Forum: Wirtschaft
Geld ohne Gegenleistung: Jeder zweite Deutsche befürwortet bedingungsloses Grundeinko
Bernd von Jutrczenka/DPA

Die einen schwärmen für das bedingungslose Grundeinkommen, die anderen lehnen es hart ab: Aufschluss darüber bringt eine neue Studie. Demnach unterscheiden sich Jüngere und Ältere in ihrer Meinung deutlich.

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der-junge-scharwenka 10.04.2019, 14:57
90. Der Job muss weiter gemacht werden

Zitat von zeichenkette
Natürlich wäre das dann OK, wenn diejenigen, die nicht bedürftig sind, dann zwar auch das Grundeinkommen bekämen, aber entsprechend mehr Steuern bezahlen, so dass sie unter dem Strich dasselbe hätten wie jetzt auch. Anders wäre das ja auch gar nicht finanzierbar. Letztlich dasselbe wie jetzt auch, nur mit viel weniger Aufwand.
Warum soll das weniger Aufwand sein, und womöglich noch "viel weniger"? Wenn die Bedürftigkeit die Eingangsvoraussetzung für eine höhere Besteuerung ist, dann muss doch weiterhin ermittelt werden, wer bedürftig ist und wer nicht. Nur dass das jetzt nicht mehr Sozialverwaltungen tun, sondern die Steuerverwaltungen. Das ist nicht mehr als eine Verlagerung. Eine Vereinfachung ist es jedenfalls nicht. Etwas anderes würde nur dann gelten, wenn Sie die Bedürftigkeit allein am Merkmal Einkommen festmachen und nicht - wie jetzt - auch an Vermögenswerten. Dann wäre bedürftig, wer kein Einkommen hat, aber auf drei Häusern sitzt (so was gibt es!). Also, wenn Sie das gerecht finden....

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merapi22 10.04.2019, 14:59
91. Bereits 2030 haben alle entwickelten Staaten das UBI-BGE

Zitat von Rentenkassierer
In den nächsten 10 bis 15 Jahren werden einige Millionen Jobs durch Automatisierungen diverser Art wegfallen. Die neu entstehenden Jobs werden einerseits schlecht bezahlte Hilfsjobs sein, die es geben wird, bis sich deren Automatisierung lohnt, andererseits spezialisierte Tätigkeiten, die überwiegend Abitur und Studium voraussetzen. Es wird aber auch insgesamt immer weniger Jobs geben. Es werden also eine zunehmende Zahl von Menschen nicht mehr im Wirtschaftsprozess benötigt werden. Es wird langsam wirklich Zeit an Ideen zu dieser unzweifelhaft bevorstehenden Zukunft zu arbeiten und dann auch eine umzusetzen. 10 bis 15 Jahre sind keine lange Zeit, wenn es um Dinge geht, die das Zusammenleben in einer Gesellschaft fundamental umkrempeln.
Sehr gut erkannt und aus diesen Gründen werden bis 2030 alle entwickelten Staaten das bedingungslose Grundeinkommen umgesetzt haben. Dies sagt der Entwicklungschef von Google/Alphabet Raymond Kurzweil voraus. Die Prognoses dieses bekanntesten Zukunft-Visionärs der Welt haben sich bisher zu 87% als richtig herausgestellt.
Dank der Vorteile des BGE werden alle 7,7 Milliarden Weltbürger schon sehr bald, heute noch ungeahnte Möglichkeiten haben und in unvorstellbaren Reichtum leben.

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der-junge-scharwenka 10.04.2019, 15:01
92. Aluhüte

Zitat von venster
Im Prinzip begruesse ich das BGE. Allerdings ist das mit der Finanzierung so eine Sache, denn die Antwort kann nicht sein: alles bleibt wie's ist und wir pressen die Gutverdiener halt mehr aus. Die "liberale" Version des BGE hebt oft hervor, dass sich ein BGE quasi selbst finanziert, da man im Gegenzug eben keine aufwaendigen Sozialleistungen, mit vielen Einzelfaellen, Pruefungen, Klagen usw. mehr zahlen muss. Das heisst aber im Umkehrschluss was fuer Millionen Staatsbedienstete in den Aemtern? Arbeitslosigkeit?
Trennen Sie sich von dem Gedanken, dass das BGE nur deshalb nicht eingeführt wird, um die "Staatsbediensteten", wie Sie sie nennen, nicht arbeitslos werden zu lassen. So etwas glauben nur die Leute mit den Aluhüten, und zu denen gehören Sie doch nicht, oder? Und trennen Sie sich auch von dem Gedanken, dass es im öffentlichen Dienst keine anderen Aufgaben gäbe als nur die Verwaltung von Sozialleistungen. Es gibt genug zu tun. Auch ohne die Sozialverwaltung. Da wird keiner arbeitslos.

