Forum: Wirtschaft
Geld ohne Gegenleistung: Jeder zweite Deutsche befürwortet bedingungsloses Grundeinko
Bernd von Jutrczenka/DPA

Die einen schwärmen für das bedingungslose Grundeinkommen, die anderen lehnen es hart ab: Aufschluss darüber bringt eine neue Studie. Demnach unterscheiden sich Jüngere und Ältere in ihrer Meinung deutlich.

Seite 8 von 27
ceroc 10.04.2019, 14:40
70. Die Frage ist doch..

Wie viele Vollbeschäftigte über 50.000? Jahreseinkommen befürworten ein bedingungsloses Grundeinkommen.
Drogenlegalisierung wird ja auch nicht von süchtigen Entschieden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zeichenkette 10.04.2019, 14:41
71.

Zitat von der-junge-scharwenka
Das ist etwas wesentlich anderes. Zurzeit werden Ihre und meine Steuermittel an Leute ausgezahlt, die bedürftig sind. Das ist OK. Es an Leute auszuzahlen, die nicht bedürftig sind, ist es nicht.
Natürlich wäre das dann OK, wenn diejenigen, die nicht bedürftig sind, dann zwar auch das Grundeinkommen bekämen, aber entsprechend mehr Steuern bezahlen, so dass sie unter dem Strich dasselbe hätten wie jetzt auch. Anders wäre das ja auch gar nicht finanzierbar. Letztlich dasselbe wie jetzt auch, nur mit viel weniger Aufwand.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mwroer 10.04.2019, 14:41
72.

Prima Idee, ich bin voll dafür! Deutschland muss sich das leisten können und Menschen die gerne arbeiten gibt es genug. Im Zeitalter der zunehmenden Automatisierung wird es ohnehin eine Menge Jobs geben die wegfallen - und zwar für immer.

Ich bin dafür das Deutschland ein positives Zeichen für die Welt setzt und das bedingungslose Grundeinkommen - in der Höhe das man auch davon leben kann - einführt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
pizzerino 10.04.2019, 14:42
73.

allein der Verwaltungsaufwand den man sich sparen könnte. Himmlisch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ruhepuls 10.04.2019, 14:43
74. Psychologisch falsch...

Zitat von zeichenkette
Nein, dass Gutverdiener damit noch mehr Geld hätten als jetzt, ist nicht die Idee dahinter und so wäre das auch nicht finanzierbar. Die Idee ist, dass das steuerfinanziert ist und die Gutverdiener dann entsprechend mehr Steuern zahlen, so dass sie unter dem Strich nicht mehr hätten als jetzt auch. Dafür haben dann Schlecht- und Garnichtverdiener, die kaum oder gar keine Steuern zahlen, unter dem Strich ein Einkommen. Und wenn man das richtig angeht, ersetzt sowas ALG-2, Grundrente, Bafög und alle anderen Sozialleistungen vollständig und macht damit auch den ganzen Kontroll-, Verwaltungs- und Sanktionsapparat überflüssig. Man könnte dann sogar soweit gehen, darüber hinausgehende Renten- und Arbeitslosenversicherungen schlicht völlig zu privatisieren, da mit dem Grundeinkommen die minimale Fürsorgepflicht des Staates erfüllt ist und alles darüber hinaus Privatsache wäre. Die Sozialämter, Jobcenter und die Arbeitsagentur wären damit nur noch für Fortbildung, Qualifikationen, Vermittlung etc. zuständig und nicht mehr für Versicherungsleistungen. Eigentlich müsste das gerade die Liberalen begeistern. Und da all das natürlich nur deutschen Staatsbürgern zugute käme, müsste das auch die Rechten begeistern, aber mit dem Denken haben die es ja nicht so sehr.
Theoretisch klingt das alles sehr gut. Man spart sich den "Umverteilungs-Apparat" ein und wahrt den sozialen Frieden. Aber haben Sie sich einmal überlegt, wie so etwas auf diejenigen wirkt, deren Arbeits- oder sonstiges Einkommen die Gegenfinanzierung sein soll.
Da werden ganz viele sehr schnell ebenfalls auf die BGE umsteigen und allenfalls noch zusätzlich (ggf. auch schwarz) arbeiten. Und je mehr umsteigen und damit als Nettozahler ausfallen, desto mehr greift der Staat denen in die Tasche, die noch arbeiten.
Und nach jeder Wahl steigt das BGE an, weil sich die Parteien so Wählerstimmen kaufen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
moritz27 10.04.2019, 14:44
75. Klar,

die Alten arbeiten über den Renteneintritt hinaus, damit ein Grundeinkommen für alle (bei grenzemlosen Zuzug) finanziert werden kann. Wird interessant.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wiesenflitzer 10.04.2019, 14:45
76. Super!

