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Geldpolitik in der Krise: Die Angst der Banker vor dem Sturm
Thomas Lohnes/ Getty Images

Die Macht von Zentralbankern gilt als riesig. Das macht sie unbeliebt: bei Donald Trump und bei Deutschlands vermeintlich "enteigneten Sparern". In Wahrheit sind die Waffen von EZB und Fed längst stumpf geworden.

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ned divine 08.09.2019, 13:44
1. Was bitte heisst bei Deutschlands vermeintlich "enteigneten Sparern"??

Selbstverständlich werden sie gerade massenhaft enteignet, nur vielen ist es noch nicht wirklich aufgefallen. Das ist das Problem und wem es aufgefallen ist, der hat, sofern er kann bereits die Reissleine und vor allem Konsequenzen gezogen.
Und nicht alle können/ wollen sich in Betongod flüchten oder sich vershulden nur um statt 100 am Ende der bank nur noch 98 Euro zurückzahlen zu müssen.
Das ist alles Irrsinn, eine weitere Enteignung entsteht durch die ausufernden Mieten, auch dagegen wird nichts unternommen.
Solche Propaganda Artikel sind durch wen bitte in Auftrag gegeben worden und dann noch als oberste Headline.... Schon klar!!
Schönen Sonntag!

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zudummzumzum 08.09.2019, 13:54
2. Gute Beschreibung.

Eine Ära neigt sich dem Ende zu: 40 Jahre lang bestand die Wirtschaftspolitik daraus, irgendwelche steuerlichen Anreize für das Eine oder Andere zu setzen, ohne aber tatsächlich politisch zu führen. So richtig funtkioniert hat das ja wohl nicht, wie man in Deutschland an der Energiewende, dem Zustand der Bahnen, dem Niedergang der Industrie, dem Ausstieg aus fossiler und Atomenergie, sieht. Man hat sich längst daran gewöhnt, dass der Wirtschaftsminister irgendwo zwischen "lame duck" und Grüßaugust angesiedelt ist.

Davon müssen wir Abstand nehmen, die EZB kann diese Lücke nicht füllen. Das kommt dem Versuch gleich, ein Auto zu steuern, indem man an der Tankstelle mit der Zapfpistole das Auto steuern kann.

Aber ich glaube nicht, dass unsere Politik die Kurve kriegt. Am Ende steht dann irgendwann doch wieder die Erkenntnis, dass man Geld nicht essen kann, weil der kaufkräftige Gegenwert des Geldes fehlt. Den Bankern kann das egal sein, die schieben weiter die Milliarden sinnlos hin und her.

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TS_Alien 08.09.2019, 13:59
3.

Vom welchen tiefgreifenden Veranderungen in der Automobilindustrie wird immer gesprochen? Das E-Auto ist ein Nischenprodukt und wird eines bleiben. Die Verbrennungsmotoren werden noch in Jahrzehnten den Markt beherrschen. Gerade mit der Zylinderabschaltung sind in letzter Zeit große Fortschritte gemacht worden. Eventuell ergibt sich ein Durchbruch bei der Brennstoffzelle. Aber auch das ist eine Verbrennung.

Für die Umwelt würde es viel bringen, auch für die Verkehrssicherheit, wenn absurd schwere PKWs verboten werden. Daran haben auch die Akkus ihren Anteil. Aber nicht nur. Ich könnte mir vorstellen, dass schwere PKWs eine Geschwindigkeitsbeschränkung auferlegt bekommen.

Der Umwelt wäre auch geholfen, wenn die Fahrzeuge nach ihrem realen Verbrauch im Alltag eingestuft werden. Der Gesetzgeber sollte sich eine Formel ausdenken, die zusätzlich den Verbrauch bei 50 %, 75 % und 100 % der Höchstgeschwindigkeit berücksichtigt.

Früher war eine drohende Rezession tatsächlich für das eine oder andere Land gefährlich. Heute ist die Wirtschaft in vielen Ländern viel breiter aufgestellt. Da wird so schnell keine Massenarbeitslosigkeit auftreten.

In Europa dürfte GB noch die meisten Probleme für die Zukunft haben. Bis auf die Finanzindustrie gibt es dort wenig. Das wirtschaftliche Elend ist in vielen Gegenden GBs seit Jahren zu sehen.

