Forum: Wirtschaft
Geld ohne Gegenleistung: Jeder zweite Deutsche befürwortet bedingungsloses Grundeinko
Bernd von Jutrczenka/DPA

Die einen schwärmen für das bedingungslose Grundeinkommen, die anderen lehnen es hart ab: Aufschluss darüber bringt eine neue Studie. Demnach unterscheiden sich Jüngere und Ältere in ihrer Meinung deutlich.

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smokiebrandy 10.04.2019, 22:19
170. ... wir bräuchten kein BGE...

...wenn gesetzlich verankert wäre, dass kein Arbeitnehmer der 40 Stunden wöchentlich arbeitet noch soziale Leistungen beantragen muss..
...wenn kein Rentner nach 50 Jahren Arbeitsleben Flaschen sammeln muss...
...wenn eine berufstätige alleinerziehende Mutter nicht zwei Jobs bräuchte um ihre Familie zu ernähren...
Ein BGE würde den Unterschied zwischen Arbeit und Nichtarbeit wieder herstellen...ein Mindestlohn knapp über dem Existenzminimum tut das eben gerade nicht...
Lohndumping und staatlich gestützte Jobs müssen reduziert/abgeschafft werden...eeshalb soll der Staat den schlechte Löhne stützen?

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Flugor 10.04.2019, 22:21
171.

Zitat von MartinS.
Und wie viel würde denn eine derartige Maschinensteuer abwerfen? Das ist ein Stellrad, mit dem man SEHR vorsichtig agieren sollte. Wenn wir in Deutschland in einem Alleingang anfangen wollen, Maschinen zu besteuern, dann haben wir hohe Lohnkosten, hohe Lohnnebenkosten und für maschinelle Arbeiten auch nochmals eine Form von "Strafsteuer", die es eben im Ausland nicht gibt. Momentan können wir durch hohen Automatisierungsgrad den hohen Lohnkosten entgegenwirken. Wenn sie daran schrauben, wird eine neue große Verlagerungswelle einsetzen... das kostet dann nicht nur direkt wieder eine Vielzahl an direkten Arbeitsplätzen, sondern diese blöden Maschinen, die man ja besteuern wollte, die sind dann ja auch woanders. Das Risiko, dass man sich damit einen Negativertrag generiert ist recht hoch.
DE hat hohe Exportüberschüsse, d.h. Kapitalexporte.
Warum nicht jene bereits erfolgte und auf der existierenden globalen Wettbewerbsfähigkeit basierende Wertschöpfung im Inland nutzen?

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ralf_maennchen 10.04.2019, 22:23
172.

Zitat von pbpbpb
Mit dem Einkommen hätte ich monatlich noch mehr Geld zur Verfügung als jetzt schon. Was soll ich damit machen? Die Preise werden alle steigen wenn sich mehr Menschen Dinge leisten können - Mieten werden steigen, Nebenkosten werden steigen. Am Ende werde ich wohl genauso viel Kaufkraft haben wie vorher. Es würde vermutlich verpuffen und das Geld sammelt sich wieder bei denen, die eh mehr als genug haben. Was ergibt denn die Gegenrechnung von Arbeitslosengeld und Aufstockung? Und, wird das ganze dann wieder versteuert? Ich wäre eher für zwei Dinge: Mehr Geld für die unteren Einkommensschichten und für Gutverdiener eine steuerliche Entlastung statt Geld in top.
Der Schwachsinn muß ja irgendwie finanziert werden. Letzenendes werden die jetztigen Nettosteuerzahler noch mehr belastet als jetzt um Minderleister zu bezahlen. Zusätzlich werden die Preise steigen. Damit werden die gutverdienenden Menschen überproportional stark belastet ( durch steigende Steuerabgaben und steigende Preise ) . Dies wird nicht duch das Geld abgefangen , welches der ehrliche Nettosteuerzahler dann als Grundeinkommen bekommt. Das Geld entsteht ja nicht neu , sondern wird von den Nettosteuerzahler nach unter verteilt.

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Flugor 10.04.2019, 22:25
173.

Zitat von ich2010
richtig, waren zu verkaufen, die sich keiner leisten kann, funktioniert einfach nicht. höhere steuern verteuern die ware. dazu kommen hohe lohnkosten weil keiner mehr lust hat sich in eine fabrik zu stellen und unternehmer horrende lohnkosten haben. alles wird entsprechend eingepreist und schon kann man sich von seinem tollen bge nichts mehr kaufen. was macht also das heer der selbstverwirklicher und blümchenzähler wenn die kohle nicht mehr reicht? sucht arbeit. aber die gibts nicht weil unternehmen dank weggefallenem konsum pleite gegangen sind. keine arbeit, kein lohn, keine steuern, nix bge.
Wie sollen die auf der existierenden globalen Wettbewerbsfähigkeit von DE basierenden Kapitalexporte (=Exportüberschüsse) denn genutzt werden?

