Forum: Wirtschaft
Gelsenkirchener Oberbürgermeister: "Zahnpflege ist längst nicht mehr selbstverständli
Stadt Gelsenkirchen

In Gelsenkirchen leben die meisten armen Kinder Deutschlands. Im Interview erklärt Oberbürgermeister Frank Baranowski, wie es dazu kommen konnte und weshalb der Staat dort Eltern erziehen muss.

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linx 13.11.2012, 12:44
170.

Zitat von FreeEurope
Gerhard Schröder hat dies auch versucht - fördern und fordern war das Stichwort. Leider wurden Gerhard Schröders reformen diskreditiert.
Weil leider ausser fordern davon nichts mehr übrig geblieben ist.

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schnuppe 13.11.2012, 12:45
171. ---

Zitat von dadanchali
Dieser Artikel dreht sich um sozial Schwache, aber das Ganze ist kein Sozialproblem. Nichterziehung, ruhigstellen vor TV oder PC ist allgemein zu sehen. Schaut man sich das Video von Spon zum Eignungstest der Deutschen Sporthochschule an, ist jeder Kommentar eines Dozenten; das Niveau ist im Keller, Feinmotorik katastrophal.
So ganz allgemein ist es aber nicht. Ich habe mein Kind seit genau 9 Jahren, sie war in der Krippe, im Kindergarten und jetzt in der Grundschule. Die Mehrheit der Eltern, deren Kinder das Umfeld meiner Tochter bilden, ist sehr bemüht. Jedes Kind macht ein oder zwei Sportarten, hat einen Freundeskreis und wenigstens die Hälfte erlernt ein Instrument. Die Eltern sind zwischen Doppelverdiener und alleinerziehend, einige tendenziell wohlhabend, einige eher schlecht verdienend, aber grundsätzlich mittelständisch.

Was gegenüber meiner Kindheit anders ist: die Kinder sind mehr drinnen als draußen. Das sagen sogar Verwandte, die auf dem Land leben über die Kinder der Nachbarschaft. Während wir zwischendurch vielleicht mal ein Bonbon oder eine kleine Handvoll Gummibärchen bekommen haben (und uns total drüber gefreut haben) sehe ich hier Kinder regelmäßig mit ganzen Tüten (jedes Kind eine eigene!). Jedes Kind hat unheimlich viel Spielzeuge und muss viel weniger selber basteln und ausdenken. Wir haben auch stundenlang Handstand und Radschlag geübt, sind auf Bäume geklettert und haben verstecken gespielt und uns so die Zeit vertrieben. Wenn ich Spielkameraden gesucht habe, brauchte ich nur vor die Tür zu gehen, da waren immer irgendwelche Kinder, mit denen man Hinkelkästchen spielen konnte, ohne dass ich weit vom Haus hätte wegmüssen. Heute wohnen in unserer Straße wenige Familien mit Kindern und keiner würde sein Kind unbeaufsichtigt aus der Wohnung lassen.

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rokokokokotte 13.11.2012, 12:46
172. Was...

Zitat von sysop
In Gelsenkirchen leben die meisten armen Kinder Deutschlands. Im Interview erklärt Oberbürgermeister Frank Baranowski, wie es dazu kommen konnte und weshalb der Staat dort Eltern erziehen muss.
...meine Ansicht nach Genuss dieses Artikels nur noch bestärkt:
der Staat sollte die Unmenge an diversen Sprungprämien so umverteilen, dass ausschliesslich die Menschen, die KEINE KINDER produzieren, finanziell gefördert werden.
Es scheint in der Tat so zu sein, dass - und das betrifft sicherlich nicht nur GE - es im Trend liegt sich einen netten Zuverdienst per Kindersegen zu verschaffen. Im Zweifel gibt es genug Gutmenschen, die anschliessend die armen Würmer vor der Katastrophe bewahren.
In diesem Sinne: es lebe die Herdprämie - wieviel gibts da noch mal...?

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bicyclerepairmen 13.11.2012, 12:46
173.

Zitat von altebanane
Sie widersprechen sich da ziemlich. In München ist ein "Normalverdienst" gewiss nicht 1000 Euro.

Der Forist bezog sich aber auf die Forderung das ein "Malocher" ja eben mal charmant in ein andere Großstadt umziehen kann bevor langjährig Stütze einfahren muss.

Und 1000 E kalt für 80qm sind in HH mittlerweile die Norm.

Es sei denn er sucht in einen der Stadtrandghettos, da aber mit kostenloser Sozialisierung seiner Kiddies durch die hiesigen Vorstrafenpunks.

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tj79 13.11.2012, 12:47
174. Weil Umzüge Geld kosten?

Zitat von peter.haeckmann
Und warum sollten Prekarisierung, Verarmung und soziale Isolierung Gründe sein, nicht umzuziehen? Gerade in einer solchen Situation würde ich doch versuchen, in ein besseres Umfeld zu kommen und die genannten Beschwernisse zu überwinden.
Wenn Sie bereits im Prekariat angekommen sind, dann können sie es sich nicht leisten auf blauen Dunst einfach umzuziehen. Wenn man also als Arbeitsuchender mit geringem Ausbildungsgrad ein Jobangebot von 500km weiter erhält, bedeutet das erstmal, dass man dort die Probezeit überstehen muss, bevor man sich auf das dortige Einkommen verlassen kann. Dann muss man noch eine adäquate Wohnung finden. Hat man mehr als 2 Kinder, wird das übrigens recht schwer was erschwingliches zu finden. Der Umzug selber kostet dann auch gerne ein kleines Sümmchen, das man zwar von der Steuer absetzen kann - was aber Leistungsempfängern vorerst nichts bringt. Kredit bekommt man dafür wahrscheinlich auch nicht. Die meisten flexiblen Arbeitnehmer haben auch eine entsprechend gute Ausbildung und Rücklagen, die ihnen diese Flexibilität erst ermöglicht.

