Forum: Wirtschaft
Geld ohne Gegenleistung: Jeder zweite Deutsche befürwortet bedingungsloses Grundeinko
Bernd von Jutrczenka/DPA

Die einen schwärmen für das bedingungslose Grundeinkommen, die anderen lehnen es hart ab: Aufschluss darüber bringt eine neue Studie. Demnach unterscheiden sich Jüngere und Ältere in ihrer Meinung deutlich.

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Pickle__Rick 10.04.2019, 15:15
100.

Zitat von der-junge-scharwenka
So, so: Eine Hälfte der Deutschen befürwortet also das bedingungslose Grundeinkommen. Ich denke mal, das ist die Hälfte, die es nicht bezahlen muss.
Ich befürworte es und gehöre gleichzeitit zu denen, deren Job wahrscheinlich auch im Zuge der Automatisierung sehr lange existieren wird. Bereits heute zahle ich schon monaltich mehr an den Staat also so mancher zum Leben hat. Mein Job macht mir Spaß und gegen Bezahlung zu gammeln ist auf Dauer nicht interessant. Man muss einfach mal die Gedanken an die staatlich geförderte Hängemattenmentalität loswerden und versuchen zu begreifen wo das Problem liegt, wenn es schlicht nicht mehr genug Jobs für alle gibt. Selbst die Motivierten und die Qualifizierten werden irgendwann schlicht nichts mehr bzw. kaum noch etwas finden. Vorher wird die riesige Gruppe derer die heute schon nur einfache Hilfsjobs machen können, auf gewaltige Probleme stoßen. Ich habe als Schüler und Student lange als Kommissionierer gearbeitet. Zusammen mit vielen Leuten, die das als Vollzeitjob machen mussten. Tja was soll ich sagen? Vor ein paar Jahren hab ich in genau diesem Betrieb an dem Lagerroboter gearbeitet, der all diese Leute arbeitslos gemacht hat.
Wie funktioniert dann unsere Wirtschaft? Von was werden Waren eingekauft, wenn Menschen nix mehr verdienen? Außerdem, wie kann man von allen Menschen verlangen eine Stelle zu haben bzw. zu suchen und diese an eventuelle Sozialleistungen knüpfen, wenn es gar nicht genug Stellen für alle gibt? Das ist doch aktuell die Bedinung(!) für finanzielle Leistungen durch den Staat. Es besteht jedenfalls ein erhebliches Risiko, dass die Automatisierung dazu führt. Da sehe ich allerdings das große Problem. Viele ältere Menschen sind nicht willens oder fähig diesen Prozess zu begreifen.

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norgejenta 10.04.2019, 15:16
101. Na dann geben Sie sich mal

bisschen Mühe und lasst mal eure Fantasie spielen was passiert wenn Deutschland das einzige Land in der EU wäre das ein BGE anbietet.

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MartinS. 10.04.2019, 15:19
102. ...

Zitat von Suzie
Ich hab irgendwo mal was gelesen, weiß leider nicht mehr wo, aber der O-Ton war das man ein Grundeinkommen ohne weiteres finanzieren könnte wenn man dafür alle anderen Sozialleistungen und Steuererleichterungen eindampft. Da würde ich gerne mal eine belastbare Studie zu sehen… Wenn sich das bewahrheiten sollte, wird es schwierig dagegen zu argumentieren.
"ich habe irgendwo mal was gelesen" ist generell ein wenig vertrauenerweckendes Statement. Mag ja sein, dass sie gerne mal eine belastbare Studie zu ihrem Anliegen sehen würden.... der mündige Bürger zeichnet sich schließlich durch kritisches Denken aus.
Aber ein Minimum an Eigeninitiative ist dann scheinbar doch wieder zuviel erwartet.... besser, man kaut es schön brav vor.