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funkstörung 10.04.2019, 15:05
93. bitte um antwort

Zitat von TedRuler
BTW - die von den Skeptikern angenommene Grundthese, dass das BGE zu einer großen Masse von "auf der faulen Haut liegenden" Menschen führen würde, widerspricht allen Erkenntnissen der Sozialwissenschaften.
da sie sich ja anscheinend mit der materie beschäftigt haben, was sagen sie zu folgendem beispiel :

ein selbständiger zahlt im monat ca. 1000 euro einkommenssteuer.

das bedingungslose grundeinkommen beträgt ebenfalls ca. 1000 euro im monat.

bedeutet das für den selbstständigen das er sich das grundeinkommen sozusagen selbst finanziert ?

ist das so, ....und wenn nicht, wie ist es dann ?

ohne beispiele an denen das BGE konkretisiert wird ist das alles nur abstrakte lauwarme luft.

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ds10 10.04.2019, 15:07
94.

Zitat von ruhepuls
Und warum soll die eine Hälfte der Bevölkerung die andere Hälfte alimentieren, wenn die keine Lust hat zu arbeiten? Wo steht geschrieben, dass es ein Recht auf Nichtstun gibt?
Sie drehen die Argumentation gerade um. Es geht ja wohl darum, dass es nicht mehr genug Arbeit gibt. Das heißt man entschädigt die Menschen, für die es keine (bezahlte) Arbeit mehr gibt, mit dem Grundeinkommen.

Ich verstehe schon, dass Sie der Meinung sind, dass uns in Zukunft eher Arbeitskräfte fehlen werden. Das setzt aber voraus, dass die Digitalisierung eben nicht mehr Arbeitsmöglichkeiten vernichtet, als sie schafft und durch Demographie unnötig werden. Das ist aber sehr unwahrscheinlich, denn da wird sich ja gerne auf die Entwicklung in der Vergangenheit bezogen. Man erklärt dann durch induktiven Schluss, dass es ein Gesetz sei, dass jede Weiterentwicklung immer mehr Arbeitsplätze schafft, obwohl die Zahl der Beobachten doch eher klein ist (wenn das jetzt die 4. industrielle Revolution ist, dann hat man bisher 3 Beobachtungen).

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rösti 10.04.2019, 15:09
95. Na

Wie wäre es denn 50% der Deutschen sind gegen das Grundeinkommen!
Hilfe in Not JA- aber keine Unterstürzung für Leute die nicht Arbeiten
wollen.....
Schlosser, Maurer, Installateure, Bäcker, Köche und im Handwerk allgemein brauchen keine Grundsicherung und Stellen in Handwerklichen Berufen gibt es genug!!!!!! ( auch für Frauen )
Junge Frauen sollten sich überlegen, ob sie Party machen, mit Folgen
der später allein erziehenden Mutter ohne Arbeit zu sein..? Es ist wie es ist Frauen haben meist die folgen allein zu tragen und das langt eben nicht zum normalen Lebensstandart! Ein bisschen weniger Party und One Night Stands und etwas mehr Verantwortung für ihr eigenes Leben!
Es gibt heute genug Arbeit hier bei uns...dieselben Leute die nicht Arbeiten wollen, Demostieren gegen Ausländer, die bei uns Arbeiten wollen!
Hilfe aufstocken für die Menschen die es brauchen und den Witwen, die nach dem Tod ihres Partners in die Armut abgleiten, den DIE haben es verdient

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merapi22 10.04.2019, 15:10
96. Krankenversicherung kommt für Mehraufwand bei Behinderung auf

Zitat von der-junge-scharwenka
Vergessen Sie den Unsinn. So klappt das nicht. Was sind denn "alle anderen Sozialleistungen"? Zur Erinnerung: Sozialleistungen hören nicht bei "Hartz IV" oder Grundsicherung im Alter auf. Sozialleistungen sind auch Eingliederungshilfe, Hilfe zur Pflege, Hilfe in besonderen Lebenslagen und und und. Eingliederungshilfe beispielsweise sind Sozialleistungen für Menschen mit Behinderung (spannende Sache, mal nachlesen: noch steht das in § 53 SGB XII). Haben Sie den Ansatz einer Ahnung, um wie viel Geld es dabei geht? Um weit mehr als bei Hartz IV. Weiß nur keiner. Je nach Behinderungsgrad und Art der Hilfebedürftigkeit ist man schnell im mittleren vierstelligen Bereich - pro Monat. Und wenn der Mensch mit Behinderung dann auch noch nach dem Arbeitgebermodell verfährt, dann sind die Sozialversicherungskosten der beschäftigten Hilfsperson auch vom Sozialleistungsträger zu übernehmen. Dann erreichen wir pro Monat auch fünfstellige Beträge. Kommt vor. Wirklich. Und zwar nicht zu selten. Nochmal: Auch das ist eine Sozialleistung! Wenn Sie das alles "eindampfen" wollen, um das bedingungslose Grundeinkommen gegenzufinanzieren - womit soll dann der Mensch mit Behinderung seine Unterstützung finanzieren?
Wäre für die Betroffenen doch viel besser den Rollstuhl nicht mehr als Almosen sehr bürokratisch beantragen zu müssen, sondern einfach als Leistung einer KV-Grundversicherung zu beziehen! Durch Wegfall der Bürokratie und der 115 Einzelkassen ist dann für jeden auch ein Exoskelett zum Rollstuhl drinn, womit man ein fast normales Leben führen kann.
Ein BGE von 1500 Euro kostet nur 1,5 Billionen Euro, aber schon die Renten der Beamten kosten 700 Milliarden Euro im Jahr, also fast die Hälfte und dies bei Steigerungen von 70 Milliarden Euro pro Jahr.
Ein paar wenige Einzelfälle bekommen dann weniger, aber über 90% mit BGE viel mehr als heute. Nur werden sich diese Einzelfälle nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, deren Privilegien sind ja so teuer erkauft.

