Forum: Wirtschaft
Gemeinsame Währung: Die wahre Krise

Alle reden über die Flüchtlingsmisere - dabei ist die viel größere Krise Europas längst nicht ausgestanden: Noch immer funktioniert die gemeinsame Währung Euro nicht. Und schuld sind die Deutschen.

Seite 35 von 35
curiosus_ 15.11.2015, 15:10
340. Aha

Zitat von maxuli
Nur mal kurz zu Siemens und Daimler. Die Konzernzentralen sind zwar (noch) in München und Stuttgart aber die meisten Arbeitsplätze sind nicht mehr in Deutschland. Ich nehme an, dass Siemens Istanbul mehr Arbeitskräfte hat als Siemens München. Und warum nicht in Griechenland? Weil dort die Löhne höher waren als in Deutschland. Nicht der EURO ist schuld, sondern die dezentrale Wirtschafts-, Justiz-, Bildungs- und Sozialpolitik.
"...Stuttgart aber die meisten Arbeitsplätze sind nicht mehr in Deutschland"

So so. Hier die offiziellen Zahlen für Daimler vom 31.12.14:

Insgesamt 279972 Beschäftigte.

Davon in D: 168909 Beschäftigte.


Macht 60,33% in D. Oder 39,66% außerhalb. Oder in D 52% mehr Beschäftigte als außerhalb.

Hauptsache mal was gepostet ....

Beitrag melden
mghi 15.11.2015, 15:11
341. Verwirrung allerorten

Wer andauernd von Flüchtlingskrise schreibt, nutzt den falschen Begriff. Wir haben keine Krise wegen oder mit den Flüchtlingen, sondern ein Problem mit solidarischem Umgang damit. Gleiches gilt für den Euro. Länder, die wissentlich beschei..., fordern Solidarität? Wo bin ich denn hier bitteschön? Kein Entgekommen den Griechen mehr; dann haben sie die Chance in der Drachme wettbewerbsfähig zu werden. Würden alle Länder wieder ihre Währungen einführen, ohne aneinander gekoppelt zu sein, würde es für die meisten anderen Länder noch schlechter aussehen. Die künstliche Abwertung unserer Währung durch die Euromitgliedschaft hilft doch den anderen noch ein wenig. Aber man muss natürlich wollen und entsprechend handeln.

Beitrag melden
ruhepuls 15.11.2015, 15:15
342. Schröder?

Zitat von indiansummer63110
Seit 2005 ist durch Altkanzler Schröder allseits bekannt: "Sie kanns nicht".
Und was genau konnte Schröder besser?

Beitrag melden
erdmann.rs 15.11.2015, 15:18
343. Handelsbilanz

Zitat von wunni2010
Nach ihrem VW Desaster letzte Woche zeigen sie heute dass sie auch anders können ! Ich stimme ihnen in vielen Punkten zu , der deutsche Exportüberschuss ist ein Beweis für die Vitalität der deutsche Volkswirtschaft . Wir alle sollten stolz drauf sein !
@wunni2010 (13.11.15 um 14:45)

Da haben Sie völlig Recht: eine ausgeglichene Handels-
Bilanz wäre durchaus auch in Ordnung.
Eine p o s i t i v e Handelsbilanz (Exportüberschuss)
ist aber auf jeden Fall besser als eine negative.
Dass Deutschland "Exportweltmeister" ist, gefällt zwar
nicht all unseren Nachbarn, aber mit absoluter Sicherheit
gibt es kein einziges Land auf der Welt, das seine
Produktion und damit seinen Export zurückfahren würde,
nur um Deutschland damit einen "Gefallen" zu tun. Alleine der Gedanke ist vollkommen abwegig.
Eine Drosselung von Produktion und Export würde viele
Arbeitsplätze in Deutschland kosten.
Unsere Politik leistet sich ja so schon "Schlimmes" genug.

Beitrag melden
ruhepuls 15.11.2015, 15:23
344. Nationaler Egoismus - auch Deutscher...