Also für 2017 lag das Gesamt-Sozialbudget in Deutschland bei gut 966 MRD EUR.
Das ist ne Menge Holz.... wenn man das mal ganz grob auf 80 Millionen Bundesbürger umlegt, dann macht das überschlagen um die 12.000 EUR pro Bürger im Jahr. Also alles in allem 1.000 EUR im Monat.... sowas ist doch schonmal ein ordentlicher Schnapp. Da wär doch einiges drin, oder?
Andererseits zeigt ein Blick in die Aufschlüsselung dieses Gesamt-Sozialbudgets halt auch, was das alles beinhaltet. Den Hauptanteil davon bestreiten unsere derzeitigen Sozialversicherungen - also Renten-, Kranken-, Arbeitslosen, Pflege- und Unfallversicherung.
Damit sind von den ursprünglichen 966 MRD schon nur noch 386 übrig. Allerdings müsste man auch noch die privaten Krankenversicherungen und die Beamtenpensionen mit einbeziehen... und dann sinds schon nur noch 300 MRD.
Realistisch ständen also jährlich nur noch 3700 EUR pro Kopf zu Verfügung. Sind ja immerhin immer noch 300 im Monat für jeden.
Wird trotzdem blöde, wenn sie versuchen, damit alle sonstigen jetzigen Sozialleistungen auszugleichen. Gut, Kindergeld braucht man tatsächlich nicht mehr. Aber für nen Arbeitslosen, der dann halt kein Anrecht mehr auf Grundsicherung und Wohngeld hätte wärs aber trotzdem ganz schön mager.
Streng genommen fallen da sogar noch ein paar Abzüge drunter, die auch jetzt ins Gesamt-Sozialbudget zählen (sowas wie betriebliche Altersversorgungen beispielsweise)

Also entweder sie schaffen alle Sozialversicherungen ab und der Bürger muss mit der Kohle halt sehen, wie er über die Runden kommt, und die jetzigen und angehenden Rentner haben halt Pech gehabt, weil sie aus ihren gezahlten Beiträgen keine Leistungen mehr erhalten.... oder es bleibt nicht viel pro Bürger übrig.

Das ist jetzt natürlich keine "belastbare Studie", wie sie es gerne hätten, aber zum Ausgleich liefere ich ihnen wenigstens die Quellenangabe.... ein bisschen bemühen dürfen sie sich also schon noch selbst:

Gesamtübersicht:
http://www.sozialpolitik-aktuell.de/sozialstaat-datensammlung.html

Aufschlüsselung des Gesamt-Sozialbudgets:
http://www.sozialpolitik-aktuell.de/tl_files/sozialpolitik-aktuell/_Politikfelder/Finanzierung/Datensammlung/PDF-Dateien/tabII1.pdf

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Freier.Buerger 10.04.2019, 15:22
103. BGE - Träume platzen

BGE soll die Gesellschaft einen und die Schere zwischen arm und reich schließen. Es gibt tausend Gründe und Widersprüche, warum das nicht funktionieren kann.
1. Es ist so hoch, dass wirklich niemand mehr arbeiten muss.
Wirklich ? Wird der BGEler ausgegrent wenn er nur mit BGE nicht 2-Zimmer-Neubau in Berlin Mitte mieten kann? Wer zahlt das hohe BGE? Der Kreative? Der Macher? Wie kreativ machen die noch, wenn vom Lohn wegen der nötigen Steuer nur noch 20..30% übrig bleiben? Ein bisschen werden sie schon noch schaffen aber mit 50..60 Wochenstunden die Produktivität anheizen wie jetzt ist nicht. Der, der es jetzt mit H4 nicht nötig hat aufzustehen, wird es dann auch nicht. Diejenige, die jetzt noch für Mindestlohn putzt bleibt dann auch zu Haus. Achtung der Wohlstand fällt nicht vom Himmel. Ohne das gearbeitet wird ist er weg.
2. Ist das BGE zu niedrig, so bei H4 schreien alle Ausgrenzung, das ist zu wenig, wir müssen ja trotzdem arbeiten...

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enforca 10.04.2019, 15:22
104. Finanzierbar

War ja klar, dass der Michel hier wieder Schnappatmung kriegt, weil er drauf konditioniert ist, dass Geld für die Bürger nicht da ist.
Solange es um Bankenrettungen, sinnlose Prestigeprojekte, Flughäfen oder Kriegsgerät geht - da sprudeln die Milliarden - das ist kein Thema.
Aber nein, der Michel denkt wenn jeder Bürger 1000 Euro im Mo at bekäme, würde das Brot 100 Euro kosten...
Michellogik eben.
Das Gegenteil ist der Fall. Die Wirtschaft würde angekurbelt, die Menschen würden mehr kaufen, was auch beim Mittelstand ankommen würde.

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matthiasblankenburg 10.04.2019, 15:23
105.