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schnuppe 13.11.2012, 12:55
175. ...

Zitat von bicyclerepairmen
Leider das falsche Forum um das auszudiskutieren. Sie mögen Recht haben, aber glauben Sie mir das meine Frau die volle Bandbreite von Zahnlöchern, nicht entdeckten Läusen, 40 G Fieber bis hin zu keine Zeit ( Kind kam am Vortrag aus dem Krankenhaus ) etc. alles von wohlsitutierten Eltern erlebt hat. Der Unterschied zu den sogenannten "Problemkindern" ist/war das besagte Double Income Eltern auf die Hinweise der Erzieher extrem negativ bis hin zu wohlformulierten Beschwerden, teils über RA's an die KITAleitung reagiert haben....
Ja, aber Sie haben auf meine Antwort reagiert, wo es um Sachleistungen anstatt finanzieller Zuwendungen ging.
Was Sie thematisieren ist Kindesvernachlässigung allgemein, wobei man eine Laus schon durchaus nicht entdecken kann, vor allem - gerade bei uns in der Schule so gewesen, die Info zu Läusen in der Klasse mit Bitten um Kontrolle eine Woche später kam, nachdem der Fall sich bereits erledigt hatte -

es ging aber darum, ob es ok ist, die Freiheit der Eltern insofern einzuschränken, indem ein Teil der Transferleistungen in Sachleistungen ausbezahlt wird - was ich persönlich richtig finde.
Was wohlhabende Eltern mit ihrem Geld tun, steht auf einem anderen Blatt.
Insofern: bitte genauer lesen, bevor Sie andere auf "das richtige Forum" hinweisen.

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arvin 13.11.2012, 13:01
176. schwimmen lernen

Warum müssen denn Kinder schon schwimmen lernen, bevor sie in die Schule kommen?
Mein Sohn geht in die zweite klasse und ich bring es ihm gerade erst bei.

Ich hatte auch erst mit acht neun jahren schwimmen gelernt.
Also mal nicht übertreiben Herr OB!

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eisfach 13.11.2012, 13:09
177.

Zitat von ernstrobert
In das von Ihnen gemeinte 'Schwimmen' kommt man nur, wenn man es (im übertragenen Sinne) nicht gelernt hat. Dafür aber viel Energie in allen möglichen anderen Quatsch steckt! (Popostar u.ä.)
Nein, da kommt man hinein, wenn plötzlich mindestens 1/3 des Nettoeinkommens fehlt.

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dadanchali 13.11.2012, 13:12
178. nee

Zitat von schnuppe
So ganz allgemein ist es aber nicht. Ich habe mein Kind seit genau 9 Jahren, sie war in der Krippe, im Kindergarten und jetzt in der Grundschule. Die Mehrheit der Eltern, deren Kinder das Umfeld meiner Tochter bilden, ist sehr bemüht. Jedes Kind macht ein oder zwei Sportarten, hat einen Freundeskreis und wenigstens die Hälfte erlernt ein Instrument. Die Eltern sind zwischen Doppelverdiener und alleinerziehend, einige tendenziell .....
Sie haben natürlich Recht. Es ist verallgemeinert, aber der Trnd ist erkennbar. Ihre Aussage, dass wenig Kinder auf der Strasse sind, nicht an Barrieren am Spielplatz hängen und Unterschwung, nein nicht üben, sondern einfach machen, bestätigt die Aussage.
Für mich war der Vergleich sehr plakativ, da ich den SpoHo-Test in den 80ern auch gemacht habe, und es weh tut die motorischen Defizite der "kommenden" Kollegen zu sehen.
Natürlich aber gibt es Eltern die Ihre Kinder nicht allein lassen, sondern sich einfach für sie interessieren, sich kümmern. Dies aber auch in allen Schichten.
Das war mir wichtig zu sagen, dass es nicht (nur) schichtspezifisch ist.

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altebanane 13.11.2012, 13:13
179.

Zitat von bicyclerepairmen
Der Forist bezog sich aber auf die Forderung das ein "Malocher" ja eben mal charmant in ein andere Großstadt umziehen kann bevor langjährig Stütze einfahren muss. Und 1000 E kalt für 80qm sind in HH mittlerweile die Norm. Es sei denn er sucht in einen der Stadtrandghettos, da aber mit kostenloser Sozialisierung seiner Kiddies durch die hiesigen Vorstrafenpunks.
Tscha, ich kann da nur von meinem Beruf sprechen (Softwareentwicklerin) : in München bekommen selbst dem Papier nach unqualifizierte Kräfte 150 % von dem, was ich als Akademikerin in der westdeutschen Provinz einfahre. Was für mich persönlich nicht schlimm ist, weil die Kosten hier halt auch niedriger sind.

Ex-Malocher sind im Ruhrgebiet eh frühpensioniert, ich denke, wir sollten uns hier auf die jungen Leute konzentrieren.

Bei denen ich mich eh schon immer gefragt habe, also : kann sich da außer mir noch jemand dran erinnern : bei jeder Zechenschließung, selbst der letzten, kam im Fernsehen mindestens ein 19 Jähriger Auszubildender zum Bergmann zu Wort. Da habe ich mich immer gefragt, sind die doof ? War doch abzusehen. Das Herunterfahren des Steinkohlebergbaus war ja ziemlich langfristig angelegt und verkündet.

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