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Geldanlage: Lebensversicherungen wälzen ihre Probleme auf die Kunden ab
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Bis zu sieben Prozent Verzinsung bei der Lebensversicherung, das war einmal. Eine Auswertung der Bundesregierung zeigt nun, wie Konzerne die Ausschüttungen an Kunden drücken - obwohl ein Gesetz das verhindern soll.

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hannesmann 19.03.2018, 09:56
10.

Zitat von Nordstadtbewohner
"Die Versicherer dagegen, so Schick, "streichen ihre Gewinne wie eh und je ein"." Die Aussagen Schicks sind schlicht und ergreifend Populismus. Er und andere Politiker haben es zu verantworten, dass sich das Modell der kapitalgedeckten Lebensversicherung für Versicherungen und Versicherte schlicht und ergreifend nicht mehr rechnet. Ich halte die Entscheidung der Versicherungen für richtig, denn die Unternehmensführung hat die Pflicht, die Interessen der Eigentümer zu wahren.
Die Versicherungen haben die Garantien gegenüber ihren Kunden abgegeben. Die Kunden haben dafür ihre Beiträge gezahlt. Warum soll der Kunde das Geschäftsrisiko des Anbieters tragen?

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whitewisent 19.03.2018, 09:58
11.

Es ist schon etwas naiv, wie hier Empörung zusammengeschrieben wird. Offenbar bestehen gravierende Unterschiede im Verständnis, was eine Versicherung ist. Eine Wette, wo es immer einen Gewinner und einen Verlierer gibt. Das sich Kapitallebensversicherungen nicht zur Geldanlage eignen ist seit Jahrzehnten bekannt, und es wird immer wieder davor gewarnt.

Und man kann leicht Neid erzeugen, indem man Traumzinsen aus dem Zusammenhang reißt, 1992 lag die Inflationsrate noch bei 5,1%, ein Jahr später bei 4,5%. Da klingen die 7% gar nicht mehr so traumhaft, sondern auch nur noch nach Minirendite.

Wer sein Geld gut anlegen will, sollte Aktionen von Versicherungsunternehmen kaufen, nicht Verträge abschließen. Die deutsche Sparermentalität, die eine Vollkaskomentalität mit Gier und Neid kombiniert wird auch da enttäuscht, daß der Traum vom gefahrlosen reich werden eine Blase war. Wirklich so unerwartet? Die Lebensversicherungen stehen nunmal im Gesamtkontext der Banken- und Finanzkrise der letzten 20 Jahre. Jeder bekommt das Geld zurück, was er einzahlte, und seine Verwandten wesentlich mehr, wenn man während des Vertrags stirbt. Also sollte man vieleicht zuerst mal froh sein, daß Ende eines Vertrags zu erleben.

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veravonhinten 19.03.2018, 10:03
12. Und die Kirchen ?

Halten nach wie vor die Hand auf bei Zinserträgen ihrer Schäflein über die Kirchensteuer !

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bluescreen70 19.03.2018, 10:07
13. Ich habe nie verstanden...

...warum man eine Kapitallebensversicherung abschließt. Es gibt kein anderes Anlageprodukt, was für den Kunden so undurchschaubar ist.

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hanuman1eins11!!! 19.03.2018, 10:18
14. Noch nie...

Noch nie habe ich es erlebt, dass jemand aus meinem Bekanntenkreis mal sagte: "Jjjja, jetzt hab ich meine KLV ausgezahlt bekommen, und es ist genau soviel wie erhofft". Geschweige denn noch mehr......

