Forum: Wirtschaft
Geplanter Abbau von 6900 Stellen: Schulz nennt Siemens-Vorgehen "asozial"
DPA

Vor 2000 demonstrierenden Siemens-Mitarbeitern hat Martin Schulz den Konzern hart kritisiert. Zugleich räumte der SPD-Chef ein, dass der Einfluss der Politik auf solche Entscheidungen begrenzt ist.

Seite 7 von 17
rstevens 23.11.2017, 13:40
60.

Zitat von political_incorrect
Danke für Info ... wer hat dann diese Falschmeldung mit "Turbinen für Kohlekraftwerke" in die Welt gesetzt? Siemens? Sie geistert ja herum. Und warum ist dann "Technologie für Solarkraftwerke" nicht mehr rentabel? Werden die jetzt auch abgeschaltet? Und benötigt die Industrie keine Kompressoren? Ich verstehe nicht nur was falsch! Ich verstehe gar nichts mehr!!! Muss irgendwie gewollt sein ;-)
Bitte keiner Falschmeldung aufsitzen und selbst nachsehen:

Siemens AG, Division Power and Gas - Turbinenwerk Görlitz

Das Turbinenwerk Görlitz ist die Zentrale des Dampfturbinengeschäfts der Siemens AG. Weltweit produziert Siemens an 16 Standorten zuverlässige und vielseitig einsetzbare Dampfturbinen, die als Turbosätze oder mechanische Antriebe ausgeliefert werden.

Um dieses Werk dürfte es gehen und Dampfturbinen haben recht wenig mit Solarenergie zu tun.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
newbie99 23.11.2017, 13:41
61. Schwarz-Weiß-Denken

Wenn eine Sparte nicht mehr konkurrenzfähig ist, kann ein Konzern nicht einfach so weiter machen wie bisher. Natürlich unterhält ein Unternehmen Arbeitsplätze mit der Erwartungshaltung, dadurch seinen Gewinn zu steigern. Tritt das Gegenteil ein, sind diese mindestens Mittelfristig in Gefahr. Insoweit ist das Geschimpfe von Schulz schlicht populistisch. Dabei ist mir natürlich nicht bekannt, inwieweit Siemens Möglichkeiten gehabt hätte, die Krise auch mit anderen Maßnahmen zu lösen, diese aber abgelehnt hat. Nur: Vom Unternehmen mehr oder weniger zu verlangen, die Kraftwerkssparte wie bisher unverändert weiterzuführen, ist quatsch!

Einen anderen Aspekt finde ich aber hier in der Diskussion bald noch interessanter: Zurecht wurde darauf hingewiesen, dass der Nachfragerückgang bei Siemens auch mit geändertem Nachfrageverhalten zu tun hat, also dass der klassische Kraftwerksbau unter Druck geraten ist. Unter das hat sicherlich auch die deutsche Energie- und Umweltpolitik der letzten knapp 20 Jahre mit verursacht.

Was aber auffällt ist, dass man sich in der Diskussion hier darüber augenscheinlich entscheiden muss, ob man die Energiewende unterstützt oder sie vielmehr ablehnt. Und als Unterstützter darf ich natürlich auf gar keinen Fall zugeben, dass negative Entwicklungen, wie diese hier, etwas damit zu tun haben können. Schließlich habe ich die Energiewende als "richtig" definiert und deshalb kann es ja keine Aspekte geben, die das belasten. So kommt es, dass man bei allen Beiträgen, die diesen Zusammenhang betonen auch stets heraushört, dass man die Energiewende als ganzes ablehnt.

Schön Schwarz-Weiß: Entweder ist die Energiewende gut (dann immer gut) oder schlecht (dann immer schlecht); ohne Ausnahme. Da muss man sich schon entscheiden! Tatsächlich unterstütze ich persönlich die Energiewende. Ich halte es für absolut richtig, insbesondere aus der Kernenergie auszusteigen. Nur sehe ich auch, dass damit auch Umbrüche verbunden sind, die schwierig sind und Probleme aufwerfen, bis hin zu Arbeitsplatz-Abbau, wie hier bei Siemens. Nichts ist einfach nur gut oder nur schlecht - es ist immer ein Prozess des Abwägens. Macht halt nur das Diskutieren schwieriger!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
herm16 23.11.2017, 13:44
62. was soll die

Aufregung. Wie viele Jobs im Einzelhandel werden durch die Mitarbeiter vernichtet, indem sie beim Online Handel einkaufen. Der Abbau ist bitter, aber es gibt immer zwei Seiten. Oder wer denkt an die Firmen , Mitarbeiter, welche durch den Rückgang der Dieselaggregate ihren Job verlieren

Beitrag melden Antworten / Zitieren
martin.michaelis 23.11.2017, 13:44
63.

