Forum: Wirtschaft
Gehaltsforderungen: Frankreichs Wirtschaftsminister warnt vor Ende von Air France
AFP

Die kompromisslose Haltung der Air-France-Piloten stößt bei Frankreichs Wirtschaftsminister Bruno Le Maire auf Unverständnis. Die Fluglinie sei in ihrer Existenz bedroht.

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Steve.Joe 07.05.2018, 11:02
1. Piloten

Gerade die Luftfahrtunternehmen unterliegen einem Kostendruck aus der Globalisierung. Ich habe den Eindruck, dass die Piloten das noch nicht erkannt haben. Im letzten Jahrzehnt sind viele ehemaligen Staatsairlines verschwunden; und damit sind die Arbeitspätze an ausländische Anbieter gefallen. Der Minister hat recht, wenn er zu Mäßigung aufruft. Ich vermute, dass in vielen Luftfahrt-Unternehmen eine Gruppe von Piloten gibt, die um ihren Besitzstand fürchten. Die jungen Piloten werden wohl kaum entsprechende Verträge haben.
Und die Unternehmen müssen Gewinne machen können; sonst überleben diese nicht den nächsten konjukturellen Einbruch.

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g.dieffenbach 07.05.2018, 11:03
2. immer die gleiche alte Leier

hohe Lohnforderungen stürzen das Unternehmen in die Krise, gar in den wirtschaftlichen Ruin, ja, ja. Schmeißt alle Manager raus, die mehr als 150.000,-- Euro pro Jahr verlangen, deren Wirkungsgrad ist nämlich ohnehin gleich null und fliegen können sie auch nicht. Dann setzt die Dividenden der Aktionäre auf null und macht aus der AG eine gemeinnützige Genossenschaft... e voila und Air France fliegt die nächsten 100 Jahre.
Liebe Grüße, Eure Gabi

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wolfi55 07.05.2018, 11:21
3. 150.000€ im Jahr

Das sind bei den Fluggesellschaften ziemlich viele Mitarbeiter, weil die ganze besseren piloten in der Gehaltsklasse liegen.

Und dass Großverdiener verantwortungsbewusst mit dem Thema Bestand der Firma umgehen, das ist doch nur ein frommer Wunsch. Es kann nichts teuer genug sein, wenn es den Großverdienern noch ein paar Euro zusätzlich in die Kassen spült.

In Frankreich müssen einige noch viel lernen in der Hinsicht und Macon und seine Regierung werden da noch einiges aushalten müssen. Aber das was wir mit der Agenda 2010 hattem das muss Frankreich noch durchmachen. Deren Industrie ist kaum noch wettbewerbsfähig im globalen Maßstab. Das ist in Deutschland anders. Aber den Gewerkschaften in Frankreich geht das Wohl der Arbeitnehmer dort gelinde gesagt am Arsch vorbei und der Politikerkaste zum großen Teil auch. Die leben in einer Parallelwelt.

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Spr. 07.05.2018, 11:25
4.

Wenn eine neoliberale Regierung hofft, dass in einem Tarifstreit "die Vernunft siegt", ist das gleichbedeutend mit der Forderung an die Arbeitnehmer, zukünftig zu immer schlechter werdenden Bedingungen bei real sinkenden Löhnen länger und "verdichteter" zu arbeiten. Die Mitarbeiter von Air France tun gut daran, sich dagegen mit aller Macht zu wehren! Täten sie das nicht, ginge es ihnen bald so wie der Mehrheit der Arbeitnehmer in Deutschland: Bezahlung auf dem Niveau der 70er Jahre des letzten Jahrhunderts nebst inzwischen deutlich schlechterem Arbeitsschutz bei Preisen von heute!

Kommt Macron dagegen damit durch, in Frankreich den Schröder zu machen und mit Lohndumping, Sozialabbau und massiven Vergünstigungen für Unternehmen eine neue Unterschicht zu etablieren, kann es nur noch schlimmer werden. Denn dann ist damit zu rechnen, dass Macron in der nächsten Legislaturperiode die Merkel macht und die "wirtschaftskonforme Demokratie" einführt, in der die Demokratie immer hinter den Wünschen und Forderungen "der Wirtschaft", was hier insbesondere internationale Großkonzerne meint, zurückzustehen hat.

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florafauna 07.05.2018, 11:27
5. Gewinnsteigerung

2017 gab es eine kräftige Gewinnsteigerung und jetzt gehen sie in die Knie?
Ja, klar....

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dirkhs 07.05.2018, 11:44
6. Wir steigern den Gewinn....

aber wehe die Arbeitnehmer forden etwas etwas davon abzubekommen, dann ist Unternehmen eigentlich praktisch pleite genau mein Humor

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rkinfo 07.05.2018, 11:55
7. Gewinnbeteiligungen ...

... lehnen die Gewerkschaften ab ;-)
Stetige Lohnerhöhungen, aber auch Gewinnbeteiligungen in guten Jahren werden von Gewerkschaften abgelehnt. Jetzt leiden Alle, weil die Gewinne einfach kaputt getreikt wurden.
Zudem fehlen europäisch abgestimmte Lohnanpassungen, sodass selbst innerhalb des Euroraumes Verzerrungen auftreten können.

Gewinne zu verteilen sah übrigens schon Ludwig Erhardt als elementar für Wohlstand an, denn nur gute Einkommen ermöglichen mässige prozentuale Steuersätze bei gleichzeitig kräftigen Eurobeträge an Staatseinnahmen. Womit sich der Kreis der Air France wieder schließt ;-)

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skygirl 07.05.2018, 12:01
8. Tja...

...Pech für Air France, dass der Pilotenmarkt wie leergefegt ist und die Crews z.Zt. am längeren Hebel sitzen. Wird ja nicht in alle Ewigkeit so sein, aber bis der aktuelle Mangel behoben ist, muss die Firma eben in den sauren Apfel beißen und sich mit ihren Crews einigen.
Die Lufthansa schafft es ja auch nicht ihre neue Eurowings in die Luft zu bekommen, da sich trotz der AB-Pleite noch genügend besser bezahlte Pilotenjobs zu haben sind.

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Braveheart Jr. 07.05.2018, 12:04
9. Wenn die Unternehmen der Flugbranche ...

... die tatsächlichen Kosten ihrer Geschäftstätigkeit stemmen müßten, wären sie schon vor Jahren pleite gegangen. Gespart wird bei den Maßnahmen für Lärmschutz, beim Flughafenpersonal (Check-In, Security) und beim Kabinen- bzw. Bodenpersonal. Immer auf Kosten derjenigen, die sich nicht (oder nur schlecht) wehren können. Mir persönlich wäre es nur recht, wenn 90% aller Flüge nicht stattfänden - und an dieser Stelle hätte ich jetzt gerne angefügt, daß es auch noch die Bahn gibt ... aber die hat außer Verspätungen und Zugausfällen auch nicht mehr zu bieten, und zudem kommt jetzt wieder die Klimaanlagenüberlastungszeit!

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