Großes Thema und großes Drama zugleich.Das vor allem ein Großteil der jüngeren Zustimmen ist wenig überraschend.Millennails, ein Schlagwort das dazu sehr gut paßt.
Die Signale die hier ausgesendet werden sind falsch. Wie soll den das nun wieder bezahlt werden?! seit Jahrzehnten wird dieses Land und seine Bürger auf Verschleiß gefahren und ein Potemksches Dorf nach dem anderen errichtet!
Bildung,Infrastruktur,Wohnungen,.... um nur die Highlights zu nennen und nun Geld für nichts tun?!?
Läßt uns doch erstmal wieder laufen bevor wir fliegen!Ich denke unser gebeuteltes Heimatland hat genügend Baustellen und brauch nicht noch eine weitere Wahnwitzige,Wahlkampf - und Lobby getriggerte Idee.

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MartinS. 10.04.2019, 15:26
106. ...

Zitat von Newspeak
"über 65-Jährige stehen einem solchen Grundeinkommen eher ablehnend gegenüber." Obwohl die selber ein bedingungsloses Grundeinkommen beziehen...nennt sich Rente oder Pension.
Schön wärs ja, wenn das bedingungslos wäre.
Aber leider leider gibt es da eine direkte Kausalität mit dem vorangestellten Erringen von Leistungsansprüchen durch Beitragszahlungen und Beitragsjahren.

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Pickle__Rick 10.04.2019, 15:29
107.

"Zustimmung für das Modell gibt es laut DIW in Deutschland eher bei jungen Menschen unter 25 Jahren als bei älteren - über 65-Jährige stehen einem solchen Grundeinkommen eher ablehnend gegenüber. Zudem sind Menschen mit höherer Bildung und niedrigem Einkommen sowie diejenigen, die sich politisch links einordnen würden, eher dazu geneigt, den Vorschlag gutzuheißen."

Darüber wundere ich mich keine Sekunde lang. Das Bedingungslose Grundeinkommen wird schon seit Jahren diskutiert und dabei ging es seltens darum einfach nur Geschenke zu verteilen sondern um den Umgang mit einem Rückgang der verfügbaren Jobs durch Automatisierung. An wen verkauft der Bäcker seine Brötchen, wenn von seiner Stammkundschaft auf einmal nur noch 20 % einen Job haben und der Rest keinen mehr findet, selbst wenn er sich auf den Kopf stellt? Da kann man noch so sehr auf irgendwelchen konservativen Werte von Fleiß und Arbeitswillen herumreiten. Es bringt nix.
Junge Menschen und Menschen mit Bildung sind tendenziell näher an dem Thema als die ältere Generation oder Leute, die mit den Zusammenhängen überfordert sind. Bevor wieder das große Mimimi losgeht: Das ist kein Vorwurf und kein Altenbashing. Man schaue sich aber nur mal die Kommentare in Foren zu autonomen Fahrzeugen an. Teilweise von Vorovorgestern und von solchen Leuten erwarte ich auch kein Verständnis für das BGE.

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misterknowitall2 10.04.2019, 15:30
108. Naja,

Zitat von flopi3
In Diskussionen wie diesen vermisse ich stets einen Blick auf die Fakten: Es leben rund 82 Mio. Menschen in Deutschland. Zahlt man jedem nun 1.000€ BGE im Monat, bedeutet dies im Jahr einen Finanzaufwand i.H.v. 984 Mrd. €. Jedes Smartphone hat einen Taschenrechner, um das nachzurechnen. Nachzulesen ist, dass die Haushalte von Bund und Ländern in 2018 zusammen Einnahmen i.H.v. rund 715 Mrd.€ hatten. Es fehlen also schon 269 Mrd. €. Nun werden die Einnahmen des Staates ja nicht nur für Soziales ausgegeben, sondern auch für Infrastruktur, Investitionen, Bildung usw usw. Ohne das jetzt alles im Detail nachgelesen zu haben, fehlen also mit Sicherheit mindestens 400 Mrd.€ im Jahr, um ein BGE zu finanzieren. Selbst wenn man jetzt den Linken folgt, die die Steuern für Besserverdiener erhöhen wollen, reicht das nicht: Das Gesamtaufkommen aus Lohn- und Einkommenssteuer lag in 2018 bei rund 326 Mrd.€. Um nun das BGE zu finanzieren, müsste man die Steuerlast mehr als verdoppeln, um den Fehlbetrag auszugleichen. Glaubt ernsthaft jemand, dass das die Besserverdienenden mitmachen?? Ach ja: ich vergas die Besteuerung von Vermögen. Da ist natürlich auch noch etwas zu holen. Meine Damen und Herren: sorry. Das ist Wunschdenken und eine Umsetzung würde aus Deutschland nicht mal mehr ein Dritte-Welt-Land machen. Jeder, der halbwegs leistungsfähig und -willig ist, wird dieses Land sofort verlassen, anstatt ausschließlich wie im Sozialismus für all diejenigen zu schuften, die sich gerne versorgen lassen. Stattdessen sollte sich mal jeder in diesem Land im Spiegel ansehen und sagen: ich bin zu allererst einmal dafür verantwortlich, für mich selbst zu sorgen. Wenn ich geschafft ist, helfe ich Menschen, die wirklich unverschuldet in Not geraten sind.
Natürlich ist unser jetziges Steuer- und abgabensystem nicht kompatibel mit einem BGE. Da müsste man schon ein wenig umdenken. Was aber auch nicht passieren wird, ist, dass alle Bundesbürger das BGE in Anspruch nehmen. Das Geld soll ja auch nur reichen, um über die Runden zu kommen. Jeder, der mehr will, wird wie heute arbeiten gehen oder anderweitig Geld verdienen wollen. Und bei Arbeit geht es ja auch nicht nur um Geld.