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Rentenkassierer 10.04.2019, 15:11
97. Wie kommen Sie denn auf diese Idee?

Zitat von ruhepuls
In Zukunft werden wir eher einen Arbeitskräftemangel haben, als Arbeitslose.
Unter "Zukunft" verstehe ich die Zeit, die in 10 bis 15 Jahren beginnt, weil die Umsetzung von derartig tief in die Gesellschaft eingreifenden Änderungen viele Jahre dauern wird.

Man kann sehr deutlich davon ausgehen, dass ab 2030/2035 schon ein sehr grosser Teil der heutigen Arbeitsplätze nicht mehr durch Menschen besetzt sein wird, sondern der Automatisierung zum Opfergefallen sein wird. Das betrifft, entgegen den Erwartungen vieler, zuerst einmal den ganzen Verwaltungsbereich, sowohl im Öffentlichen Dienst, als auch in der Wirtschaft.

Das zweite Automatisierungsumfeld findet sich im industriellen Fertigungsbereich, bis hin zu heute noch exotischen Sachen, wie durch Roboter gebaute Häuser (gibt es schon in der Einführungsphase).

Der dritte grosse Bereich betrifft Handwerk und Landwirtschaft. Dort kann man heute schon sehen, wohin der zukünftige Weg führt (Im Web finden sich ausgesprochen viele entsprechende Videos). Wer dort in Zukunft arbeiten will, wird entweder ein reiner Hilfsarbeiter sein, oder aber ein technischer Spezialist für IT und Robotik.

Der Dienstleistungsbereich wird wohl zuletzt betroffen sein, einfach weil an autonomen Vehikeln jeder Art zwar entwickelt wird, aber eine flächendeckende Realisierung noch nicht absehbar ist.

Wenn man davon ausgeht, dass ein Grundeinkommen oder etwas ähnlich geartetes erst irgendwann in den 2030er Jahren landesweit realisiert sein kann, dann wird das in eine Zeit fallen, in der ansonsten Arbeitslosenquoten von 10% bis 20%, oder aber sogar mehr, zu erwarten sind.

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BaMargera 10.04.2019, 15:12
98. BGE nur als Ersatz- und nicht als Zusatzleistung

Wenn mit der Einführung des BGE ein radikaler Systemwechsel in Form des Wegfalls sämtlicher Sozialleistungen und damit eine Verschlankung des Staates (Abbau von Bürokratie) verbunden wäre, hätte ich damit kein Problem. Leider steht da m.E. jedoch die Vollkasko-Mentalität der Mehrheit der Deutschen im Weg. Ich bezweifle nämlich, dass die Mehrheit der Befürworter des BGE dieses als einen Ersatz für den Sozialstaat sehen. Vielmehr, das haben meine Gespräche im Freundes- und Bekanntenkreis zu diesem Thema ergeben, wünscht man sich, dass das BGE noch zusätzlich zu den Leistungen des Sozialstaats gezahlt wird. Da frage ich mich schon, wo diese Vollkasko-Mentalität hinführen soll. Vielleicht kommt demnächst noch der Ruf nach staatlich bezahltem Urlaub für Minderprivilegierte als Bestandteil eines menschenwürdigen Lebens.

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kkarl9024 10.04.2019, 15:15
99.

Zitat von ruhepuls
Und warum soll die eine Hälfte der Bevölkerung die andere Hälfte alimentieren, wenn die keine Lust hat zu arbeiten? Wo steht geschrieben, dass es ein Recht auf Nichtstun gibt?
Sie denken in dem Modell "Finanzierung durch Besteuerung von Erwerbsarbeit". Wenn bei McDonalds und im Versand bei Amazon fast kein einziger Mensch mehr arbeitet, wird dieses Modell nicht mehr funktionieren.
Die Automatisierung wird alles auf den Kopf stellen.

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