Forum: Wirtschaft
Geldpolitik: EZB warnt Regierungen vor Ende der Niedrigzinsphase
Corbis

Ist die Phase der ultraniedrigen Zinsen bald vorüber? Ein Direktor der Europäischen Zentralbank fordert von den Regierungen Maßnahmen. Allerdings gibt es in der Notenbank auch andere Stimmen.

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hansriedl 03.04.2017, 16:51
10. Steigende Zinsen

auf Staatsanleihen werden das Ende der EU einleiten. Wie sollen sich total überschuldete Staaten
schaffen, für ihre Schuldenberge 2 bis 4 % Zinsen zu zahlen ohne das Sozialsytem in Grund u. Boden zu
fahren. Volks Aufstände wären die Folge.
Die Union der ...
... korrupten Eliten deren Ziel es ist, die BürgerInnen gegeneinander auszuspielen und davon (z.B. durch Steuerumgehung und Lohndumping) zu profitieren. war von Anfang an (Maastricht, 1993) zum Scheitern verurteilt.

Es kann keinen freien Waren- und Personenverkehr geben, solange die Löhne, Preise, Sozialsysteme, Gesetze und Steuern im Wesentlichen vereinheitlicht sind.

Es ist auch nicht akzeptabel, dass die Demokratie in Europa durch Korruption (~30.000 Lobbyisten in Brüssel) ersetzt wird.
Und es geht gar nicht, dass ein "Friedensprojekt" unter der militärischen US-Führung der NATO steht und weltweit Ressourcenkriege führt.

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einzigerwolpertinger 03.04.2017, 17:02
11. Schön, daß Sie die Kontoinhaber gegendert haben :-)

Zitat von eremit123
Putziger Versuch die Verantwortlichkeiten zu delegieren. Der Point of no Return ist längst überschritten und es kommte ein Credit Crunch auf uns zu der alles bisher erlebte in den Schatten stellen wird. Dabei wird kein Stein auf dem anderen bleiben und es ist zu erwarten, dass alle Banken in staatlichen Besitz übergehen werden mit ensprechenden Folgen bzw. Enteigungen für die KonteninhaberInnen.
Aber wollen wir wetten, daß wir Steuerzahler als Inhaber der Banken, wenn sich der Rauch verzogen hat, letztendlich nicht die Eigentümer der mit Steuergeld sanierten Banken werden?

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karl-felix 03.04.2017, 17:07
12. Natürlich

Zitat von eremit123
Putziger Versuch die Verantwortlichkeiten zu delegieren. Der Point of no Return ist längst überschritten und es kommte ein Credit Crunch auf uns zu der alles bisher erlebte in den Schatten stellen wird. Dabei wird kein Stein auf dem anderen bleiben und es ist zu erwarten, dass alle Banken in staatlichen Besitz übergehen werden mit ensprechenden Folgen bzw. Enteigungen für die KonteninhaberInnen.
wird es mit steigenden Zinsen Heulen und Zähneknirschen geben , aber jeder wusste dass diese gesegneten Zeiten der Niedrigzinsen nicht ewig währen .
Nur ganz so pessimistiusch wie Sie sehe ich die Lage nicht. Böse wird es die erwischen, die jetzt deutsche Staatsanleihen halten und natürlich die Staatshaushalte. Für den " Normalo " wird's nicht so bös, da sich die Steigerungen vermutlich in 0,25er Schritten über Jahre hinziehen werden . Zeit genug für jeden zu reagieren . Also keine Panik. Meine US-5%er sind im letzten Dezember ausgelaufen , meinetwegen können die Zinsen langsam wieder etwas anziehen .
Aber eben langsam und sehr sehr vorsichtig , dass nicht zusätzlich zu den Kursverlusten noch der Aktienmarkt verrückt spielt.
Aber dass die goldene Niedrigzinsphase nicht immer so weiter läuft, das musste eigentlich jeder wissen seitdem die Amerikaner die Zinsen anziehen . Wer klug war hat die letzten Jahre genutzt, traumhafte Bedingungen mit sehr hohen Realverzinsungen bei 0 Inflation . Das war ein richtiger warmer Jahrhundertregen . Danke Duisenberg und Draghi. .

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Rania 03.04.2017, 17:26
13. Die Frage ist doch:

Für wen ist der Nullzins an allerschlechtesten? Na klar, natürlich für den ganz normalen Durchschnittsdeutschen, denn der bekommt auf sein mühevoll Erspartes kaum noch Zinsen, während die Reichen gewisse Anlage- und Steuervermeidungsmodelle zu ihrer Geldvermehrung nutzen. Aber wer sagt denn, dass es auf dieser Welt gerecht zugehen muss? Meines Erachtens sind die Regierungen der Länder ziemlich machtlos im Vergleich zum Großkapital.