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rkinfo 19.03.2018, 10:22
15. Es gibt viel mehr Anlagebedarf als zuverlässige Schuldner

Die ganze private Altersvorsorge über Rentenpapiere konnte nie klappen, da die Anlagevolumen viel zu hoch waren. Es gab aber auch früher schon Anbieter, die im Mix mit Aktien arbeiteten, was aber Restrisiko aufweist. Allerdings könnten man den Aktienanteil abgabefrei den Versicherten zuordnen, denn dort tragen ja Jene das Risisko.
Umstellungen der bisherigen Verträge sind daher altenativlos, wobei die Nullzinspolitik aber aus anderen Gründen auch zu beenden ist. Die Gesellschaft muss sich aber jetzet der Frage stellen, wie sie effizient Altesrücklagen bilden will. Rückgrad wird aber offensichtlich immer ein Generationenvertrag sein, der aler die steigende Lebenserwartung berücksichtigen muss.

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Lagrange 19.03.2018, 10:27
16.

Erst einmal handelt es sich bei den beiden am Anfang bemängelten Dingen um Gesetze, die die Versicherten schützen sollen: Anlage zum Großteil nur in sichere Anlange und Bildung einer Zinszusatzreserve. So etwas haben sich sicherlich die Versicherungen nicht selbst ausgedacht.

Zweitens finde ich eine Ausschützungsquote von über 85% an die Versicherten gar nicht schlecht. Das ist im Übrigen auch alles gesetzlich in der Mindestzuführungsverordnung geregelt.

Das Problem ist doch die schlechte Kapitalmarktlage (weil eben weitgehend nur in sichere Anlagen investiert werden darf) und die hohen Provisionen an die Makler/Vermittler. Insbesondere letzteres gilt es aus meiner Sicht von der Politik in den Griff zu bekommen.

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acitapple 19.03.2018, 10:30
17.

Zitat von whitewisent
Und man kann leicht Neid erzeugen, indem man Traumzinsen aus dem Zusammenhang reißt, 1992 lag die Inflationsrate noch bei 5,1%, ein Jahr später bei 4,5%. Da klingen die 7% gar nicht mehr so traumhaft, sondern auch nur noch nach Minirendite.
Diesen zusammenhang werden die Deutschen nie verstehen. Die Politik meint ja so ein Fach wäre in der Schule nicht nötig, das lernt man daheim. Und was die Leute daheim über Finanzen lernen sieht man ja. Sie halten weiterhin stur an Sparbüchern oder Lebensversicherungen fest, selbst wenn diese sich nicht lohnen. Die ganz Schlauen hörten das Geld zuhause, wo es weder an Wert noch an Sicherheit gewinnt.

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ulmer_optimist 19.03.2018, 10:37
18. Gewinne privatisieren...

... Verluste sozialisieren. Das ist doch immer so und wird auch in der nächsten Bankenkrise so sein. Selbstverständlich sind Versicherungen "systemrelevant". Hauptsache, die Aktionäre bekommen genügend Dividende und der Aktienkurs geht nach oben. Bei Automobilfirmen läuft das doch momentan genauso und Frau "Wir schaffen das" ist sicher, dass der Michel weiter brav bezahlt.
Ich denke, man sollte noch ein paar Millionen Flüchtlinge ins Land holen. Denen kann man dann wie 1989 im Osten jede Menge Versicherungen andrehen und damit das ganze Kettenbriefsystem noch ein wenig weiterlaufen lassen.

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tommirf 19.03.2018, 10:42
19. Und jetzt?

Jetzt ist also bekannt, daß sich die Unternehmen nicht an die Gesetze halten. Was passiert damit? Gar nix, wie es aussieht. Bedauern allerorten, aber keine Maßnahmen. Warum nicht? Weil wieder mal ein schlampig geschnitztes Gesetz Schlupflöcher in Massen bietet ( für die die Lobby, die das Gesetz geschrieben hat schon gesorgt hat ) und weil keinerlei Sanktionen oder gar Ansprüche auf Schadenersatz vorgesehen sind ( Lobby, siehe oben ). Dann müßte also jeder einzelne klagen, natürlich ohne Aussicht auf Erfolg, weil die Versicherer alleine auf den Beweisen sitzen ...

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