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eckawol 08.09.2019, 14:02
4. Zinsen als Regulativ

haben aufgrund der aktuellen Zinspolitik ihre Rolle verloren: Nullzinsen oder Minuszinsen "heizen" per se nicht die Kreditnachfrage, den Investitionen bedürfen der Untersetzung durch Erwartungen , dass sich eine Investition lohnen wird. Konsumenten werden trotz billigen Geldes nicht mehr konsumieren, wenn z.B. die Ersatz-Anschaffung von Gütern noch nicht notwendig ist ( z.B. die Wasch- oder Spülmaschine, der Fernseher, das Auto) , weil qualitativ in Ordnung.Es ist also ein Irrtum, durch billiges Geld inflationssteigernde Nachfrage zu erzeugen. Banken mit Strafzinsen für ihre hohen Einlagen bei der Zentralbank zu "bestrafen" wird nicht zu erhöhten Kreditvergaben führen, wenn sie absehen können, dass der Schuldner die Kreditlast nicht tragen kann und somit die Banken sehenden Auges sich Wertberichtigungen einholen, wofür sie von BAFIN und Finanzministerium Vorwürfe einholen , dass sie nicht ausreichend die Kreditwürdigkeit der Kunden geprüft haben . Und schließlich : Inflation entsteht nur, wenn die Nachfrage nach Gütern, die Produktionskapazitäten der Hersteller überlastet; davon ist nichts zu sehen. Also: Billiges Geld muß nicht inflationtreibend wirken. Die EZB muß deshalb ihre Sichtweise der Geldpolitik überprüfen und an die Realitäten anpassen.

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fluxus08 08.09.2019, 14:03
5. Liest man einen Artikel von Herrn Müller,

kennt man alle anderen: "Übermäßige Sparsamkeit ist unter diesen Bedingungen keine vernünftige Strategie".
Wo, Herr Müller, hat die Bundesregierung im letzten Jahrzehnt denn gespart? Die Milliardengewinne wurden mit beiden Händen ausgegeben, wobei die Ausgaben des Wohlfahrtstaates explodieren und zukunftsfähige Ausgaben in Technologie und Infrastruktur auf der Strecke blieben.
Jetzt, da nach 10 Jahren Boom in der Zukunft die Geldströme nicht mehr zur Verfügung stehen, soll also nicht vordergründig gespart werden, sondern künftige Generationen mit weiteren Billionenschulden eingedeckt werden?
Was für eine einfältige Sichtweise.........

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Jacek G 08.09.2019, 14:04
6. @1

Dieses eindimensionale Denken die Leute würden enteignet, ist Unsinn. In erster Linie werden alle Steuerzahler entlastet, indem Deutschland keine Zinsen für ihre Anleihen zahlen muss und dementsprechend Steuererhöhungen vermeiden werden. Ohne die niedrigen Zinsen könnte man den Soli auch nicht abschaffen.
Zum anderen können durch die niedrigen Zinsen Arbeitsplätze gehalten und ausgebaut werden. Wären die Zinsen höher, dann würden massiv Arbeitsplätze verloren gehen, weil das Geld für Zinstilgungen notwendig wäre.

Vielleicht mal selbst drüber nachdenken was niedrige Zisen bedeuten und nicht nur dieses Enteignungsmärchen nachplappern.

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schneidp 08.09.2019, 14:06
7. Sparer wurden schon immer enteignet

Früher ist es nur nich so sehr aufgefallen. Die Zinsen waren praktischer immer knapp unter der Inflation.
Im vergleich zu früher ist das Guthaben aufgrund der niedrigen Inflation im Moment sogar stabiler als früher.
Das Problem ist, das Menschen die Inflation sehr verzerrt wahrnehmen.
Das typische „Alles ist teurer geworden“ ist der beste Beweis dafür. Es kostet heute doppelt so viel wie früher, dass aber die Kaufkraft sich gedrittelt hat wird ignoriert.
Selbst bei Computern wird sich beschwert wie teuer die sind. Wobei früher Rechner Tausende Mark gekostet haben und heute nicht mal mehr 500€. Bei Millonenfacher Leistung.
Und ein Sparer der sich enteignet fühlt, soll doch bitteschön Aktien kaufen. Bei entsprechender Streuung ist das langfristige Risko nahezu null.

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milpark 08.09.2019, 14:07
8. @ned divine #1

Volle Zustimmung! Der Spiegel sollte jetzt noch die Frage beantworten, also wer beauftragt derlei Propadanda?

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hagebut 08.09.2019, 14:07
9. Ein guter Beitrag von Henrik Müller

Ich provoziere daher nur mal: Die Möglichkeiten der EZB sind noch lange nicht ausgereizt. Sie kann verkünden, dass man in aller Zukunft alle Staatsanleihen am Sekundärmarkt aufkauft (mit Garantie). Das ist völlig legal und locker im Bereich der Möglichkeiten. Spätestens dann ist das konjunkturelle Schlaraffenland da. ;-)

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