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karl-felix 03.04.2017, 17:26
14. Na,ja

Zitat von franz.v.trotta
Die Regierungszeit von Frau Merkel wird im September um vier Jahre verlängert, so dass die Enteignung der Kleinen Leute in aller Ruhe vollzogen werden kann.
Ehre wem Ehre gebührt. Die Privatisierung der Altersversorgung und die Schleifung der Rente war nun einmal die Idee von rot-grün unter Schröder und Riester. Dass Frau Merkel dies mit Wohlgefallen zur Kenntnis nahm , verständlich.

Nur wenn es die nächsten vier Jahre in Ruhe so weitergeht wie die letzten 4 Jahre, können wir nicht meckern . Seit 4 Jahren steigen die Reallöhne wieder kräftig. Allein 21 Millionen Rentner bekommen 2016/17 zwischen 6 und 10% mehr an Rente und das bei 0 Inflation . Das hats in 100 Jahren noch nicht gegeben, eine solche Rentenerhöhung.
In den letzten 4 Jahren haben mehr kleine Leute sich Wohneigentum zulegen können als jemals zuvor und auch in diesem Jahr steigt das verfügbare Einkommen der Deutschen deutlich, wenn auch nicht mehr gerade so doll wie in den letzten 2 Jahren .

Ich würde also nicht meckern , wenn weiterhin die Arbeitslosigkeit sinkt und die Löhne und Renten steigen . Mir hat die Rentenerhöhung um 4,25% im letzten Jahr richtig gut getan , meinen Kindern die Lohnerhöhungen und die Niedrigzinsen waren das Sahnehäubchen obendrauf. Haben uns tausende Euros an Schuldzinsen erspart.

Gekniffen sind nur die unteren 10% der Einkommen , also Leute wie Sie , die Opfer der schröderschen Niedriglohnpolitik und die Langzeitarbeitslosen . Deren Zahl ist noch genauso hoch wie vor Schröders Agenda 10 und das Reallohneinkommen ebenfalls.
Aber gerade Leute wie Sie haben ja nun deutlich davon profitiert , dass die Zinsschraube Sie nicht mehr erwürgt und die Reallöhne in den letzten Jahren wieder steigen .

Grund zum Jammern haben die Besitzer der grossen Geldvermögen , die Banken und Bausparkassen . Die wollen jetzt die Zinserhöhungen mit aller Macht um kleine Leute wieder ordentlich zu melken. .

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karl-felix 03.04.2017, 18:00
15. Nein

Zitat von Rania
Für wen ist der Nullzins an allerschlechtesten? Na klar, natürlich für den ganz normalen Durchschnittsdeutschen, denn der bekommt auf sein mühevoll Erspartes kaum noch Zinsen, während die Reichen gewisse Anlage- und Steuervermeidungsmodelle zu ihrer Geldvermehrung nutzen. Aber wer sagt denn, dass es auf dieser Welt gerecht zugehen muss? Meines Erachtens sind die Regierungen der Länder ziemlich machtlos im Vergleich zum Großkapital.
95% der Deutschen sind Eigner von Schulden. Vielleicht bei 5% der Deutschen überwiegen die Guthabenzinsen die Sollzinsen .

Der Nullzins bei 0 Inflation war nur schlecht für die Besitzer der grossen Geldvermögen , der Banken und Bausparkassen .
Noch nie wurden in Deutschland soviele Baugenehmigungen erteilt wie in den letzten Jahren . Es gab sogar Foristen , die warnten schon vor einer Immobilienblase.

Der Durchschnittsdeutsche war der grosse Profiteur der letzten 8 Jahre.
Es ist ein Märchen , es gäbe keine Zinsen mehr auf Erspartes.
Selbst die Bausparkassen wehrten sich weil sie 4-5% Zinsen an die Sparer zahlen müssen . Laut Bundesbank sind über 2 Billionen Euro der Sparer in Versicherungen angelegt, die haben zwar die Zinsen gesenkt , zahlen aber trotzdem ( Allianz z.B. knapp 3% bei 0 Inflation , ein traumhafter Realzins ).
Nur 2 Billionen liegen auf Girokonten oder im Sparstrumpf und auf die gab es noch nie Zinsen .

Etwa 1 Billion Euro stecken in Aktien und Investmentfonds, die haben in der letzten Zeit kräftig zugelegt,
Die meisten haben in Schmuck , Häuser, Wohnungen, in Sachvermögen gespart, 3mal soviel wie in Geld alles kräftig zugelegt .

Die ärmeren 20% der Deutschen verfügen über gar keine Finanzrücklagen , die leben in Zinsknechtschaft.
Die Hälfte der Deutschen hat im Schnitt weniger als 17.000 Euro angespart, da macht 1% Zinserhöhung keine 15 Euro im Monat aus. Die Zinsersparnis bei der Grundschuld geht aber in die Tausende , pro Jahr.
Aber die Propagandisten der Banker haben verdammt gute Öffentlichkeitsarbeit geleistet. Trösten Sie sich, Sie sind nicht der Einzige der denen glaubt hohe Zinsen seien gut für hoch verschuldete Deutsche Durchschnittsbürger.
Kennen Sie in Ihrem Bekanntenkreis einen , der Geld gespart hat und nicht in Sachwerten investiert ist ? Ich nicht. Und die Sachwerte sind alle kräftig gestiegen.

