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Geldpolitik: Acht Mythen über Zinsen - und was wirklich stimmt
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Enteignung der Sparer, billiges Baugeld, hohe Dispo-Gebühren - über Zinsen kursieren viele krude Behauptungen. Die acht irrsten Thesen im Faktencheck.

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trader_07 25.11.2013, 14:26
1. Es ist problemlos möglich...

Zitat von sysop
Enteignung der Sparer, billiges Baugeld, hohe Dispo-Gebühren - über Zinsen kursieren viele krude Behauptungen. Die acht irrsten Thesen im Faktencheck.
Es ist problemlos möglich, gute Renditen zu erreichen. Das Problem ist eher, dass den meisten Menschen als Anlagemöglichkeit nur ein Sparbuch oder ein Tagesgeldkonto einfällt.

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big t 25.11.2013, 14:45
2. optional

was weniger mit Einfallen als dem Aufwand zu tun hat. Aktien/Depots muss man regelmäßig überprüfen, Kursentwicklungen und Kursziele abgleichen, das Depot umschichten, Anteile kaufen, verkaufen, etc. Und dann hat man erst eine Option ausgeschöpft, also noch nicht kurzfristig investiert in z.B. puts und calls, keinen Rohstoffhandel etc.
Wer sein Geld optimal anlegen will, muss dafür wöchentlich sicher mehrere Stunden investieren. Und wer will das schon? Ich sicher nicht, da nehm ich lieber weniger Zinsen auf nem Konto in Kauf, anstatt alle paar Tage alles umzuschichten.

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Pless1 25.11.2013, 14:48
3. Zu "Mythos 3"

Das Jaulen über die angeblich so niedige Verzinsung von Staatsanleihen TOP-gerateter Staaten kann ich nicht mehr hören! Wofür wollen diese Anleger denn Geld? Für die Nichtübernahme von Risiken?

Gebt das Geld doch den Unternehmern! Die können damit etwas erwirtschaften und davon Rendite zahlen, auch real. Dann nimmt man als Anleger eben zu einem Teil am unternehmerischen Risiko teil. Wem das zu riskant ist und sein Geld nur Staaten anvertraut, die im Krisenfall auf viele Millionen solvente Steuerzahler zurück greifen können und werden, dem steht mehr als ein Inflationsausgleich eigentlich gar nicht zu. Bei längeren Laufzeiten kann man nur das Risiko der Inflationssteigerung einpreisen, mehr nicht. Und deshalb ist diese niedrige Realverzinsung auch völlig in Ordnung!

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chrisnie 25.11.2013, 14:51
4. Da kann ich..

..sowohl dem Autor als auch trader_07 nur zustimmen. Insbesondere Punkt 1 ist richtig. Auch ich bekomme Renditen hin, die ohne großes Risiko deutlich über den Zinsen für Bankanlagen liegen.

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deuro 25.11.2013, 14:54
5. Wer soll denn durch diesen Bericht beschwichtigt werden ?

Zitat von sysop
Enteignung der Sparer, billiges Baugeld, hohe Dispo-Gebühren - über Zinsen kursieren viele krude Behauptungen. Die acht irrsten Thesen im Faktencheck.
Zuerst wird was von Rendite über der Inflation erzählt und unten steht dann " In Großstädten und guten Lagen wird der Zinsvorteil von den deutlich gestiegenen Kaufpreisen quasi "aufgefressen". "

Also wie sieht die Faktenlage bei der Inflation aus ?

Mein Faktencheck sagt, dass alle, die aktuell Geld vom Staat geschenkt bekommen (Banken, Grossindustrie, Griechenland, Spanien, Irland) sich ganz kräftg in Immobilien und Aktien einkaufen und die Preise hochtreiben. Wer für seine Altersvorsorge vorsorgen will, geht leer aus und rennt den steigenden Preisen hinterher.
20 Quadratmeter Eigentum in München für 200.000 Euro (400.000 DM) sagen doch alles.

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Cake786 25.11.2013, 14:55
6. Interessant..

.. wie uns das Zinssystem immer als unausweichlich und gottgegeben verkauft wird. Geld erschafft Geld, einfach weil es da ist, ist das nicht geradezu pervers?!

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nutellabrot-2003 25.11.2013, 14:59
7. Unterschied Nettozinsertrag - Bankertrag unklar?

Der Nettozinsertrag zeigt nur den Rohertrag, welcher über den Dispokrediterzielt wird (Kundenzins abzüglich Kapitalmarktzins). Die weiteren Kostenfaktoren (Bearbeitungs-, Liquiditäts-, Kapital- und die von Ihnen von Ihnen erwähnten Risikosten bleiben hier außen vor! Bei einem "Mythencheck" hätte ich mehr erwartet.

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Nuklid77 25.11.2013, 15:07
8. These 9 + 10 fehlen:

9.) Banken erschaffen den allergrößten Teil der Gelder für Kredite quasi aus dem Nichts heraus. Und DAFÜR blutet der Kreditnemer mit Zinsen und Sicherheiten im vollen Gegenwert. Dieser Umstand ist den meisten Menschen nicht bewusst, sie glauben, sie bekämen als Kredite Gelder aus den Einlagen der Sparer.
Auch die Staatsverschuldung bei Privatbanken erscheint engesichts dessen in einem völlig anderen Licht.

10.) Seit Mitte bis Ende des 19. Jh. dominieren die sog. "international bankers" das politische und wirtschaftliche Geschehen der westlichen Zvilisation. Das ist keineswegs übertrieben, auch wenn es so klingen mag.

Vgl. "Tragedy and Hope", Carrol Quigley, 1966.
Der Autor war Prof. für Geschichte in Princeton und Harvard, Mentor von Bill Clinton, und beriet das Pentagon und andere US-Institutionen.
Auch kaum bekannt ist, dass "WallStreet-Kreise" im Dez. 1917 Gelder nach Petrograd telegrafierten - an die Bolschewiken. In den Dreißigern gingen Gelder nach Berlin, u.a. 1937 auf ein Konto von R. Hess.
vgl. Antony C. Sutton, Wall Street and the Bolshevik Revolution, 1974; sowie derselbe Autor: Wall Street and the Rise of Hitler, 1976.

Sutton war Prof. für Wirtschaftswesen an der California State ''University, später Hoover-Institution.

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innajjanni 25.11.2013, 15:07
9. Mythos 9: Geldschöpfung durch Zinsen erfordert eine immer weiter wachsende Wirtschaft)

Richtig! Irgendwann wird unsere Wirtschaft auf dem begrenzten Planeten aber nicht mehr wachsen können. Ein Reset ist unausweichlich.

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