Forum: Wirtschaft
Gelber Sack: Mega-Fusion in der Müllbranche könnte teuer für den Verbraucher werden
DPA

Die Müllbranche steht vor einer riesigen Fusion: Remondis könnte das Duale System Deutschland schlucken und den Recycling-Markt dominieren. Doch nach SPIEGEL-Informationen warnt eine Studie vor dem Deal.

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bittezweifeln 06.04.2019, 10:36
20. Alles wie immer

Natürlich wird es teuer und das Geld wird von den Kleinen zu einem Großen umverteilt. Der grüne Punkt wird bezahlt und verbrannt. Ökologischer und ökonomischer Unfug, sinnvolle und effektive Alternativen werden abgeblockt, da Politiker lieber tun, Lobbyisten verlangen. Die Firma Remondis hat Erfahrung mit dieser Art Geschäfte. Die Kölner Müllverbrennungsanlage wurde vor Jahres Dank des Engagements (= Korruption) von Remondis viel zu groß und viel zu teuer gebaut. Diese Überdimensionierung führte zu Müllimport mit täglich hunderten von LKW auf den Kölner Autobahnen. Wer bezahlt und wer verdient? Alles wie immer.

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50&up 06.04.2019, 10:37
21. Duales System?

Ich stelle als Verbraucher einem Verwerter kostenfrei seine Rohstoffe zur Verfügung und soll dann dafür bezahlen das ich, 1. den Platz zur Lagerung bis zur Abholung bereitstelle, 2. den Aufwand zu betreiben die Rohstoffe zu selektieren und zu verpacken.
Oma sagte schon vor 50 Jahren: Nischt is umsonst Kleener, nichma det Leben! Ergo gibt es in meiner Umgebung keinen gelben Sack oder eine gelbe Tonne! Papier und Biomüll werden vom Verwerter kostenfrei geleert und die dafür genutzen Tonnen sind mein Besitz und Eigentum. Letzteres war nicht einfach aber dennoch durchsetzbar.

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frenchie3 06.04.2019, 10:39
22. Der gelbe Sack ist der Grund für zu viel Müll

Ursprünglich sollte der Handel selbst seinen Müll entsorgen. Ich gehe davon aus daß es, hätte man dies durchgesetzt, nur noch echt recyclefähiges Material im Umlauf wäre - und definitiv weniger. Nun, man deligierte das Problem an den gelben Sausack und flugs wurde daraus sogar ein lukratives Geschäft. Verkauft wird Wiederverwertbares zur Herstellung neuer Materialien, zur Verbrennung in Fernwärmezentralen und der Rest wird im Ausland verklappt (und auf dem Weg dahin noch zusätzliche Umweltverschmutzung). Das Geniale daran ist daß der Kunde nicht nur kostenlos wertvolle Rohstoffe (Glas, Metalle) zur Verfügung stellt - nein, er zahlt sogar dafür die abzuholen. Nun, dank gelbem Sack gibt es keine Not irgendwas am System zu ändern und dank mangelnder Konkurrenz ist nur Gelddrucken einfacher. Wie wäre es wenn die Säcke dem Rohstofflieferanten den Müll abkaufen müßten? Nach 'ner fetten Party ein paar Euronen für die Schnapsflaschen zurück, das wäre doch was, oder?

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Haarfoen 06.04.2019, 10:48
23. Thermische Verwertung

Meines Wissens ist die thermische Verwertung problematisch, da Dioxin- belastete Asche übrig bleibt. Hochgiftiges Material, das - ähnlich wie Atommüll - einer Endlagerung bedarf. Das beste Konzept ist immer noch die Müllvermeidung. Dann kann "Remondis" mit leeren Autos durch die Gegend fahren und das Thema erledigt sich von selbst.

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techass 06.04.2019, 11:11
24. Freie Wirtschaft ungeeignet für hoheitliche Aufgaben

Wenn in den letzten 20-30 Jahren etwas klar geworden sein sollte, dann dass die "freie Wirtschaft" für hoheitliche Aufgaben vollkommen ungeeignet ist.

Energie-, Wasser-, Telekommunikation, Öffis, überall dort, wo sich der Staat aus seiner Verantwortung gestohlen hat (ohne Auftrag des Wählers), ist es für den Konsumenten und Bürger eklatant teurer, unangenehmer und viel komplizierter geworden.

Infrastruktur wie Elektrizitätstransport, Gasversorgung, Wasserversorgung, öffentlicher Transport, Telekommunikationsinfrastruktur gehört allein in staatliche Hände und darf nicht zum Spekulationsobjekt für privatwirtschaftliche Interessen werden.

