Forum: Wirtschaft
Geldanlage: Lebensversicherungen wälzen ihre Probleme auf die Kunden ab
imago

Bis zu sieben Prozent Verzinsung bei der Lebensversicherung, das war einmal. Eine Auswertung der Bundesregierung zeigt nun, wie Konzerne die Ausschüttungen an Kunden drücken - obwohl ein Gesetz das verhindern soll.

Seite 3 von 10
WhamO 19.03.2018, 10:48
20.

Wieso werden in solchen Artikeln immer nur Kapital-Lebensversicherungen erwähnt? Kranken denn private Rentenversicherungen nicht an exakt dem gleichen Problem?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
matthyk 19.03.2018, 10:51
21. Der Selbstbetrug einer kapitalgedeckten Altersvorsorge

Zitat von rkinfo
Die ganze private Altersvorsorge über Rentenpapiere konnte nie klappen, da die Anlagevolumen viel zu hoch waren.
Ganz genau so ist es, kapitalgedeckte Altersvorsorge funktioniert nur in kleinem Stil - wenn es jeder macht, muss es zwangsläufig in einem Fiasko enden.
Denoch muss man feststellen, dass die kapitalgedeckte Altersvorsorge bis heute in der Politik als vermeintliches Mittel gegen Altersarmut sogar noch mit Steuermitteln gefördert wird (Riester-Rente) und es in den Medien schon so oft als etwas dargestellt wird, was unser Rentensystem in Verbindung mit einer alternden Gesellschaft stabilisiert, dass mittlerweile der größte Teil der Bevölkerung diese Art von Altersvorsorge als essentiellen Baustein sieht. Nicht wenige sehen sogar in einer vollständigen Umstellung auf kapitalgedeckte Altersvorsorge die Zukunft des Rentensystems.
Leider konnte die ganze Problematik jahrzehntelang dadurch kaschiert werden, dass wir - vermeintlich zuverlässige - Schuldner in Ländern gesucht haben, wo man gerne bereit war, dieses Kapital samt Verzinsung anzunehmen (und sich damit stärker zu verschulden).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sponsep2012 19.03.2018, 10:54
22. Risiko

Zitat von noalk
Anstatt eine kapitalbildende LV abzuschließen, sollte man eine Risiko-LV abschließen und das Differenzgeld in Aktien von Lebensversicherern (für die Nörgler: es können auch anderer Unternehmen Aktien sein) anlegen.
Aktien kann ich auch selbst kaufen. Wozu brauch ich da eine Versicherung und bezahle horrende Gebühren?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
olli0816 19.03.2018, 11:00
23. Kapitallebensversicherungen waren nie eine gute Geldanlage

Was bei den 7% geflissentlich übersehen wird, ist die damalige Inflationsrate und der durchschnittliche Zins. Ich habe etwas vor der Zeit in einer Bank gelernt und gearbeitet und kann mich noch erinnern, dass normale Landesbankanleihen 7% Zinsen gegeben haben. Die Inflation war irgendwo über 5%. Die Rendite war minimal. Wenn wir exakt heute die gleiche Konstellation hätten, wäre die Situation für die Versicherten aufgrund der überzogenen Steuern wesentlich schlechter. Kommt der Versicherte über 800 € Freibetrag (was sehr viel schlechter ist, als es mal war), zahlt er 26,75 % Steuern darauf, was 1,8725% Abzug von den 7% bedeutet. Das heißt, der Staat verdient Geld, dass ein Bürger Vorsorge betreibt und der Kunde gewinnt zwar nominell etwas über 5%, real aber gar nichts.

Die 7% wären heute sehr gut, damals waren sie der Situation angepasst nicht so gut. Heute sind die Zinsen ganz unten und leider darf man nicht erwarten, dass die Erträge üppig ausfallen. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich weder 1992 noch heute eine Kapitallebensversicherung abgeschlossen, weil sich das für den Sparer nur soweit rentiert, dass er sich monatlich angewöhnt, eine bestimmte Summe zu sparen und an das Geld nicht so leicht kommt. Aber man wird keine großartige Rendite bekommen und es kann sich kein Zinseszinseffekt bilden.

Mit den niedrigen Zinsen muss man anderweitig investieren und leider etwas mehr Risiko gehen. ETFs sind durchaus mit monatlich regelmäßigen Sparraten das bessere Konzept. Die Gebühren sind ggü. so ziemlich allen komplizierten Verträgen minimal. Gut, es gibt Schwankungen an der Börse, aber wenn man langfristig anlegt und sich nicht angewöhnt, jeden Tag die Kurswerte anzuschauen, wird man besser fahren. Man kommt immer an das Geld, wenn man es für Notfälle braucht. Man kann es normal weiter vererben und man kann sich passives Einkommen ansammeln. Am Anfang sind es Mickersummen, aber mit den Jahren wird das fühlbar immer mehr und man bekommt ein stetig wachsendes zweites Einkommen. Geht ab 25 EURO/Monat. Also Finger weg von Verträgen, die man als Laie nicht verstehen kann.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
nic 19.03.2018, 11:01
24.