Ich verdiene gut und bin fleißig.....und ich würde hier in Deutschland bleiben und leben wollen. Ungeachtet ob es den einen oder anderen Schmarotzer mehr gibt.

PS Dritte-Welt-Land? Wenn jeder 1500 € im Monat bekommt? Na, dass ist ja mal ein dritte-Welt-Land.

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duke_van_hudde 10.04.2019, 15:37
109. DAS BGE ist shcon eine spannende Frage

1.Wie hoch will man das BGE machen. Genau diese Frage ist schon extrem spannend und wichtig bei der ganzne Sachen. Den wie hoch muss es überhaupt sein um ohne weitere Hilfen davon leben zu können auch bei der zu erst steigenden Inflation.
2.Wie wird sich die Inflation dann genau entwickeln. Bestimmte Produkte werdne auf jedne Fall steigen wenn das BGE über das jetzige HartzIV liegen sollte.
3.Wie soll das ganze finanziert werden. Wenn wirklich jeder ein BGE bekommen soll reden wir über gigantische Summen. Es müsten also deutlich höhere Steuern auf Einkommen oder VErbraeuche erhoben werden. Nur wenn man die Mehrwertsteuer auf Produkte erhöht die mittels BGE einkauft muss man am Ende das BGE wieder erhöhen.
4.Wie will man verhindern das die Arbeitsmotivation sinkt, wenn man die Steuern erhöht. Wenn ich mir überlege ich bekomme 1000 Euro BGE und die würde soviel dann Wert sein wie jetzige 1000 Euro und ich würde dann einen 451 Euro Job zusätzlich machen, dann würde ich mit Sicherheit meine jetzige Arbeit nicht mehr nachgehen abgesehen von den Stunden die ich für den 451 Euro Job brauche. Wenn die Inflation oder das BGE geringer ist könnte man vielleicht über einen Halbtagsjob nachdenken.
Das ich aber soviel arbeiten würde wie jetzt halte ich nach der einführung eines BGE für sehr unwahrshceinlich. Dafür würde die Steuern wohl für die letztne Euros die ich verdiene zu hoch sein, als das ich Lebenszeit gegen Geld noch weiter mit 39 Stunden die Woche tausche.
Nach meiner Meinung sollte man aber nicht über ein BGE für alle nachdenken sondern über eine negative Einkommenssteuer. Wer also kein Einkommen erzielt gibt eine Steuererklärung ab und bekommt dann vom Finanzamt seine negative einkommenssteuer. Diese kann dann auch gerne ohne weitere Prüfung erfolgen.
Zwar würden dann Menschen nicht arbeiten die es könnten, aber man brauchte nur noch das fiannzamt und könnte die ganzen anderne Sozialämter abschaffen. Aus meiner sicht könnte man dann auch gleichzeitig die Arbeitslosigkeitsversicheurng begraben.
Wenn man die eingesparten Kostne in dne Ämter sich überlegt halte ich das für soviel besser wie das ein paar Menschen die eigentlich arbeiten könnten und keine Lust haben man im jetzigen System zur arbeit zwingt.
Auch würde es dann keine Probleme geben mit einen Grenzsteuersatz von 100 % so das es sich für Menschen nicht lohnt einfach mal ein paar Stunden arbeiten zu gehen.
Das BGE würde für mich unter Umständen schon zu eine Veränderung meiner arbeitzeit führen und diese verringern, aber sinnvoll finde ich dann doch eher eine negative Einkommensteuer, da man damti einen riesigen Haufen Angestellte und Beamtenstellen abschaffen könnte und diese Menschen dann wieder der produktiven Wirtschaft zu Verfühgung stehen würden.

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