Zitat von schwaebischehausfrau
...es ist gleich klar, wer schuld ist: Die Deutschen natürlich :-). Wenn Hr. Münchau schreibt "Denn mit Deutschland ist eine Währungsunion für viele Ländern langfristig weder optimal noch nachhaltig" dann erinnert das an jemanden, der einem Fußballverein beitritt und nach 1 Woche fordert, dass ab jetzt im Verein nur noch Golf gespielt werden soll. Sorry, aber die Ziele der Währungs-Union (u.a. eine "stabile Währung, keine Weichwährung a la Lira oder Drachme) wurden am Anfang gemeinsam definiert und waren jedem Euro-Beitrittsland bekannt. Wenn dann Italiener & Co. . auf einmal anfangen zu jammern, dass der Euro ja viel zu stark und Zinsen über 1% unmenschlich seien und man unbedingt wieder eine Weichwährung haben will - dann müssen sie halt aus dem Fussballverein austreten und einen Golf-Club gründen. Schon schlimm genug, dass Deutschland das ebenfalls definierte Schuldenübernahme-Verbot (No Bail-Out) in einem Akt der falsch verstandenen "Solidarität" aufgegeben hat und jetzt die Rechnung zahlt für Länder, die einfach keine Lust auf schmerzhafte aber notwendige Reformen haben. Und was zum Teufel soll Frau Merkel tun: Es ist ganz sicher nicht die Aufgabe eines Regierungs-Chefs seine Industrie so zu schwächen, dass ihre Exporte sinken. Hr. Münchau möge doch mal eine Regierung auf diesem Planeten nennen, die sowas aktiv betreibt. Die deutschen Unernehmen exportieren deshalb so viel, weil ihre Produkte gut und sehr wettbewerbsfähig sind. Und wenn diese Wettbewerbsfähigkeit nachlassen würde, dann würden auch kaum französische, italienische, griechische + spanische Automobilbauer und Maschinenbauer davon profitieren, sondern US-amerikanische, chinesische und koreanische.
Wenn zwei Menschen heiraten, dann hat das nur eine Chance, wenn nicht jede/r seine/ihren "Stiefel" wie bisher durchzieht, ohne Rücksicht auf den anderen.

In einer Währungsunion ist das letztlich nicht anders. Deutschland ist wirtschaftlich stark. Stärker als die meisten anderen Nationen in Europa. Wenn ein solches Land sich mit anderen "zusammen tut", dann kann es nicht einfach so weitermachen, wie zuvor. Auch das hätte klar sein müssen. Ein Europa, eine Währungsunion, in der im Grund aber jedes Land sein egoistisches Süppchen kocht, kann nicht funktionieren. Es funktioniert nicht auf die griechische Art, aber auch nicht auf die deutsche (oder französische oder...). Und genau das ist der Grundkonstruktionsfehler, ob aus Unwissenheit oder aus Berechnung, weil man den Völkern nicht sagen wollte, dass sie nicht so bleiben können, wie sie sind, wenn sie "heiraten"...

Beitrag melden
ruhepuls 15.11.2015, 15:25
345. Weltkriege...

Zitat von cato.
Machen wir es kurz, der Autor hat die Kosten und Probleme der Flüchtlingskrise nicht erkannt und beim Thema Euro schreibt er konsistent wie immer an der Realität vorbei. Der Deutsche Exportüberschuss ist kein Problem, sondern eine Konstante seit Gründung Deutschlands 1871 und lediglich durch 2 Weltkriege unterbrochen ...
Der Exportüberschuss ist dann ein Problem, wenn man sich mit anderen Staaten zusammen tut, deren wirtschaftliche Stärke da nicht mithalten kann. Dann gibt es entweder Verwerfungen (für die schwächeren) oder Transfers zu den Schwachen für die Stärkeren. Oder den Bruch...

Beitrag melden
curiosus_ 15.11.2015, 15:27
346. Völlig richtig.