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sogos 03.04.2017, 18:28
16. @karl-felix Danke

Dass Du etwas an Fakten in die Diskussion bringst. In der Tat haben die wenigsten (immernoch) Sparvermoegen in einer Groesse, in der das einen Unterschied macht. Eher Leasingvertraege und Hypotheken. Aber im Gegenteil deren Pensionen liegen in Aktien, Bonds und ETFs (die kraeftig gestiegen sind).

Allerdings sind Fakten hier in dem Forum leider nicht so relevant...

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einzigerwolpertinger 03.04.2017, 18:33
17. Dazu ein Beispiel:

Zitat von der.tommy
Leider falsch. Zunächst mal haben die meisten nicht erst heut einen entsprechenden Kredit mit niedrigen Zinsen aufgenommen, sondern der läuft schon ne Weile. Nehmen wir mal an seit 6 Jahren. Da die meisten mit 1% oder gerade drüber am Anfang tilgen, haben sie auch im Jahr 6 nicht wesentlich mehr als 6% des Kredites getilgt. Denn: der Nachteil niedrig verzinster Kredite ist die relativ geringe Ersparnis aufgrund der für das bereits bezahlte Kreditvolumen nicht mehr anfallenden Zinsen. Beispiel: bei 5% Zinsen (früher nicht unüblich) bedeutet jedes 1% Tilgung auch gleichzeitig 1,05% geringere Belastung, weil sie auch die Zinsen dafür im nächsten Jahr nicht mehr tilgen müssen. Das wird aufgrund der Zinseszins-Effekte schnell sehr viel. Im Gegensatz dazu: 0,9% oder 1% Zinsen bedeutet nur eine 1,01% Entlastung bei Tilgung von 1% des Kreditvolumens. Dieser Effekt macht sich in den ersten Jahren praktisch nicht bemerkbar. Steigen die Zinsen dann maßgeblich und läuft die zinsbindung aus, lassen sich leicht Fälle konstruieren, in denen die monatliche Belastung auf einmal höher ist als im ersten Jahr. Das was sie so leichtfertig abtun, dürfte beispielsweise beim Austritt Frankreichs aus dem Euro (wahlweise auch Italien) in vielen Fällen Realität werden. Denn wie der Florist, den sie hier eher kritisieren, richtig anmerkte, sind viele Kredite auf "Kante genäht"
Bei einem Darlehensbetrag von 100 T€, 12 Jahren Laufzeit mit monatlicher Ratenzahlung beträgt die Rate bei 1% Zins, monatlich 737 €, bei 6% 976 €. Nach der Hälfte der Laufzeit liegt die Restschuld bei 1% Zins bei 51 T€, bei 6% Zins bei 59 T€.
Oder ein praktisches Beispiel: Ich habe eine Kreditkarte, damit gewährt mir die Bank 2% Rabatt auf jeden Liter Benzin, ich nehme dennoch nicht die teuerste Tankstelle, obwohl ich dort den höchsten Rabat bekäme.

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gantenbein3 03.04.2017, 18:35
18. Das mag sein

Zitat von franz.v.trotta
Die Regierungszeit von Frau Merkel wird im September um vier Jahre verlängert, so dass die Enteignung der Kleinen Leute in aller Ruhe vollzogen werden kann.
...ich habe allerdings nicht den geringsten Grund zu der Annahme, das dass es nicht zur Enteignung der Kleinen Leute käme, sollte die Regierungszeit von Frau Merkel nicht verlängert werden. Die Enteignung würde vielleicht etwas anders vollzogen, aber sie würde weiter vollzogen, wie auch immer. Tatsächlich wurden die Kleinen Leute in der Nachkriegszeit weder von Regierungen noch von der Zentralbank so dreist betrogen wie in den letzten Jahren. Was erstaunt ist, dass sie gleichwohl noch brav wählen gehen. Denn es müsste sich doch herumgesprochen haben, dass nur die dümmsten Kälber ihre Schlächter auch noch selber wählen.

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einzigerwolpertinger 03.04.2017, 18:36
19. Habe ich das richtig verstanden?

Zitat von hansriedl
Es kann keinen freien Waren- und Personenverkehr geben, solange die Löhne, Preise, Sozialsysteme, Gesetze und Steuern im Wesentlichen vereinheitlicht sind.
"Es kann keinen freien Waren- und Personenverkehr geben, solange die Löhne, Preise, Sozialsysteme, Gesetze und Steuern im Wesentlichen 'nicht' vereinheitlicht sind.

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