Auf diesen Märkten hat man, wenn überhaupt, ein sehr beschränktes Oligopol, das kann nur von Nachteil sein.

Im Umkehrschluss hätte man Polizei, Justiz und Finanzverwaltung auch privatisieren müssen, weil ja der Staat in vieler Augen "unfähig und viel zu teuer" ist.
Wir machen hier in D die identischen Fehler wie in den USA, dass z.B. Gefängnisse teil- oder vollkommen privatisiert werden. Die Auswüchse wird unsere Generation der jetzt Jugendlichen dann erleben. Mir schwant Böses.

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kleinsteminderheit 06.04.2019, 11:12
25. Kein Problem

Statt uns um das kranke Recyclingsystem Gedanken hu machen, sollten wir das völlig unsinnige Kunststoffrecycling beenden. Glas, Papier, Elektroschrott und Metall lassen sich hervorragend recyceln. Bei Kunststoffen sind Aufwand, Kosten und Ökobilanz katastrophal. Wir zahlen viel Geld dafür, dass ein Bruchteil des Materials recycelt und der Großteil in zwielichtige Kanäle verschoben wird. Besser wäre es, Verpackungsplastik durch Besteuerung viel teurer zu machen und den dann noch anfallenden Plastikmüll in Kraftwerken mit modernen Filtern und gutem Wirkungsgrad zu verbrennen.

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noalk 06.04.2019, 11:34
26. Die Deutschen trennen brav ihren Müll

Wenn ich in Mülltonnen blicke, drängt sich mir da ein ganz anderer Eindruck auf.

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theeuropedeal 06.04.2019, 11:44
27. super... für remondis...

klar lassen wir eine Familie am Lohndumping und Umweltverschmutzung noch reicher werden. dieses Unternehmen gehört zerschlagen von 35.000 Mitarbeitern verdienen nur 16% über 2200? ... remondis verdient an unserem Sozialstaat... sie dürfen Plastik in Flüsse und Felder leiten und es als Dünger verkaufen... auch wenn das viele nicht hören wollen ist der Umgang mit Schadstoffen und Menschenwohl nichts was wir der privaten Wirtschaft überlassen sollten.... die Milliarden Gewinne die dieses Wachstum ermöglichen gehören in öffentliche Kassen

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ilikeelectricity 06.04.2019, 11:47
28. Erstaunlich...

Wie wenig die Leute über das DSD aufgeklärt sind. Im Rahmen der Produktverantwortung sind in Verkehr bringende Unternehmen verpflichtet, am DSD teilzunehmen. Die Gebühr bezahlen die Unternehmen nicht der Endkunde. Es soll jetzt bloß keiner auf die Idee kommen zu meinen, der Preis würde 1:1 an uns Kunden weitergegeben. Schaut man in den Handel und vergleicht UVPs mit den tatsächlichen Preisen sieht man, dass an jeder Stelle der Wirtschaftskette sich einer sein Teil holt. Es gibt auch genug Wettbewerb unter den Dualen Systemen und die bieten kurioserweise auch unterschiedliche Preise. Viel Verpackungsmüll = bessere Konditionen pro Müllfraktion. Gibt es eine Lösung? Eine Verstaatlichung auf ein System wie bspw ARA in At wäre denkbar. Die DSD Kosten sollten auch für alle gleich sein egal ob viel Verpackungsmüll oder wenig Verpackungsmüll. Und wir Bürger sollten aufhören den Gelben Sack als Restmülltonne zu verwenden. Es gibt nämlich Menschen in den Fabriken, die den ganzen Mist per Hand nachsortieren müssen. Um wirkliches Recycling betrieben zu können müssen auch wir Bürger bereit sein viel sortenreiner zu trennen um aus denn Kunst(wert)Stoff anschließend was anständiges machen zu können und nicht nur Parkbänke, Pflanzenkübel und Einkaufskörbe!

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Makrönchen 06.04.2019, 12:48
29. Das Duale System

Bei Einführung des dualen Systems wurde uns versprochen, dass es um Recycling ginge.
In Wirklichkeit ging es darum, ob der Verbraucher die Entsorgung weiterhin über kommunale Müllgebühren oder ob der Verbraucher die Entsorgung über höhere Preise im Supermarkt bezahlt. Letzteres merkt er nicht so und kann sich nicht über seine Kommune aufregen.
Das ganze System gehört auf den Prüfstand.
Getrennt eingesammelt werden sollte nur das, was auch wirklich recyclet wird. Alles andere kann in den Restmüll, es wird sowieso verbrannt.

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