Indem damit Waffen finanziert werden?
Oder gibt es sinnvollere Verwendungszwecke?

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ralf_maennchen 10.04.2019, 22:28
174.

Zitat von TedRuler
Das BGE kommt früher oder später sowieso...es gibt keine Alternative, egal ob am Ende 10, 20 oder 30% der aktuellen Arbeit wegfällt bzw. digitalisiert/ automatisiert wird. Damit aber eine sinnvolle, gesellschaftliche Diskussion über dieses Thema gestartet werden kann, muss man sich endlich von dem Gedanken des BGE als neue Form der sozialen Mindestsicherung lösen. Diese führt zu nichts. Vielmehr geht es um eine viel grundlegendere Veränderung der Gesellschaft; weg von dem Modell der Lohn- oder Erwerbsarbeit hin zu einem Modell der sinnstiftenden Betätigung für ein erfülltes Leben. Ohne diese grundlegende Debatte wird das BGE nur zu einem neuen HartzIV herunterstilisiert. Schade, dass es leider (noch) zu wenig Utopisten gibt die erkennen, welch großartige Chancen sich in nahender Zukunft ergeben, ein völlig neues und besseres Gesellschafts- und Lebensmodell zu erschaffen.
Was soll denn sinnstiftende Beschäftigung sein????. Der zusätzlich tausendste erfolglose Buchautor, Künstler , Sänger , Spieleprogrammierer ect. der es nicht einmal schaft 10 seiner Produkte ( Bücher ) im Monat zu verkaufen. Oder der 1000 Modemacher , der nichts verkaufsfähiges produziert. Oder noch 1000 sinnlose Youtube Kanäle , die keiner anschaut??? Ein BGE würde nur solchen Schwachsinn unterstützen und dafür sorgen , daß der letzte Nettosteuerzahler der dafür enteignet werden soll das Land verläßt.

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Flugor 10.04.2019, 22:36
175. Aus volkswirtschaftlicher Sicht optimal wäre...

Zitat von Schartin Mulz
zwar irgendwie faszinierend, gehöre aber zu den Leuten, die lieber erst zu Taschenrechner greifen. Das Geld muss ja irgendwo herkommen. Ok, sagen dann welche, dafür werden alle anderen Sozialleistungen gestrichen. Wenn aber dei Gesamtsumme gleichbleibt, aber viele durch das BGE mehr bekommen, muss es auch Leute geben, die weniger bekommen. Dafür brauche ich nicht mal den Taschenrechner. Wer sollen diese Leute sein, die weniger bekommen? Die Frage sollte man bei aller Euphorie erst mal beantworten. Und was eine isolierte Einführung nur in Deutschland für Folgen hätte, dafür braucht man nicht viel Fantasie: Schon heute ist unser Land Traumland vieler Armutsflüchtlinge. Wie wird das aussehen, wenn man Anspruch auf ein BGE hat? Oder will man das den Neuankömmlingen verweigern?
Aus volkswirtschaftlicher Sicht optimal wäre es, wenn das jene Leute wären, welche viel Geld sparen können.
Denn dann würde jenes Geld wieder in den Wirtschaftskreislauf geraten und nicht bloß im spekulativen Bereich stecken bleiben.

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ralf_maennchen 10.04.2019, 22:38
176.

Zitat von zeichenkette
Nein, dass Gutverdiener damit noch mehr Geld hätten als jetzt, ist nicht die Idee dahinter und so wäre das auch nicht finanzierbar. Die Idee ist, dass das steuerfinanziert ist und die Gutverdiener dann entsprechend mehr Steuern zahlen, so dass sie unter dem Strich nicht mehr hätten als jetzt auch. Dafür haben dann Schlecht- und Garnichtverdiener, die kaum oder gar keine Steuern zahlen, unter dem Strich ein Einkommen. Und wenn man das richtig angeht, ersetzt sowas ALG-2, Grundrente, Bafög und alle anderen Sozialleistungen vollständig und macht damit auch den ganzen Kontroll-, Verwaltungs- und Sanktionsapparat überflüssig. Man könnte dann sogar soweit gehen, darüber hinausgehende Renten- und Arbeitslosenversicherungen schlicht völlig zu privatisieren, da mit dem Grundeinkommen die minimale Fürsorgepflicht des Staates erfüllt ist und alles darüber hinaus Privatsache wäre. Die Sozialämter, Jobcenter und die Arbeitsagentur wären damit nur noch für Fortbildung, Qualifikationen, Vermittlung etc. zuständig und nicht mehr für Versicherungsleistungen. Eigentlich müsste das gerade die Liberalen begeistern. Und da all das natürlich nur deutschen Staatsbürgern zugute käme, müsste das auch die Rechten begeistern, aber mit dem Denken haben die es ja nicht so sehr.
Das Geld entsteht ja nicht aus Luft und Wasser. Wenn man es in den unteren Einkommensbereichen zusätzlich ausgeben will , muß man es in anderen Bereichen wegnehmen. Das wäre nur mit einer weiteren massiven steuerlichen Belastung der jetztigen Nettosteuerzahler möglich. Damit würde jeder gut ausgebildete versuchen das Land schnell zu verlassen.