Zitat von TedRuler
Das BGE kommt früher oder später sowieso...es gibt keine Alternative, egal ob am Ende 10, 20 oder 30% der aktuellen Arbeit wegfällt bzw. digitalisiert/ automatisiert wird. Damit aber eine sinnvolle, gesellschaftliche Diskussion über dieses Thema gestartet werden kann, muss man sich endlich von dem Gedanken des BGE als neue Form der sozialen Mindestsicherung lösen. Diese führt zu nichts. Vielmehr geht es um eine viel grundlegendere Veränderung der Gesellschaft; weg von dem Modell der Lohn- oder Erwerbsarbeit hin zu einem Modell der sinnstiftenden Betätigung für ein erfülltes Leben. Ohne diese grundlegende Debatte wird das BGE nur zu einem neuen HartzIV herunterstilisiert. Schade, dass es leider (noch) zu wenig Utopisten gibt die erkennen, welch großartige Chancen sich in nahender Zukunft ergeben, ein völlig neues und besseres Gesellschafts- und Lebensmodell zu erschaffen.
Bin zu hundert Prozent bei Ihnen. Aber wenn man so diskutiert, wird man sofort als Irrer, Spinner, oder Kommunist abgestempelt. Weil sie es einfach noch nicht verstanden haben, dass sich die Geselsschaft als Ganzes verändern muss. Werde ich leider nicht mehr erleben!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ruhepuls 10.04.2019, 14:46
77. Es gibt aber genug Arbeit...

Zitat von zeichenkette
Was macht man dann mit denen, die dann zwar einen menschenwürdigen Lohn bekämen, wenn sie einen Job hätten, aber gar keinen haben, weil es nicht genug Arbeit gibt? Letztlich läuft es darauf hinaus, dass man auch Menschen durchfüttert, die nicht arbeiten, oder dass man sie hungern läßt und dann gibt es eine Revolution und die Gutverdiener stehen dumm da. Oder man macht es wie bisher und zahlt nur denen etwas, die trotz massivem Druck nicht arbeiten (können) und zahlt dann noch drauf für den ganzen Kontroll- und Verwaltungsapparat für ein Dutzend verschiedener Sozialleistungen, die es unter hundert verschiedenen Bedingungen gibt.
In Zukunft werden wir eher einen Arbeitskräftemangel haben, als Arbeitslose. Das BGE wird den Mangel verstärken. Außerdem schafft es ein bildungsfernes Präkariat, also eine ganze Schicht von Leuten, die den Tag herumhängen und deren Kinder in die gleiche Schiene marschieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ich2010 10.04.2019, 14:46
78.

Zitat von misterknowitall2
das man solche Sachen freiwillig macht? Einfach weil man gerade nichts Besseres zu tun hat? Oder weil man Zeit genug hätte? Oder weil man die Notwendigkeit einsieht? Früher nannte man das Ehrenamt. Und wir hatten viele Ehrenämtler. Das wird weniger, weil keine Zeit mehr da ist, - von den Ehrenämtern zu viel erwartet wird, - weil man anderweitig Geld verdienen muss, - weil man keine Anerkennung bekommt. Mit dem BGE könnte jeder mit Muße in ein Ehrenamt gehen. Und genau das würde passieren. Die Menschen könnten ihren Leidenschaften und ihren Vorleiben nachgehen. Sie gehen davon aus, dass JEDER das BGE missbrauchen würde und sich auf seinen Hintern legen (m.M. nach könnte er auch das tun) und das ist nicht richtig. Der Mensch will arbeiten, will Anerkennung, Aufmerksankeit und er ist von Natur aus hilfsbereit.
ich wär schon mal der erste, der hinschmeisst. ich geh doch nicht arbeiten und zahle noch mehr lohnsteuer damit sich andere ein schönes leben machen. wenn das noch einige mehr in meiner gehaltsklasse machen, dann war es das mit eurem schönen bge. ich persönlich verabschiede mich dann ins preisgünstige ausland und lass mir dort mit bge die sonne auf den bauch scheinen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ds10 10.04.2019, 14:46
79.

Zitat von venster
Im Prinzip begruesse ich das BGE. Allerdings ist das mit der Finanzierung so eine Sache, denn die Antwort kann nicht sein: alles bleibt wie's ist und wir pressen die Gutverdiener halt mehr aus. Die "liberale" Version des BGE hebt oft hervor, dass sich ein BGE quasi selbst finanziert, da man im Gegenzug eben keine aufwaendigen Sozialleistungen, mit vielen Einzelfaellen, Pruefungen, Klagen usw. mehr zahlen muss. Das heisst aber im Umkehrschluss was fuer Millionen Staatsbedienstete in den Aemtern? Arbeitslosigkeit?
Klar das sich die Liberalen das so vorstellen, das wäre dann aber eine Katastrophe, da das BGE dann nicht hoch genug wäre, um die befreiende Wirkung zu entfalten, das würde eher das Gegenteil erreichen. Das BGE muss so hoch sein, dass jeder zu jedem Arbeitsangebot sowohl ja, als auch nein sagen kann. Heute haben wir die Situation, dass ein ALG-2-Bezieher nur ja oder ja sagen kann. Genau das müsste Liberale eigentlich stören, da es ein Marktversagen ist, wenn eine Seite (hier der Nachfrager) die Marktmacht hat. Die Liberalen der FDP stört das aber nicht im Geringsten, da es ihrer Klientel (Arbeitgeber) nutzt.

Ein gut konstruiertes BGE (beispielsweise als negative Einkommenssteuer) deckt das soziokulturelle Existenzminimum (inklusive Krankenversicherung) ab, es gibt aber daneben weiterhin weitere Sozialleistungen, bei denen der Bedarf weiterhin geprüft wird. Beispielsweise für behinderte Menschen, die mit dem BGE nicht auskommen können.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 8 von 27