"Wenn es der Branche schlecht gehe, müssten auch die Eigentümer der Lebensversicherer dafür gerade stehen"

Schön wär es, aber egal wie schlecht es für den Steuerzahler steht, eines steht fest: das Vermögen der Unternehmer steigt und steigt. Unsere Politiker sorgen mit ihren Gesetzen dafür. Deswegen scheint mir obiger zitierter Satz ein bisschen wie Hohn.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Wunddermann 19.03.2018, 11:08
25. erstaunlich ...

erstaunlich. Jahrelang sitzen Vertreter von der Finanzindustrie in jeder Talkshow, reden die staatlichen Vorsorgeinstrumente (Rente) schlecht und fordern dazu auf, privat vorzusorgen. Die neoliberalen Politiker von CDU und vor allem der FDP bliesen ins gleiche Horn. Wie haben gerade die jahrelang jede Lebensversicherung in höchsten Tönen gelobt. Und wenn dann das Geld zur Auszahlung ansteht ist es plötzlich doch nicht in der versprochenen Höhe da. Und es wird ein anderes Produkt angepriesen und das Spiel geht von vorne los.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Spr. 19.03.2018, 11:08
26.

Zitat von sponsep2012
Aktien kann ich auch selbst kaufen. Wozu brauch ich da eine Versicherung und bezahle horrende Gebühren?
Sie haben da etwas falsch verstanden. Es geht ja gerade darum, dass Sie eben keine Kapitallebensversicherung kaufen, sondern eine Risikolebensversicherung, und für den eingesparten Betrag für die Kapitalbildung stattdessen selbst Aktien des Lebensversicherers kaufen. Weil Ihre Rendite dann wesentlich besser aussieht.

Es ist dagegen nirgendwo die Rede davon, dass Sie sich eine Fondsversicherung andrehen lassen sollen, bei der Sie tatsächlich hohe Beträge dafür bezahlen, dass eine Lebensversicherung Ihre Beitragsteile für die Kapitalbildung (oft schlecht) anlegt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Fxxx 19.03.2018, 11:11
27. Niemals eine Lebensversicherung abschließen!

Selbst bei dem renommierten Anbieter Allianz fressen die Gebühren (die nicht einmal in den ABS erwähnt wurden) die ganzen Werte meiner Lebensversicherung auf. Trotz exzellenter Wertentwicklung der Fonds dauert es wahrscheinlich 20 Jahre, bis ich überhaupt meine eingezahlten Beiträge "angespart" habe. Und trotzdem hat die Allianz Lebensversicherung 500 Millionen Euro an die Konzernmutter abgeführt. Das ist eine leider komplett legale Abzocke!!
Meine Empfehlung: einfach selber das Geld in stabile Fonds anlegen (nicht über eine Bankfiliale sondern über einen Direktanbieter).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
supergrobi123 19.03.2018, 11:19
28. @hannesmann

Zitat von hannesmann
Die Versicherungen haben die Garantien gegenüber ihren Kunden abgegeben. Die Kunden haben dafür ihre Beiträge gezahlt. Warum soll der Kunde das Geschäftsrisiko des Anbieters tragen?
Und welche Garantien werden von den Versicherern jetzt nicht eingehalten?
Haben Sie Ihren Vertrag nicht gelesen, bevor Sie ihn unterschrieben haben?
Sie bekommen einen Garatiezins. Und zusätzlich eine Beteiligung, wenn am Kapitalmarkt hohe Überschüsse erzielt werden.
Sie wussten also von vornherein, dass ein Teil Ihrer Rendite von der Marktlage abhängig sein wird.
Und nun (wohl in der niedrigsten Zinsphase seit Erfindung des Zinses) drehen Sie es so, als wären Sie betrogen worden?
Herrje!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
supergrobi123 19.03.2018, 11:22
29. Auf geht's!

Zitat von ulmer_optimist
... Verluste sozialisieren. Das ist doch immer so und wird auch in der nächsten Bankenkrise so sein. Selbstverständlich sind Versicherungen "systemrelevant". Hauptsache, die Aktionäre bekommen genügend Dividende und der Aktienkurs geht nach oben. Bei Automobilfirmen läuft das doch momentan genauso und Frau "Wir schaffen das" ist sicher, dass der Michel weiter brav bezahlt. Ich denke, man sollte noch ein paar Millionen Flüchtlinge ins Land holen. Denen kann man dann wie 1989 im Osten jede Menge Versicherungen andrehen und damit das ganze Kettenbriefsystem noch ein wenig weiterlaufen lassen.
Sie haben das System ja offensichtlich durchschaut.
Also: kaufen Sie Aktien von Autobauern und Versicherern und kassieren Sie die Dividenden, von denen Sie schreiben!
Und reiben Die sich die Hände, wenn Ihre Versicherung neue Absatzmärkte "unter Flüchtlingen" erschließt.
Oder jammern Sie lieber?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 10