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Flugor 10.04.2019, 22:43
177.

Zitat von interessierter Laie
ich gebe ihnen einen Rat: Nehmen sie den Geldschleiher weg. Stellen Sie sich einfach vor, wir wären eine Naturalwirtschaft. Alle kommen bedingungslos ein bestimmtes Kontingent an Waren meinetwegen Getreide. Dieses Kontingent wird von dem angezapft, was einige produzieren. Sprich von jedem Sack Getreide den jemand produziert und für den er sich krumm gebuckelt hat, wird der Löwenanteil einbehalten und an alle verteilt. Wo bitte zahlt mir der Empfänger des von mir produzierten Getreides irgendwas für meine eingesetzte Arbeitskraft? Nirgends. Er konsumiert es. Und für den Produzenten erzeugen Sie deshalb einen enormen Anreiz, sich dem System zu entziehen. BGE-Befürworter argumentieren ja so eifrig, man könne damit Bürokratie reduzieren. Ich behaupte das Gegenteil. Jede Leistungserbringung müsste ständig und überall überwacht werden. Schauen Sie sich das im Sozialismus an. Am Ende ist in Gärten auf Grundstücken, in Garagen und auf Gefälligkeitsbasis mehr produziert worden als in den volkseigenen Betrieben.
Die Ausgaben des Einen sind auf volkswirtschaftlicher Basis aber wieder die Einnahmen Anderer, somit passt Ihr Vergleich mit dem Getreide nicht, da es verbraucht wird.

Geld wird aber nicht verbraucht, sondern zirkuliert, sofern es nicht gehortet wird.

Sprich: Derjenige der "gebuckelt" hat (und somit viele Steuern zahlt), bekommt diese als Mehreinnahmen (jener welche zuvor BGE bezogen haben) wieder in Form von Umsatz zurück.

Wichtig ist, dass ein BGE primär von jenem Geld finanziert wird, welches zuvor "gespart" wurde, d.h. als Guthaben oder in Spekulation landete. Das kann auch (teilweise) als Umlagerente umgesetzt werden.

Dann nämlich steigt das BIP...

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ralf_maennchen 10.04.2019, 22:45
178.

Zitat von misterknowitall2
Sie vergleichen ein Grundeinkommen doch nicht ernsthaft mit einem Lottogewinn? Und vielleicht sollte sie nicht pauschal 50% der Befragten für dämlich erklären. Ich will nicht für jeden sprechen, einiges werden sich aber sicher Gedanken gemacht haben. Oder ist Ihre Meinung immer verbindlich? So hört es sich ein wenig an, wenn ich ihren Kommentar lese.
Es ging sicher nicht um das Lotto sondern um die Einkommenssteuererhöhung auf > 80%. Ich zahle schon jetzt den Höchstsatz bei einer weiteren deutlichen Erhöhung Richtung 60 oder gar 70% um Nichtleistungsträger zu finanzieren würde ich dieses Land schnell verlassen.

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Flugor 10.04.2019, 22:46
179.

Zitat von hugahuga
Deutschland schafft sich nun aber wirklich ab. Selbst Sarrazin konnte dieses Szenario nicht vorausahnen. Lohn ohne Leistung muss von denen bezahlt werden, die etwas leisten. Jetzt müssen sie eben noch mehr leisten, damit es wenigstens auf dem Papier klappt. Dass diese Konstellation sich aber auf Dauer bewähren könnte, daran sind Zweifel stark angebracht.
Spekulationsgewinne sind auch "Lohn ohne Leistung".
Manager, welche hoch entlohnt werden, jedoch nie für Fehlverhalten belangt werden (Winterkorn&Co) bekommen ebenfalls "Money for Nothing" (and Chicks for free)

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