Zitat von taf73
Da haben Sie was falsch verstanden, Siemens Görlitz entwickelt und produziert meines Wissens nach Technologie für den Betrieb von Solarkraftwerken. Siemens Leipzig fertigt Kompressoren für die Industrie.
Siemens Görlitz und Leipzig produzieren Dampfturbinen. Deren Nachfrage geht dank Energiewende in Europa stark zurück. In Erfurt werden Großgeneratoren wie sie überwiegend in konventionellen Kraftwerken verwendet werden produziert.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
behemoth 23.11.2017, 13:44
64. Grund für die

unternehmerische Entscheidung von Siemens, seine Kraftwerksparte zu schließen, ist doch offensichtlich das Dauerbashing gegen fossil befeuerte Kraftwerke aufgrund des "Klimawandels" und die Jamaika-Zwischenergebnisse. Würden letztere umgesetzt, müssten auch die Tagebaue zB in der Lausitz geschlossen werden. Will Herr Schulz nun diese Sparte weiterbetreiben lassen, also den Heizer auf der E-Lok beschäftigen, oder ist das alles nur wieder fishing for votes?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
joke61 23.11.2017, 13:45
65. Super Herr Schulz

Danke, dass Sie sich für Arbeitsplatz Bedrohte einsetzen. Egal was die Voll Kapis hier zum besten geben. Mitgefühl bzw. Betroffenheit ist für diese Menschen auch wichtig. Leider gibt es schon zu viele, die sich und dem schnöden Mamon am nächsten sind. Den Großmäulern hier im Forum, wünsche ich den gleichen Weg, den die Siemens Arbeiter jetzt machen müssen. Am besten ebenfalls in einer Industrie schwachen Region wie Görlitz!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
peterauslev 23.11.2017, 13:47
66.

Zitat von der_rookie
Hr. Schulz kennt anscheinend nicht den Unterschied zwischen asozial und unsozial. Das ist fuer einen SOZIALdemokraten peinlich Inhaltlich: Was Schulz fordert gab es in mittelalterlichen Zuenften: Festhalten am Alten um des nicht-Veraendern willens. Wir sind aber im 21. Jahrhundert: .....
Wörtlich genommen besteht zwischen asozial und unsozial auch kein Unterschied. Beide Vorsilben deuten ein "nicht" an, auch wenn asozial heute oft anders gedeutet wird. Ich würde übrigens an der Stelle so weit gehen, dass M.Schulz genau darauf hinaus wollte und sich sehr wohl bewusst war, dass der Begriff schon mehr als gesellschaftsfeindlich gedeutet werden wird. Ich möchte das allerdings nicht bewerten, denke jedoch, dass es legitim ist eine solche Meinung zu vertreten, wenn ein Konzern mit über 6 Milliarden Gewinn, fast 7000 Menschen ihrer Existenz beraubt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
geando 23.11.2017, 13:49
67. Schauspieler

Die Spitzenpolitiker kommen mir immer wieder wie Schauspieler vor. Nun, da sich die SPD ein "neues Profil" geben will, wird fluchs eine neue Rolle einstudiert. Vom TTIP-Schulz zum Gewerkschaft-Schulz. Wenn "Profile" und Rollen gewechselt werden wie die Unterwäsche, ist Glaubwürdigkeit auch nur noch ein Lippenbekenntnis.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hoeffertobias 23.11.2017, 13:50
68. Ja, genau das ....

Zitat von the_rover
Ist die SPD nicht mit dafür verantwortlich, dass Strom aus sogenannten "erneuerbaren Energien" übermäßig gefördert wird und der Betrieb von Kraftwerken deswegen immer unrentabler wird? Erwartet Herr Schulz etwa, dass Siemens in dieser Situation "auf Teufel komm raus" auf konventionelle Kraftwerkstechnik setzt? Oder gar auf Kernkraftwerkstechnik?
.... erwartet Herr Schulz! Die Beschäftigten weiter zu bezahlen, ohne die dafür notwendigen Aufträge zu haben. Er möchte sozusagen die Energiewende einleiten, auf konventionelle Kraftwerke verzichten aber die damit verbundenen Veränderungen verhindern. Im Artikel ist aufgeführt, dass der politische Einfluss diesbezüglich gering ist. Und darüber bin ich sehr froh! Schulz ist und bleibt ein großmäuliger Scharlatan.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rstevens 23.11.2017, 13:50
69.

Zitat von JohnLH
Gerade die SPD ist hier immer vorne dabei und deswegen ist es einfach nur affig und verlogen, wenn sich Hr Schulz hier als Kumpel verkauft.
Aber das ist doch nichts neues. So schallt es doch immer von Links, seien es nun der linke Flügel der SPD, die Linke oder die Gewerkschaften.
Es ist sogar eigentlich noch schlimmer. Gewerkschaften und auch Betriebsräte sind Bollwerke gegen jegliche Veränderung. Sie ersticken mit Macht - gerade in traditionellen Konzernen, in denen sie über Jahrzehnte ihre Strukturen aufbauen konnten - jegliche Innovation und Veränderung. Vordergründig ist das natürlich immer alles zum Wohle der Mitarbeiter aber irgendwann entlädt sich dann der Modernisierungsstau durch solche Großereignisse.

Ich habe nichts gegen Gewerkschaften und Betriebsräte. Die Ideen dahinter sind sehr gut und wichtig. Leider verkommen diese Organisationen mit der Zeit und entwickeln sich dann immer mehr zu reinen Blockierern und natürlich bieten sie den Involvierten auch eine ganze Reihe schöner Pöstchen, die es zu erhalten gilt. Es sammelt sich dort auch häufig sehr spezielles Personal. In der Regel sind es nicht die motivierten und zu Veränderungen bereiten Angestellten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 7 von 17