Zitat von Wembley
Die Ursache des BRD-Leistungsbilanzüberschusses ist nicht der Wille, sich möglichst unbeliebt bei anderen Völkern zu machen, sondern die WETTBEWERBSFÄHIGKEIT der in der BRD gefertigten bzw. konzipierten PRODUKTE. Zu ändern wäre dieser Zustand nur durch eine EU-weite Planwirtschaft. Das kann kein vernünftiger Mensch wollen.
Und die Wettbewerbsfähigkeit kommt durch die für D unterbewertete Währung zu Stande. Dadurch wird einseitig die deutsche Exportindustrie gefördert, die für die Binnenwirtschaft Arbeitenden subventionieren über realen Kaufkraftverzicht (aufgrund zu hoher Importpreise) die Exportindustrie.

Ganz einfach ablesbar an den exorbitant hohen Leistungsbilanzüberschüssen Deutschlands (Stichwort "Exportüberschussweltmeister").

Beitrag melden
RioTokio 15.11.2015, 15:39
347.

Zitat von klaus meucht
Der Staat hat Einfluss auf die Löhne, auch wenn er diese nicht bestimmt. Aber mit seiner Gesetzgebung und Sozialpolitik kann der Staat dafür der Arbeitgeber - oder -nehmerseite bessere Karten im Verhandlungspoker geben. Es geht auch nicht darum jedes Jahr eine Punktlandung zu machen. Ein paar Jahre Exportüberschüsse, folgen dann eben ein paar Jahre Importüberschüsse.
Der Staat hat Einfluss auf die Löhne seiner Angestellten und Beamten. Gerade die Beamten sind mit zwei bis dreiffach höheren Pensionen - als gleich qualifizierte Rentner - aber heute schon eklatant überversorgt.

Ansonsten ist die Lohnhöhe eine Vereinbarung der Tarifparteien.
Da haben irgendwelche Politiker mit zweifelhafter Motivation und Ausbildung - null - zu sagen.

Im übrigen ist es schon seltsam, dass Sie hier eine Schwächung der deutschen Wirtschaft proklamieren und offenbar überhaupt kein Problem damit haben, wenn hunderttausende arbeitslos werden.
Da zudem die derzeit historisch hohen Steuereinnahmen wegbrechen würden, wären soziale Leistungen massiv gefährdet und das in einer Zeit mit einer Millionen neuer Sozialhilfebezieher allein in diesem Jahr.

Sie lassen sich vor den Karren nicht wettbewerbsfähiger und reformfeindlicher Länder spannen, die ihr Heil in der Schwächung der deutschen Wirtschaft sehen.

Beitrag melden
curiosus_ 15.11.2015, 15:55
348. Die Politiker mit zweifelhafter Motivation und Ausbildung ...

Zitat von RioTokio
Ansonsten ist die Lohnhöhe eine Vereinbarung der Tarifparteien. Da haben irgendwelche Politiker mit zweifelhafter Motivation und Ausbildung - null - zu sagen. Im übrigen ist es schon seltsam, dass Sie hier eine Schwächung der deutschen Wirtschaft proklamieren und offenbar überhaupt kein Problem damit haben, wenn hunderttausende arbeitslos werden.
.... haben aber die Einführung des €s beschlossen. Und damit das deutsche Lohndumping ohne Korrektur durch eine aufwertende eigene Währung erst ermöglicht.

Was glauben Sie wie die deutsche Wirtschaft erst "gestärkt" würde wenn der € um 50% abgewertet werden würde? Alternativ innen abgewertet werden würde, z.B. durch die Einführung der Leibeigenschaft und Sklaverei?

Arbeitslosigkeit wäre ein für alle mal vorbei, unsere Exporte würden durch die Decke gehen und wirklich alle Länder stünden mit gigantischen Summen bei uns in der Schuld ....

Einfach mal weiter denken ....

Beitrag melden
Seite 35 von 35
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!