107. titelbefreit

Ein widerlicher manipulativer Artikel.

Letztendlich zahlen die Aktionäre die Vorstandsgehälter (wird doch jeder Euro, der nicht an den Vorstand geht, als Dividende ausgezahlt oder als Kapitalreserve den Aktienkurs erhöhen). Ein vermögender Aktionär kann ein u.U. ein vielfaches eines Vorstandsgehalt als Dividende erhalten, jedes Jahr, ohne auch nur Arbeit angetäuscht zu haben.

Aber geht man nur über Gehaltsdifferenzen, gibt es wohl einige Milliarden Menschen, die sich durchaus über den Gehaltsexzesse des deutschen Otto-Normal-Verbrauchers aufregen könnten.

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tapuzim 04.04.2011, 20:56
108. Ein widerlicher manipulativer Artikel.

Zitat von xzz
Ein widerlicher manipulativer Artikel. Letztendlich zahlen die Aktionäre die Vorstandsgehälter (wird doch jeder Euro, der nicht an den Vorstand geht, als Dividende ausgezahlt oder als Kapitalreserve den Aktienkurs erhöhen). Ein vermögender Aktionär kann ein u.U. ein vielfaches eines Vorstandsgehalt als Dividende erhalten, jedes Jahr, ohne auch nur Arbeit angetäuscht zu haben. Aber geht man nur über Gehaltsdifferenzen, gibt es wohl einige Milliarden Menschen, die sich durchaus über den Gehaltsexzesse des deutschen Otto-Normal-Verbrauchers aufregen könnten.

Die Tageszeitung "Sydsvenskan" hatte am Sonntag unter Verweis auf Bilanzangaben des Konzerns von den üppigen Abfindungen berichtet. So erhielt der frühere Chef von Vattenfall Europe, Hans-Jürgen Cramer, nach lediglich fünf Monaten im Amt 2008 eine Abfindung von 2,3 Millionen Euro. 2007 war Cramers Vorgänger Klaus Rauscher mit 5,5 Millionen abgefunden worden – er hatte seinen Posten nach zahlreichen Pannen in den Atomreaktoren Brunsbüttel und Krümmel räumen müssen.

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ArnoNyhm1984 04.04.2011, 20:57
109. Gier frisst Hirn

Zitat von xzz
Ein widerlicher manipulativer Artikel. Letztendlich zahlen die Aktionäre die Vorstandsgehälter (wird doch jeder Euro, der nicht an den Vorstand geht, als Dividende ausgezahlt oder als Kapitalreserve den Aktienkurs erhöhen). Ein vermögender Aktionär kann ein u.U. ein vielfaches eines Vorstandsgehalt als Dividende erhalten, jedes Jahr, ohne auch nur Arbeit angetäuscht zu haben. Aber geht man nur über Gehaltsdifferenzen, gibt es wohl einige Milliarden Menschen, die sich durchaus über den Gehaltsexzesse des deutschen Otto-Normal-Verbrauchers aufregen könnten.
"manipulativ" ist wohl eher, wenn man die Gehälter des deutschen Otto-Normalverbrauchers gegen die aus Timbuktistan vergleicht! Nochmal im Klartext: Im Artikel geht es um das Verhältnis der Managerriege EINES Landes gegenüber jenen der normalen Arbeitnehmer im SELBEN Land.
Und zweitens: Ja, ein Aktionär mag tatsächlich mehr Geld verdienen als ein Manager desselben Unternehmens. Aber dafür riskiert er dann auch SEIN Vermögen und nicht das des Unternehmens!

Ergo:
a) Den Artikel bitte nochmals lesen!
b) Begründen, warum diese "moralisch behinderte Kaste" sich immer ungenierter bedienen darf.

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